Schwei­zer Vor­ent­scheid 1961: Der Rüber­ma­cher

Seit Anbe­ginn der Grand-Prix-Zeit­rech­nung, also seit 1956, nahm der in Genf als Rolan­do Bonar­del­li gebür­ti­ge Enter­tai­ner Jo Roland nun bereits durch­gän­gig am schwei­ze­ri­schen Vor­ent­scheid teil, oft­mals mit gleich meh­re­ren Bei­trä­gen. Und das stets erfolg­los: kein ein­zi­ges Mal soll­te der im Hei­mat­land als Sän­ger und Show­mas­ter durch­aus belieb­te Roland das ESC-Ticket errin­gen. Also reich­te Jo das von sei­nen Eid­ge­nos­sen heu­er so schnö­de zurück­ge­wie­se­ne Chan­son ‘Nous deux’ (‘Wir zwei’) eben beim Inter­na­tio­na­len Song­fes­ti­val im pol­ni­schen Sopot ein, das just im Som­mer 1961 Pre­miè­re fei­er­te. Und dort, im sozia­lis­ti­schen Aus­land, schätz­te man den zu Hau­se Ver­schmäh­ten: Roland gewann (!) die Erst­aus­ga­be des lang­le­bi­gen Lie­der­wett­strei­tes, wel­cher im Rah­men des Sowjet-Sen­der­bun­des Inter­vi­si­on ab 1977 für eine kur­ze Zeit den sozia­lis­ti­schen Gegen­ent­wurf zum Euro­vi­si­on Song Con­test bil­den soll­te. Beim hel­ve­ti­schen Vor­ent­scheid 1961 fei­er­te man indes lie­ber ita­lie­ni­sche Wochen: es fan­den sich (bis auf Roland) aus­schließ­lich italo­phi­le Namen im Line-up.

Was die Polen aller­dings an die­ser Song-Sül­ze fan­den, bleibt mir ein Rät­sel: Jo Roland in Sopot.

Wei­ter­le­senSchwei­zer Vor­ent­scheid 1961: Der Rüber­ma­cher

San-Remo-Fes­ti­val 1957: Kein Ent­kom­men

Rin in die Kar­tof­feln – raus aus die Kar­tof­feln: hat­te man 1956 beim San-Remo-Fes­ti­val (SRF), dem als ita­lie­ni­schem Vor­ent­scheid genutz­ten ligu­ri­schen Musik­fes­ti­val, die gro­ßen Namen raus­ge­wor­fen, um dem Nach­wuchs eine Chan­ce zu geben, so erklär­te der ver­ant­wort­li­che Sen­der Rai die­ses Expe­ri­ment auf­grund des gerin­gen öffent­li­chen Zuspruchs schnell als geschei­tert und hol­te bereits 1957 die Stars wie­der zurück. Es gab zwei Semi­fi­na­le mit jeweils zehn Titeln, die Hälf­te davon kam ins sams­täg­li­che Fina­le (das Kon­zept kommt uns heu­te sehr bekannt vor, nicht wahr?). Aller­dings wur­de jedes Lied gleich zwei Mal von ver­schie­de­nen Künstler/innen unter­schied­lich inter­pre­tiert, eine in den Anfangs­jah­ren des Wett­be­werbs weit ver­brei­te­te und auch von ande­ren Län­dern kopier­te Her­an­ge­hens­wei­se. Den­noch bewer­te­ten die Jurys in der End­ab­stim­mung nur den Song und nicht den Sän­ger.

Da läuft der Schmalz liter­wei­se aus dem Laut­spre­cher: Clau­dio Vil­la mit dem San-Remo-Sie­ger­lied.

Wei­ter­le­senSan-Remo-Fes­­ti­val 1957: Kein Ent­kom­men