Schlagwort: Camillo Felgen

1962, Die Sechziger, ESC Finale, Unsere Lieblinge

ESC 1962: Ring a tipi tii ding

Luxemburg gilt im Allgemeinen als finanziell wohlsituierte europäische Steuerfluchtoase. Um so merkwürdiger muteten die anhaltenden Stromschwankungen und mehrfachen Lichtausfälle im RTL-Auditorium während der Grand-Prix-Übertragung von 1962 an, die den Zuschauer/innen infrastrukturell eher den Eindruck eines Dritte-Welt-Landes (oder der heutigen USA) vermittelten. Wohl auch, um Kosten zu sparen, gestaltete der Sender des Großherzogtums den Ablauf der Show ziemlich zügig, die Lieder folgten fast nahtlos aufeinander. Das Anziehen des Tempos übertrug sich in wohltuender Weise ebenfalls auf das senderseitig gestellte, erstaunlich druckvoll und präzise aufspielende Orchester. Fast konnte man den Eindruck gewinnen, Rhythmusinstrumente wie das Schlagzeug seien in diesem Jahr erst erfunden worde...
1960, Die Sechziger, ESC Finale, Jurys sind Wichser

ESC 1960: I shall die, die, die

Es ist ein offenes Eurovisionsgeheimnis: nicht alle Delegationsleiter/innen freuen sich, wenn ihre Künstler/in den Grand Prix gewinnt! Schließlich verbindet sich beim Song Contest mit dem Sieg die feste Erwartung, im nächsten Jahr die Show zu organisieren, womit massive Kosten auf die betroffene TV-Station zukommen. Heutzutage wird ein kleinerer Anteil davon durch die Startgebühren der einzelnen Länder aufgefangen, doch in den Anfangsjahren musste die ausrichtende Rundfunkanstalt die Sendung finanziell noch komplett alleine stemmen. Den Niederländern, die 1959 zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren gewonnen hatten, ging Sparsamkeit über Nationalstolz: sie sagten schlicht "nee". Selbstlos sprang (übrigens nicht zum letzten Mal) die BBC ein, was nicht nur am üppigeren pekuniären Polster...