Aus­tra­lia deci­des 2019

Selbst­re­dend ist der ehre­n­eu­ro­päi­sche Sub­kon­ti­nent vom ande­ren Ende der Erde auch 2019 auf Ein­la­dung der EBU wie­der mit dabei beim Euro­vi­si­on Song Con­test. Erst­ma­lig ver­an­stal­tet das aus­tra­li­sche Fern­se­hen SBS heu­er eine öffent­li­che Vor­ent­schei­dung. Dazu sam­melt der Sen­der bis Anfang Novem­ber 2018 noch Song­vor­schlä­ge, aus­schließ­lich von ein­hei­mi­schen Komponist/innen, aus denen ein inter­nes Komi­tee zunächst wett­be­werbs­fä­hi­ge Titel aus­su­chen will und anschlie­ßend dazu pas­sen­de Künstler/innen. Wie vie­le und wer das sein wird, wis­sen wir der­zeit aber noch nicht. Die Abstim­mung erfolgt im ESC-Modus: die Jury stimmt bereits am Vor­abend bei der Gene­ral­pro­be ab, die TV-Zuschau­er/in­nen live wäh­rend der Sen­dung. Ach­tung: auf­grund der Zeit­ver­schie­bung ist es bei uns gera­de Sams­tag­mit­tag, wenn die Show an der aus­tra­li­schen Gold­küs­te star­tet! Was den Vor­teil bie­tet, dass Aus­tra­lia deci­des nicht mit dem nomi­nell zur sel­ben Zeit lau­fen­den Fina­le des San-Remo-Fes­ti­vals über­lappt.

Myf Warhurst und Joel Crea­sey, schon län­ger für SBS als ESC-Kom­men­ta­to­ren im Ein­satz, mode­rie­ren auch den ers­ten aus­tra­li­schen Vor­ent­scheid.

SBS On Demand

SBS You­tube Chan­nel

Zwei­tes Semi 2018: vom Tod und ande­ren Tabus

Sie haben es tat­säch­lich geschafft. Der mut­maß­li­che, sinis­te­re Plan der Rus­sen, erst­ma­lig seit der Ein­füh­rung der Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den im Jah­re 2004 in einer sol­chen aus­zu­schei­den, ging auf. Zum zwei­ten Mal hin­ter­ein­an­der wies das kalt­her­zi­ge Euro­pa die im Roll­stuhl sit­zen­de Inter­pre­tin Julia Samo­yl­o­va ab: 2017 aus poli­ti­schen Grün­den, 2018 aus purer Bös­ar­tig­keit und in Negie­rung des von der EBU ver­brei­te­ten Mär­chens der Inklu­si­on, die beim Euro­vi­si­on Song Con­test eben nur für bär­ti­ge Frau­en gilt. So ver­mut­lich die Melo­die des Lie­des, wel­ches Putins Staats­me­di­en ab sofort ver­brei­ten dürf­ten. Dabei tat das rus­si­sche Team selbst alles, um den Final­ein­zug zu ver­hin­dern: es ver­sorg­te sei­ne (auf­grund ihrer mut­maß­lich unfrei­wil­li­gen Rol­le in die­ser PR-Schlacht wirk­lich zu bemit­lei­den­de) Reprä­sen­tan­tin mit einem abso­lut grot­ti­gen Song und ertränk­te ihre krank­heits­be­dingt schwa­che Stim­me wei­test­ge­hend in einem See von beson­ders laut ein­ge­stell­ten Cho­ris­ten, was es nur noch offen­sicht­li­cher mach­te. In der völ­lig absur­den und sinn­be­frei­ten Insze­nie­rung rund um den Mount Rus­sia­mo­re distan­zier­ten sich die Backings, eben­so wie das über­flüs­si­ge Tän­zer­paar, noch dazu visu­ell und räum­lich von der Sän­ge­rin, soweit es die Büh­ne gera­de eben zuließ, stell­ver­tre­tend für das Land. Kein Wun­der, dass nie­mand für Julia anrief.

It’s lone­ly at the Moun­tain Top: Julia Samo­yl­o­va als nuscheln­der Berg­gip­fel (RU).

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We can’t move a Moun­tain: drit­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Auch am Tag der Arbeit gehen die Pro­ben für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 in der Alti­ce-Are­na zu Lis­sa­bon wei­ter, heu­te mit der ers­ten Hälf­te des zwei­ten Semi­fi­na­les. Das eröff­net bekannt­lich, in Per­son Alex­an­der Rybaks, ein ehe­ma­li­ger Euro­vi­si­ons­ge­win­ner. Und wie­wohl sein Bei­trag ‘That’s how you wri­te a Song’ die euro­päi­schen Schwur­na­lis­ten in Fans und beken­nen­de Has­ser spal­tet, herrscht unter den Blogger/innen ziem­li­che Einig­keit, dass auch die­ser Titel erneut um den Sieg mit­spie­len könn­te. Rybak, der Dori­an Gray der Euro­vi­si­on, der seit sei­ner letz­ten Grand-Prix-Teil­nah­me offen­sicht­lich kei­nen Tag alter­te und noch immer über sei­nen Laus­bu­ben­charme ver­fügt, bringt – wie schon 2009 – das bereits aus­ge­reif­te audio­vi­su­el­le Gesamt­kon­zept des nor­we­gi­schen Melo­di Grand Prix mit zum Con­test und setzt es dort Punkt für Punkt um, mit­samt den per Zei­chen­trick hin­zu­ge­füg­ten und um eini­ge Herz­chen erwei­ter­ten Bild­schirm­gra­fi­ken, die sei­ne Cho­reo­gra­fie ergän­zen. Und war­um auch nicht, der Mann weiß schließ­lich, was er tut. Im Pres­se­zen­trum machen sich die Ers­ten nun schon Sor­gen, dass sie nächs­tes Jahr für ein Bier im Euro­club zu Oslo eine wei­te­re Hypo­thek aufs Haus auf­neh­men müs­sen. Und dass, wo doch das Super Bock in Lis­sa­bon so herr­lich güns­tig ist!

Nur echt mit der Vio­li­ne: der Rybak.

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AU, HR, BE 2018: Und ich spür das Adre­na­lin

Gleich meh­re­re Natio­nen, deren jeweilige/r Eurovisionsvertreter/in bereits seit län­ge­rem fest­ste­hen, haben in den letz­ten Tagen end­lich die dazu­ge­hö­ri­gen Songs gedroppt. Oder das eigent­lich zu einem spä­te­ren Datum vor­ge­habt, was aller­dings in Zei­ten, da Lea­ken als Volks­sport betrie­ben wird, zum Schei­tern ver­ur­teilt ist. So tröp­fel­te bei­spiels­wei­se der Bei­trag Aus­tra­li­ens bereits durch. Für Down Under tritt bekannt­lich das Cas­ting­stern­chen Jes­si­ca Mau­boy an, die 2014 in Kopen­ha­gen den Pau­se­nact gab, der nach offi­zi­el­ler Geschichts­schrei­bung sei­tens der EBU als erfolg­rei­che Teil­nah­me­be­wer­bung der Aus­tra­li­er akzep­tiert wur­de. Seit­her hän­ge ihr Herz am ESC, so Jes­si­ca bei der dies­jäh­ri­gen Direkt­no­mi­nie­rung durch den Sen­der SBS. Ihr Lied ‘We got Love’ ent­stand laut Euro­fire als Gemein­schafts­pro­duk­ti­on der Inter­pre­tin mit den Kom­po­nis­ten Antho­ny Egi­zii und David Musu­me­ci, die bereits die Bei­trä­ge von Dami Im (→ AU 2016) und Isiah Fire­b­race (→ AU 2017) ver­bra­chen. Merkt man lei­der: gegen den aus belang­lo­sen Text­kli­schees und tau­send Mal gehör­ten Pop-Frag­men­ten lieb­los zusam­men­ge­schus­ter­ten Mid­tem­po­song wirkt sogar Ella End­lichs ‘Atem­los’-Abklatsch ‘Adre­na­lin’ (→ Vor­ent­scheid DE 2016), an des­sen stump­fen Schla­ger­beat es stel­len­wei­se erin­nert, wie ein Feu­er­werk der Ori­gi­na­li­tät.

So, nach viel Hin und Her wur­de das offi­zi­el­le Video nun am Don­ners­tag doch ver­öf­fent­licht. Enjoy. (AU).

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AU 2018: Mau­boy, Mau­boy, you can call her Mau­boy

Beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2014 trat sie als Pau­se­nact im zwei­ten Semi­fi­na­le auf und warb damit um die Teil­nah­me Down Unders an den euro­päi­schen Gesangs­fest­spie­len. Und das offen­sicht­lich mit Erfolg: seit 2015 darf Aus­tra­li­en jedes Jahr “als Gast” auf Ein­la­dung der EBU star­ten, das The­ma der von den Aus­sies ange­streb­ten Dau­er­teil­nah­me steht laut ESC-Chef Jan Ola Sand aktu­ell erneut auf der Agen­da. Wohl auch, um die Ernst­haf­tig­keit ihres Anlie­gens zu unter­strei­chen, schickt die Mates nun ihre dama­li­ge sin­gen­de Bot­schaf­te­rin nach Lis­sa­bon: die wie alle ihre Vorgänger/innen intern bestimm­te Jes­si­ca Mau­boy wird den ozea­ni­schen Kon­ti­nent beim Grand Prix 2018 ver­tre­ten. Die 26jährige erlang­te durch die Cas­ting­show Aus­tra­li­an Idol Bekannt­schaft, die sie 2006 als Zweit­plat­zier­te abschloss. Seit­her ver­öf­fent­lich­te sie drei Stu­dio­al­ben und zahl­rei­che Hit­sin­gles, schwer­punkt­mä­ßig aus den Berei­chen glatt­ge­bü­gel­ter Bol­ler­beat-RnB und auto­ge­tun­te Bol­ler­beat-Pop­bal­la­de, wie sie vie­le jün­ge­re Men­schen schät­zen und lebens­er­fah­re­ne­re Men­schen eher schul­ter­zu­ckend zurück­las­sen. Wie Jes­si­cas Euro­vi­si­ons­bei­trag klingt, bleibt abzu­war­ten: bis­lang ist ihr Wett­be­werbs­song noch nicht bekannt. Wie schon ihre drei Vorgänger/innen stammt auch Mau­boy nicht von den auf dem Kon­ti­nent vor­herr­schen­den Nach­fah­ren euro­päi­scher Ein­wan­de­rer ab, son­dern ver­fügt über indo­ne­si­sche und Abori­gi­ne-Wur­zeln. Die­se Tra­di­ti­on ist kein Wun­der: han­delt es sich bei dem für die Euro­vi­si­ons­teil­nah­me ver­ant­wort­li­chen öffent­lich-recht­li­chen Sen­der SBS doch um das aus­tra­li­sche Min­der­hei­ten­pro­gramm. Ein “yay!” also für die Viel­falt und ein “mmmhhh” in Sachen Musik.

Den blon­den Sur­fer­boy fand ich als Wer­be­fi­gur ehr­lich gesagt über­zeu­gen­der als die grob­stim­mi­ge Sire­nen­quet­sche Mau­boy. 

Was hältst Du von Frau Mau­boy als aus­tra­li­sche Ver­tre­te­rin 2018?

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EBU lan­ciert asia­ti­schen ESC-Able­ger

Die European Broad­cas­ting Uni­on (EBU), Ver­an­stal­te­rin des Euro­vi­si­on Song Con­test, befin­det sich offen­sicht­lich auf gera­de­zu zwang­haf­tem Expan­si­ons­kurs: neben dem 2003 ins Leben geru­fe­nen und nach anfäng­li­chem Schlin­ger­kurs mitt­ler­wei­le sta­bil lau­fen­den Kin­dera­b­le­ger, dem Juni­or-ESC (an wel­chem sich das deut­sche Fern­se­hen nicht betei­ligt), den im jewei­li­gen zwei­jähr­li­chen Wech­sel statt­fin­den­den und von der Öffent­lich­keit wenig beach­te­ten Wett­be­wer­ben für jun­ge Tänzer/innen bzw. Musiker/innen sowie dem gera­de erst im Juli die­sen Jah­res vom Sta­pel gelau­fe­nen Chö­re-Wett­sin­gen Euro­vi­si­on Choir of the Year wol­len die Gen­fer ihr Port­fo­lio nun auch um den etwas stolp­rig beti­tel­ten Euro­vi­si­on Asia Song Con­test erwei­tern. An dem sol­len sich bis zu 20 Län­der aus dem asia­tisch-pazi­fi­schen Raum betei­li­gen dür­fen, wie die heu­te lan­cier­te offi­zi­el­le Web­site infor­miert. Und die Nach­fra­ge besteht dort durch­aus: so mel­de­ten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bekannt­lich sowohl Chi­na als auch das bis­lang bei der Türk­vi­zyon sehr erfolg­rei­che Kasach­stan ihren fes­ten Wil­len zum Mit­tun am ESC an, was bekannt­lich nicht bei allen west­eu­ro­päi­schen Fans auf Gegen­lie­be stößt, steht doch eine immer stär­ke­re Ver­wäs­se­rung der iden­ti­täts­stif­ten­den Funk­ti­on des Musik­spek­ta­kels für den poli­tisch ohne­hin schon brö­ckeln­den Kon­ti­nent zu befürch­ten. Mit der Instal­lie­rung des Euro­vi­si­on Asia Song Con­tests schlägt die EBU zwei Flie­gen mit einer Klap­pe: sie kann die­se Län­der ele­gant vom euro­päi­schen Wett­be­werb fern­hal­ten und ver­fügt sogleich über poten­ti­el­le star­ke Zug­pfer­de (sowie Zuschauer/innen en mas­se) für die neue Show, an wel­cher auch Japan und Süd­ko­rea Inter­es­se bekun­det haben. “Mit sei­nen bril­lan­ten Pop­stars, sei­ner gla­mou­rö­sen Mode und der abso­lu­ten Lei­den­schaft für Pop­mu­sik sind Asi­en und die Euro­vi­si­on wie für­ein­an­der geschaf­fen,” so schmiert eurovisionasia.tv den Adres­sa­ten denn auch gleich Honig uns Maul. Als mög­li­che Aus­tra­gungs­städ­te für die Pre­miè­re sind Hong­kong, Sin­ga­pur und Syd­ney im Gespräch. Wei­te­re Details sind der­zeit nicht zu erfah­ren, man befin­de sich noch “in der Ent­wick­lung” – vor 2018 dürf­te der neue Event, der sich inhalt­lich und orga­ni­sa­to­risch nicht von sei­nem euro­päi­schen Vor­bild unter­schei­den soll, also kaum über die Büh­ne gehen. Das ein­zig Trau­ri­ge: da Euro­fire zufol­ge der aus­tra­li­sche Sen­der SBS bei der Euro­vi­si­on Asia das Heft in der Hand hält, dürf­te uns das seit 2015 regel­mä­ßig auf “Ein­la­dung” der EBU am Euro­vi­si­on Song Con­test teil­neh­men­de Down Under, das mit sei­nen qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Wett­be­werbs­bei­trä­gen die Lat­te für alle ein wenig höher gelegt hat, ver­mut­lich wie­der flö­ten gehen. Scha­de! [Nach­trag 24.08.2017]: Wie heu­te gemel­det wur­de, nimmt der aus­tra­li­sche Sen­der SBS auch 2018 am Euro­vi­si­on Song Con­test in Lis­sa­bon teil.

Tschüss, Dami Im (AU 2016): Dein Auf­tritts­rah­men dürf­te wohl künf­tig beim Asia-Able­ger lie­gen.

Ers­tes Semi­fi­na­le 2017: no more Dra­ma

Je unsi­che­rer die Zei­ten, um so mehr suchen die Men­schen fröh­lich stim­men­de Ablen­kung und Zer­streu­ung, so jeden­falls sug­ge­riert es das Ergeb­nis der ers­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de des Euro­vi­si­on Song Con­tests 2017, das am gest­ri­gen Diens­tag­abend im Inter­na­tio­na­len Aus­stel­lungs­zen­trum zu Kiew über die Büh­ne ging. Bestimm­ten im Vor­feld die­ses Jahr­gangs noch die schänd­li­chen Rän­ke­spie­le um das vom Gast­ge­ber­land Ukrai­ne ver­häng­te Ein­rei­se­ver­bot gegen die rus­si­sche Reprä­sen­tan­tin Julia Samo­yl­o­va sowie die deut­lich ver­schärf­ten Sicher­heits­maß­nah­men rund um die Ver­an­stal­tung die öffent­li­che Wahr­neh­mung des Wett­be­werbs und schu­fen damit ein mul­mi­ges Kli­ma, so setz­ten sich im gest­ri­gen Semi größ­ten­teils die­je­ni­gen Bei­trä­ge durch, die sich an eher uptem­po­rä­ren, aktu­el­len Sounds ori­en­tier­ten und show­tech­nisch alten Wein in neue Schläu­che gos­sen. Also irgend­wie beru­hi­gend Ver­trau­tes und Bewähr­tes boten. Von fast aus­nahms­los allen Teilnehmer/innen ein­heit­lich befolg­te Trends ver­stärk­ten dabei den uni­for­men Ein­druck die­ses Abends: so das bedau­er­li­cher­wei­se fast durch­gän­gig prak­ti­zier­te Ver­ste­cken der Chorsänger/innen hin­ter der Büh­ne; die Domi­nanz der Unschuld und Rein­heit sug­ge­rie­ren­den Far­be Weiß für die Gar­de­ro­be; das ger­ne genom­me­ne Ein­blen­den von Aus­schnit­ten der pro­fes­sio­nel­len Musik­vi­de­os oder von über­le­bens­gro­ßen Por­trät­fo­tos der Künstler/innen auf der LED-Wand im Hin­ter­grund sowie der gera­de­zu skla­visch befolg­te Mode­trend des Flan­king (die Kom­bi­na­ti­on von unsicht­ba­ren Snea­ker­so­cken und Hoch­was­ser­ho­sen zum Zwe­cke des kecken Her­zei­gens eines Strei­fens Bein­flei­sches in Höhe der Fes­seln).

Zwei­ein­vier­tel Stun­den vol­ler hoch­pro­fes­sio­nel­ler TV-Unter­hal­tung: das kom­plet­te ers­te Semi­fi­na­le 2017

wei­ter­le­senErs­tes Semi­fi­na­le 2017: no more Dra­ma

Pro­ben ers­tes Semi 2017: Schüt­tel Dein Haar, wil­des Mäd­chen

Seit Sonn­tag haben die Pfor­ten des Inter­na­tio­na­len Aus­stel­lungs­zen­trums in Kiew ihre Pfor­ten geöff­net für die 42 Dele­ga­tio­nen des dies­jäh­ri­gen Euro­vi­si­ons­jahr­gan­ges und für alle beson­ders uner­schro­cke­nen Schwur­na­lis­ten, die trotz der wid­ri­gen Umstän­de um die Vor­be­rei­tun­gen und den Ticket­ver­kauf die Rei­se in die ukrai­ni­sche Metro­po­le antra­ten. Das ers­te Semi­fi­na­le ist bereits ein­mal kom­plett durch­ge­probt, für die Zurück­ge­blie­be­nen offe­riert der offi­zi­el­le You­tube-Kanal der EBU aller­dings, wie schon aus den Vor­jah­ren gewohnt, ledig­lich kur­ze, fron­tal gefilm­te Aus­schnit­te von den Auf­trit­ten. Was durch­aus Sinn macht, denn eigent­lich ver­fügt der ers­te Pro­ben­durch­gang nur über eine sehr ein­ge­schränk­te Aus­sa­ge­kraft, geht es doch zunächst haupt­säch­lich um die rich­ti­gen Kame­ra­ein­stel­lun­gen. Ein Teil der Künstler/innen tritt noch casu­al an, ohne Büh­nen­gar­de­ro­be, nie­mand ver­aus­gabt sich stimm­lich, es geht erst mal dar­um, ein Gefühl für die Büh­ne zu bekom­men und einen Ein­druck für das TV-Signal, die Dele­ga­tio­nen haben noch die Mög­lich­keit, Din­ge aus­zu­pro­bie­ren und letz­te Ände­run­gen vor­zu­schla­gen. Den­noch bloggt die ver­sam­mel­te Fan­schaft natür­lich bereits flei­ßig aus der Hal­le, und so reicht es durch­aus für ers­te Ein­drü­cke aus zwei­ter Hand. So, wie zum Bei­spiel für die beru­hi­gen­de Nach­richt, dass man trotz allem Hin und Her im Vor­feld auch in Kiew an lieb­ge­won­ne­nen Tra­di­tio­nen fest­hält: bei der aller­ers­ten Pro­be am Sonn­tag­mor­gen, zur unchrist­li­chen Stun­de von 9 Uhr deut­scher Zeit, gab es nach über­ein­stim­men­den Berich­ten im Pres­se­zen­trum zunächst kei­nen Ton. Wie jedes Jahr, ganz egal, wo die Show statt­fin­det.

Die­se Fra­ge beant­wor­tet sich von selbst!

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Euro­vi­si­on Death­match #2: Er war gera­de 18 Jahr

Nach dem gest­ri­gen explo­si­ven Auf­takt unse­res Leser/in­nen-Spiels Euro­vi­si­on Death­match bege­ben wir uns in der heu­ti­gen, zwei­ten Run­de in ruhi­ge­re Gefil­de. Zwei sanft­mü­ti­ge, unschul­dig anmu­ten­de Knäb­lein schi­cken wir heu­er in den Abstim­mungs­kampf um Leben und Tod. Sie kom­men aus zwei Grand-Prix-Natio­nen, die im Eng­li­schen auf­grund ihrer nament­li­chen Ähn­lich­keit ger­ne schon mal mit­ein­an­der ver­wech­selt wer­den, und so könn­ten wir die­se Aus­ga­be auch unter die Über­schrift “Aus­triA­li­en” stel­len. Für unse­re Nach­barn Öster­reich geht dabei der knapp fünf­und­zwan­zig­jäh­ri­ge Tiro­ler Natha­ne­le Koll ali­as Nathan Trent an den Start, den ein ESC Nati­on-Fore­nu­ser unlängst mit den schö­nen Wor­ten “Nathan hat die­se ‘Nimm mich an der Hand und bring mir Din­ge bei’-Ausstrahlung, zu der ich ein­fach nicht nein sagen kann” lob­preis­te. Eben die Aura der unver­dor­be­nen, arg­lo­sen Jugend, die auch im tou­ris­tisch anmu­ten­den Begleit­vi­deo zu sei­nem Bei­trag ‘Run­ning on Air’ zum Aus­druck kommt, wo er auf sei­nem Weg zu einem ver­schnei­ten Alpen-Berg­gip­fel zu einem völ­lig frem­den Mann ins Auto steigt und ohne die selbst­lo­se Hil­fe wie zufäl­lig allei­ne im Wald her­um­spa­zie­ren­der Her­ren noch nicht mal in der Lage wäre, die Land­kar­te rich­tig her­um zu hal­ten. Oder die Him­mels­rich­tung “oben” zu fin­den. Hat er in der Schu­le denn gar nichts gelernt? Ver­ständ­lich also, dass eher müt­ter­lich gepräg­ten Zuschauer/innen bei sei­nem Anblick unwill­kür­lich die Milch ein­schießt, wobei ich gleich­zei­tig gewis­se Zwei­fel hege, wel­che “Din­ge” der oben zitier­te ESCN-User unse­rem Grand-Prix-Joey-Heind­le denn so bei­zu­brin­gen gedäch­te…

The only Way is up: Nathan wür­de ich auch im Auto mit­neh­men – solan­ge er nicht singt! (AT)

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Aus­tra­li­en 2017: Jun­ge, brich Dei­ner Mut­ter nicht das Herz

Heu­te früh gab der aus­tra­li­sche Sen­der SBS den Ver­tre­ter des ozea­ni­schen Kon­ti­nents, der als ein­deu­tig nicht­eu­ro­päi­sches Land erneut eine geson­der­te Ein­la­dung der EBU erhielt, beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2017 bekannt: den 17jährigen aktu­el­len X-Fac­tor-Aus­tra­lia-Gewin­ner Isaiah Fire­b­race. Die Wahl über­rascht wenig, fin­di­ge Fans sag­ten sie bereits vor Tagen vor­aus. Basiert doch die Teil­nah­me der euro­vi­si­ons­be­geis­ter­ten Insel vor allem auf der Finan­zie­rung durch Sony Music, die sich hier­von bes­se­re glo­ba­le Ver­mark­tungs­mög­lich­kei­ten für die Künstler/innen aus ihrem aus­tra­li­schen Renn­stall ver­spricht. Und der blut­jun­ge und bild­hüb­sche Isaiah, des­sen ers­ter Hit ‘It’s got­ta be you’ bereits in meh­re­ren euro­päi­schen Län­dern läuft, stellt die neu­es­te Per­le in ihrem Port­fo­lio dar. Nun hofft man, mit dem Euro­vi­si­ons­bei­trag ‘Don’t come easy’, einer vor allem als Vehi­kel für Isai­ahs beein­dru­ckend war­men Stim­me die­nen­den Bal­la­de, wei­te­re Märk­te zu kna­cken. Erst mal muss der jun­ge Sän­ger, der die Euro­vi­si­ons­teil­nah­me als sei­nen “Traum” bezeich­net und Mariah Carey als Vor­bild nennt, damit aber ins Fina­le kom­men. Was ange­sichts der frap­pie­ren­den Bal­la­den­über­sät­ti­gung des aktu­el­len Jahr­gangs schwie­ri­ger wer­den könn­te als gedacht, zumal ‘Don’t come easy’ zwar über eine ganz gute Hook­li­ne ver­fügt, ins­ge­samt jedoch eher als Sound­tep­pich für den Dudel­funk funk­tio­niert denn als ori­gi­nel­ler Wett­be­werbs­bei­trag. Ande­rer­seits dürf­te beim Anblick des waid­wund drein­bli­cken­den Isai­ahs mit sei­nen rie­si­gen Reh­au­gen etli­chen Zuschauer/innen die Milch ein­schie­ßen, und das ist ja meist für vie­le Punk­te gut…

Farrah Faw­cett, gefan­gen im Kör­per eines Abori­gi­ne-Jun­gen: Isaiah Fire­b­race ver­tritt Down Under beim ESC 2017

Schafft Aus­tra­li­en mit Isaiah den Final­ein­zug?

  • Selbst­re­dend. Das ist eine kom­pe­tent gesun­ge­ne, wun­der­ba­re Bal­la­de, das spielt um einen Spit­zen­platz mit. (40%, 55 Votes)
  • Ja, wegen Aus­tra­li­en- und Nied­lich­keits­bo­nus. Ver­dient isses nicht. (39%, 53 Votes)
  • Ein wei­te­rer Trop­fen im Meer der Lan­ge­wei­le. Das geht unter. (21%, 28 Votes)

Total Voters: 136

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