Belarus

World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

Ein tödlicher Verkehrsunfall mit zahllosen Beteiligten, dessen schaurig-morbider Faszination man sich über geschlagene vier Stunden nicht zu entziehen vermochte, so lässt sich das gestrige deutsche Eurovisions-Halbfinale 2020 beschreiben. Mit welchem die ARD versuchte, trotz der seuchenbedingten Absage des offiziellen europaweiten Wettbewerbs wenigstens auf nationaler Ebene ein adäquates Ersatz-Event auf die Beine zu stellen, wofür der Senderverbund gar nicht oft genug gelobt werden kann. Grundsätzlich nicht verkehrt auch die Idee zur Zusammenarbeit mit Funk, der hauseigenen Youtube-Spielwiese, mit welcher die Öffentlich-Rechtlichen darauf reagieren, dass Zuschauer:innen unter 30 mittlerweile durch klassisches lineares Fernsehen praktisch nicht mehr zu erreichen sind. Zu Funk gehören…
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Euro­fest 2020: Oops, he did it again

Euro­fest 2020: Oops, he did it again

Der Eklat ließ sich vorausahnen. Als bei der Vorstellung der internationalen Juror:innen für das gestrige Finale des weißrussischen Vorentscheids Eurofest der quietschige Wiwiblogger William Lee Adams über die Bühne spurtete, wusste man bereits tief drinnen: der Zuschauer:innenfavorit wird bei dieser Natsionalniy Otbor nicht obsiegen. Denn nur, wer als Sender den Durchmarsch eines Publikumslieblings um jeden Preis verhindern möchte, bucht den amerikanischen Strategen. Genau so kam es: am Ende einer ungewohnt hochklassigen, kurzweiligen Show mit 12 Acts, die von der Verlegung des Events in die BelarusFilm-Studios profitierte, wo es wesentlich glamouröser zuging als sonst, stand der erwartbare Clash der Kulturen. Die…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Can you feel the Love tonight

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Can you feel the Love tonight

Bevor am heutigen Abend beim weißrussischen Vorentscheid zwölf leider durch die Bank uninteressante Songs im Kampf um die Fahrkarte nach Rotterdam antreten, gilt es, noch schnell einen nostalgisch getrübten Blick auf die legendären jährlichen öffentlichen Auditions in Minsk zu werfen. Diese fanden heuer vor gut einem Monat statt und versammelten weniger Interessierte als in früheren Jahren. Denn im Versuch, der unter anderem mit den ehemaligen Repräsentant:innen Zena und Navi bestückten Auswahljury das Schlimmste zu ersparen, hatte der Sender BTRC verfügt, dass nur noch weißrussische Staatsangehörige vorsingen dürfen. Nicht alle kapierten das: neben 65 inländischen Acts bewarben sich dennoch 30 ausländische,…
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ESC-Fina­le 2019: Song Con­test is a losing Game

ESC-Fina­le 2019: Song Con­test is a losing Game

Da hatte die EBU in diesem Jahr eigens erneut das Auszählungsverfahren geändert, um die Sache spannender zu gestalten. Und doch trat die langweiligste aller möglicher Optionen ein: wie bereits seit Monaten von allen Wettbüros eisern vorhergesagt, gewann heute Nacht der Niederländer Duncan Laurence den Eurovision Song Contest 2019. Der 24jährige Musiker vereinte die in diesem Jahr augenscheinlich wichtigsten Eigenschaften für eine erfolgreiche Grand-Prix-Teilnahme: er ist männlich, vollbärtig, gutaussehend und er jaulte weite Teile seiner gefühlvollen Klavierballade 'Arcade' in Falsettstimme. Sein Lied handelt dem reinen Text nach von einer unglücklichen Beziehung, die der Protagonist nicht beenden kann, weil er süchtig nach…
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Ers­tes ESC-Semi 2019: Strah­lend weiß muss sie sein!

Ers­tes ESC-Semi 2019: Strah­lend weiß muss sie sein!

Gleich zweifach erfuhr die fabelhafte Dana International, die 1998 beim Eurovision Song Contest in Birmingham den mit weitem Abstand bedeutsamsten Sieg in der über sechzigjährigen Geschichte des Grand Prix errang, die ihr gebührende Ehrung im gestrigen ersten Semifinale 2019 zu Tel Aviv, wo sie als Interval Act auftrat. Der für seine 40 Lenze erstaunlich jung aussehende Assi Azar, einer der überflüssigerweise erneut vier (!) Gastgeber/innen des Abends, benannte die offensichtlich in den selben Jungbrunnen gefallene LGBTQI*-Ikone in seiner Anmoderation als sein persönliches Idol. War es doch ihr seinerzeitiger Sieg, der dem damals Zwanzigjährigen aus dem Versteck half und ihm die…
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Rank and File 2019: Platz 35 – Like it

Rank and File 2019: Platz 35 – Like it

Jedes Jahr aufs Neue schafft es der von Skandalen, Korruption und offener Jury-Manipulation gekennzeichnete belarussische Eurovisionsvorentscheid, leidensbereite Connaisseure auf das Trashigste zu unterhalten. Und fast immer schafft man es, am Ende einen wirklich furchtbaren Beitrag auszuwählen. So auch diesmal, wo die zweifache ehemalige Junior-ESC-Teilnehmerin Zinaida Kupriyanovich alias Zena bereits vor dem Start als Siegerin feststand. Platz 35: Weißrussland – Zena: Like it (Mag es) Kennen Sie diese furchtbar anstrengenden, nervigen Menschen, die absolut nichts Interessantes zu berichten haben, sich aber selbst unglaublich gerne reden hören? Diejenigen, die Ihnen ungefragt und in epischer, detailverliebter Breite ihre Krankheitsgeschichte erzählen oder stundenlange, hochbanale…
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Bela­rus­si­scher Vor­ent­scheid 2019: Hit me Baby, one more Time

Bela­rus­si­scher Vor­ent­scheid 2019: Hit me Baby, one more Time

Das muss man dem weißrussischen Sender BTRC wirklich lassen: er schafft es, seine nationale Eurovisions-Vorentscheidung jedes Jahr auf eine andere Weise absurd aufzuziehen und dabei die hohe Kunst der Schiebung völlig ungeniert vor unser aller Augen zu zelebrieren. Diesmal schloss man das Publikum zur Sicherheit komplett vom Voting aus und legte das Schicksal der zehn angetretenen (bzw. ausgewählten) Kandidat/innen in die Hände einer siebenköpfigen Jury unter Mitwirkung von Koldun, die ihre Voten direkt im Anschluss an den Auftritt verteilte. Zehn Punkte durfte jede/r Juror/in jedem Act maximal geben, sieben waren offensichtlich das Minimum: weniger als das erhielt gestern Abend niemand.…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: Kar­tof­feln aus Minsk

Per­len der Vor­ent­schei­dung: Kar­tof­feln aus Minsk

Was täten Trashfans nur ohne Weißrussland? Jahr für Jahr schüttet der Sender BTRC sein scheinbar nie versiegendes Füllhorn an Unglaublichkeiten über uns aus, wenn er - wie vergangenen Montag Vormittag - zum Vorsingen für das Eurofest in sein Hauptstadtstudio lädt. Das entwickelt sich immer mehr zum internationalen Gipfeltreffen der Mühseligen und Beladenen: aus 16 Nationen trudelten insgesamt 113 Bewerbungen in Minsk ein. In Persona erschienen zur unsäglich frühen Stunde von 10 Uhr allerdings nur 73 Acts. So fehlte beispielsweise die rumänische Drama Queen Mihai Trăistariu, der sich aus Protest gegen eine nachträglich vergebene Wildcard mit großem Getöse vom heimischen Vorentscheid zurückgezogen hatte…
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Ers­tes ESC-Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Ers­tes ESC-Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Ganze 53 Jahre musste das kleine, geografisch etwas randständige und kulturell auf europäischer Ebene nicht unbedingt massenkompatible Portugal von seiner Erstteilnahme im Jahre 1964 bis zu seinem Eurovisionssieg 2017 warten. Ein verschrobener Barde namens Salvador Sobral holte bekanntlich den Pott und die Gastgeberschaft nach Lissabon, mit einer intimen, aus der Zeit gefallenen Trennungsschmerzballade in seiner Muttersprache. Mit "Musik, die wirklich etwas ausdrückt", wie es der lebensbedrohlich erkrankte Adelsspross, dem es nach einer Herztransplantation mittlerweile wieder besser geht, im Überschwang seiner Siegesansprache formulierte. Und nun das: ein Jahr später, im ersten Semifinale des in der portugiesischen Hauptstadt abgehaltenen 2018er Grand Prix, fliegen gleich…
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Ich dach­te immer, Du seist bil­lig: fünf­ter Pro­ben­tag in Lissabon

Ich dach­te immer, Du seist bil­lig: fünf­ter Pro­ben­tag in Lissabon

Am heutigen Donnerstag drehte sich alles um Unfälle in der zweiten Probenrunde der ersten Semifinalisten zum Eurovision Song Contest 2018 in Portugal. Aufgrund eines Verkehrsunfalles, der einen Stau in der Lissabonner Innenstadt verursachte, kam die dort feststeckende isländische Delegation heute Morgen zu spät, so dass Ari Olafssons Probe verschoben werden musste. Die größere Rolle spielten jedoch die Rückenverletzungen, die sich der tschechische Teilnehmer (und Siegeraspirant) Mikolas Josef vergangenen Sonntag bei einem Salto zugezogen hatte und die einen Krankenhausaufenthalt notwendig machten. Josef erschien, wie bereits angekündigt, dennoch heute zum zweiten Durchlauf und absolvierte - mit zusammengebissenen Zähnen, wie die Blogger vor…
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Die Rück­kehr des Flat­ter­lap­pens: ers­ter Pro­ben­tag in Lissabon

Die Rück­kehr des Flat­ter­lap­pens: ers­ter Pro­ben­tag in Lissabon

So, höchste Zeit, dass dieser Blog aus seinem Dornröschenschlaf erwacht: am gestrigen Sonntag eröffnete das - angereisten Schwurnalisten zufolge viel zu kleine - Pressezentrum in der Lissabonner Altice-Arena zur Übertragung der ersten Kameraproben für das in acht Tagen angesetzte erste Semi des Eurovision Song Contest 2018. 19 Songs buhlen in diesem bekanntlich um einen der knappen zehn Plätze für das Finale. Und auch wenn diese hauptsächlich für die Kameraeinstellungen und den Soundcheck gedachten Proben noch keinen umfassenden Aufschluss über die endgültige Performance in den beiden Shows geben, in denen es zählt - nämlich dem Juryfinale am kommenden Montag und der TV-Show…
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Euro­fest 2018: Cha­sing Russians

Euro­fest 2018: Cha­sing Russians

Sie haben schon einen besonderen Sinn für Humor, die Belarussen. Einen großen nationalen Vorentscheid aufzuziehen mit zehn Teilnehmer/innen und noch einmal zehn Interval Acts, und das alles, obwohl der Beitrag für Lissabon bereits lange vorher feststand: sicherheitshalber mit zwei Mal 12 Punkten im Tele- und Juryvoting siegte heute Abend erwartungsgemäß der in Moskau lebende Ukrainer Nikita Alekseev mit dem umstrittenen Titel 'Forever'. Mit dem bewarb er sich zunächst erfolglos beim Vorsingen in seinem Herkunftsland und wechselte, als er dort abblitzte, nach Minsk. Das sorgte für erheblichen Unmut bei den weißrussischen Konkurrent/innen; sechs von ihnen drohten mit Boykott (und eine zog es…
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[Update] Auf­stand in Minsk: Alek­seev sorgt für Rückzugsdrohungen

Was wäre eine Eurovisions-Vorauswahl in einem der postsowjetischen Staaten ohne eine gehörige Portion Drama? In Weißrussland schlagen derzeit die Wellen hoch um die Teilnahme des ukrainischen Sängers Nikita Alekseev am belarussischen Vorentscheid: sechs seiner neun Konkurrent/innen drohen mit dem Boykott der Veranstaltung, sollte der Sender BTRC ihn nicht disqualifizieren. Der (bereits bekannte) Vorwurf: bei seinem Wettbewerbsbeitrag 'Forever' handele es sich um die anglifizierte und gekürzte Fassung seines russischsprachigen Liedes 'Navsegda'. Und dies habe er nachweislich erstmalig im Mai 2017 auf einer Tournee vorgestellt, womit es gegen die EBU-Regelung verstoße, nach welcher Eurovisionsbeiträge nicht vor dem 1. September des Vorjahres veröffentlicht…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: die Nacht der kur­zen Messer

Ein Nachmittag unter der Woche, ein grell ausgeleuchtetes, steril wirkendes Fernsehstudio in Minsk, eine knappe Hundertschaft aufgeregter Amateure, eine ausgesprochen ruppige Jury und jede Menge jaulend schiefer Katzengesänge: verlässlich wie immer erwies sich die vorgestrige Vorauswahlrunde für den weißrussischen Eurovisionsvorentscheid 2018 als klassische Desaster Area. 93 Acts hatten sich beworben, und wie sich das für eine lupenreine Demokratie ziemt, durfte jeder einzelne von ihnen im Belteleradiocompany-Studio vorsingen. Maximal 15, so die Vorgabe, sollte die Jury daraus für das Finale am 16. Februar 2018 auswählen, nur 11 Finalist/innen wurden es tatsächlich. Die Juroren zeigten sich mit einem ausgesprochen dünnen Geduldsfaden ausgestattet: die…
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Euro­vi­si­on Death­match #6: Ein Schlaf­sack und eine Gitarre

Handgeklampfte Gitarren, Lagerfeuerromantik, sommerliche Fröhlichkeit und hoch repetitive Lyrics kennzeichnen die Beiträge der Kombattanten im sechsten Eurovisionsbattle um Leben und Tod. Für das demokratisch unterentwickelte Weißrussland steigt das beim dortigen Vorentscheid von der Jury massiv gegen die Zuschauermehrheit durchgeboxte Folk-Duo Navi in den Ring. Die 2013 in Minsk gegründete Band erzählt uns die 'Historyja majho žyccia', also die Geschichte ihres Lebens - und diese scheint textlich nicht besonders umfangreich zu sein, dafür aber um so schwungvoller: mit 155 BPM liefern die Belarussen den rasantesten Song der Saison ab. Von der Idee her passend wirkt das in einem durchgehenden Take im Wald…
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Ein Navi-Update für Weißrussland

Die Vorentscheidungssaison 2017 ist noch im vollen Gange, 17 von 43 Titeln fehlen noch, da tauchen bereits die ersten Remixe auf: die bereits im Januar 2017 ausgewählten weißrussischen Repräsentanten Navi haben ihrem possierlichen Folk-Stampfer 'Historyja majho žyccia' einen neuen Anstrich verpasst. Wer, so wie ich, den Song in der Originalfassung sehr mag und nun im Hinblick auf die Tendenz der ehemaligen sowjetischen Semidiktatur zum brachialen Liedumbau das Schlimmste befürchtet, dem kann ich Entwarnung geben. Lediglich das Ende gestaltete man ein μ weniger repetitiv und fügte angeblich noch ein paar Violinen und Dudelsäcke hinzu. Auch meine ich, einen etwas druckvoller rollenden Drumbeat auszumachen, aber…
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Euro­fest 2017: das fein­ge­stimm­te Navi der Jury

Euro­fest 2017: das fein­ge­stimm­te Navi der Jury

Auffälliger hätte die Schiebung durch die international besetzte, sendereigene Jury beim gestrigen Vorentscheid in "Europas letzter Diktatur" Weißrussland nicht ausfallen können. Nach der Vorstellung aller 13 Wettbewerbstitel lag nämlich das Bübchenduo Provokatsiya, eine Art Bros-Gedächtnisband, mit dem entsetzlichen 'My Love' in der SMS-Abstimmung mit weitem Abstand vorne, und das trotz des ohrenbetäubend jauligen, völlig schiefen Gewinsels der beiden Milchfläume, die jedoch zuvor wohl irgendeine Kinder-Castingshow gewannen und auf unermüdlich votende pubertäre Mädchen setzen durften. Doch im Anschluss an die Bekanntgabe dieses Zwischenstands schob der belarussische Sender einen endlos langen Pausenblock mit mindestens 13 weiteren Überbrückungsliedern ein (darunter die neueste Single des 2014er Repräsentanten und gestrigen Moderators Teo,…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: it’s all your Head

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: it’s all your Head

Nicht nur das ukrainische Fernsehen hinkt derzeit mächtig hinter dem Zeitplan her bei der Vorbereitung auf den Eurovision Song Contest 2017. Auch hier in der aufrechtgehn.de-Zentrale in Frankfurt stapeln sich die noch zu sichtenden Beiträge aus aller Welt - dabei sind wir noch bei Weitem nicht in der Hauptsaison! Aber wann soll man auch die Zeit (und die Leidensbereitschaft) finden, sich durch die Mitschnitte der rund sechzig (!) Live-Auditions zu quälen, die am Mittwoch letzter Woche in Minsk stattfanden und aus denen letztlich 13 Kandidat/innen für die nationale Vorentscheidung Weißrusslands hervorgingen. 13 Kandidat/innen, wie sie egaler nicht sein könnten und von…
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Türk­vi­zyon 2016: auch Polen debütiert

Türk­vi­zyon 2016: auch Polen debütiert

Die Gerüchte existierten schon länger, heute bestätigten sie sich: neben Lettland, Schweden, den Niederlanden und Moldawien treten auch unsere polnischen Nachbarn 2016 erstmals beim osmanischen Gegenentwurf zum Eurovision Song Contest, der Türkvizyon, an. Und auch hier bewahrheitet sich erneut, dass der türkische Eurovisionsableger in besonderer Zahl besonders ehrgeizige Kombattant/innen anzieht, die sich in den verschiedenen nationalen Grand-Prix-Vorentscheidungen noch nicht durchsetzen konnten: Olga Shimanskaya (in deutscher Schreibung: Olga Schimanskaja) vertritt nämlich den Weichselstaat in Istanbul, ihres Zeichens Leadsängerin des weißrussischen (!) Musikprojektes Napoli. Das versuchte es seit 2014 durchgehend beim Vorentscheid in Minsk und erzielte 2016 - da bereits vom Trio zur Solosängerin…
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Das Lju­bav-Gate: wen die Jurys 2016 verhinderten

Das Lju­bav-Gate: wen die Jurys 2016 verhinderten

Nicht nur den rechtmäßigen Sieg des Russen Sergey Lazarev im Finale des Eurovision Song Contest 2016 hat ein kleines Häuflein von 210 willkürlich ausgesuchten Menschen auf dem Gewissen, die mit ihren Entscheidungen den Willen von Millionen (!) von Anrufer/innen aus ganz Europa überstimmen konnten. Wie immer verhinderten die Manipulatoren aus den Jurys auch den Finaleinzug bestimmter Teilnehmer/innen, die ihnen nicht in den Kram passten. Darunter natürlich wieder zwei meiner Lieblingsbeiträge. So unterbanden, wie ich es mir bereits dachte, die Juroren im ersten Semifinale am Dienstag die berechtigte Qualifikation des bosnischen Quartetts mit dem ehemaligen 'In the Disco'-Häschen Deen (BA 2004) und…
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Zwei­tes ESC-Semi 2016: der sich den Wolf tanzt

Zwei­tes ESC-Semi 2016: der sich den Wolf tanzt

"Måns ist sehr enttäuscht": das war er, der Satz des Abends, gesprochen vom deutschen Kommentator Peter Urban, nachdem Gastgeberin Petra Mede direkt im Anschluss an den Auftritt des Weißrussen Ivan informierte, dass dieser ursprünglich nackt und in Begleitung von Wölfen zu performen gedachte, was die EBU im Hinblick auf die Regeln leider verbieten musste. Zum Missfallen des komoderierenden Vorjahressiegers, der gerade hinter Petra die Bühne enterte - im Adamskostüm, leider mit einem strategisch platzierten Plüschwolf vor dem Gemächt. Wie dankbar bin ich dem Schweden dafür, dass er ein dergestalt schamlos selbstverliebter, zeigefreudiger Exhibitionist ist, der wirklich keine Gelegenheit auslässt, seinen durchtrainierten Körper…
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Bestä­tigt: nur die ers­ten zehn Plät­ze wer­den verlesen

Wie eurofire auf Nachfrage von der EBU erfahren hat, werden beim Eurovision Song Contest 2016 tatsächlich nur die ersten zehn Plätze im Televoting vorgelesen. Die Ränge 26 bis 11 sollen lediglich auf dem Scoreboard angezeigt werden. Immerhin will man die Ergebnisse wohl nicht gebündelt auf einmal einblenden, sondern so, dass sie vom Zuschauer noch nachvollzogen werden können. In welchem Tempo das vonstatten gehen soll, ließ die EBU jedoch offen, wie eurofire schreibt. Zu vermuten steht, dass die nationalen Kommentatoren die kumulierten Zuschauerpunkte für das eigene Land gesondert erwähnen, wenn dieses nicht unter den Top Ten landet, also beispielsweise Peter Urban die zu…
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Gans oder gar nicht: mehr nack­te Tat­sa­chen aus Belarus

Gans oder gar nicht: mehr nack­te Tat­sa­chen aus Belarus

Der geneigte Leser meines Blogs erinnert sich sicherlich noch mit Schaudern an die Androhung des diesjährigen weißrussischen Vertreters Ivan, in Stockholm nackt und in Begleitung zweier Wölfe auftreten zu wollen. Ein Ansinnen, das er trotz entsprechender Hinweise aus EBU-Kreisen auf das strikte Verbot von Tieren auf der Eurovisionbühne, seien es nun Wölfe oder Aale, angeblich weiterhin mit Vehemenz verfolgt. Und für das er nun Unterstützung von seinem Mitbewerber Vitaly Karpanov erhält. Der hatte es mit seiner Band Drozdy und einem Loblied auf die 'Provinz' ebenfalls in der Vorrunde des diesjährigen weißrussischen Vorauswahlverfahrens versucht, es aber nicht bis ins Finale geschafft. Als Geste der Solidarität…
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Nack­te graue Dis­co-Wöl­fe tan­zen im Gewitter

Fantastische Nachrichten kommen aus San Marino: der türkischstämmige Serhat Hacıpaşalıoğlu, der die Miniatur-Republik in Stockholm vertritt, hörte auf die Stimme der Vernunft der Fans und tritt mit der fabelhaft campen Disco-Version seines Titels 'I didn't know' an. Die eher im Bar-Jazz beheimatete Orginalversion des sanmarinesischen Beitrags erntete bislang (völlig zu Recht) überwiegend negative Kritik, während der kurze Zeit später veröffentlichte, hemmungslos discofizierte Remix klassisch veranlagte Grand-Prix-Elsen wie mich natürlich in pure Verzückung versetzte. Diese strahlte über die sozialen Medien auch auf den Künstler zurück, und so ersuchte das Team um den Ex-Mode-Zar Thierry Mugler die EBU, den Song trotz abgelaufener Deadline noch gegen…
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Euro­fest 2016: Luka­schen­ko, hilf ihm fliegen!

Euro­fest 2016: Luka­schen­ko, hilf ihm fliegen!

Das kommt dabei heraus, wenn man ein jahrzehntelang an die Diktatur gewöhntes Volk urplötzlich in die Demokratie entlässt. Nachdem bei der weißrussischen Vorentscheidung seit Menschengedenken fischige Jury-Entscheidungen und nachträgliche Eingriffe ins Ergebnis an der Tagesordnung waren, legte man in diesem Jahr die Entscheidung über den belarussischen Eurovisionsbeitrag alleine in die Hände der Televoter. Die zeigten sich erwartungsgemäß der Aufgabe nicht gewachsen und wählten einen langhaarigen, supernasigen Mike-Krüger-Imitatoren namens Alexander Ivanov zu ihrem Vertreter. Ivan, wie er sich für die Eurovision nennt, krächzt ein hirnstarreödes Poprockliedchen mit dem Titel 'Help you fly'. Das einzige, was Ivan (ver-)fliegen lässt, ist allerdings meine…
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