Athena Manoukian

World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

Ein tödlicher Verkehrsunfall mit zahllosen Beteiligten, dessen schaurig-morbider Faszination man sich über geschlagene vier Stunden nicht zu entziehen vermochte, so lässt sich das gestrige deutsche Eurovisions-Halbfinale 2020 beschreiben. Mit welchem die ARD versuchte, trotz der seuchenbedingten Absage des offiziellen europaweiten Wettbewerbs wenigstens auf nationaler Ebene ein adäquates Ersatz-Event auf die Beine zu stellen, wofür der Senderverbund gar nicht oft genug gelobt werden kann. Grundsätzlich nicht verkehrt auch die Idee zur Zusammenarbeit mit Funk, der hauseigenen Youtube-Spielwiese, mit welcher die Öffentlich-Rechtlichen darauf reagieren, dass Zuschauer:innen unter 30 mittlerweile durch klassisches lineares Fernsehen praktisch nicht mehr zu erreichen sind. Zu Funk gehören…
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Depi Evra­tes­il 2020: Mama, du sollst doch nicht um dei­ne Per­len weinen

Depi Evra­tes­il 2020: Mama, du sollst doch nicht um dei­ne Per­len weinen

Nach dem Semifinal-Aus für die intern bestimmte Srbuk beim Eurovision Song Contest 2019 kehrte das erfolgsverwöhnte und -hungrige Armenien in diesem Jahr zum Vorentscheidungsformat Depi Evratesil zurück. 12 hoffnungsvolle junge Talente versammelte der Sender ARMTV am gestrigen Samstagabend in Jerewan, die fast ausnahmslos mit selbst geschriebenen Liedern antraten. Tragischerweise allesamt in englisch, auch wenn sich, wie an Songtiteln ('What it is to be in Love'), Silben-zu-Melodie-Ratio und Intonation erkenntlich, die Sprachkenntnisse der meisten Teilnehmer:innen rein auf das Phonetische beschränkten. Die musikalische Qualität des Angebotes glich der einer weißrussischen Vorauswahlrunde, mehrfach ertappte man sich beim Zuschauen, wie man nach wenigen Sekunden…
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