Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: die Kol­lek­ti­on Bvlga­ri

Das bul­ga­ri­sche Fern­se­hen stell­te heu­te Nach­mit­tag die drei mög­li­chen Titel für Elit­sa Todo­ro­va und Stoyan Yan­koul­ov vor, über die am 3. März in einer 50/50-Abstim­mung ent­schie­den wird. Und ich muss sagen: drei Mal Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen, da gefällt mir eine bes­ser als die ande­re! Es geht los mit ‘Dzu­pai libe boso’, einem sphä­risch floa­ten­den Eth­no-Song mit sanf­ten Reg­gae-Ein­la­gen, per­fekt geeig­ne­te Chill-Out-Musik nach einer durch­tanz­ten Nacht auf einem Goa-Fes­ti­val. Song Num­mer 2, ‘Kis­met’, mixt trei­ben­de Elek­tro­beats mit ori­en­ta­lisch anmu­ten­den, für west­li­che Ohren fast schon schmerz­haft schief wir­ken­den Gesangs­bö­gen und Dudel­sack­klän­gen: der War­mup zu einer wil­den, sub­stanz­ge­stütz­ten, som­mer­li­chen Par­ty­nacht am Bos­po­rus. Kla­rer Sie­ger dürf­te aber der drit­te und letz­te Bei­trag wer­den: bei ‘Samo Sham­pio­ni’ (‘Sahnech­am­pi­gnons’?) ste­hen die aus ‘Voda’ (BG 2007) bekann­ten Trom­meln erneut pro­mi­nent im Vor­der­grund. Macht alles drei Spaß – da kann das Land eigent­lich nicht ver­kehrt wäh­len!


1. Dzu­pai libe boso


2. Kis­met


3. Samo Sham­pio­ni

Was ist Dein Favo­rit unter den bul­ga­ri­schen Vor­schlä­gen?

  • Samo Sham­pio­ni (44%, 34 Votes)
  • Kei­ner davon. (30%, 23 Votes)
  • Kis­met (9%, 7 Votes)
  • Gefal­len mir alle drei. (9%, 7 Votes)
  • Dzu­pai, libe boso (8%, 6 Votes)

Total Voters: 77

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Zwei­ter Super­sams­tag: Toter Fisch nach Haus­frau­en­art

Es klang nach einem Kon­zept, bei dem jeder auf­rech­te Schla­ger­fan schon im Vor­feld ein feuch­tes Hös­chen kriegt: die Melo­di­fes­ti­val-erfah­re­nen Schla­ger­di­ven Han­na Hed­lund, Per­nil­la Wahl­gren und Jen­ny Sil­ver (‘Some­thing in your Eyes’) als Trio. Unter dem rund­weg fabel­haf­ten Namen Swe­dish House Wives, ein per­fek­tes Wort­spiel aus der ange­sag­ten Dance­com­bo Swe­dish House Mafia und der US-Kult­se­rie Despe­ra­te House­wi­ves. Mit einem vom Fre­de­rik Kem­pe Tho­mas G:son geschrie­be­nen, dan­ce­beat­ge­trie­be­nen Schwe­den­schla­ger namens ‘On Top of the World’. Dazu eine beleuch­te­te Show­trep­pe, Gold­la­mé-Glit­zer­kos­tüm­chen und eine simp­le Cho­reo­gra­fie. Und den­noch schei­ter­te die Num­mer beim gest­ri­gen zwei­ten MF-Semi und schaff­te es noch nicht mal in die Trost­run­de. Wor­an lag es? Am schmerz­li­chen Feh­len der für sol­che Bei­trä­ge eigent­lich unver­zicht­ba­ren Rückung? An der gewohn­ten Geschmacks­ge­stört­heit der Schwe­den, denen ja schon lan­ge das Wahl­recht bei Musik­wett­be­wer­ben ent­zo­gen gehört? Nein, nichts von alle­dem: das alt­ba­cke­ne Euro­vi­si­ons­re­zept zün­de­te ein­fach nicht, wirk­te zu aus­ge­lutscht und rou­ti­niert. Da sind wir spä­tes­tens seit ‘Eupho­ria’ dann doch einen Schritt wei­ter.


Ein­mal wie immer: Schwe­den­kost von der Stan­ge

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ESC 2. Semi 2012: Ver­jam­mern

Logo ESC 2012, zweites Semi
Das geron­ti­sche Jahr

Gan­ze fünf (von sechs) exju­go­sla­wi­sche Län­der ver­sam­mel­ten sich in die­sem zwei­ten Semi, und sie brach­ten fünf mehr oder min­der dra­ma­ti­sche, klas­si­sche Bal­kan­bal­la­den mit. Drei von ihnen kamen wei­ter ins Fina­le, dar­un­ter ech­te Über­ra­schun­gen. Nicht so sehr beim Eröff­nungs­act des Abends: Žel­j­ko Jok­si­mo­vić, auf des­sen Kon­to das selbst gesun­ge­ne ‘Lane moje’ (RS 2004, 2. Platz), ‘Lej­la’ (BA 2006, 3. Platz) und ‘Oro’ (RS 2008, 6. Platz) gehen, bewies mit ‘Nije Lju­bav Stvar’ erneut, war­um er mit Fug und Recht als unum­schränk­ter Bal­kan­bal­la­den­kö­nig gilt: ein wun­der­schön instru­men­tier­ter, sanft begin­nen­der und nach und nach immer ein­dring­li­cher und dra­ma­ti­scher wer­den­der Folkschla­ger mit einem ergrei­fend kit­schi­gen Text, vor­ge­tra­gen von ernst­haft drein­bli­cken­den, wür­de­voll gemes­sen über die Büh­ne schrei­ten­den Men­schen in edlem Schwarz. Wie soll man das nicht mögen? Und wie soll das nicht die 12er aus dem erwei­ter­ten Bal­kan abräu­men?

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Style over Sub­s­tan­ce: 2. Pro­ben BY, PT, UA, BG

Ich bin ja nor­ma­ler­wei­se kein Freund der von Blog­gern in der Hal­le mit­ge­dreh­ten Pro­ben­vi­de­os, allei­ne schon auf­grund der Qua­li­tät. Die offi­zi­el­len Mit­schnit­te der letz­ten vier heu­ti­gen Star­ter waren aber im you­tube-Kanal von eurovision.tv zum Zeit­punkt der Erstel­lung die­ser Mel­dung aus tech­ni­schen Grün­den nicht ver­füg­bar (ein wei­te­rer Hacker­an­griff?). Und manch­mal haben die sta­ti­schen Fan-Auf­nah­men auch ihr Gutes. Gera­de bei stark durch­cho­reo­gra­fier­ten Dar­bie­tun­gen wie der von Gay­ta­na für die Ukrai­ne. Im Fern­se­hen wer­den wir von den (nur noch) vier Tän­zern und ihrem fas­zi­nie­ren­den Spiel mit ihren LED-Dou­bles näm­lich wie­der die zen­tra­len Ele­men­te ver­pas­sen, der blö­den, schnitt­gei­len Kame­r­a­re­gie wegen. Also, schaut und genießt das Spek­ta­kel ein­mal genau so, wie es gedacht war.


Und sogar ein Flashmob! (UA)

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I love you so, Matsch: 1. Pro­be Ukrai­ne, Bul­ga­ri­en

Ja, ich weiß, ich hän­ge hoff­nungs­los hin­ter­her mit den Pro­ben­be­rich­ten. Ich ver­flu­che 1&1 für den Aus­fall mei­nes Inter­net­zu­gangs ges­tern Abend und mich für mei­ne Unfä­hig­keit zur bes­se­ren Urlaubs­pla­nung. Aber jetzt zur Ukrai­ne: Gay­ta­na wird von vier männ­li­chen Tän­zern in Röcken beglei­tet. Nein, kei­ne schot­ti­schen Kilts. Fal­ten­rö­cke. Dazu tra­gen sie weiß­la­ckier­te Sprin­ger­stie­fel und rosa­far­be­nen Jeans­jäck­chen. Sowie, zum Teil, Wol­le-Petri-Fri­su­ren. Ein fünf­ter Tän­zer in einem LED-Anzug läuft auch noch über die Büh­ne, wenn er nicht gera­de Kulis­sen schiebt. Denn die Ukrai­ner haben, wie letz­tes Jahr Blue, vier eige­ne, beweg­li­che LED-Wän­de mit­ge­bracht, auf denen zusätz­li­che Sche­men­bil­der tan­zen: die DJ-Bobo-Vari­an­te des Ver­suchs, die Sechs-Per­so­nen-Regel zu umge­hen. Nur cle­ve­rer gelöst. Also mal wie­der der bewähr­te Fron­tal­auf­griff auf die visu­el­le Auf­nah­me­fä­hig­keit der Zuschau­er, wohl in der Hoff­nung, von dem Umstand abzu­len­ken, dass Gay­ta­na – zumin­dest in der gest­ri­gen Pro­be – singt wie eine Kreis­sä­ge. Und wie ich die Zuschau­er ken­ne, wird das auch wie­der funk­tio­nie­ren.


Over­kill als Kon­zept­kunst: dar­in ist die Ukrai­ne gut!

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Ever­y­whe­re around the World (BG 2012)

Bul­ga­ri­en ist beim Grand Prix ja schon seit ein paar Jah­ren das neue Rumä­ni­en: seit die trans­syl­va­ni­schen Brü­der sich ver­stärkt däni­sier­tem Pär­chen-Pop zuwen­den, fül­len die Bul­ga­ren die vakan­te Stel­le des Euro­vi­si­ons-DJs aus. So auch dies­mal: mit Sofi Mari­no­va gewann heu­te Abend eine pro­mi­nen­te Ver­tre­te­rin des Chal­ga, der ört­li­chen Vari­an­te des beim Euro­vi­si­on Song Con­test bereits 2006 von der Kroa­tin Seve­r­i­na Vuč­ko­vić prä­sen­tier­ten, dan­ce­be­at­las­ti­gen Turbo­folks. Sie sieg­te übri­gens völ­lig zu Recht: als Ein­zi­ge (!) von 12 Vor­ent­schei­dungs­teil­neh­mern sang sie so, dass man sich als Hörer nicht vor Schmer­zen auf dem Boden wandt. Die Tele­vo­ter dank­ten es ihr, in dem sie Sofi, deren knap­pes Schei­tern bei der aller­ers­ten Vor­ent­schei­dung des Lan­des 2005 für tumult­ar­ti­ge Sze­nen und öffent­li­che Kor­rup­ti­ons­vor­wür­fe sorg­te, an die ers­te Stel­le wähl­ten. Noch vor ihrer Kol­le­gin DesiS­la­va und den Deep-Zone-Nach­fol­gern New5, wel­che die Jury­ab­stim­mung gewan­nen. Gute Wahl!

httpv://youtu.be/VurCPgXrkdg
Elpi­da hat ange­ru­fen und will ihr Kleid zurück: Sofi Mari­no­va

Wei­ter­le­senEver­y­whe­re around the World (BG 2012)

Per­len der Vor­ent­schei­dung: ers­ter Super­sams­tag

So, die Sai­son läuft auf vol­len Tou­ren, und wie jedes Jahr reagie­re ich auf die völ­li­ge Über­for­de­rung durch meh­re­re gleich­zei­tig lau­fen­de Vor­ent­schei­dungs­vor­run­den und die par­al­le­le Ver­öf­fent­li­chung von gefühlt 7 Mil­lio­nen Wett­be­werbs­bei­trä­gen mit Schock­star­re. Ich bit­te um Ver­ge­bung, aber ich erhe­be hier ja ohne­hin nicht den Anspruch, ein top­ak­tu­el­les ESC-News­blog zu sein (dazu fin­den Sie eine Aus­wahl viel kom­pe­ten­te­rer Sei­ten in mei­nen Links). Hier nun also der Ver­such, die Gescheh­nis­se der letz­ten Tage abzu­ar­bei­ten, begin­nend mit dem ver­gan­ge­nen Super­sams­tag.

httpv://youtu.be/GX11r20GbR0
Lie­be Kin­der: bit­te nicht zuhau­se nach­ma­chen! (Eliza­be­te Zagor­s­ka, LV)

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Per­len der Vor­ent­schei­dung: von popowa­ckeln­den Poli­zis­ten

Die Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2012 läuft auf vol­len Tou­ren: Zypern ist im Dis­co­schlam­pen­mo­dus, Däne­mark wild zum Sieg ent­schlos­sen, Litau­en setzt auf Mas­se und Irland fin­det kei­ne Geg­ner für Jed­ward. Aber das Wich­tigs­te zuerst: Gerüch­ten zufol­ge heißt der Bei­trag der bei der öster­rei­chi­schen Vor­ent­schei­dung erneut antre­ten­den, gran­dio­sen Bau­ern­dis­co­bur­schen Tracks­hit­taz: ‘Woki mit Deim Popo’. Und klingt so (Ach­tung, mise­ra­ble Sound­qua­li­tät, aber die Trash-Per­le ent­schä­digt dafür):

httpv://youtu.be/mIDbTbA3-O4
Kann das mal bit­te jemand deutsch unter­ti­teln? Ich ver­steh nur Popo! (AT)

Ich neh­me mei­ne geäu­ßer­ten Zwei­fel, ob Lukas Plöchl & Co. noch­mals so ein Brett wie ‘Oida taunz!’ hin­le­gen könn­ten, offi­zi­ell zurück. Spit­ze, Jungs! Sie rei­hen sich damit ein in ein euro­pa­wei­tes, beacht­li­ches Ange­bot an Uptem­po­songs – soll­te also Hoff­nung bestehen, dass 2012 kein jury­op­ti­mier­tes Schnarch­fest wird?

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Fang­fri­sche Musik­vi­de­os

Gut einen Monat liegt das Ende der Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2011 nun zurück. Zwi­schen­zeit­lich reich­ten eini­ge Län­der noch pro­fes­sio­nel­le Musik­vi­de­os nach, die ich Euch natür­lich nicht vor­ent­hal­ten möch­te. Da ist an vor­ders­ter Front Eric “Mar­quis de” Saa­de zu nen­nen, der in sei­nem (sehr düs­te­ren) Clip auf Micha­el Jack­sons Spu­ren wan­delt und die Geschich­te des Tanz­wett­be­werbs mit einer Stra­ßen­gang aus ‘Beat it’ nach­er­zählt. Nur, dass es in Erics Fas­sung nicht bei der sub­li­men Ver­la­ge­rung der Riva­li­tät zwi­schen Gut und Böse in den Tanz bleibt, son­dern er von den fie­sen Bul­lies gleich zu Anfang erst mal rich­tig die Fres­se poliert bekommt. Nichts für emp­find­li­che See­len also – die­je­ni­gen unter mei­nen Lesern, die ‘Popu­lar’ has­sen, wer­den die ers­ten 24 Sekun­den des Clips aber voll und ganz genie­ßen! Natür­lich lässt sich unser hel­den­haf­ter Eric auch durch eine blu­tig geschla­ge­ne Nase nicht ein­schüch­tern und ertanzt sich gegen alle Dro­hun­gen und Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che den Sieg (sowie – an die­ser Stel­le wird es unglaub­wür­dig – die Zunei­gung einer blon­den Bar­kee­pe­rin). Und macht so aus sei­nem sehr sim­pel gestrick­ten “Ich will reich und berühmt sein”-Lied­chen mit dem mar­kan­ten Zicke­za­cke-zicke­za­cke-hoi-hoi-hoi-Beat geschickt eine Hym­ne gegen Unter­drü­ckung. Bra­vo!


PG: gleich zu Anfang gibt’s was auf die Nuss für unse­ren Eric

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She’s a Copy­cat (BG 2011)

Aus einem reich­hal­ti­gen Ange­bot von 19 glei­cher­ma­ßen kata­stro­phal schlecht live gesun­ge­nen Bei­trä­gen, die von Schwe­den­schla­ger über Eth­no­pop und Hard­rock bis hin zu einer auf­ge­dun­se­nen bul­ga­ri­schen Nina Hagen gin­gen, such­te sich das Bal­kan­land mit über­ein­stim­men­der Jury- und Zuschau­er­mehr­heit den belang­lo­ses­ten Titel her­aus: eine in den Ohren und Augen schmer­zen­de, bil­li­ge Pink-Kopie namens Pol­ly Gene­va. Nun ja, so spart man die teu­ren Hotel­kos­ten in Düs­sel­dorf!

httpv://www.youtube.com/watch?v=UtSd_N2QokM
Hat einen Ohren­schutz dabei, falls es zu schlimm wird mit dem eige­nen Song: Pol­ly

Wei­ter­le­senShe’s a Copy­cat (BG 2011)