Schlagwort: António Calvário

Fes­ti­val da Can­ção 1966: Rebel without a Cau­se
1966, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

Fes­ti­val da Can­ção 1966: Rebel without a Cau­se

Es war im Grunde genommen ein einziges Madalena-Iglésias-Festspiel, das Lissabonner Festival da Canção von 1966. Die mit vollem Namen Madalena Lucília Iglésias do Vale de Oliveira Portugal (portugiesische Personalausweise müssen wohl im DIN-A-3-Format ausgestellt werden!) heißende Sängerin interpretierte gleich drei der insgesamt acht Wettbewerbstitel. Davon verirrten sich die lieblich plinkernden 'Caminhos perdidos', die 'Verlorenen Wege', dem Titel gerecht werden auf den sechsten Rang. Mit ihrem drittplatzierten Beitrag fasste sie gar ein heißes Eisen an: in der damaligen herrschenden rechtsgerichteten Diktatur unter Salazar von 'Rebeldia' ('Rebellion') zu singen, kann man fast schon als mutig bezeichnen. Auf europäischer Ebene lag sie damit allerdings voll im Trend: auch in anderen nati...
1965, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen, Schwules

PT 1965: Weni­ger ist mehr

Sie muss nahezu unbegrenzt sein, die lusitanische Leidensbereitschaft. Oder aber das Land versetzt das Trinkwasser seiner Bewohner/innen mit Crystal Meth. Anders ist es nicht zu erklären, dass die südeuropäische Halbinsel zumindest in der ersten Hälfte dieses zweiten Festival da Canção (FdC) nicht in kollektiven, hundertjährigen Tiefschlaf verfiel. Aus der demütigenden Premiere der seinerzeitigen Diktatur beim Eurovision Song Contest 1964, von welchem man mit ganzen → null Punkten wieder abreiste, hatte der Sender RTP nicht das Geringste gelernt: drei bereits im Vorjahr beim FdC präsente Sänger/innen, darunter der in Kopenhagen so glücklose António Calvário, interpretierten vor einer geschmackvoll zurückhaltenden Studiodekoration wie festgenagelt am Mikro stehend vier musikalisch nur in wi...
1964, Die Sechziger

PT 1964: auch mor­gen noch kraft­voll zubei­ßen

Gute drei Jahre vor meiner Geburt begann sie: die lange, tiefe Leidensgeschichte des westlichsten Landes Kontinentaleuropas beim Eurovision Song Contest, die erst 48 Teilnahmen und 53 Jahre später mit dem Sieg von Salvador Sobral ihr temporäres Ende finden sollte. Bis dahin erwies sich der von zahlreichen Roten Laternen und kümmerlichen Punktegaben gesäumte Weg als qualvoll und steinig. Schaut man sich das 1964 eigens zu diesem Zwecke, als nationale Vorentscheidung, aus der Taufe gehobene und bis zum heutigen Tag zu diesem Behufe verwendete Festival da Canção in voller Länge an, ahnt man, warum. Sechs Sänger/innen traten gegeneinander an bei der Premiere dieser im hohen Maße festlichen Veranstaltung, und ein/e jede/r von ihnen interpretierte jeweils zwei Canção (wohlgemerkt: ausschließlich...