Teil­neh­mer­re­kord bei der Türk­vi­zyon 2014

Wäh­rend beim rich­ti­gen Euro­vi­si­on Song Con­test die Zit­ter­par­ti­en um die Teil­nah­me Bos­ni­ens (Geld­sor­gen) und Grie­chen­lands (der neue Staats­sen­der NERIT war­tet noch auf die Auf­nah­me in die EBU) wei­ter­ge­hen, expan­diert der osma­ni­sche Able­ger Türk­vi­zyon fröh­lich und chao­tisch wei­ter. Sah es dort zunächst so aus, als ob der im kul­tu­rel­len Bewusst­sein noch nicht sehr stark ver­an­ker­te Con­test schrump­fen wür­de, so über­trifft die aktu­el­le Teil­neh­mer­zahl der zwei­ten Aus­ga­be am 19. und 21. Novem­ber 2014 im tata­ri­schen Kasan mitt­ler­wei­le die­je­ni­ge der Pre­mie­ren­aus­ga­be von Eskişe­hir. Neben Basch­kor­to­stan, wo bei der gest­ri­gen Vor­ent­schei­dung die acht­köp­fi­ge, aus Mos­kau­er und basch­ki­ri­schen Musik­stu­den­ten bestehen­de Grup­pe Zaman (Zeit), die es sich laut Euro­voix zur Auf­ga­be gemacht habe, tra­di­tio­nel­le basch­ki­ri­sche Kul­tur mit zeit­ge­mä­ßen Sounds zu ver­bin­den, und die optisch wie eine Kreu­zung aus Cleo & Dona­tan (PL 2014) mit Dschinghis Khan (DE 1979) wirkt, mit dem Song ‘Kubair’ gewann, gab heu­te über­ra­schend der in Istan­bul leben­de und durch sei­ne Teil­nah­me an einer Cas­ting­show Bekannt­heit erlangt haben­de, in Bul­ga­ri­en gebo­re­ne Sän­ger İsmail Matev auf Face­book bekannt, für sein (bis zu die­sem Zeit­punkt nicht auf der Wett­be­werbs­lis­te ste­hen­des) Hei­mat­land anzu­tre­ten, was kur­ze Zeit spä­ter auf der offi­zi­el­len Türk­vi­zyon-Sei­te bestä­tigt wur­de. Man gewinnt so ein biss­chen den Ein­druck, als kön­ne dort jeder für ein belie­bi­ges Land mit­ma­chen, der nur möch­te. Herr Sie­gel: wol­len sie nicht rasch Sür­priz (DE 1999) reani­mie­ren? Für, sagen wir, Liech­ten­stein?

İsmail Matev singt für Bul­ga­ri­en bei der Türk­vi­zyon (Reper­toire­bei­spiel)

Türk­vi­zyon 2014: die Teil­neh­mer­lis­te

2. Song Con­test des tür­ki­schen Kul­tur­rau­mes. 19. und 21.11.2014 in Kasan, Tatar­stan (Auto­no­me rus­si­sche Repu­blik).
Land / Repu­blikTeil vonInter­pretSongÜber­set­zung
Alba­ni­enALXho­ana Bej­koZjarr dhe AjërFeu­er und Luft
Aser­bai­dschanAZElvin Ordubad­liDivlə­rin yal­qız­lığıEin­sam­keit der Rie­sen
Bal­ka­ri­enRUEldar Zha­ni­ka­evBara­maGeh
Basch­kor­to­stanRUZamanKubairEpos
Bos­ni­enBAMen­sur Sal­kićŠutimIch bin still
Bul­ga­ri­enBGİsmail MatevYol­la­ra, Taşla­raStra­ßen, Stei­ne
Cha­kas­si­enRUDmi­triy Saf’yanov + Saya­na Sobi­ro­vaOshik­baFeh­ler
Deutsch­landDEFah­ret­tin GüneşSev­diğimMei­ne Gelieb­te
Gag­au­si­enMDMari­ya TopalAala­dımIch wein­te
Geor­gi­enGEAysel Məm­mədo­va + Ayla Şiri­y­e­vaTen­ha­yamIch bin allein
IrakIQAhmet Duz­luCal Kal­bi­miMein Herz gestoh­len
IranIRBarışHeydar BabaVater Heydar
Kasach­stanKZZha­nar Dugal­o­vaІzіn kөremIch sehe sei­ne Spur
Kir­gi­si­enKGNon-StopSeze BilRhyth­mus der Jah­res­zei­ten
KrimUADar­i­na Sin­içki­naSuya giderWenn sie gehen
Maze­do­ni­enMKKaan Maz­harYolu­mu BulurumIch fin­de mei­nen Weg
Rumä­ni­enROCen­giz Erhan + Gafar Alev SibelGen­clik basa bir gelirMan ist nur ein­mal jung
Russ­landRUKazan WorldSon kөtəmAuf dich zu war­ten
Sacha (Jaku­ti­en)RUVlad­le­na Iva­no­vaKynTag
Tatar­stanRUAydar Suley­ma­novAtlar Cha­baRen­nen­de Pfer­de
Tür­keiTRFun­da KılıçHop­paLeicht­fer­tig
Turk­me­ni­stanTMZüleyha Kakay­e­vaShik­ga-Shik­ga biler­zikSchütt­le das Arm­band
TuwaRUAyas Kul­larSub­e­deiSub­u­t­ei
Ukrai­neUANata­li DenizSän BenimDu bist mein
Usbe­ki­stanUZAzi­za Niz­amo­vaDun­yo bol­sin OmonWelt sei unser

ESC 2015: sans Sham­pio­ni, aber mit San Sie­ge­li­no

39 Teil­neh­mer­län­der, so lau­tet der aktu­el­le Stand für den 60. Euro­vi­si­on Song Con­test im Mai 2015 in der Wie­ner Stadt­hal­le. Trau­ri­ger­wei­se zog Bul­ga­ri­en die vor­läu­fi­ge Zusa­ge zur Teil­nah­me in Öster­reich wie­der zurück, da es dem Sen­der nicht gelun­gen sei, die not­wen­di­gen finan­zi­el­len Mit­tel zusam­men­zu­krat­zen. Erfolg­rei­cher scheint da das san­ma­ri­ne­si­sche Fern­se­hen gewe­sen zu sein: der inne­r­ita­lie­ni­sche Kleinst­staat, der sich zuletzt drei Mal hin­ter­ein­an­der von Ralph Sie­gel aus­hal­ten kom­po­si­to­risch betreu­en und durch des­sen Schütz­ling Valen­ti­na Monet­ta ver­tre­ten ließ, sag­te heu­te für Wien zu. Der Sen­der San Mari­nos steht im Ruf, die Grand-Prix-Sau­se durch Dritt­mit­tel zu refi­nan­zie­ren und hier­für bei inter­es­sier­ten Song­schrei­bern oder Inter­pre­ten ein Hand­geld ein­zu­wer­ben. Inso­fern ist es span­nend, ob Ralph Sie­gel dort erneut antritt. Und falls ja, mit wem: La Monet­ta befolgt bekannt­lich die alte ZDF-Hit­pa­ra­den-Regel: drei Mal dabei, bit­te nicht wie­der­wäh­len! Sicher ist nur, dass uns Kriem­hild Maria Jahn erspart bleibt: von sei­ner drit­ten Frau trenn­te sich Sie­gel laut Spie­gel Anfang August.


San Mari­no 2015 wie­der mit Sie­gel? May­be!

Wei­ter­le­senESC 2015: sans Sham­pio­ni, aber mit San Sie­ge­li­no

ESC 2014: Ser­bi­en setzt aus, Bul­ga­ri­en bockt, Rumä­ni­en rein

Neben Kroa­ti­en wird mit Ser­bi­en ein zwei­tes exju­go­sla­wi­sches Land beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2014 feh­len. Aus finan­zi­el­len Grün­den habe der Ver­wal­tungs­rat des ser­bi­schen Sen­ders RTS die Ent­schei­dung getrof­fen, Kopen­ha­gen fern zu blei­ben. Man behal­te sich aber für 2015 vor, wie­der mit­zu­ma­chen, sofern dann wie­der “sta­bi­le und aus­rei­chen­de Haus­halts­mit­tel” zur Ver­fü­gung stün­den, wie der Sen­der mit­teil­te – nicht ohne schnell noch dar­auf zu ver­wei­sen, dass man 2008 als Gast­ge­ber einen neu­en Stan­dard in orga­ni­sa­to­ri­schen und tech­ni­schen Fra­gen” gesetzt habe, “der immer noch als Bei­spiel” die­ne. Das eben­falls aus peku­niä­ren Grün­den bis zuletzt als Wackel­kan­di­dat gel­ten­de Rumä­ni­en, das uns 2013 mit Cezar den viel­leicht unver­gess­lichs­ten Euro­vi­si­ons­auf­tritt aller Zei­ten schenk­te, sag­te hin­ge­gen für Kopen­ha­gen zu. Und auch Rumä­ni­en II aka Mol­da­wi­en ist in Kopen­ha­gen mit am Start.


Wer­den die Rumä­nen (oder sonst jemand) dies jemals top­pen kön­nen?

Wei­ter­le­senESC 2014: Ser­bi­en setzt aus, Bul­ga­ri­en bockt, Rumä­ni­en rein

ESC 2. Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht aus­ge­schlos­sen

Logo ESC 2013 2. SemiWie der Phi­lo­soph schon sagt: es steckt eine Frau im Rock eines jeden gro­ßen Man­nes”: schö­ner hät­te Gast­ge­be­rin Petra Mede (ich blei­be dabei: ein Glücks­griff für den Grand Prix) den letz­ten Auf­tritt des heu­ti­gen Abends, Rumä­ni­ens Trans­syl­ves­tie-Star Cezar, nicht abmo­de­ri­en kön­nen. Ein wun­der­schön run­der Euro­vi­si­ons­abend liegt hin­ter uns, mit einem wun­der­schön run­den Ergeb­nis: 90% ver­dien­te Fina­lis­ten, das fin­det sich sel­ten in einer Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de. Ärgern dürf­ten sich nur die Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker: mit Maze­do­ni­en und Alba­ni­en schie­den heu­te auch noch die letz­ten Bal­kan­staa­ten aus, der Bal­kan­block ist damit Geschich­te und hat als Aus­re­de für schlech­te West­er­geb­nis­se aus­ge­dient.

Wei­ter­le­senESC 2. Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht aus­ge­schlos­sen

Sechs­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: zwei­tes Semi, die Chan­cen

Ein lan­ger Tag liegt vor uns: in Mal­mö pro­ben heu­te die 17 Semi­fi­na­lis­ten der zwei­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de vom Don­ners­tag zum zwei­ten Mal. Wie die Blog­ger berich­ten und mei­ne Face­book-Mel­dun­gen mir bestä­ti­gen, tru­deln immer mehr Fans in Mal­mö ein, das Euro­Fan­Ca­fé und der Euro­Club fül­len sich und die ers­ten bizar­ren Musik­wün­sche wer­den gespielt. Auch die deut­sche Dele­ga­ti­on lan­de­te heu­te in Schwe­den. Wen­den wir uns aber nun den Teil­neh­mern des zwei­ten Semis und ihren Final­chan­cen zu, basie­rend auf dem heu­ti­gen Pro­ben­tag.


Euro­Club-Track des Tages: ‘Hul­lu yö’ (FI 1991)

Wei­ter­le­senSechs­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: zwei­tes Semi, die Chan­cen

Drit­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: Miss Kiss Ding Dong

I kissed a Girl
Kris­ta Sieg­frids (FI 2013)

Zehn Jah­re ist es her, dass das rus­si­sche Fake-Les­ben-Duo t.A.t.U. beim Euro­vi­si­on Song Con­test mit einem gleich­ge­schlecht­li­chen Kuss auf offe­ner Büh­ne für Auf­merk­sam­keit sor­gen woll­te – was ihnen die EBU sei­ner­zeit ver­bot. Übri­gens drei Jah­re, nach­dem sich zwei männ­li­che Band­mit­glie­der der israe­li­schen Band Ping Pong vor lau­fen­den Kame­ras abschmatz­ten (beim ESC 2000, in Stock­holm, Schwe­den). Gespannt dür­fen wir also ver­fol­gen, ob es der Kuss zwi­schen Kris­ta Sieg­frids und einer ihrer Chor­sän­ge­rin­nen, den sie bei der heu­ti­gen Pro­be zele­brier­te (“aber ohne Zun­ge!”, wie ein Pro­duk­ti­ons­scher­ge sie anwies), auch in die Live­sen­dung schaf­fen wird. Damit will die blon­de Sän­ge­rin für die Ein­füh­rung der Homo-Ehe in Finn­land wer­ben (sagt sie) bzw. bil­li­ge Auf­merk­sam­keit für ihr kate­per­ryes­kes Lied­chen ‘Mar­ry me’ erre­gen (sagen Nei­der).


Laut und fröh­lich: Kris­tas Ener­gie­le­vel ist ziem­lich unfin­nisch

Wei­ter­le­senDrit­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: Miss Kiss Ding Dong

Bul­ga­ri­en nimmt nun doch lie­ber die Sahnepil­ze

Wenn ich mich mal eben ganz kurz selbst zitie­ren darf: “Mal schau­en, ob Bul­ga­ri­en da nicht noch eine Ukrai­ne pullt und den Titel in letz­ter Minu­te aus­tauscht!” So schrieb ich es am 3. März, kurz nach dem Fina­le der bul­ga­ri­schen Vor­ent­schei­dung, die nach einem Gleich­stand zwi­schen Jury und Publi­kums­vo­ting über­ra­schend schnell zu Ende ging – ohne die übli­che Repri­se des Sie­ger­ti­tels ‘Kis­met’ (die Publi­kums­wahl). Denn wie ein vor Ort anwe­sen­der Blog­ger kol­por­tier­te, soll Elit­sa Todo­ro­va ange­sichts des Ergeb­nis­ses geschäumt und sämt­li­che Inter­views ver­wei­gert haben – war es doch kein Geheim­nis, dass sie, wie wohl auch die meis­ten Men­schen außer­halb Bul­ga­ri­ens, den Song ‘Samo Sham­pio­ni’ favo­ri­sier­te, der auch nicht ohne Zufall als letz­ter der drei Lied­vor­schlä­ge vor­ge­stellt wur­de. Nun ist das Uner­war­te­te gesche­hen: wie das bul­ga­ri­sche Fern­se­hen BNT mit­teil­te, müs­se man den Titel ‘Kis­met’ zurück­zie­hen. Offi­zi­el­ler Grund: einer der drei Song­au­toren habe sei­ne Zustim­mung zur fina­len Ver­si­on des Bei­trags ver­wei­gert, was erst jetzt bekannt gewor­den sei. Na klar, und Schwei­ne kön­nen flie­gen! Jeden­falls nomi­nier­te BNT nun einen ande­ren Song nach, und ein Mal dür­fen Sie raten, wel­chen? Rich­tig!


We are the Cham­pi­ons klang bei Queen aber noch ein biss­chen anders!

Nun also doch die Sahnepil­ze für Bul­ga­ri­en! Über­rascht?

  • Kein biss­chen. Und eine gute Ent­schei­dung: ‘Samo Sham­pio­ni’ ist nun mal viel bes­ser! (32%, 47 Votes)
  • Egal – klang eins so sehr nach Zie­gen­or­gie wie das ande­re. (30%, 44 Votes)
  • Dreist ist es schon, den Publi­kums­wil­len so zu miß­ach­ten. (25%, 37 Votes)
  • Oh nein! Ich moch­te ‘Kis­met’ viel lie­ber! Men­no! (12%, 18 Votes)

Total Voters: 146

Loading ... Loa­ding …

Bul­ga­ri­en wählt: wir haben einen Gleich­stand. Tschüss!

Sel­ten so eine bizar­re Vor­ent­schei­dung erlebt wie den soeben völ­lig unver­mit­telt zu Ende gegan­ge­nen bul­ga­ri­schen Vor­ent­scheid! Die bereits vor­ab nomi­nier­ten Ver­tre­ter Elit­sa Todo­ro­va & Stoyan Yan­koul­ov (BG 2007) stell­ten die bereits bekann­ten drum­las­ti­gen Eth­no­ti­tel vor: drei glei­cher­ma­ßen gute Dro­gen­ein­wurf­be­gleit­songs in den Geschmacks­rich­tun­gen Kif­fen / Pil­ze / Ecsta­sy. Es folg­ten lus­ti­ge Inter­val Acts, unter ande­rem eine fabel­haf­te bul­ga­ri­sche Babusch­ka, beglei­tet von einem DJ namens Bim­bo und sen­sa­tio­nell guten Elek­tro­sounds, sowie die grot­ten­schlecht live per­for­men­de schwei­ze­ri­sche Heils­ar­mee, deren schnuck­li­ger Gitar­rist Jonas Gygax auf dem glat­ten Stu­dio­bo­den aus­rutsch­te und hin­schlug. Und sodann die sekun­den­schnel­le Ver­kün­dung der Ergeb­nis­se des Tele­vo­tings und der Abstim­mung der fünf­köp­fi­gen Jury, die in einen klas­si­schen Patt mün­de­te: das Publi­kum gab 7 Punk­te an ‘Kis­met’ und 3 an die vor­ab uni­so­no als Sie­ger getipp­ten Sahnepil­ze (‘Samo Sham­pio­ni’). Die Jury ent­schied genau umge­kehrt. Und damit ende­te die Sen­dung. Inter­na­tio­na­len Fan-Foren zufol­ge soll der Mode­ra­tor noch in den Abspann hin­ein gemur­melt haben, dass bei Gleich­stand das Publi­kum ent­schei­de und somit ‘Kis­met’ gewon­nen habe, den auch ich für den stärks­ten, weil eth­no­las­tigs­ten, der drei Bei­trä­ge hal­te. Die­ser wird das Land also in Mal­mö ver­tre­ten – glau­be ich zumin­dest!


Wird das Schick­sal ihnen güns­tig sein?

Wei­ter­le­senBul­ga­ri­en wählt: wir haben einen Gleich­stand. Tschüss!

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: die Kol­lek­ti­on Bvlga­ri

Das bul­ga­ri­sche Fern­se­hen stell­te heu­te Nach­mit­tag die drei mög­li­chen Titel für Elit­sa Todo­ro­va und Stoyan Yan­koul­ov vor, über die am 3. März in einer 50/50-Abstim­mung ent­schie­den wird. Und ich muss sagen: drei Mal Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen, da gefällt mir eine bes­ser als die ande­re! Es geht los mit ‘Dzu­pai libe boso’, einem sphä­risch floa­ten­den Eth­no-Song mit sanf­ten Reg­gae-Ein­la­gen, per­fekt geeig­ne­te Chill-Out-Musik nach einer durch­tanz­ten Nacht auf einem Goa-Fes­ti­val. Song Num­mer 2, ‘Kis­met’, mixt trei­ben­de Elek­tro­beats mit ori­en­ta­lisch anmu­ten­den, für west­li­che Ohren fast schon schmerz­haft schief wir­ken­den Gesangs­bö­gen und Dudel­sack­klän­gen: der War­mup zu einer wil­den, sub­stanz­ge­stütz­ten, som­mer­li­chen Par­ty­nacht am Bos­po­rus. Kla­rer Sie­ger dürf­te aber der drit­te und letz­te Bei­trag wer­den: bei ‘Samo Sham­pio­ni’ (‘Sahnech­am­pi­gnons’?) ste­hen die aus ‘Voda’ (BG 2007) bekann­ten Trom­meln erneut pro­mi­nent im Vor­der­grund. Macht alles drei Spaß – da kann das Land eigent­lich nicht ver­kehrt wäh­len!


1. Dzu­pai libe boso


2. Kis­met


3. Samo Sham­pio­ni

Was ist Dein Favo­rit unter den bul­ga­ri­schen Vor­schlä­gen?

  • Samo Sham­pio­ni (44%, 34 Votes)
  • Kei­ner davon. (30%, 23 Votes)
  • Kis­met (9%, 7 Votes)
  • Gefal­len mir alle drei. (9%, 7 Votes)
  • Dzu­pai, libe boso (8%, 6 Votes)

Total Voters: 77

Loading ... Loa­ding …

Zwei­ter Super­sams­tag: Toter Fisch nach Haus­frau­en­art

Es klang nach einem Kon­zept, bei dem jeder auf­rech­te Schla­ger­fan schon im Vor­feld ein feuch­tes Hös­chen kriegt: die Melo­di­fes­ti­val-erfah­re­nen Schla­ger­di­ven Han­na Hed­lund, Per­nil­la Wahl­gren und Jen­ny Sil­ver (‘Some­thing in your Eyes’) als Trio. Unter dem rund­weg fabel­haf­ten Namen Swe­dish House Wives, ein per­fek­tes Wort­spiel aus der ange­sag­ten Dance­com­bo Swe­dish House Mafia und der US-Kult­se­rie Despe­ra­te House­wi­ves. Mit einem vom Fre­de­rik Kem­pe Tho­mas G:son geschrie­be­nen, dan­ce­beat­ge­trie­be­nen Schwe­den­schla­ger namens ‘On Top of the World’. Dazu eine beleuch­te­te Show­trep­pe, Gold­la­mé-Glit­zer­kos­tüm­chen und eine simp­le Cho­reo­gra­fie. Und den­noch schei­ter­te die Num­mer beim gest­ri­gen zwei­ten MF-Semi und schaff­te es noch nicht mal in die Trost­run­de. Wor­an lag es? Am schmerz­li­chen Feh­len der für sol­che Bei­trä­ge eigent­lich unver­zicht­ba­ren Rückung? An der gewohn­ten Geschmacks­ge­stört­heit der Schwe­den, denen ja schon lan­ge das Wahl­recht bei Musik­wett­be­wer­ben ent­zo­gen gehört? Nein, nichts von alle­dem: das alt­ba­cke­ne Euro­vi­si­ons­re­zept zün­de­te ein­fach nicht, wirk­te zu aus­ge­lutscht und rou­ti­niert. Da sind wir spä­tes­tens seit ‘Eupho­ria’ dann doch einen Schritt wei­ter.


Ein­mal wie immer: Schwe­den­kost von der Stan­ge

Wei­ter­le­senZwei­ter Super­sams­tag: Toter Fisch nach Haus­frau­en­art