Schlagwort: Bjørn Tidmand

1965, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

DK 1965: Weil er ein Chau­vi ist, ein Man­nes­mann

Ach, was hatten die Unterhaltungschefs der europäischen Rundfunkanstalten zu leiden am Grand Prix Eurovision! Nicht nur an den hohen Kosten und am murrenden Volk, wenn die Lieder mal wieder zu schlecht und / oder die Ergebnisse zu enttäuschend waren, sondern vor allem an dem klaffenden Krater zwischen dem eigenen akademischen Anspruch an exquisite Musik und der profanen Notwendigkeit von wettbewerbsfähigen Eurovisionsbeiträgen. Vom deutschen Delegationsleiter dieser Ära, Hans-Otto Grünefeld, weiß man, dass er all zu Gefälliges und Hitverdächtiges, Schlagerhaftes gar, wie es der Plebs bevorzugte, aus vollem Herzen hasste, und er wähnte sich da voll und ganz einig mit seinem dänischen Kollegen Svend Pedersen. Dem ging das seichte Tralala, das gerade sein Sender DR seit 1957 regelmäßig zu den...
1964, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

DK 1964: My own pri­va­te Grand Prix

Die Warnung gleich vorweg: am besten sparen Sie sich die Lektüre dieses Artikels, denn es gibt über den dänischen Vorentscheid von 1964 beim besten Willen nichts Interessantes zu erzählen. Von keinem einzigen der insgesamt neun fast ausschließlich von den sattsam Bekannten gesungenen Beiträge des Melodi Grand Prix existiert ein bewegter Videomitschnitt. Selbst nicht vom Siegertitel 'Sangen om dig' ('Lied über Dich') von Bjørn Tidmand. Denn augenscheinlich verschlampte der verantwortliche Sender Dansk Radio (DR), dem dank des mit norwegischer Hilfe geschobenen Vorjahressieges die Aufgabe zufiel, den Eurovision Song Contest 1964 zu veranstalten, nicht nur die Aufzeichnung der internationalen Show, sondern auch diejenige des einige Wochen zuvor an gleicher Stelle, nämlich im Festsaal des inne...
1963, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

DK 1963: Je ne sais pas pour­quoi

Acht Beiträge stritten um die Gunst einer zehnköpfigen Jury bei der dänischen Vorentscheidung von 1963, dem Melodi Grand Prix (MGP), von denen der letztplatzierte des Schauspielers Preben Mahrt komplett punktefrei ausging. Vielleicht war er den Jurymitgliedern einfach zu 'Abstrakt'? Ansonsten bestand das Personal überwiegend aus altgedienten Namen: sowohl die heimische Vertreterin von 1957 und 1962, Birthe Wilke, als auch der dänische ESC-Repräsentant von 1961, Dario Campeotto, starteten einen weiteren Versuch, wobei sich erstere im Hinblick auf die von ihrem Beitrag ausgehende, gepflegte Langeweile nicht ohne Grund selbst fragte: 'Pourquoi' ('Warum')? Das Tanzorchester Melody Mixers widmete sich in seinem extrem fluiden Stück 'Harlekin & Columbine' inhaltlich dem Veranstaltungsort des...