Schlagwort: Armenien

Das Land der Apri­ko­sen, beim ESC ger­ne mal auf­fäl­lig durch klei­ne Sei­ten­hie­be auf den Erz­feind Aser­bai­dschan, schwankt bestän­dig zwi­schen wech­seln­den Vor­ent­schei­dungs­for­ma­ten und inter­ner Aus­wahl, zwi­schen guten Plat­zie­run­gen und dem Semi-Aus und zwi­schen leicht­fü­ßi­gem Pop und mit natio­na­lem Pathos auf­ge­la­de­nem Genu­del.
Dabei seit: 2006; ESC-Sie­ge: kei­ne; Rote Later­nen: kei­ne.

2020, Die Zwanzigzwanziger, Internationale Vorentscheidungen, Jurys sind Wichser

Depi Evra­tes­il 2020: Mama, du sollst doch nicht um dei­ne Per­len wei­nen

Nach dem Semifinal-Aus für die intern bestimmte Srbuk beim Eurovision Song Contest 2019 kehrte das erfolgsverwöhnte und -hungrige Armenien in diesem Jahr zum Vorentscheidungsformat Depi Evratesil zurück. 12 hoffnungsvolle junge Talente versammelte der Sender ARMTV am gestrigen Samstagabend in Jerewan, die fast ausnahmslos mit selbst geschriebenen Liedern antraten. Tragischerweise allesamt in englisch, auch wenn sich, wie an Songtiteln ('What it is to be in Love'), Silben-zu-Melodie-Ratio und Intonation erkenntlich, die Sprachkenntnisse der meisten Teilnehmer:innen rein auf das Phonetische beschränkten. Die musikalische Qualität des Angebotes glich der einer weißrussischen Vorauswahlrunde, mehrfach ertappte man sich beim Zuschauen, wie man nach wenigen Sekunden laut "Spasiba!" rief, in der ...
2019, Die Zwanzigzehner

Rank & File 2019: Platz 33 – Wal­king out

Armenien ist anstrengend. Gilt gleichermaßen für die Veröffentlichungstaktik des hayastanischen Fernsehens, das seine intern bestimmte Vertreterin bereits an Neujahr der Öffentlichkeit vorstellte, ihr nicht minder anstrengendes Lied aber erst auf die allerletzte Minute am 10. März 2019. Platz 33: Armenien - Srbuk: Walking out (Aussteigen) Vorneweg: vollen Respekt an Srbuk, dass sie sich von ihrem Typen nix gefallen lässt und die, jedenfalls wenn man den visuellen Subtext des Videoclips in Betracht zieht, offensichtlich gewalttätige Beziehung mit ihm beendet. Ohne über all zu viel Hintergrundwissen hinsichtlich der patriarchalischen Strukturen in Armenien zu verfügen, vermute ich mal, dass so ein Schritt für Frauen auch auf dem Kaukasus nicht all zu leicht sein dürfte. Insofern nicht ve...
2019, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

WSV 2019: Sonn­tag ist Song­tag

"Lieder, Lieder, die letzten Lieder hier! Der absolute Hauptgewinn ist hier in dieser Dose drin!" Oh, sorry, da ist es angesichts der in Kürze drohenden Nach-Vorentscheids-Eurovisions-Zwischendepressions-Phase wohl ein wenig mit mir durchgegangen. Bemühen wir uns um einen etwas sachlicheren Ton: von den insgesamt 41 Beiträgen für den Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv kannten wir bis gestern 38, die restlichen drei kamen am heutigen Sonntag hinzu. Darunter auch der Heimbeitrag des Gastgeberlandes Israel, dargeboten von dem in einer Castingshow ausgewählten, ausgebildeten Opernsänger Kobi Marimi. Dessen clever 'Home' betitelte Ballade sollte eigentlich als letzte des Tages veröffentlicht werden, sickerte jedoch bereits am Nachmittag als erste durch. Und sie lässt die Herzen aller Freu...
2019, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Brehms Tier­le­ben

Echte Eurovisionsfans befinden sich - getreu des Mottos: nach dem ESC ist vor dem ESC - bereits seit vergangenem Mai gedanklich im Jahr 2019. Seit heute stimmt dann auch der offizielle Kalender wieder mit dem Empfinden überein. Höchste Zeit also für einen Überblick über die Geschehnisse in den 42 in Tel Aviv teilnehmenden Nationen, die mir in den letzten Wochen durchgerutscht sind. Dabei scheint, dass das gackernde Huhn vom letzten Jahr so manch anderes lustiges Getier inspirierte: dabei sind unter anderem singende Katzen und ironische Hyänen.  Den Auftakt aber macht eine halbe Göttin. Sagt sie zumindest von sich selbst. Sie, das ist die ehemalige X-Factor-Zweite Srbuhi Sargsian, besser bekannt unter ihrem Künstlerinnennamen Srbuk. Die 24jährige wurde von ArmTV als Eurovisionsrepräsentan...
2018, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale

Ers­tes Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Ganze 53 Jahre musste das kleine, geografisch etwas randständige und kulturell auf europäischer Ebene nicht unbedingt massenkompatible Portugal von seiner Erstteilnahme im Jahre 1964 bis zu seinem Eurovisionssieg 2017 warten. Ein verschrobener Barde namens Salvador Sobral holte bekanntlich den Pott und die Gastgeberschaft nach Lissabon, mit einer intimen, aus der Zeit gefallenen Trennungsschmerzballade in seiner Muttersprache. Mit "Musik, die wirklich etwas ausdrückt", wie es der lebensbedrohlich erkrankte Adelsspross, dem es nach einer Herztransplantation mittlerweile wieder besser geht, im Überschwang seiner Siegesansprache formulierte. Und nun das: ein Jahr später, im ersten Semifinale des in der portugiesischen Hauptstadt abgehaltenen 2018er Grand Prix, fliegen gleich zwei von insgesam...
2018, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Proben

Griff ins Klo: zwei­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Eigentlich gehört es zur Eröffnungstradition des Pressezentrums, dass die dort versammelten Schwurnalisten von der allerersten Probe aus technischen Gründen nichts mitbekommen, weil die Leitung von der Halle noch nicht steht. Das war am Sonntag zwar nicht der Fall, dafür aber am heutigen Montag: pünktlich zum Probenbeginn um zehn Uhr liefen noch Tourismuswerbeclips in Dauerschleife, während in der Altice-Arena bereits das mazedonische Duo Eye Cue auf der Bühne stand. Erst zum dritten Durchlauf drückte jemand den Knopf: auf den Monitoren erschien, wie OnU berichtete, bildfüllend der Hintern der Leadsängerin Marija. Und falls sich jemand noch mit Schaudern an das pinkfarbene Cameltoe-Outfit aus dem Video zu 'Lost and found' erinnert: etwas Ähnliches trägt sie auch in Lissabon, nur ohne Unter...
2018, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

AM 2018: Bring mir den Chai!

Ein einziger Song in Landessprache stand zur Wahl im heutigen Finale der armenischen Eurovisionsvorentscheidung Depi Evratesil, und er siegte mit den Höchstwertungen der Jury und des Televoting. 'Qami' ('Wind') heißt das Stück, es ist eine ziemlich klassische, leicht düstere, sachte beginnende und sich langsam, aber stetig ins Dramatische steigernde Ballade, die ab der Zwei-Minuten-Marke so richtig aufdreht. Dann kommt ein gospeliger Chor (hier offensichtlich vom Band) hinzu, und der vollbärtige, mit einem schwarzen Gladiatoren-Wams aus Plaste angetane Sänger Sevak Khanagyan beschränkt sich ab dieser Stelle vollständig darauf, mit voller Inbrunst immer und immer wieder nach seinem bereits vor einer Viertelstunde bestellten, aber noch nicht gebrachten Tee zu rufen: "Kamiiiil, Kaaaa-haa-miii...
2017, Die Zwanzigzehner, Eurovision Deathmatch

Euro­vi­si­on Death­match #7: Bis auf die Kno­chen

Hoch die Hände - Wochenende! Zum Ausklang der Arbeitswoche ist es mal wieder an der Zeit, beim Eurovision Deathmatch zwei reale Erzfeinde gegeneinander antreten zu lassen: die AAs nämlich, also Armenien und Aserbaidschan. Die unterhalten uns beim Eurovision Song Contest nun schon seit etlichen Jahren mit fortgesetzten kleineren und größeren Sticheleien, und auch ihre beide diesjährigen Repräsentantinnen schenken sich nichts in unserem heutigen Divenzweikampf. Beginnen wir (rein aus alphabetischen Gründen!) mit Artsvik Harutyunya aus dem Land der Aprikosen. Die Siegerin der armenischen Eurovisions-Castingshow Depi Evratesil umschmeichelt uns mit dem leicht hypnotischen, deutlich orientalisch gefärbten Elektro-Track 'Fly with me', einer Einladung, der man gerne folgen mag. Auch an optischem ...
2017, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Arme­ni­en 2017: Fly­ing high in Yer­e­van

Der diesjährige Diva-Award für den unnötig dramatischsten Auftritt geht zweifelsfrei an Armenien: erst am gestrigen Samstag, sechs Tage nach der Deadline für das Einreichen der Wettbewerbsbeiträge für den Eurovision Song Contest 2017 bei der EBU, präsentierte das armenische Fernsehen den Song der bereits zu Weihnachten 2016 über eine monatelang laufende Castingshow als Repräsentantin des Landes ausgewählten Artsvik Harutyunyan endlich der bereits voller Ungeduld mit den Hufen scharrenden Weltöffentlichkeit. Hat sich das lange Warten auf 'Fly with me', so der Titel des ethnolastigen Uptemposongs, mit dem alle 43 Lieder für Kiew nun komplettiert sind, denn wenigstens gelohnt? Nunja, bedingt. Zwar weiß das artifizielle Stück mit seiner spannenden und anspruchsvollen Mixtur aus orientalischen ...
2017, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen, Jurys sind Wichser

Ach, all der Auf­wand: Arts­vik singt eine Arie für Arme­ni­en

Es kann niemand behaupten, die Armenier nähmen den Eurovision Song Contest nicht ernst. Geschlagene drei Monate lang lief, von der Öffentlichkeit außerhalb des Landes der Aprikosenbäume weitestgehend unbemerkt, dort die Castingshow Depi Evratesil (Zur Eurovision), mit welcher die Hajastaner ihren Vertreter für Kiew zu ermitteln suchten. Mit zahlreichen Auditions, etlichen Duellen und drei Live-Shows im armenischen Fernsehen. Heute Abend ging dort, während der westeuropäische Eurovisionsfan im Kreise der Liebsten die Weihnachtsgeschenke öffnete, der Vierteljahresmarathon zu Ende, mit einem Zweikampf der beiden übriggebliebenen Kombattantinnen Marta und Artsvik. Letztere gewann mit 60% der Jury- und 80% der Zuschauerstimmen. Bei der 32jährigen Artsvik Harutyunya, so der volle Name der Sänger...
2017, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Zypern 2017: ein schö­ner Sai­son­auf­takt!

Der Early-Bird-Award für die früheste Nominierung des Eurovisions-Repräsentanten geht in dieser Saison überraschend an... Zypern! Das sonnige, zweigeteilte Mittelmeer-Eiland gab heute bekannt, dass der 27jährige Hovig Demirjian das Land in Kiew vertritt. Der intern ausgewählte, optisch ein wenig an Antony Costa von Blue (UK 2011) erinnernde Hovig ist gebürtiger Armenier, lebt aber in Zypern, wo er sich 2015 mit der etwas zähen Ballade 'Stone in a River' ohne Erfolg beim Vorentscheid bewarb. Erste größere Bekanntheit erlangte der gut aussehende Sänger durch seine Teilnahme an der griechischen Ausgabe der Castingshow X Factor im Jahre 2009. Wie eurovision.tv verkündet, komponiert der schwedische Serienschreiber Thomas G:sson, der schon für den Rockschlager 'Alter Ego' (CY 2016) verantwortlic...
2017, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: ich tra­ge die Non­kon­for­mis­ten-Uni­form

Die Saison 2017 hat ihre erste Vorentscheidungssensation hervorgebracht: wie der unermüdliche britische Perlentaucher Roy Delaney berichtet, sah sich das unter anderem mit Aram MP3 (→ AM 2014) prominent besetzte Panel der armenischen Eurovisions-Castingshow Depi Evratesil (durch welche mich durchzuquälen ich offen gesagt bislang nicht die nötige masochistische Energie aufbringen konnte) gestern mit einem Teilnehmer namens Alexander Plato konfrontiert, offenbar ein entfernter Nachfahre des berühmten griechischen Philosophen. Der trat im vorschriftsmäßigen, fast schon klischeehaften Hipster-Ornat - hautenge Jeans auf drogendünnen Beinchen, bärig behaarte Brust, imposant gepflegter Vollbart, Haardutt, dicke Retrobrille - vor die Juroren und gab ein Machwerk namens 'Illusion' zum Besten, das s...
2016, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, ESC Finale, ESC Semifinale, Jurys sind Wichser

Rus­si­sches Fern­se­hen sieht Ser­gey als Sie­ger

Es war eine erwartbare Reaktion, und sie kam prompt: in einer Pressemeldung erklärte der musikalische Direktor des Fernsehsenders Russia 1, Yuri Aksyuta, seinen eigenen Kandidaten zum moralischen Sieger des Eurovision Song Contest 2016. "Für mich sind die Ergebnisse des Publikums entscheidend, denn für dieses wird die Musik gemacht. So gesehen war es ein Sieg von Sergey Lazarev," so Aksyuta. Er warf den Jurys einen gezielten Boykott des russischen Beitrags vor, denn während Sergey aus jedem (!) einzelnen Land Punkte im Televoting erhielt (einschließlich der Höchstwertung aus Deutschland sowie aus der Ukraine), ging er bei der Hälfte der Juryabstimmungen leer aus. Unter den 21 organisierten Lazarev-Verachtern fanden sich mit Estland, Litauen, Georgien und - wenig überraschend - der Ukraine ...
2016, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, ESC Semifinale

EBU ver­warnt Arme­ni­en

Es gehört seit Jahren zum festen Ritual beim Eurovision Song Contest: die Kabbeleien zwischen den beiden Teilnehmerländern Armenien und Aserbaidschan. Mal hält die Punktesprecherin ein Klemmbrett mit einem unliebsamen Foto in die Kamera, mal fällt während der Live-Übertragung des konkurrierenden Beitrags wie zufällig das Bild aus, mal singt man vom Genozid, mal zitiert das Innenministerium Bürger des eigenen Landes zum Verhör, die für das Lied des Gegners gestimmt haben - um nur eine zufällige Auswahl zu treffen. Anlass der von beiden Seiten mit der gleichen Beharrlichkeit und Lust geführten, unschönen Rangeleien sind die seit den Neunzigern schwelenden Auseinandersetzungen beider Nationen um die offiziell zu Aserbaidschan zählende, nach langjährigem Bürgerkrieg mit Vertreibungen und zahll...
2016, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Proben

Von Wöl­fen und Lum­pen­sä­cken: die Pro­ben zum ers­ten Semi 2016

In Stockholm gingen heute die ersten Probendurchgänge für die beiden Qualifikationsrunden zu Ende. Seit Montag üben die Teilnehmer/innen aller 42 Nationen ihre Auftritte erstmals auf der echten Eurovisionsbühne. Noch nicht immer im späteren Bühnenoutfit und oftmals mit stimmlich angezogener Handbremse - in der ersten Runde geht es hauptsächlich um die richtigen Kamerapositionen und Bühnenhintergründe und ums letzte Feilen an den Choreografien. Die von den internationalen Bloggern vor Ort natürlich schon fleißig verbreiteten ersten Eindrücke sind daher mit Vorsicht zu genießen, zumal es für zu Hause Gebliebene wie mich nur kurze Dreißigsekünder zu sehen und zu beurteilen gibt. Dennoch will, ja muss ich mich an eine erste Beurteilung wagen. In diesem Posting nun zuerst alle Acts des ersten S...
2016, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Arme­ni­en 2016: Style over Sub­s­tance

Vor wenigen Minuten stellte eurovision.tv das Video des armenischen Beitrags 'LoveWave' online. Der wird bekanntlich von der bereits vergangenen Oktober intern bestimmten, in Hamburg aufgewachsenen Iveta Mukuchyan interpretiert, die 2012 - natürlich - an The Voice of Germany teilnahm. In good old Germany wurde auch das Video für ihren Titel produziert, in dem das in Berlin lebende schwedische Model Ben Dahlhaus eine dekorative Rolle spielt. Und dass ich mich mit diesen ganzen Nebensächlichkeiten aufhalte, deutet auf ein Problem hin, dass ich mit dem Beitrag habe: mir fehlt in dem Song das Lied. Es beginnt ganz vielversprechend mit flüsterndem Sprechgesang über milde düsteren elektronischen Klängen, gefolgt von einer völlig unmerklichen Strophe, einem gekrischenen "Uhuhu" und jeder Menge ag...
2016, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen, Unsere Lieblinge

Frau Losco kann sich nicht ent­schei­den

Sie macht es sich aber auch wirklich schwer, die maltesische Eurovisionsvertreterin Ira Losco. Beim Vorentscheid bereits mit gleich zwei Beiträgen angetreten, schwirrten direkt nach ihrem dortigen Sieg Gerüchte durch die Gegend, sie könne den Titel ihres Songs 'Chameleon' wörtlich nehmen und ihn durch einen anderen ersetzen (die Statuten des Maltasong lassen diese Möglichkeit ausdrücklich zu). Nun eskaliert die Lage: wie der Sender TVM heute bekannt gab, nehme sie zur Zeit insgesamt neun weitere Lieder auf, sowie einen Remix ihres Siegertitels. Und zwar, wie ihr Produzent heute auf Facebook durchsickern ließ, zusätzlich zu den 16 Titeln, die sie bereits für ihr neues Album in der Pipeline hat (und von denen keiner in die Eurovisionswahl kam). Da leidet jemand entweder unter einem schweren ...
2016, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

The Voice-Stern­chen Ive­ta Muku­chy­an ver­tritt Arme­ni­en

Wie escunited soeben vermeldet, heißt die Repräsentantin Armeniens beim Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm Iveta Mukuchyan. Die kennt der eine oder andere deutsche TV-Zuschauer vielleicht noch aus der zweiten Staffel der Castingshow The Voice of Germany, wo die in Jerewan Geborene und zeitweilig in Hamburg Aufgewachsene 2012 teilnahm und - neben ihrem guten Aussehen - vor allem durch das Hinmetzeln des Loreen-Siegersongs 'Euphoria' Aufmerksamkeit erregte. Iveta schied im Verlauf der Staffel aus. Zwei Jahre zuvor hatte sie bereits an der armenischen Variante von DSDS teilgenommen. Die 29jährige wurde in einer internen Auswahl bestimmt, ihr Song soll zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden. Trotz der unrühmlichen Vergangenheit als Casting-Sternchen lässt Ivetas letzte Singl...
2015, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Proben, Schwules

Die Vil­la­ge Peop­le sind in Wien: ers­te Pro­ben ers­tes Semi 2015

Seit Montag Mittag sind die Spiele offiziell eröffnet: in der Wiener Stadthalle probten gestern und heute die 16 Teilnehmer/innen des ersten Semifinales am kommenden Dienstag. Und obgleich es sich um den allerersten, technischen Durchlauf handelte, der hauptsächlich zum Finden der richtigen Kameraeinstellungen und Beleuchtung diente, berichteten die zahlreich in Wien bereits aufgeschlagenen Schwurnalisten natürlich ausführlich über jedes noch so kleine Detail und erstellten umgehend neue Prognosen. Wenn nicht gerade kontrovers über den Aufreger des Tages debattiert wurde: so rüstet die Wiener Stadtverwaltung derzeit 120 Fußgängerampeln mit mit neuen Symbolen aus: händchenhaltend gemeinsam wartende bzw. laufende Pärchen - darunter auch gleichgeschlechtliche - sollen für höhere eine Aufmerks...
2015, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, ESC Semifinale

Arme­ni­en spielt mit dem Schat­ten

Welche Hintergrundgespräche wohl dieser Meldung vorausgingen? "Um das Konzept einer Hymne des Friedens, der Liebe und der Einigkeit zu stärken," so das fast schon ironische Zitat in der offiziellen Mitteilung der EBU, ändere das armenische Fernsehen "auf eigenen Wunsch" den Titel seines Beitrags von 'Don't deny' zu 'Face the Shadow'. Damit solle jeglichem Verdacht eines politischen Inhalts begegnet werden, weswegen die EBU-Lenkungsgruppe das Ansinnen freudig begrüße. Der Song beschäftigt sich bekanntermaßen mit dem Völkermord von 1915, der eine Massenauswanderung von Armeniern in alle Welt zufolge hatte, weswegen sich die Genealogy (Ahnenforschung) benannte Gruppe auch aus sechs Exilhajastanern zusammensetzt. Der englische, im Refrain hauptsächlich aus der unmissverständlichen Forderung 'D...
2015, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Arme­ni­en 2015: die Lie­der­leug­nung

'Don't deny' - 'Leugne nicht', so heißt der armenische Beitrag für Wien, wie wir bereits schon seit einiger Zeit wissen. Im Englischen lässt sich "to deny" auch mit "verweigern" übersetzen, und wenn hier jemand etwas verweigert, dann die Armenier: uns einen richtigen Song nämlich! Das ganze Projekt dient bekanntlich der Thematisierung des von den Osmanen verübten und bis heute von der Türkei verleugneten Völkermords an den Armeniern vor exakt einhundert Jahren. Dass die Türken (und natürlich ihre Brüder, die Aserbaidschaner) sich nach wie vor weigern, die damaligen Vorfälle als Genozid anzuerkennen, bringt die Kaukasier zur Weißglut. Und so wollen sie die Eurovisionsbühne zur Aufklärung nutzen - und ordnen diesem drängenden Bedürfnis gar den Wunsch nach einem Eurovisionssieg unter. https:...
2015, Internationale Vorentscheidungen

Arme­ni­sche Ahnen­for­schung in Wien

Während der ein oder andere Lordsiegelbewahrer des großen Grand-Prix-Regelwerks noch auf geradezu rührende Weise damit kämpft, dass sich die EBU zum sechzigsten Jahrestag der geilsten TV-Show der Welt auf sympathische Weise locker macht und den (aufgrund ihrer Geschichte als ehemalige britische Kolonie kulturell ja durchaus mit Europa verbundenen) Australiern einmalig den lang gehegten Herzenswunsch erfüllt, auch mal offiziell mitfeiern zu dürfen (willkommen!), greifen die Armenier sehr geschickt das diesjährige Motto "Brücken bauen" auf, um subtil die Anti-Politik-Regel der EBU zu unterlaufen. Wie eurovision.tv heute Abend berichtete, will das Kaukasusland eine sechsköpfige Gruppe nach Wien schicken, die sich aus (bislang ungenannten Exil-)Armeniern von allen fünf Kontinenten der Erde zus...
2014, Die Zwanzigzehner, ESC Finale, Jurys sind Wichser, Schwules

Fina­le 2014: The Secret is Love

Schon der Einspieler hätte es erahnen lassen können, in dem die Dänen die Eurovisionstrophäe, das gläserne Mikrofon, vom 14 Kilometer entfernten Malmö nach Kopenhagen holten - mit abenteuerlichen Stunts in bester James-Bond-Manier und unterlegt von den jazzigen Klängen des 1963er Siegertitels 'Dansevise' vom dänischen Filmmusikkomponisten Jørgen Ingman. Dennoch: dass am Ende dieses grandiosen Abends eine österreichische Diva mit Bart und einer shirleybasseyesken Bond-Ballade selbige Trophäe mit einem triumphalen "We are unstoppable!" in die Luft recken würde, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt. Doch Europa zeigte sich an diesem denkwürdigen, geschichtsträchtigen Samstag toleranter und offener als erwartet. Und zwar - ebenfalls entgegen der vorherigen Befürchtungen ...
2014, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Ers­tes Dele­ga­tio­nen­tref­fen in Kopen­ha­gen: die Uhr tickt

Heute fand das erste Delegationentreffen in Kopenhagen statt - zeitgleich die Deadline für die finalen Remixe der Beiträge für den Eurovision Song Contest 2014. Zumindest auf dem Papier, denn noch immer fehlen die Songs aus Russland (wo wir immerhin schon mal den Titel kennen, den die Tomalchevy-Zwillinge singen werden, nämlich - wie originell! - 'Shine') und Österreich, wo man Conchita Wurst schon vorab den Preis für die beste Diva zuerkennen muss: bereits Anfang September 2013 als erste Grand-Prix-Teilnehmerin des Jahrgangs überhaupt annonciert - und dann als Letzte, noch nach dem offiziellen Abgabeschluss, den Song präsentiert. Respekt! Morgen Vormittag sollen beide noch fehlenden Titel veröffentlicht werden. Die Ukraine indes überarbeitete auf den letzten Metern noch einmal ihren Song ...
2014, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Arme­ni­en 2014: You are not alo­ne

Nach monatelanger, atemloser Spannung war es heute Abend endlich soweit: der armenische Mohamed Compact-Disc, Verzeihung: Aram MP3, stellte am Ende eines Fernsehspecials, in dem sämtliche bisherigen Eurovisionsvertreter des Landes auftreten und ihre aktuelle Scheibe zu Gehör bringen durften, seinen Song für Kopenhagen vor. Und was soll ich sagen: das Warten hat sich gelohnt! 'Not alone' ist eine extrem spannungsreich und geschickt aufgebaute, hochdramatische Ballade, die mich in großen Gefühlen baden lässt. Als sanfter Klavierreigen anfangend, steigert er sich mit schwelgerischen Streichern und hübschen Marschtrommel-Verzierungen langsam, aber unaufhaltsam zu einem furiosen Höhepunkt empor, bei dem sogar aggressiver Dubstep zum Einsatz kommt, der - von Arams Stimme perfekt interpretiert un...