Schlagwort: Claudio Villa

IT 1962, 1967; Vor­ent­scheid IT 1956, 1957, 1958, 1962, 1963, 1966, 1967.
Der als Clau­dio Pica gebo­re­ne Vil­la (1926–1987) ver­trat sein Land zwei Mal beim Euro­vi­si­on Song Con­test. Er nahm drei­zehn Mal am San-Remo-Fes­ti­val teil und konn­te vier Sie­ge errin­gen. Der “Reuc­cio” (König) der ita­lie­ni­schen Schnul­ze, der ins­ge­samt rund 3.000 Lie­der auf­nahm, wirk­te auch in zahl­rei­chen Schla­ger­fil­men mit.

San­re­mo 1967: Du, wenn ich dich ver­lier’
1967, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen, Jurys sind Wichser, Schwules

San­re­mo 1967: Du, wenn ich dich ver­lier’

Gleich in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich war das sich gewissermaßen im Höhenflug befindliche (und unsanft landen sollende) San-Remo-Festival (SRF) im Jahre 1967. Das galt zum einen für den schieren Umfang des Wettbewerbs: 30 Lieder gingen in den beiden Vorrunden ins Rennen, jedes von zwei verschiedenen Interpret:innen dargeboten, was (aufgrund einiger weniger Dopplungen) die Gesamtteilnehmerzahl auf nie wieder erreichte 55 Acts hochtrieb. Um die schiere Masse überhaupt noch bewältigen zu können, lagerte man die Auftritte der immer zahlreicher werdenden Bands vom Festsaal des städtischen Casinos in einen dortigen Nebenraum aus. Der Anteil der internationalen Stargäste lag zwar etwas niedriger als sonst, dafür konnte die Rai jedoch mit echten Hochkarätern aufwarten: neben der stilisti...
San-Remo-Fes­ti­val 1966: Rebel Yell
1966, Die Sechziger

San-Remo-Fes­ti­val 1966: Rebel Yell

Dass beim typischen Italiener schnell die Emotionen hochkochen, ist ein nur all zu bekanntes Klischee, welches sich bei dem auch im Jahre 1966 erneut als Grand-Prix-Vorentscheidungsverfahren genutzten San-Remo-Festival (SRF) mal wieder auf das Schönste bestätigte. Wie damals üblich, ließen die Veranstalter alle Wettbewerbsbeiträge von zwei verschiedenen Künstler:innen interpretieren. Dabei hatte die Rai in den beiden Vorjahren neben den heimischen Sänger:innen jeweils einen internationalen Star als Zweitbesetzung der Lieder zwingend vorgeschrieben, was für extrem glanzvolle Veranstaltungen mit hochkarätigen Namen sorgte. Nach diversen Protesten beließ man es jedoch senderseits diesmal bei einer entsprechenden unverbindlichen Empfehlung. Was zur Folge hatte, dass die Zahl der internationa...
San-Remo-Fes­ti­val 1963: A Cock in a Frock on a Rock
1963, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1963: A Cock in a Frock on a Rock

Italiens berühmtester TV-Moderator, der Gameshow-Gastgeber Mike Bongiorno (nein, kein Künstlername: der hieß wirklich so!), übernahm ab 1963 für eine komplette Dekade, die aus heutiger Sicht aufgrund der Einschaltquoten als die goldene Ära des San-Remo-Festivals gilt, die Aufgabe des Conferenciers beim ligurischen Liederwettstreit. Lustiger Wikipedia-Fakt: der Autor Umberto Eco sah in Signor Gutenmorgen, der schon 1954 beim Sendestart der Rai mit an Bord war und bis zu seinem Tode im Jahre 2009 im TV auftrat, das "Abbild der Beschränkheit" der Zuschauer:innen, der seinen Erfolg alleine der Tatsache verdanke, "dass aus jeder Handlung und jedem Wort eine absolute Mittelmäßigkeit spricht". Warum nur muss ich spontan an Jörg Pilawa denken und an Markus Lanz? Bongiorno jedenfalls, der noch an...
<span class="caps">ESC</span> 1962: Ring a tipi tii ding
1962, Die Sechziger, ESC Finale, Unsere Lieblinge

ESC 1962: Ring a tipi tii ding

Luxemburg, das 1962 als Gastgeber für den Eurovision Song Contest fungierte, gilt im Allgemeinen als finanziell wohlsituierte europäische Steuerfluchtoase. Um so merkwürdiger muteten die anhaltenden Stromschwankungen und mehrfachen Lichtausfälle im RTL-Auditorium während der Grand-Prix-Übertragung an, die den Zuschauer:innen infrastrukturell eher den Eindruck eines Dritte-Welt-Landes (oder der heutigen USA) vermittelten. Wohl auch, um Kosten zu sparen, gestaltete der Sender des Großherzogtums den Ablauf der Show ziemlich zügig, die Lieder folgten fast nahtlos aufeinander. Das Anziehen des Tempos übertrug sich in wohltuender Weise ebenfalls auf das senderseitig gestellte, erstaunlich druckvoll und präzise aufspielende Orchester. Fast konnte man den Eindruck gewinnen, Rhythmusinstrumente w...
San-Remo-Fes­ti­val 1962: Sag mir quan­do, sag mir wann
1962, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1962: Sag mir quan­do, sag mir wann

Die ungebrochene Popularität des auch als Eurovisionsvorentscheid fungierenden italienischen Liederfestivals von San Remo sorgte im zwölften Jahr seines Bestehens trotz Störfeuer vonseiten der Musikindustrie für einen außergewöhnlich starken Zulauf von Bewerber:innen, und so stockten die Veranstalter die beiden Vorrunden auf insgesamt 32 Titel auf, dargeboten von jeweils zwei verschiedenen Künstler:innen. Dem staatlichen Sender Rai wurde das zu viel: er beschränkte die TV-Übertragung auf eine Stunde (!) vom Finalabend und eine kurze Zusammenfassung der aufgrund des Abstimmungsverfahrens erst eine Woche später stattfindenden Siegerehrung. Das mag man sich heutzutage, wo die Rai in der Festivalwoche praktisch 26 Stunden täglich sein Programm mit Sanremo-Content füllt, kaum noch vorstellen....
San-Remo-Fes­ti­val 1959: Ver­span­nun­gen im Vati­kan
1959, Die Fünfziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1959: Ver­span­nun­gen im Vati­kan

Erfolg gebiert meist noch mehr Erfolg: nachdem 'Volare', der Vorjahressiegertitel des San-Remo-Festivals, in zahllosen Coverversionen weltweit die Hitparaden erobert hatte, wuchs die Zuschauer:innenzahl der diesjährigen, wiederum als Grand-Prix-Vorentscheid genutzten Festspiele des italienischen Canzone, die per Eurovision erneut in etlichen europäischen Ländern zur Ausstrahlung gelangte, auf geschätzte 20 Millionen. Auch in der ligurischen Kurstadt, so weiß Wikipedia zu berichten, stürmten Fans die Hotels und das städtische Kasino, in welchem der Wettbewerb damals stattfand. Der Rummel forderte mit San-Remo-Star Claudio Villa gar ein Opfer: renitente Autogrammjäger:innen belagerten ihn so hart, dass er sich eine Verrenkung der Schulter zuzog. Im Wettstreit mit alten und neuen Konkurrent...
San-Remo-Fes­ti­val 1958: Heu­te blau und mor­gen blau
1958, Die Fünfziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1958: Heu­te blau und mor­gen blau

Er sollte einen unsterblichen Welthit hervorbringen, dieser Jahrgang des San-Remo-Festivals, das erneut als italienische Eurovisionsvorentscheidung fungierte. Der bislang auch für die Inhalte zuständige Staatssender Rai legte die Organisation des Wettbewerbs nunmehr vollständig in die Hände des Tourismusbüros der ligurischen Kurstadt - schließlich verfolgte der festliche Event in erster Linie den Zweck der Fremdenverkehrswerbung - und beschränkte sich auf die Übertragung der Show. Inhaltlich blieb jedoch alles beim Alten: erneut gab es zwei Vorrunden mit je zehn Liedern, die jeweils von zwei meist arrivierten Künstler:innen unterschiedlich interpretiert wurden. Zehn davon schafften es ins Finale am Samstag. Darunter auch eine eingängige, ohrwurmhafte Melodie namens 'Nel blu dipinto di bl...
San-Remo-Fes­ti­val 1957: Kein Ent­kom­men
1957, Die Fünfziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1957: Kein Ent­kom­men

Das wohlmeinende Experiment war gescheitert: hatte man 1956 beim San-Remo-Festival, dem auch als italienischen Vorentscheid genutzten ligurischen Musikfestival, die etablierten Sänger:innen mit den großen Namen außen vor gehalten, um dem musikalischen Nachwuchs eine Chance zu geben, so holte der verantwortliche Sender Rai aufgrund des ausgesprochen geringen öffentlichen Zuspruchs bereits ein Jahr später die Stars wieder zurück. Es gab zwei Vorrunden mit jeweils zehn Titeln, von denen sich jeweils die Hälfte per Jury-Entscheid für das samstägliche Finale qualifizierte. So jedenfalls die Planung. Tatsächlich flog in den Semis in letzter Sekunde noch das Lied 'La cosa più bella' heraus, da es sich herausstellte, dass davon verbotenerweise bereits vor dem Wettbewerb eine Plattenaufnahme exis...
San-Remo-Fes­ti­val 1956: Die Wur­zel alles Guten
1956, Die Fünfziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1956: Die Wur­zel alles Guten

Auch wenn sich sowohl Irland - die Nation mit den meisten Grand-Prix-Siegen - als auch die Schweiz gerne mal den selbst verliehenen Titel "Heimat des Eurovision Song Contest" an die Brust heften, so steht die kulturelle Wiege unseres Lieblingsevents tatsächlich in Italien. Genauer gesagt in der ligurischen Kurstadt San Remo: dort fand im Februar 1951 erstmalig das Festival della Canzone italiana statt, ein nationaler, von Anfang an live im Radio übertragener Liederwettstreit, der im Lande rasch eine hohe Gunst genoss. Bereits mit ihrer fünften Ausgabe brachte das italienische Staatsfernsehen Rai im Jahre 1955 die im deutschsprachigen Raum als San-Remo-Festival bekannte Veranstaltung auch auf die Bildschirme. Just also zu jener Zeit, da die 1950 im schweizerischen Genf gegründete European...