Kein Koso­vo in Lis­sa­bon – und wohl auch kein Sie­gel

Wie esc­to­day heu­te berich­tet, wird – ent­ge­gen aller Fan-Spe­ku­la­tio­nen – das Koso­vo 2018 nicht beim Euro­vi­si­on Song Con­test debü­tie­ren. Der Sen­der der abtrün­ni­gen ehe­mals ser­bi­schen Repu­blik, RTK, erfül­le nicht die Vor­aus­set­zun­gen einer Voll- oder asso­zi­ier­ten Mit­glied­schaft bei der Euro­päi­schen Rund­funk­uni­on (EBU) und kön­ne daher nicht am gemein­sa­men Gesangs­wett­be­werb teil­neh­men, wie die Gen­fer Orga­ni­sa­ti­on auf Nach­fra­ge sag­te. RTK hat­te sich hin­ge­gen Hoff­nun­gen gemacht: “Letz­tes Jahr stell­te uns die Refe­rence Group in Aus­sicht, dass das Koso­vo am ESC teil­neh­men kön­ne, wenn das Gast­ge­ber­land die Unab­hän­gig­keit des Koso­vos aner­kennt,” behaup­tet der Gene­ral­di­rek­tor des von den Gen­fern bei sei­nem Auf­bau tech­nisch und mit Know-How unter­stütz­ten Sen­ders, Men­tor Sha­la, gegen­über dem nie­der­län­di­schen Grand-Prix-Nach­rich­ten­por­tal. Da die Por­tu­gie­sen dies (wie übri­gens auch die deut­sche Regie­rung) – im Gegen­satz zur Ukrai­ne – tun, sei man “sicher gewe­sen”, in Lis­sa­bon dabei sein zu dür­fen. Um so mehr habe RTK die Absa­ge der EBU auf den ent­spre­chen­den Antrag der umstrit­te­nen De-fac­to-Repu­blik erstaunt, die sich dar­aus her­lei­te, dass das für etli­che Serb/innen emo­tio­nal untrenn­bar mit ihrer Geschich­te ver­knüpf­te Gebiet kein Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen sei. “Das ist ein absur­der Grund, wenn man bedenkt, dass das Koso­vo in Welt­or­ga­ni­sa­tio­nen auf­ge­nom­men wur­de wie die UEFA, die FIFA, den IWF, das IOC, die Welt­bank etc.,” so Sha­la wei­ter. Was aller­dings fehlt, ist die Mit­glied­schaft in der Inter­na­tio­na­len Fern­mel­de­uni­on ITU, die eben wie­der­um eine Auf­nah­me in die Ver­ein­ten Natio­nen oder das Euro­päi­sche Kon­zil vor­aus­setzt, und die ihrer­seits unab­ding­bar für die EBU-Mem­bership-Card ist. Shalas ver­zwei­fel­ter Appell “wir wol­len doch bloß beim ESC sin­gen!” könn­te aber viel­leicht den­noch irgend­wann noch Gehör fin­den: der Euro­vi­si­ons-Len­kungs­aus­schuss der EBU, die Refe­rence Group, dür­fe “im Ein­zel­fall Aus­nah­men” machen, wie die Gen­fer selbst bestä­ti­gen und wie sie es seit drei Jah­ren mit der “Ein­la­dung” Aus­tra­li­ens regel­mä­ßig unter Beweis stel­len. Tja, die Büch­se der Pan­do­ra… Der Aus­sie-Sen­der SBS ist aller­dings asso­zi­ier­tes Mit­glied der Euro­päi­schen Sen­der­uni­on, die Nati­on als sol­che unum­strit­ten. Für 2018 jeden­falls sei die Teil­nah­me des Koso­vo am Euro­vi­si­on Song Con­test defi­ni­tiv aus­ge­schlos­sen, wie die EBU gegen­über esc­to­day am Nach­mit­tag noch­mals klar stell­te.

Mit Rona Nish­liu nahm 2012 bereits eine im Koso­vo gebo­re­ne Sän­ge­rin am Euro­vi­si­on Song Con­test teil – aller­dings für Alba­ni­en. Die eth­ni­schen Ski­pe­ta­ren stel­len heu­te im Koso­vo mit 90% Anteil die Bevöl­ke­rungs­mehr­heit.

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Fun, Love and Money: Natio­nen­lim­bo beim ESC

Groß war die Auf­re­gung, als die EBU weni­ge Wochen vor dem 2016er Euro­vi­si­on Song Con­test den rumä­ni­schen Sen­der TVR wegen nicht bezahl­ter Schul­den in Höhe von rund 15 Mil­lio­nen Euro aus der Sen­de­uni­on aus­schloss und der bereits in einem Vor­ent­scheid bestimm­te Reprä­sen­tant Ovi­diu Anton unfrei­wil­lig zu Hau­se blei­ben muss­te. Weni­ge Wochen nach dem Con­test erweist sich die Gen­fer Stra­te­gie, mit der vor allem Druck auf die Regie­rung des Kar­pa­ten­lan­des aus­ge­übt wer­den soll­te, dem klam­men Sen­der finan­zi­ell unter die Arme zu grei­fen, als erfolg­reich: wie euro­fire berich­tet, wer­de in Buka­rest gera­de ein Gesetz vor­be­rei­tet, das es ermög­licht, Staats­kne­te in die öffent­lich-recht­li­che Anstalt zu pum­pen, was bis­lang recht­lich nicht mög­lich gewe­sen sei. Zudem will man zur Schul­den­rück­zah­lung auch die Mit­tel ver­wen­den, die zum Erwerb der Aus­strah­lungs­rech­te für die Fuß­ball-Euro­pa­meis­ter­schaft und der Olym­pi­schen Som­mer­spie­le 2016 vor­ge­se­hen waren, die TVR wegen des EBU-Aus­schlus­ses nun eben­falls nicht über­tra­gen kann (was auch der wesent­li­che­re Grund für das Nach­ge­ben der Rumä­nen gewe­sen sein dürf­te). Soll­te alles lau­fen wie geplant, dürf­te das Bal­kan­land 2017 in der Ukrai­ne wohl wie­der mit von der Par­tie sein. Dann aller­dings ohne Ovi­diu, der nach eige­ner Aus­sa­ge mit dem Wett­be­werb nie mehr etwas zu tun haben möch­te. Aber Mihai Trais­ta­riu (RO 2006) steht sicher schon in den Start­lö­chern…

Tri­um­pha­le Rück­kehr oder Toten­tanz für Rumä­ni­en beim ESC?

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Das Lju­bav-Gate: wen die Jurys 2016 ver­hin­der­ten

Nicht nur den recht­mä­ßi­gen Sieg des Rus­sen Ser­gey Laza­rev im Fina­le des Euro­vi­si­on Song Con­test 2016 hat ein klei­nes Häuf­lein von 210 will­kür­lich aus­ge­such­ten Men­schen auf dem Gewis­sen, die mit ihren Ent­schei­dun­gen den Wil­len von Mil­lio­nen (!) von Anrufer/innen aus ganz Euro­pa über­stim­men konn­ten. Wie immer ver­hin­der­ten die Mani­pu­la­to­ren aus den Jurys auch den Final­ein­zug bestimm­ter Teilnehmer/innen, die ihnen nicht in den Kram pass­ten. Dar­un­ter natür­lich wie­der zwei mei­ner Lieb­lings­bei­trä­ge. So unter­ban­den, wie ich es mir bereits dach­te, die Juro­ren im ers­ten Semi­fi­na­le am Diens­tag die berech­tig­te Qua­li­fi­ka­ti­on des bos­ni­schen Quar­tetts mit dem ehe­ma­li­gen ‘In the Dis­co’-Häs­chen Deen (BA 2004) und dem wun­der­bar dra­ma­ti­schen ‘Lju­bav je’. Lag es an der das Flücht­lings­elend the­ma­ti­sie­ren­den Büh­nen­show? Einem The­ma übri­gens, das auch der ver­an­stal­ten­de Sen­der SVT in der sel­ben Sen­dung mit einem hoch­ge­lob­ten Bal­lett als Pau­se­nact auf­griff. Die poli­tisch wachen und geschmack­lich siche­ren Zuschauer/innen gou­tier­ten das zu Recht und wähl­ten die Bos­ni­er auf Rang acht. Die ver­trock­ne­ten Geron­ten von der Jury­front aber begeis­ter­ten sich statt­des­sen für die alt­ba­cke­ne, wenn auch zuge­ge­be­ner­ma­ßen sehr star­ke tsche­chi­sche Bal­la­de und mani­pu­lier­ten Gabrie­la Gun­čí­ko­vá ins Fina­le, wo sie im Tel­e­vo­ting kom­plett punk­te­frei aus­ging. Hat sich ja gelohnt, ihr Voll­s­pa­cken!

Ergrei­fen­de Bal­kan­bal­la­den mag die Jury nicht. Sterbt! (BA)

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Ers­tes Semi­fi­na­le 2016: Auf in den Kampf!

Das wird jetzt viel­leicht nicht auf unge­teil­te Zustim­mung bei all mei­nen Leser/innen sto­ßen und beschreibt auch das Gegen­teil mei­ner eige­nen Emp­fin­dun­gen von vor einem Jahr, aber nach der ers­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de 2016 aus dem Stock­hol­mer Glo­ben (der immer noch aus­sieht wie ein Schnel­ler Brü­ter) am Diens­tag­abend muss ich sagen: von mir aus kön­nen die Schwe­den ger­ne jedes Jahr gewin­nen. Solan­ge sie Petra Mede wei­ter mode­rie­ren las­sen: locker, flo­ckig, eigen­iro­nisch, herr­lich! Am schöns­ten der Gag, als auf die Wor­te “Wel­co­me, Euro­pe!” die ers­ten Tak­te von ‘The Final Count­down’ der gleich­na­mi­gen schwe­di­schen Acht­zi­ger­jah­re-Rock­band ertön­ten, live von besag­ter Kapel­le into­niert, die Petra und Måns aber schnell wie­der abwürg­ten und sich flugs für die “Pein­lich­keit” ent­schul­dig­ten! Auch, was das schwe­di­sche Fern­se­hen an Rah­men­pro­gramm auf die Bei­ne stell­te, konn­te sich sehen las­sen, von der Eröff­nungs­num­mer, als ein Chor aus den Kin­dern von Ste­pford das Mor­bid-Düs­te­re in Måns Zelmerlöws Vor­jah­res-Sie­ger­lied ‘Heroes’ erst so rich­tig her­aus­ar­bei­te­te, bis hin zu dem als Pau­se­nact ein­ge­setz­ten Bal­lett der ‘Grey Peop­le’ zum The­ma Flucht, das einem beim Zuschau­en stel­len­wei­se den Atem sto­cken ließ, weil es so arti­fi­zi­el­le und den­noch tief unter die Haut gehen­de Bil­der für die Tra­gö­die fand, die sich wei­ter­hin täg­lich vor unse­ren Toren abspielt. Dan­ke für die­sen Appell ans kol­lek­ti­ve Gewis­sen!

Die per­fek­te Spra­che gefun­den, um das wich­ti­ge The­ma an die­sem Abend nicht ver­ges­sen zu las­sen, ohne beleh­rend zu wir­ken. Respekt, SVT!  

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Von Wöl­fen und Lum­pen­sä­cken: die Pro­ben zum ers­ten Semi 2016

In Stock­holm gin­gen heu­te die ers­ten Pro­ben­durch­gän­ge für die bei­den Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den zu Ende. Seit Mon­tag üben die Teilnehmer/innen aller 42 Natio­nen ihre Auf­trit­te erst­mals auf der ech­ten Euro­vi­si­ons­büh­ne. Noch nicht immer im spä­te­ren Büh­nen­out­fit und oft­mals mit stimm­lich ange­zo­ge­ner Hand­brem­se – in der ers­ten Run­de geht es haupt­säch­lich um die rich­ti­gen Kame­rapo­si­tio­nen und Büh­nen­hin­ter­grün­de und ums letz­te Fei­len an den Cho­reo­gra­fi­en. Die von den inter­na­tio­na­len Blog­gern vor Ort natür­lich schon flei­ßig ver­brei­te­ten ers­ten Ein­drü­cke sind daher mit Vor­sicht zu genie­ßen, zumal es für zu Hau­se Geblie­be­ne wie mich nur kur­ze Drei­ßigs­ekün­der zu sehen und zu beur­tei­len gibt. Den­noch will, ja muss ich mich an eine ers­te Beur­tei­lung wagen. In die­sem Pos­ting nun zuerst alle Acts des ers­ten Semi­fi­na­les. Auf die Minu­te pünkt­lich los ging es am Mon­tag mit der ers­ten Pro­be von Sandhja Kui­va­lai­nen. Die Fin­nin trat in einem eng­an­lie­gen­den, offen gesagt wenig vor­teil­haf­ten, schul­ter­frei­en Ein­tei­ler auf, umrahmt von fünf schwarz­ge­klei­de­ten, weib­li­chen Backings, die sie alle um Haup­tes­län­ge über­rag­ten. Was optisch leich­te Remi­nis­zen­zen an Mari­ja Šerifo­vić (RS 2007) und die Beau­ty Queens her­vor­rief. Musi­ka­lisch eher nicht: ‘Sing it away’ ist ein net­ter, flot­ter Pop­song, fällt live aller­dings deut­lich zur Stu­dio­ver­si­on ab. So wie wohl auch die Final­chan­cen der Fin­nen.

Das Proll-Out­fit tau­schen die Grie­chen sicher noch gegen etwas Pas­sen­de­res

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Vom Schnee­ball zur Lawi­ne: ESC-Ver­bot für den bos­ni­schen Kom­po­nis­ten

Nach einer hand­greif­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen dem Kom­po­nis­ten und Pro­du­zen­ten des dies­jäh­ri­gen bos­ni­schen Euro­vi­si­ons­bei­trags ‘Lju­bav je’, Almir Aja­no­vić, und dem Rap­per Jala muss Ers­te­rer im Mai zu Hau­se blei­ben und darf die bos­ni­sche Dele­ga­ti­on nicht nach Stock­holm beglei­ten, wie esc­to­day heu­te berich­tet. Nach dem Zwi­schen­fall habe die Teil­nah­me des Bal­kan­lan­des, wel­ches 2016 nach drei­jäh­ri­ger Pau­se erst­ma­lig wie­der zum Mit­ma­chen über­re­det wer­den konn­te, sogar kurz­zei­tig auf der Kip­pe gestan­den. Was war pas­siert? Am ver­gan­ge­nen Diens­tag weil­te die bos­ni­sche Dele­ga­ti­on auf Ein­la­dung des Pri­vat­sen­ders Hayat TV (der für die Ver­tre­ter des Lan­des bei der Türk­vi­zyon ver­ant­wort­lich zeich­net) zur Auf­zeich­nung einer Show im Vlašić-Mas­siv. Im Anschluss saß man in einem Gast­haus in der Berg­re­gi­on noch in feucht-fröh­li­cher Run­de bei­ein­an­der – um den 34. Geburts­tag von Lead­sän­ger Deen (BA 2004) zu bege­hen, wie euro­vi­sio­na­ry berich­tet (laut Wiki­pe­dia erblick­te Fuad Backović ali­as Deen aber erst am 14. April das Licht der Welt, sein Ehren­tag wäre damit heu­te). Jeden­falls, soviel kann als gesi­chert gel­ten, wur­de das ein oder ande­re geis­ti­ge Getränk gebe­chert. Im Ver­lau­fe des Abends soll es dann zu einer erhitz­ten Dis­kus­si­on zwi­schen Aja­no­vić und Jala, der bür­ger­lich auf den Namen Jas­min Faz­lić hört, gekom­men sein. Nun löst die Teu­fels­dro­ge Alko­hol bei ent­spre­chend prä­dis­po­nier­ten Men­schen gele­gent­lich nicht nur die Zun­ge, son­dern auch die Fäus­te: Almir griff Jala kör­per­lich an.

Da war die Welt noch vol­ler Lju­bav: der bos­ni­sche Vie­rer in pit­to­res­ker Kulis­se

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Bos­ni­en 2016: I’m lovin’ it!

Nur knap­pe andert­halb Stun­den Geschnat­ter, Ein­spie­ler und Star­gäs­te muss­ten wir bei der Song­prä­sen­ta­ti­on des bos­ni­schen Fern­se­hens am heu­ti­gen Frei­tag­abend über uns erge­hen las­sen, bis wir ihn hören durf­ten: den sehn­süch­tig erwar­te­ten Bei­trag des drei Jah­re lang abtrün­ni­gen und nun end­lich in den Schoß der Euro­vi­si­ons­fa­mi­lie zurück­ge­kehr­ten Bal­kan­lan­des. Und das War­ten hat sich gelohnt! ‘Lju­bav je’ heißt der Titel, über­setzt wohl so viel wie ‘Lie­be ist’… die­ses Lied! Es beginnt mit einem wun­der­ba­ren Vor­spiel aus don­nern­dem Trom­mel­schlag und sehn­süch­ti­gem Gei­gen­spiel, dar­ge­bo­ten von der Cel­lis­tin Ana Ruc­ner. Gefolgt von einem Gesangs­du­ett in Lan­des­spra­che (!) von Con­test-Rück­keh­rer Deen (BA 2004), der mit sei­nen auf­ge­spritz­ten Lut­schlip­pen und dem plas­ti­niert wir­ken­den Gesicht sowie sei­ner fuch­teln­den Ges­tik beim bes­ten Wil­len nicht schwu­ler aus­se­hen könn­te, und Dalal Mid­hat Tala­kić. Die bei­den hal­ten sich nicht all zu lan­ge mit der Stro­phe auf und eilen flugs zum herr­lich dra­ma­ti­schen Refrain, um sich dann erneut von Ana ablö­sen zu las­sen, die den Gei­gen­bo­gen über eine Art Ali­en-Ske­lett flie­gen lässt. Sie bekommt spä­ter über­ra­schen­den Besuch vom super­se­xy aus­se­hen­den Rap­per Jala Brat, des­sen Part den ins­ge­samt eher klas­si­schen Bal­kan­schla­ger ins aktu­el­le Jahr­tau­send holt, den ers­ten Fan-Reak­tio­nen zufol­ge bei 99% der Euro­vi­si­ons­schwup­pen aber die unver­meid­li­chen all­er­gi­schen Reak­tio­nen aus­löst (Kin­der, das Gen­re exis­tiert jetzt seit drei­ßig Jah­ren, ihr soll­tet Euch dran gewöhnt haben!). Gera­de als der Song so rich­tig schön in Fahrt kommt, sind die drei Minu­ten lei­der schon um und es kommt zu einem etwas abrup­ten Ende. Davon mal abge­se­hen bie­tet ‘Lju­bav je’ aber exakt das, was ich von einem Bal­kan­bei­trag möch­te. Und führt mir ein­mal mehr vor Augen, war­um ich Bos­ni­en beim Con­test so lie­be und über die Rück­kehr des Ex-Jugo-Lan­des so froh bin!

Eine Schlam­pe, ein Schrank­schwu­ler, und – in einem merk­wür­di­gen Twist – ein bos­ni­scher IS-Kämp­fer, der uns ver­bal atta­ckiert. Ich lie­be es!” (Jor­dy, ESC Nati­on) 

Hat Bos­ni­en mit ‘Lju­bav je’ Final-Chan­cen in Stock­holm?

  • Auf jeden Fall. Der Song ist ster­bens­schön! (35%, 35 Votes)
  • Ich find’s zwar furcht­bar, aber es ist Bos­ni­en. Die kom­men damit durch. (26%, 26 Votes)
  • Nur, wenn der Rap­per raus­fliegt. Funk­tio­niert beim ESC ein­fach gar nicht. (22%, 22 Votes)
  • Nie­mals. Zu voll­ge­stopft, zu hek­tisch, zu viel in zu kur­zer Zeit. Und Deen sieht schlimm aus. (17%, 17 Votes)

Total Voters: 100

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Go, wild Dan­ces: Kir­gi­si­en gewinnt die Türk­vi­zyon 2015

Die zen­tral­asia­ti­sche Repu­blik Kir­gi­si­en (ande­re Schrei­bung: Kir­gi­si­stan) gewann heu­te die drit­te Aus­ga­be des in Istan­bul aus­ge­tra­ge­nen Song Con­tests der Turk­völ­ker, der Türk­vi­zyonJiidesh İdir­i­so­va, eine Art mon­go­li­scher Rus­la­na-Klon, über­zeug­te die Juro­ren mit einer star­ken Stim­me, einer hoch ener­ge­ti­schen Cho­reo­gra­fie mit vie­len leder­be­pack­ten Tän­zern, kraft­vol­len Rhyth­men und groß­zü­gig ein­ge­streu­ten “Huh“s und “Ha“s. Also ‘Wild Dan­ces’ (UA 2004) auf osma­nisch. Derya Kap­tan, die deut­sche Ver­tre­te­rin, erreich­te mit einer etwas sper­ri­gen Bal­la­de in Ange­den­ken an die Opfer eines unlängst in der Tür­kei statt­ge­fun­de­nen Ter­ror­an­schlags einen acht­ba­ren elf­ten Platz und konn­te sich zudem über einen Son­der­preis für den “anspruchs­volls­ten Bei­trag” freu­en. Gute drei Stun­den dau­er­te die Show mit 21 Teilnehmer/innen, die sich von aller­lei tech­ni­schen Unzu­läng­lich­kei­ten wie einer kata­stro­pha­len Licht­re­gie – vie­le der Sänger/innen stan­den per­ma­nent im Schat­ten, wäh­rend die Backings glei­ßend aus­ge­leuch­tet wur­den – und einer inkon­sis­ten­ten Dra­ma­tur­gie sowie dem auf­fäl­li­gen Ein­satz des Halb­play­backs geprägt zeig­te.

Sade hat ange­ru­fen und will ihre Zopf­fri­sur zurück: Türk­viy­zonssie­ge­rin Jiidesh (KG)

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In the Dis­co: Deen singt noch­mal für Bos­ni­en

Ges­tern erst kam die so über­ra­schen­de wie erfreu­li­che Ankün­di­gung, dass das seit drei Jah­ren schmerz­lich ver­miss­te Land wie­der mit­macht beim Euro­vi­si­on Song Con­test. Heu­te Abend ver­kün­de­te das bos­ni­sche Fern­se­hen in einer live aus­ge­strahl­ten Pres­se­kon­fe­renz, wer sie ver­tritt. Wie schon in Maze­do­ni­en fiel die Wahl auf einen alten Bekann­ten: Fuad Backović, bes­ser bekannt unter sei­nem Künst­ler­na­men Deen. Jawohl, das cam­pe Duracell-Tanz­häs­chen, das uns 2004 ‘in die Dis­co’ ent­führ­te und uns dort mit dem schwuls­ten Hüft­schwung ever erquick­te. Mitt­ler­wei­le trägt er übri­gens kei­ne Sta­chel­haar­fri­sur mehr, son­dern eine sexy Voll­glat­ze. Deen wird beglei­tet von Dalal Mid­hat Tala­kić, einer won­ne­prop­pi­gen Sän­ge­rin mit beein­dru­cken­der Stim­me, die auch den Titel schrieb (den uns die Bos­ni­er gemei­ner­wei­se aber noch bis Febru­ar vor­ent­hal­ten wol­len). Laut eurovision.tv tritt noch die kroa­ti­sche Cel­lis­tin Ana Ruc­ner hin­zu, die aller­dings bei der Pres­se­kon­fe­renz mit Abwe­sen­heit glänz­te. Die Zusam­men­set­zung spricht dafür, dass wir es 2016 mit etwas weni­ger Tra­shi­gem zu tun bekom­men als 2004. Ich bin gespannt!

Immer wie­der ein High­light: Deen und die meta­sta­sie­ren­de Dis­co-Kugel

Bos­ni­en bestä­tigt für 2016

Ich hät­te es nicht mehr geglaubt, freue mich aber um so mehr: das bos­ni­sche Fern­se­hen BHRT gab heu­te sei­ne ver­bind­li­che Zusa­ge für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2016 bekannt. Man habe die Teil­nah­me­ge­büh­ren zusam­men­krat­zen kön­nen und einen Spon­so­ren gefun­den, der die wei­te­ren Kos­te abde­cke und wol­le sich jetzt auf die Suche nach einem geeig­ne­ten Reprä­sen­tan­ten machen. Eine nach­träg­li­che Absa­ge ist nun nur noch gegen Zah­lung einer Ver­trags­stra­fe mög­lich, daher dür­fen wir wohl davon aus­ge­hen, das exju­go­sla­wi­sche Land in Stock­holm begrü­ßen zu dür­fen. Ers­te Gerüch­te besa­gen, dass wir den bos­ni­schen Ver­tre­ter bereits mor­gen erfah­ren, es also eine inter­ne Ent­schei­dung gebe. Jeden­falls bin ich sehr, sehr glück­lich, dass eines mei­ner Lieb­lings­län­der wie­der dabei ist. Ich hab Euch ganz arg ver­misst!

Dar­auf ein herz­haf­tes “Sito!”: Bos­ni­en ist wie­der dabei!