2. Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Madon­na wird am Sams­tag im Fina­le des Euro­vi­si­on Song Con­test 2019 auf­tre­ten. Die seit Mona­ten als Gerücht gestreu­te, in den letz­ten Tagen mit einem ent­we­der unnö­ti­gen oder gefak­ten Dra­ma um nicht unter­schrie­be­ne Ver­trä­ge gehyp­te und ges­tern bestä­tig­te Nach­richt, dass die EBU der ame­ri­ka­ni­schen Groß­mutter des Pop, die hier­für sogar noch eine von einem israe­li­schen Indus­tri­el­len finan­zier­te Mil­lio­nen­ga­ge ein­streicht, in der zuschau­er­stärks­ten TV-Show der Welt kos­ten­los die Mög­lich­keit zur Bewer­bung ihres neu­es­ten Albums ein­räumt, nahm am gest­ri­gen Don­ners­tag­abend gefühlt ein Vier­tel der Sen­de­zeit, min­des­tens jedoch der Mode­ra­ti­on ein und degra­dier­te die acht­zehn im Kampf um den Final­ein­zug ange­tre­te­nen Acts zur blo­ßen Staf­fa­ge. Ver­traut die EBU der Strahl­kraft ihrer eige­nen Vor­zei­ge­sen­dung mitt­ler­wei­le so wenig, dass sie glaubt, die­ses erbärm­li­che Spiel mit­ma­chen zu müs­sen? Gut, der musi­ka­li­sche Anspruch des zwei­ten Semi­fi­na­les, in dem sich zwar alle nicht fix fürs Fina­le gesetz­ten Buch­ma­cher-Favo­ri­ten tum­mel­ten, das aber größ­ten­teils durch glatt­po­lier­te, main­strea­m­i­ge Lan­ge­wei­le glänz­te, ließ einen ein Stück weit nach­voll­zie­hen, war­um man sich sei­tens des Sen­ders KAN so auf das Drum­her­um kapri­zier­te.

Die dür­fen das: der Pau­se­nact Shal­va mit einem wun­der­bar herz­er­wär­men­den Kitsch­stück.

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Rank & File 2019: Platz 10 – Truth

Und damit betre­ten wir das Spit­zen­feld mit den zehn bes­ten Songs des 2019er Jahr­gangs. Jeden­falls nach der voll­kom­men unmaß­geb­li­chen Mei­nung des Blog­inha­bers.

Platz 10: Aser­bai­dschan – Chin­giz Mus­ta­fay­ev: Truth (Wahr­heit)

Die Wahr­heit ist, um den Song­ti­tel gleich ein­mal auf­zu­grei­fen, dass bei die­ser Plat­zie­rung opti­sche Grün­de eine Rol­le gespielt haben könn­ten. Dschinn-Kiss ist nun mal der schöns­te Mann die­ses Jahr­gangs, sieht man mal vom Por­tu­gie­sen Con­an Osí­ris ab, sobald die­ser die Gold­löf­fel aus dem Gesicht nimmt. Dass er sich im Video auch noch oben­rum frei macht und – wie sein nie­der­län­di­scher Kol­le­ge – die Meer­jung­frau mimt, kommt noch ver­schär­fend hin­zu. Span­nend bleibt aller­dings, wie er das in Tel Aviv umset­zen will, denn ohne offen zur Schau gestell­tes Brust­haar ver­liert die Num­mer doch eini­ges an Reiz. Den­noch bleibt ‘Truth’ auch mit ver­bun­de­nen Augen ein effek­ti­ver, ange­nehm weg­zu­hö­ren­der Pop­song, der inter­na­tio­na­len Qua­li­täts­stan­dards genügt. Die klas­sisch auf­ge­bau­te Mid­tem­po­num­mer kann mit etwas in den letz­ten Jah­ren eher sel­ten gewor­de­nem punk­ten, näm­lich mit einem als sol­chen erkenn­ba­ren Refrain. Zudem fügt Chin­giz mit einer sehr kur­zen ori­en­ta­li­schen Kla­ge­ge­sangs­ver­zie­rung wirk­lich nur eine hauch­fei­ne Pri­se Eth­no hin­zu, die den Bei­trag als aser­bai­dscha­ni­schen ver­ort­bar macht, ohne sei­ne inter­na­tio­na­le For­ma­t­ra­dio-Ein­satz­fä­hig­keit zu schmä­lern. Mit sei­nem Song­text wol­len wir uns indes lie­ber nicht ein­ge­hend befas­sen, der strotzt näm­lich nur so von toxi­scher Männ­lich­keit. Aber solan­ge Dschinghis sein Hemd tief genug auf­knöpft, kann ich das ver­drän­gen.

Im Ange­sicht der Kli­ma­ka­ta­stro­phe gewöh­nen wir uns bes­ser schon mal an das Leben unter Was­ser. Chin­giz hilft dabei.

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WSV 2019: das Bes­te und die Res­te

Mit Rie­sen­schrit­ten nähern wir uns dem Ende der Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2019. Mit dem Fina­le des schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len steht an die­sem Sams­tag der letz­te öffent­li­che Vor­ent­scheid an. Aus­ge­rech­net all jene Natio­nen, die zu faul oder zu gei­zig waren, einen sol­chen zu orga­ni­sie­ren, haben sich nun ver­ab­re­det, Fans und Euro­vi­si­ons­blog­ger in den Stress­in­farkt zu schi­cken, in dem sie all ihre – teils seit vie­len Wochen im Tre­sor gebun­ker­ten – Bei­trä­ge mehr oder min­der gleich­zei­tig ver­öf­fent­lich­ten. Den Beginn in unse­rer klei­nen Werk­schau macht das mitt­ler­wei­le auch von­sei­ten der EBU offi­zi­ell umbe­nann­te Nord­ma­ze­do­ni­en, das als ein­zi­ge der betei­lig­ten Natio­nen einen vali­den Grund vor­wei­sen kann, sei­nen Song heu­te – am Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag – her­aus­zu­brin­gen. Han­delt es sich bei ‘Proud’ doch um eine Bal­la­de zum The­ma der weib­li­chen Selbst­er­mäch­ti­gung, die den zusam­men­ge­cas­te­ten deut­schen Sis­ters, die mit dem glei­chem Sujet unter­wegs sind, zeigt, wo der Ham­mer hängt. Und zwar sowohl musi­ka­lisch, wo nach einem etwas sprö­den, ver­hal­te­nen Anfang ein zwar schon hun­dert­mal gehör­ter, aber gera­de des­we­gen sofort mit­sing­ba­rer Refrain kommt und wo der Song nach einer zwei­ten Stro­phe ziem­lich unver­mit­telt in die Vol­len geht und dabei fast schon gos­pel­haf­te Qua­li­tä­ten ent­wi­ckelt.

Das Alpha­weib­chen: Tama­ra Todevs­ka führt die Schwes­tern­schaft auf die Bar­ri­ka­den. Recht so!

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Ers­tes Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Gan­ze 53 Jah­re muss­te das klei­ne, geo­gra­fisch etwas rand­stän­di­ge und kul­tu­rell auf euro­päi­scher Ebe­ne nicht unbe­dingt mas­sen­kom­pa­ti­ble Por­tu­gal von sei­ner Erst­teil­nah­me im Jah­re 1964 bis zu sei­nem Euro­vi­si­ons­sieg 2017 war­ten. Ein ver­schro­be­ner Bar­de namens Sal­va­dor Sobral hol­te bekannt­lich den Pott und die Gast­ge­ber­schaft nach Lis­sa­bon, mit einer inti­men, aus der Zeit gefal­le­nen Tren­nungs­schmerz­bal­la­de in sei­ner Mut­ter­spra­che. Mit “Musik, die wirk­lich etwas aus­drückt”, wie es der lebens­be­droh­lich erkrank­te Adels­spross, dem es nach einer Herz­trans­plan­ta­ti­on mitt­ler­wei­le wie­der bes­ser geht, im Über­schwang sei­ner Sie­ges­an­spra­che for­mu­lier­te. Und nun das: ein Jahr spä­ter, im ers­ten Semi­fi­na­le des in der por­tu­gie­si­schen Haupt­stadt abge­hal­te­nen 2018er Grand Prix, flie­gen gleich zwei von ins­ge­samt ledig­lich drei Bei­trä­gen in Lan­des­spra­che raus, bei­des Bal­la­den. Statt­des­sen folgt ein Durch­marsch fröh­li­cher, größ­ten­teils stark cho­reo­gra­fier­ter und mit mehr oder min­der mas­si­ven Gim­micks arbei­ten­der Uptem­po­num­mern, von “Fast-Food-Pop”, wie Sobral es nen­nen wür­de. Als beken­nen­der Lieb­ha­ber von ‘Amar pelos Dois’ einer­seits und glü­hen­der Dance-Trash-Fan ande­rer­seits sage ich: gut, dass beim Grand Prix für bei­des Platz ist!

L’a­mour est bleu: das kom­plet­te ers­te Semi­fi­na­le des ESC 2018.

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Die Rück­kehr des Flat­ter­lap­pens: ers­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

So, höchs­te Zeit, dass die­ser Blog aus sei­nem Dorn­rös­chen­schlaf erwacht: am gest­ri­gen Sonn­tag eröff­ne­te das – ange­reis­ten Schwur­na­lis­ten zufol­ge viel zu klei­ne – Pres­se­zen­trum in der Lis­sa­bon­ner Alti­ce-Are­na zur Über­tra­gung der ers­ten Kame­ra­pro­ben für das in acht Tagen ange­setz­te ers­te Semi des Euro­vi­si­on Song Con­test 2018. 19 Songs buh­len in die­sem bekannt­lich um einen der knap­pen zehn Plät­ze für das Fina­le. Und auch wenn die­se haupt­säch­lich für die Kame­ra­ein­stel­lun­gen und den Sound­check gedach­ten Pro­ben noch kei­nen umfas­sen­den Auf­schluss über die end­gül­ti­ge Per­for­mance in den bei­den Shows geben, in denen es zählt – näm­lich dem Jury­fi­na­le am kom­men­den Mon­tag und der TV-Show am 8. Mai, – so lässt sich doch zumin­dest ein Blick auf die Cho­reo­gra­fie- und Out­fit-Ide­en der Dele­ga­tio­nen erha­schen. Und da scheint sich in die­sem Jahr ein klei­ner Trend zurück zum Flat­ter­lap­pen zu ent­wi­ckeln, also zur Büh­nen­kla­mot­te mit lan­gen, kei­nem unmit­tel­ba­ren Beklei­dungs­zweck dien­li­chen Exten­si­ons, die man wun­der­bar effek­tiv im Sturm der Wind­ma­schi­ne wehen las­sen kann, um auch ohne LED-Wän­de etwas Dyna­mik in den Auf­tritt zu bekom­men.

Jeden Moment hebt sie ab: Aser­bai­dschans Aisel trotz der stür­mi­schen Hoch­see.

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AZ 2018: der Hacker­an­griff

Viel war in den zurück­lie­gen­den Mona­ten in den Medi­en die Rede von rus­si­schen Hacker­an­grif­fen auf den Wes­ten. Sei es ein mög­li­ches Ein­drin­gen ins Regie­rungs­netz, wie vom Spie­gel vor weni­gen Tagen gemel­det, oder die viel erns­te­re Mani­pu­la­ti­on der US-ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­dent­schafts­wah­len Ende 2017, mit denen Putin, so die Theo­rie, den ihm wohl­ge­son­ne­nen (weil finan­zi­ell mit ihm ver­strick­ten) Geschäfts­mann Donald Trump im Wei­ßen Haus instal­lier­te, um die letz­ten Res­te der west­li­chen Demo­kra­tie zu unter­gra­ben. Was das alles mit dem Euro­vi­si­on Song Con­test zu tun hat? Nun, auch die russ­land­freund­li­che Dik­ta­tur der Əli­y­evs am Kas­pi­schen Meer benennt nun ganz offen ihre kri­mi­nel­len Zie­le: “I tear down the Fire­walls” droht die vom aser­bai­dscha­ni­schen Fern­se­hen intern aus­ge­wähl­te Aysel Mam­ma­do­va ali­as Aisel neben aller­lei harm­lo­sem lin­gu­is­ti­schen Unfug in ihrem heu­te vor­ge­stell­ten Grand-Prix-Lied ‘X my Heart’. Gewis­ser­ma­ßen als musi­ka­li­scher Virus in Form eines Ohr­wurms will sie also über uns kom­men, die kau­ka­si­sche Kil­le­rin, unse­re Schutz­sys­te­me lahm­le­gen und uns so ver­wund­bar machen.

Vie­len Dank für die Blu­men: Aisel beschenkt ihr Kind­heits-Ich.

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Aser­bai­dschan avi­siert die anmu­ti­ge Ambi­ent-Aisel

Wie der Prinz-Blog heu­te Mit­tag unter Bezug auf eine äußerst dür­re Pres­se­mit­tei­lung des aser­bai­dscha­ni­schen Sen­ders Ictimai rap­por­tier­te, wird die 28jährige Jazz­in­ter­pre­tin Aisel das Land des Feu­ers in Lis­sa­bon ver­tre­ten. Und nein, es han­delt sich hier­bei nicht etwa um die Wie­der­kehr von Aysel Tey­murz­adə, die im Jah­re 2009 als eine Hälf­te des aser­bai­dscha­ni­schen Alli­te­ra­ti­ons-Duos AySel & Arash mit dem Titel ‘Always’ nach A‑Benotungen fisch­te. Mit­nich­ten! Die dies­jäh­ri­ge Aysel (augen­schein­lich am Kas­pi­schen Meer ein eben­so häu­fig vor­kom­men­der Frau­en­na­me wie Sopho in Geor­gi­en) hört auf den Nach­na­men Məm­mədo­va­dır und führt, um alle etwai­gen Ver­wechs­lun­gen aus­zu­schlie­ßen, im Künst­ler­na­men das “I” anstel­le des “Y”. Ist also doch ganz ein­fach, oder? Dem von den Prin­zen auf­ge­stö­ber­ten You­tube-Kanal der bis­lang fast aus­schließ­lich auf Jazz-Fes­ti­vals Auf­ge­tre­te­nen nach zu urtei­len, ver­fügt die eben­falls als Kom­po­nis­tin Täti­ge außer­dem über ein exzel­len­tes Händ­chen für Ambi­ent, so dass hin­sicht­lich des aser­bai­dscha­ni­schen Lieds für Lis­sa­bon durch­aus mit etwas expe­ri­men­tel­le­ren Sounds gerech­net wer­den darf. Außer natür­lich, Ictimai TV kauft wie­der in Schwe­den irgend­was von der Stan­ge und lässt es Aisel sin­gen. Wäre aber scha­de um das offen­sicht­li­che Talent. Wann und in wel­cher Form Aisels Bei­trag aus­ge­wählt wird, dar­über schwieg sich die Mel­dung indes aus.

Aisel mit einer selbst kom­po­nier­ten Plin­ker-Plon­ker-Bal­la­de. Beacht­lich hier­bei die exzel­len­te Aus­spra­che des Eng­li­schen, der euro­vi­sio­nä­re Ein­satz der Wind­ma­schi­ne und der deko­ra­ti­ve Gitar­rist (Reper­toire­bei­spiel).

Pro­ben ers­tes Semi 2017: Schüt­tel Dein Haar, wil­des Mäd­chen

Seit Sonn­tag haben die Pfor­ten des Inter­na­tio­na­len Aus­stel­lungs­zen­trums in Kiew ihre Pfor­ten geöff­net für die 42 Dele­ga­tio­nen des dies­jäh­ri­gen Euro­vi­si­ons­jahr­gan­ges und für alle beson­ders uner­schro­cke­nen Schwur­na­lis­ten, die trotz der wid­ri­gen Umstän­de um die Vor­be­rei­tun­gen und den Ticket­ver­kauf die Rei­se in die ukrai­ni­sche Metro­po­le antra­ten. Das ers­te Semi­fi­na­le ist bereits ein­mal kom­plett durch­ge­probt, für die Zurück­ge­blie­be­nen offe­riert der offi­zi­el­le You­tube-Kanal der EBU aller­dings, wie schon aus den Vor­jah­ren gewohnt, ledig­lich kur­ze, fron­tal gefilm­te Aus­schnit­te von den Auf­trit­ten. Was durch­aus Sinn macht, denn eigent­lich ver­fügt der ers­te Pro­ben­durch­gang nur über eine sehr ein­ge­schränk­te Aus­sa­ge­kraft, geht es doch zunächst haupt­säch­lich um die rich­ti­gen Kame­ra­ein­stel­lun­gen. Ein Teil der Künstler/innen tritt noch casu­al an, ohne Büh­nen­gar­de­ro­be, nie­mand ver­aus­gabt sich stimm­lich, es geht erst mal dar­um, ein Gefühl für die Büh­ne zu bekom­men und einen Ein­druck für das TV-Signal, die Dele­ga­tio­nen haben noch die Mög­lich­keit, Din­ge aus­zu­pro­bie­ren und letz­te Ände­run­gen vor­zu­schla­gen. Den­noch bloggt die ver­sam­mel­te Fan­schaft natür­lich bereits flei­ßig aus der Hal­le, und so reicht es durch­aus für ers­te Ein­drü­cke aus zwei­ter Hand. So, wie zum Bei­spiel für die beru­hi­gen­de Nach­richt, dass man trotz allem Hin und Her im Vor­feld auch in Kiew an lieb­ge­won­ne­nen Tra­di­tio­nen fest­hält: bei der aller­ers­ten Pro­be am Sonn­tag­mor­gen, zur unchrist­li­chen Stun­de von 9 Uhr deut­scher Zeit, gab es nach über­ein­stim­men­den Berich­ten im Pres­se­zen­trum zunächst kei­nen Ton. Wie jedes Jahr, ganz egal, wo die Show statt­fin­det.

Die­se Fra­ge beant­wor­tet sich von selbst!

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Euro­vi­si­on Death­match #7: Bis auf die Kno­chen

Hoch die Hän­de – Wochen­en­de! Zum Aus­klang der Arbeits­wo­che ist es mal wie­der an der Zeit, beim Euro­vi­si­on Death­match zwei rea­le Erz­fein­de gegen­ein­an­der antre­ten zu las­sen: die AAs näm­lich, also Arme­ni­en und Aser­bai­dschan. Die unter­hal­ten uns beim Euro­vi­si­on Song Con­test nun schon seit etli­chen Jah­ren mit fort­ge­setz­ten klei­ne­ren und grö­ße­ren Sti­che­lei­en, und auch ihre bei­de dies­jäh­ri­gen Reprä­sen­tan­tin­nen schen­ken sich nichts in unse­rem heu­ti­gen Diven­zwei­kampf. Begin­nen wir (rein aus alpha­be­ti­schen Grün­den!) mit Arts­vik Haru­tyunya aus dem Land der Apri­ko­sen. Die Sie­ge­rin der arme­ni­schen Euro­vi­si­ons-Cas­ting­show Depi Evra­tes­il umschmei­chelt uns mit dem leicht hyp­no­ti­schen, deut­lich ori­en­ta­lisch gefärb­ten Elek­tro-Track ‘Fly with me’, einer Ein­la­dung, der man ger­ne fol­gen mag. Auch an opti­schem Zucker spar­te sie nicht: drei hin­rei­ßend bebar­te­te Tän­zer (neben drei qua­sio­ri­en­ta­lisch mit Zip­fel­müt­zen ver­hüll­ten Tän­ze­rin­nen) beglei­ten die mit spek­ta­ku­lä­ren Fri­su­ren auf­war­ten­de Sän­ge­rin, die sich für die schwe­do­phi­len Fans gar noch das Melo­di­fes­ti­va­len-Logo auf den zar­ten Ober­kör­per näh­te. Ein star­ker Auf­tritt, der lei­der just in dem Moment endet, als man denkt, jetzt sei es genug des Vor­spiels und der Song könn­te end­lich mal rich­tig los­ge­hen.

Ofra Haza (IL 1983), reborn: Arts­vik (AM)

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Aser­bai­dschan 2017: Them Bones

Auch die Erd­öl­dik­ta­tur vom Kas­pi­schen Meer stell­te ges­tern ihren Wett­be­werbs­bei­trag für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2017 in Kiew vor. Der nennt sich ‘Ske­le­tons’, prä­sen­tiert sich als viel­schich­ti­ger, span­nend gemach­ter, mit­tel­schnel­ler, düs­ter-sphä­ri­scher Pop­song aus bewährt ase­rischwe­di­scher Gemein­schafts­pro­duk­ti­on, gesun­gen von der bereits im ver­gan­ge­nen Jahr intern aus­ge­wähl­ten Dia­na Haji­y­e­va ali­as DiHaj. Die prä­sen­tiert sich im dazu­ge­hö­ri­gen Video­clip als ziem­lich unnah­bar, was aber ganz gut zu dem Song passt, der mit einer ver­hal­ten-dunk­len Stro­phe anfängt und im Refrain zu einem atmo­sphä­risch dich­ten Chor­ge­sang auf­fräst, wobei Dia­na und ihre Hin­ter­grund­da­men völ­lig ver­schie­de­ne Lyrik-Lini­en über­ein­an­der sin­gen, was mir sehr gut gefällt. Ein wenig irri­tiert indes die ein­lei­ten­de, gram­ma­ti­ka­lisch fal­sche Text­zei­le “I’m a Ske­le­tons”, denn auch wenn Tija­na aus­schließ­lich aus Haut und Kno­chen besteht, fällt es schwer zu glau­ben, dass sie gleich meh­re­re Ske­let­te in sich beher­bergt. Oder spricht sie da auf einer spi­ri­tu­el­len Ebe­ne? Denn eben­so schwer fällt es, zu glau­ben, dass ein sol­cher Lap­sus bei einer der­ma­ßen inter­na­tio­na­len, hoch­wer­ti­gen Pro­duk­ti­on (vom glei­chen Team, das bereits den furcht­ba­ren, aber sieg­rei­chen Song ‘Run­ning sca­red’ [→ AZ 2011] ver­brach) unbe­ab­sich­tigt durch­ge­rutscht sein soll­te. Hat man sich beim fal­schen Mehrzahl‑S also etwas gedacht, was sich dem Rezen­sen­ten ver­schließt? Wer zur Auf­klä­rung bei­tra­gen kann: bit­te in die Kom­men­ta­re!

Auf der Kno­chen­jagd: DiHaj (AZ)

Kommt Aser­bai­dschan damit ins Fina­le?

  • Ja, und zwar zu Recht. Die Num­mer ist echt gut! (54%, 37 Votes)
  • Ist das eine Scherz­fra­ge? Es ist Aser­bai­dschan, also ja. (29%, 20 Votes)
  • Ich bin noch nicht über­zeugt, dass das live auch so gut klingt. Also abwar­ten. (17%, 12 Votes)

Total Voters: 69

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