Schlagwort: Anita Traversi

CH 1960, 1964; Vor­ent­scheid CH 1956, 1960, 1961, 1964, 1967, 1976.
Die im Tes­sin gebo­re­ne Schla­ger­sän­ge­rin (1937–1991) ver­trat die Schweiz zwei Mal beim Euro­vi­si­on Song Con­test und nahm sechs Mal am hel­ve­ti­schen Vor­ent­scheid teil. Kom­mer­zi­el­le Erfol­ge hat­te sie im ita­lie­nisch­spra­chi­gen Raum als Duett­part­ne­rin von Adria­no Cel­en­ta­no.

1967, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

CH 1967: My Life on the D‑List

Wie schon des Öfteren präsentierte sich auch dieser schweizerische Vorentscheid als eine Art von Vertriebenentreffen für Stars von der C-Liste. Lauter Schlagersängerinnen gaben sich hier die Klinke in die Hand, deren Namen Glanz in die Augen von dezidierten Jägern und Sammlern rarer Vinyl-Schätzchen zaubern, gerade weil sich selbst ihre wenigen Erfolgstitel auf keinem Sampler wiederfinden und erst recht nicht auf irgendwelchen Schlagerpartys gespielt werden. Brigitte Petry ist so ein Beispiel: geboren in Berlin, Hauptstadt der DDR, veröffentlichte sie ihrem Wikipedia-Eintrag zufolge 1961 eine einzige Single auf dem Amiga-Label, bevor sie ihr Wirken ins befreundete sozialistische Ausland verlegte, wo sie vor allem Neuaufnahmen amerikanischer Soul- und Blues-Hits einspielte. 1965 reihte sie ...
1964, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

CH 1964: Sag mir quan­do, sag mir wann?

Sie sind schon ein Haufen chaotischer Leichtfüßer und Hallodris, diese Schweizer/innen, das muss man einmal klar und deutlich so sagen. Ordnung scheint ihnen völlig fremd zu sein, die eigene Geschichte unbedeutend, archivarische Verpflichtungen nichts als eine unnütze Belästigung! Und so ist, was den helvetischen Eurovisionsvorentscheid des Jahres 1964 angeht, noch nicht einmal bekannt, wann dieser stattfand, geschweige denn wo. Nur dass er stattfand, das wissen wir, und dass darinnen sechs Lieder gegeneinander antraten, dargeboten von fünf Künstler/innen. Neben dem in dieser Ära unvermeidlichen Jo Roland spielte somit auch eine gewisse Ulla Rafael eine Rolle, die, wie das Memoryradio recherchierte, Anfang der Sechzigerjahre mal eine Zeitlang bei dem Grand-Prix-Freunden nicht völlig unbeka...
1963, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

CH 1963: Water­loo und Robin­son

Zwei Unverdrossene, ein Unbekannter und ein werdender Weltstar - das Line-up der helvetischen Eurovisionsvorentscheidung von 1963 könnte nicht grotesker ausfallen. So bewarben sich - erneut erfolglos - die beiden Dauerteilnehmer/innen Jo Roland und Anita Traversi (→ CH 1960, 1964), Letztere gar mit gleich drei Beiträgen. Doch nicht einmal das angeblich 'Schönste Lied der Welt' nutzte ihr hier etwas. Denn neben einer Figur mit dem anonymstmöglichen Künstlernamen Willy Schmid, der mit 'Einmal in Mexico' den Veranstaltungsort des diesjährigen Contests um mehrere Kontinente verfehlte, war es dem Schweizer Fernsehen gelungen, eine junge, vielseitig begabte Schauspielerin und Sängerin israelischer Herkunft aufzubieten, für welche sich hier die Türen zu einer internationalen Chansonkarriere weit ...
1961, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

Schwei­zer Vor­ent­scheid 1961: Der Rüber­ma­cher

Seit Anbeginn der Grand-Prix-Zeitrechnung, also seit 1956, nahm der in Genf als Rolando Bonardelli gebürtige Entertainer Jo Roland nun bereits durchgängig am schweizerischen Vorentscheid teil, oftmals mit gleich mehreren Beiträgen. Und das stets erfolglos: kein einziges Mal sollte der im Heimatland als Sänger und Showmaster durchaus beliebte Roland das ESC-Ticket erringen. Also reichte Jo das von seinen Eidgenossen heuer so schnöde zurückgewiesene Chanson 'Nous deux' ('Wir zwei') eben beim Internationalen Songfestival im polnischen Sopot ein, das just im Sommer 1961 Premiere feierte. Und dort, im sozialistischen Ausland, schätzte man den zu Hause Verschmähten: Roland gewann (!) die Erstausgabe des langlebigen Liederwettstreites, welcher im Rahmen des Sowjet-Senderbundes Intervision ab 1977...
1960, Die Sechziger, ESC Finale, Jurys sind Wichser

ESC 1960: I shall die, die, die

Es ist ein offenes Eurovisionsgeheimnis: nicht alle Delegationsleiter/innen freuen sich, wenn ihre Künstler/in den Grand Prix gewinnt! Schließlich verbindet sich beim Song Contest mit dem Sieg die feste Erwartung, im nächsten Jahr die Show zu organisieren, womit massive Kosten auf die betroffene TV-Station zukommen. Heutzutage wird ein kleinerer Anteil davon durch die Startgebühren der einzelnen Länder aufgefangen, doch in den Anfangsjahren musste die ausrichtende Rundfunkanstalt die Sendung finanziell noch komplett alleine stemmen. Den Niederländern, die 1959 zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren gewonnen hatten, ging Sparsamkeit über Nationalstolz: sie sagten schlicht "nee". Selbstlos sprang (übrigens nicht zum letzten Mal) die BBC ein, was nicht nur am üppigeren pekuniären Polster...
1960, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

Schwei­zer Vor­ent­scheid 1960: Le Java sans Tra­la­la

Welch' ein Durcheinander in der sonst doch als so ordentlich geltenden Schweiz! Fehlte beim helvetischen Vorentscheid von 1959 bereits das Tessin als eines von drei aus Gründen des Sprachregionenproporzes stets zu repräsentierenden Landesteilen, so lässt sich aus dem 1960er Line-up noch nicht einmal mehr herauslesen, wer nun für welchen Part der Eidgenossenschaft startete. So stammte der einzige (!) deutschsprachige Titel im Aufgebot mit dem immergrünen Thema 'Frühling' von einem heute völlig vergessenen Sänger mit italienischem Namen, nämlich Bianco Cavallini. Was auch noch klingt wie ein Tetrapack-Tafelweißwein aus dem Discounter für 1,59 € der Liter. Als einzige verlässliche Größe sorgte der eidgenössische Dauerteilnehmer Jo Roland für Kontinuität, der wie stets die Romandie repräsentie...
Schwei­zer Vor­ent­scheid 1956: Auf­tritt einer Legen­de
1956, Die Fünfziger, Internationale Vorentscheidungen

Schwei­zer Vor­ent­scheid 1956: Auf­tritt einer Legen­de

Die Schweiz beherbergt in ihrer zweitgrößten Gemeinde Genf den Hauptsitz der europäischen Rundfunkunion EBU, welche bekanntlich 1955 den Eurovision Song Contest aus der Taufe hob. Dessen Premiere ging 1956 ebenfalls in der Eidgenossenschaft über die Bühne, und zwar in Lugano im malerischen Tessin. Kein Wunder also, dass das Land sich selbst gerne als ideelle Heimat des Grand Prix beschreibt. Und um so erstaunlicher, dass die Geschichtsschreibung hinsichtlich der Details der helvetischen Vorentscheidungen der Fünfzigerjahre ziemlich im Trüben fischt. Für die Erstveranstaltung ist immerhin soviel bekannt, dass die Vorauswahl wenige Wochen vor dem internationalen Wettbewerb in Lausanne stattfand. Drei Künstler:innen nahmen teil, aus jeder der drei maßgeblichen eidgenössischen Sprachregionen...