Schlagwort: Anita Thallaug

Melo­di Grand Prix 1966: We’­re not gon­na take it
1966, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen, Jurys sind Wichser

Melo­di Grand Prix 1966: We’­re not gon­na take it

Sie hatte ein klein wenig was von einem feministischen Folk-Festival, die norwegische Eurovisions-Vorentscheidung Melodi Grand Prix 1966. Was nicht nur daran lag, dass ausschließlich Frauen sangen. Nein, auch der eine oder andere der insgesamt fünf dort vorgestellten Titel verströmte einen leisen, leichten Hauch von Auflehnung und Rebellion, sei es durch seine Instrumentierung, seinen Text oder seine Interpretation. Interessanterweise stammten diese Lieder allesamt aus der schöpferischen Hand eines einzelnen Mannes, nämlich des norwegischen Komponisten und ESC-Vertreters von 1964, Arne Bendiksen. Was auch vor dem weiteren Hintergrund bemerkenswert erscheint, dass eine sendereigene Jury diese fünf - in jeweils zwei unterschiedlich instrumentierten Fassungen von zwei unterschiedlichen Sänger...
1963, Die Sechziger, ESC Finale, Jurys sind Wichser, Unsere Lieblinge

ESC 1963: Melo­die einer Nacht

Die von etlichen europäischen Sendeanstalten (einschließlich der ARD) aus finanziellen Gründen sehr gefürchtete Eurovisionsregel, wonach der Sieger des Wettbewerbs im Folgejahr prinzipiell den Contest austragen soll, existiert bereits seit seit dem zweiten Jahr seines Bestehens, also seit 1957. Doch nicht immer möchte der glückliche Gewinner dies auch tun: dem schlechten Beispiel der Niederlande folgend, weigerte sich heuer das innerhalb von nur sechs Jahren bereits zum dritten Male (nämlich 1958, 1960 und 1962) viktoriöse Frankreich, die Show zu organisieren. Das möndane Cannes, wo der Wettbewerb bereits 1959 und 1961 stattgefunden hatte, entwickelte sich - nicht zuletzt aufgrund der jährlichen Filmfestspiele - auch so zum Urlaubsparadies der Superreichen und zum Jet-Set-Hot-Spot. Da be...
1963, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen, Jurys sind Wichser

NO 1963: Blon­di­ne in Fes­seln

„Es ist offensichtlich das Ergebnis einer Qualitätsbewertung,“ so selbstkritisch-maliziös kommentierte der Pressechef des veranstaltenden norwegischen Rundfunks NRK gegenüber der Tageszeitung Dagbladet den Umstand, dass der Sender den Melodi Grand Prix (MGP) 1963 nicht (auch) im Radio übertrug, wie in den Vorjahren üblich, sondern ausschließlich im Fernsehen, das zu diesem Zeitpunkt alleine schon aus technischen Gründen nur ein knappes Viertel der norwegischen Haushalte erreichte. Auch die Zeitung hämte, dass den Radio-Zuhörer/innen da wohl einiges erspart geblieben sei, und das Konkurrenzblatt Aftenposten ergänzte Salz-in-die-Wunden-streuend, "alle fünf Kompositionen," die ein lediglich dreiköpfiges Senderkomitee aus 221 Einsendungen auswählte, "könnten leichthin bereits vor dreißig Jahre...
1962, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

NO 1962: Auf den Hund gekom­men

"Am besten wäre es, sie schickten den Hund," mit dieser harschen Kritik am norwegischen Melodi Grand Prix (MGP) 1962 bezog sich die dänische Tageszeitung Verdens Gang auf die Jazzsängerin Laila Dalseth, eine von zwei Interpretinnen des Siegersongs dieser Vorentscheidung, die bei ihrem Auftritt einen niedlichen Welpen im Arm trug. Eine sympathiepunkteförderliche Strategie, die beim Eurovision Song Contest selbst bekanntermaßen streng verboten ist. Und so durfte dann auch statt der für ihre Verdienste ums norwegische Jazzwesen mehrfach preisgekrönten Dalseth die Operettensängerin und Schauspielerin Inger Jacobsen nach Luxemburg fahren, wo sie mit lediglich zwei Pünktchen unter "ferner liefen" landete. Jacobsen hatte bereits 1960 beim ersten MGP sämtliche Wettbewerbstitel im Radio-Halbfinale ...