Con­chi­ta Wurst: “Ich bin HIV-posi­tiv”

In einem Insta­gram-Pos­ting oute­te sich die Sie­ge­rin des Euro­vi­si­on Song Con­test 2014, Con­chi­ta Wurst, heu­te als posi­tiv. Wurst erläu­tert: “Heu­te ist der Tag gekom­men, mich für den Rest mei­nes Lebens von einem Damo­kles­schwert zu befrei­en: ich bin seit vie­len Jah­ren HIV-posi­tiv. Das ist für die Öffent­lich­keit eigent­lich irrele­vant, aber ein Ex-Freund droht mir, mit die­ser pri­va­ten Infor­ma­ti­on an die Öffent­lich­keit zu gehen, und ich gebe auch in Zukunft nie­man­dem das Recht, mir Angst zu machen und mein Leben der­art zu beein­flus­sen”. Sie habe ihren Sta­tus bis­lang auch mit Rück­sicht auf ihre Fami­lie nicht kom­mu­ni­ziert, die sie aber jeder­zeit “bedin­gungs­los unter­stützt” habe. Nach eige­ner Aus­sa­ge befin­det sie sich seit der Dia­gno­se in medi­zi­ni­scher Behand­lung und liegt “seit vie­len Jah­ren unter­bre­chungs­frei unter der Nach­weis­gren­ze”, ist “damit also nicht in der Lage, den Virus wei­ter zu geben”. Die öster­rei­chi­sche Grand-Prix-Kai­se­rin hof­fe nach eige­nen Wor­ten, mit ihrem Com­ing Out “Mut zu machen und einen wei­te­ren Schritt zu set­zen gegen die Stig­ma­ti­sie­rung von Men­schen, die sich durch ihr eige­nes Ver­hal­ten oder aber unver­schul­det mit HIV infi­ziert haben”. Und auch, wenn ich immer dach­te, dass ich die vor­bild­li­che Wurst nicht noch stär­ker lie­ben und respek­tie­ren könn­te als nach ihrem Euro­vi­si­ons­sieg: heu­te hat sie mir bewie­sen, dass das geht!

Unbeug­sam und nicht klein­zu­krie­gen: die tol­le ♥ Con­chi­ta.

Öster­reich will kei­ne gro­ßen Töch­ter: Con­chi­ta Wurst aus­ge­buht

Wie das Gra­tis­blatt heu­te berich­tet, muss­te sich die Sie­ge­rin des Euro­vi­si­on Song Con­test 2014, Con­chi­ta Wurst, bei einem Auf­tritt im Rah­men­pro­gramm der Beach­vol­ley­ball-WM auf der Wie­ner Donau­in­sel am ver­gan­ge­nen Sams­tag neben Applaus auch deut­li­che Buh­ru­fe gefal­len las­sen, als sie die Natio­nal­hym­ne des Alpen­staa­tes in der seit fünf Jah­ren gül­ti­gen, gen­der­ge­rech­ten Fas­sung sang: einst­mals aus­schließ­lich die “Hei­mat gro­ßer Söh­ne”, fin­den in der seit dem 1. Janu­ar 2012 offi­zi­ell ver­ab­schie­de­ten aktu­el­len Ver­si­on nun auch die “Töch­ter” des Lan­des Erwäh­nung, was vie­le Tra­di­tio­na­lis­ten auch heu­te noch immer in Wal­lung zu brin­gen scheint. Und obwohl selbst der bis­lang eher durch eine extrem kon­ser­va­ti­ve Welt­sicht auf­ge­fal­le­ne Volks­mu­sik-Kotz­bro­cken Andre­as Gaba­lier, der in der Ver­gan­gen­heit sei­ne Fans noch auf­ge­for­dert hat­te, die Hym­ne stets in der alten Fas­sung zu sin­gen, seit den der­zei­ti­gen Erfol­gen der öster­rei­chi­schen Fuß­ball­frau­en bei der EM kon­ze­diert: “Hei­mat seid’s ihr gro­ßer Töch­ter. Des muass ma jetzt wirk­lich amol sogn,” leh­ne nach einer von heu­te pas­send zum Vor­fall zitier­ten aktu­el­len Mei­nungs­um­fra­ge eine Mehr­heit von 55% der Alpenländler/innen das Gen­dern in der Spra­che ab – acht Pro­zent­punk­te mehr als noch 2014. Selbst unter den reprä­sen­ta­tiv befrag­ten Frau­en wol­len 47% im Sprach­ge­brauch lie­ber unsicht­bar blei­ben. Man kann sich schon des Ein­drucks nicht erweh­ren, dass die hei­mi­schen Alpen – so land­schaft­lich reiz­voll sie auch sein mögen – ihren Bewohner/innen auch den geis­ti­gen Hori­zont ver­stel­len…

Die hel­din­nen­haf­te Con­chi­ta.

Deutsch­land 2017: hel­lo last Place, my old Fri­end

Der NDR lernt es ein­fach nie. Zehn Kom­bi­na­tio­nen von Künstler/in und Song wären bei Unser Song 2017 heu­te Abend theo­re­tisch mög­lich gewe­sen, mit zwei­en davon hät­ten wir unter Umstän­den in Kiew mehr als null Punk­te holen kön­nen: ‘Wild­fire’ in der fröh­li­chen Uptem­po­ver­si­on von Feli­cia Lu Kür­biß, die sie aber erst gar nicht vor­stel­len durf­te, weil sie sich den fal­schen Cover-Song für die Vor­stel­lungs­run­de aus­ge­sucht hat­te, und ‘Per­fect Life’ in der Fas­sung von von Axel Fei­ge. Bei­de blie­ben auf­grund des abso­lut alber­nen Aus­wahl­ver­fah­rens jedoch unter­wegs auf der Stre­cke. Statt­des­sen bestritt Levina Lueen allei­ne mit bei­den Titeln das völ­lig anti­kli­ma­ti­sche Super­fi­na­le, und dass es am Ende mit 69% der abge­ge­be­nen Zuschau­er­stim­men ‘Per­fect Life’ wur­de, spiel­te dann schon kei­ne Rol­le mehr. Denn bei aller berech­tig­ten Begeis­te­rung über die wirk­lich her­vor­ra­gen­de stimm­li­che Leis­tung der blon­den Bon­ne­rin (die natür­lich auch des­we­gen so glänz­te, weil die drei ande­ren Küken, die wie aus der Mini Play­back Show ent­lie­hen wirk­ten, ihr nicht das Was­ser rei­chen konn­ten): musi­ka­lisch ebne­te sie bei­de Songs, sowohl den ursprüng­lich flot­ten Pop­ti­tel ‘Wild­fire’ als auch das als kan­ti­ge Bond-Bal­la­de gedach­te ‘Per­fect Life’, zu ein­heit­li­chem, töd­lich lang­wei­li­gen Mid­tem­pos­eich ein, der mich per­sön­lich null erreich­te. Den ers­ten inter­na­tio­na­len Fan-Reak­tio­nen in den ein­schlä­gi­gen Foren zufol­ge übri­gens auch die Men­schen außer­halb Deutsch­lands nicht. Wir kön­nen uns also schon mal auf ein neu­er­li­ches Ren­dez­vous mit unse­rem alt­be­kann­ten Freund, dem letz­ten Platz im Fina­le, ein­stel­len.

Per­fek­tes Hin­ter­grund­ge­du­del fürs Ein­kaufs­ra­dio, aber kein ESC-Sie­ger: der deut­sche Bei­trag 2017

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Aus­tra­li­en 2016: I’m a Daim from Down Under

Auch im zwei­ten Jahr ihrer Teil­nah­me bleibt die ehe­ma­li­ge bri­ti­sche Kolo­nie Aus­tra­li­en ihrer Linie treu und schickt eine intern aus­ge­wähl­te, beim Bran­chen­rie­sen Sony unter Ver­trag ste­hen­de, ehe­ma­li­ge Cas­ting­show-Sie­ge­rin mit asia­ti­schem Migra­ti­ons­hin­ter­grund zum Euro­vi­si­on Song Con­test. Wie Unse­re Bär­ti­ge Dame vom Grand Prix, Con­chi­ta Wurst (AT 2014), heu­te Vor­mit­tag mit­tel­eu­ro­päi­scher Zeit bei einem Gig in Syd­ney öffent­lich ver­kün­den durf­te, ver­tritt die 27jährige, offen­bar von buch­sta­bier­schwa­chen, auf Scho­ko­rie­gel fixier­ten Eltern getauf­te Dami Im den fünf­ten Kon­ti­nent in Stock­holm. Sie gewann 2013 die fünf­te Staf­fel von X-Fac­tor und lan­de­te mit ihrem Sie­ger­song ‘Ali­ve’ einen Num­mer-Eins-Hit. Auch ihre Nach­fol­ge­sin­gles konn­ten sich noch gut in den aus­tra­li­schen Charts plat­zie­ren. Damis Vor­gän­ger Guy Sebas­ti­an, selbst ein Idol-Gewächs, saß übri­gens bis zum Jahr vor Damis X-Fac­tor-Teil­nah­me dort in der Jury, wohin er auch 2016 zurück­kehrt. Wäh­rend er über malay­si­sche Wur­zeln ver­fügt, zog Dami mit neun Jah­ren von Süd­ko­rea nach Aus­tra­li­en. Einer kur­zen You­tube-Sich­tung nach ver­fügt sie über eine star­ke Stim­me, teilt aber die Unart so vie­le ihrer Kol­le­gin­nen, das von ihr dar­ge­bo­te­ne Lied­gut, ins­be­son­de­re bei Cover­ver­sio­nen, nicht im Sin­ne sei­nes emo­tio­na­len Inhalts zu inter­pre­tie­ren, son­dern ledig­lich als Vor­la­ge für mög­lichst beein­dru­cken­de Vokal­akro­ba­tik zu miß­brau­chen. Wie man bei­spiels­wei­se an der schreck­li­chen ‘Jole­ne’-Akus­tik-Ver­si­on hören kann, dem auch im Pau­sen­pro­gramm von Unser Lied für Stock­holm von den Com­mon Lin­nets dar­ge­bo­te­nen Dol­ly-Par­ton-Klas­si­ker, bei dem ihr im Gegen­satz zu Ilse DeLan­ge jedes Gefühl für die Dra­ma­tik der Text­zei­len abgeht. Aber las­sen wir uns (im Zwei­fel posi­tiv) über­ra­schen: Frau Ims Euro­vi­si­ons­bei­trag soll am 11. März 2016 ver­öf­fent­licht wer­den. So oder so: schön, dass das Land wie­der dabei ist!

Die Infor­mel­le Mit­ar­bei­te­rin Dami (AU, Reper­toire­bei­spiel)

Enchan­tée d’Autriche: die Ösis geben uns Zucker!

Es war der Abend der Braut­klei­der beim heu­ti­gen Alpen­vor­ent­scheid: fast alle Sän­ge­rin­nen gin­gen in Hoch­zeits­ro­be an den Start bei Wer singt für Öster­reich? Zwei von ihnen stan­den sich am Ende im Super­fi­na­le gegen­über, und im Gegen­satz zum Vor­jahr, wo sie die put­zi­ge Band­lea­der­toch­ter auf den drit­ten Rang ver­bann­ten und so ihr Null-Punk­te-Schick­sal besie­gel­ten, ent­schie­den sich die Zuschauer/innen dies­mal aus­nahms­wei­se rich­tig und wähl­ten Zoë Straub zu ihrer Reprä­sen­tan­tin. Die auch wohl­weis­lich aus den Feh­lern des Vor­jah­res gelernt hat­te und ihr char­man­tes Chan­son ‘Loin d’ici’ dies­mal kom­plett in fran­zö­si­scher Spra­che vor­trug (2015 ver­darb sie sich noch durch einen Wech­sel ins Eng­li­sche selbst die Chan­cen). Ihr Auf­tritt erin­ner­te optisch ein wenig an Flor-de-Lis (PT 2009): elfen­gleich stand sie vor einem Pop-Art-bun­ten Wie­sen­hin­ter­grund, der wohl auch durch die zahl­rei­chen Zau­ber­pil­ze inspi­riert gewe­sen sein dürf­te, die im Lau­fe der drei Minu­ten an uns vor­bei­zo­gen. Drei Minu­ten, wel­che die arme Zoë auf dem vom Büh­nen­ne­bel ver­deck­ten Lauf­band absol­vie­ren muss­te. Half aber: es unter­stütz­te optisch den Schwung des zucker­sü­ßen Gute-Lau­ne-Lied­chens, mit dem der Final­ein­zug für unse­re Lieb­lings­nach­barn gesi­chert ist. Hur­ra!

Ich kann mich gar nicht ent­schei­den, ist alles so schön bunt hier!

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: mund­ge­schäl­te Bana­nen aus Isra­el

Frü­her ein­mal stand das eng­li­sche Wört­chen “gay” sowohl für “schwul”, als auch – im Ori­gi­nal­sin­ne – für “fröh­lich”. Das scheint lan­ge her: mitt­ler­wei­le hat sich bei vie­len Berufs­ho­mos lei­der eine nerv­tö­ten­de Humor­lo­sig­keit breit gemacht, wie sich am Bei­spiel der gera­de lau­fen­den israe­li­schen Vor­ent­schei­dung Rising Star zeigt. Dort kam der jun­ge Künst­ler Maor Gam­liel eine Run­de wei­ter, mit einem Song, der sich nach mei­nem Emp­fin­den in freund­schaft­lich-necken­der Wei­se über einen Schrank­schwu­len lus­tig macht. ‘Moshi­ko’, so der Name des titel­ge­ben­den Homos, “liebt Ärsche”, “treibt kei­nen Sport”, hält sich aber stän­dig im Umklei­de­raum auf, “lässt die Sei­fe fal­len”, “schält Bana­nen mit dem Mund” und soll­te sich end­lich outen, for­dert Maor. Denn, auch so heißt es im Song­text, “schwul ist cool” und es “gibt kein falsch oder rich­tig”. Letz­te­res sah der israe­li­sche Schwu­len- und Les­ben­ver­band jedoch anders und rief zu offi­zi­el­len Beschwer­den über die Aus­strah­lung des Titels im Fern­se­hen auf. Erfolg­reich: 200 Kla­gen gin­gen bei der zustän­di­gen Pro­gramm­be­hör­de ein, die den Fall nun prüft, wie die bri­ti­schen Pink News heu­te berich­ten.

Lus­tig oder ver­let­zend? Maor sorgt für Kon­tro­ver­sen

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Schlech­te Wurst-Par­odie sorgt für Kon­tro­ver­se

Nach­ah­mung ist die höchs­te Form der Aner­ken­nung”, die­ses Zitat wird Oscar Wil­de zuge­schrie­ben. Ob das auf den vor­lie­gen­den Fall zutrifft, dar­über kann man sich strei­ten. Wie esc­to­day heu­te berich­te­te, ging vor weni­gen Tagen im fran­zö­si­schen Fern­se­hen im Rah­men einer Sati­re­sen­dung ein Video­clip des Come­di­ans Flo­rent Pey­re über den Sen­der, in dem er sich als Con­chi­ta Wurst ver­klei­det und auch eini­ge Sze­nen ihres Clips zu ‘Rise like a Phoe­nix’ zitiert. Als musi­ka­li­sche Vor­la­ge für sei­ne Par­odie nutz­te er das Lied ‘Color Gita­no’ des fran­zö­si­schen Top-Stars Kendji Girac, der bis vor weni­gen Wochen noch gerüch­te­wei­se selbst als mög­li­cher (Wunsch-)Vertreter der Grand Nati­on gehan­delt wur­de, aber zwi­schen­zeit­lich absag­te. Den Text arbei­te­te Pey­re, der unter dem Namen Kendji Wurst auf­trat, in mäßig bis gar nicht lus­ti­ge Zei­len  wie “C’est une façon de voir la vie, avec des seins et un zizi” (“Es ist eine Art, das Leben zu sehen, mit Brüs­ten und einem Pul­ler”) um. Als Stein des Ansto­ßes erwies sich aber ins­be­son­de­re der Song­ti­tel ‘Tra­ve­lo’.

Eine trans­pho­be Hom­mage?

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A Touch too much: das Fina­le 2015

Okay, ich geb’s zu: sie kommt ein biss­chen spät, die­se Bespre­chung. Direkt nach dem Fina­le im Mai ging das Buch vor und danach brauch­te ich erst mal ein biss­chen Abstand. Mit eben die­sem Abstand habe ich mir nun, mehr als zwei Mona­te nach dem eigent­li­chen Event, die TV-Auf­zeich­nung des von mir live besuch­ten Jubi­lä­ums-Con­tests ange­schaut. Und prompt stell­te es sich wie­der ein: die­ses schon ihn Wien sehr sub­til vor­han­de­ne Gefühl, dass es des Guten ein­fach irgend­wie zu viel war. Zu viel von allem: zu viel Sen­dung (geschla­ge­ne vier Stun­den ging die Show dies­mal), zu vie­le Lie­der (27, so vie­le wie noch nie zuvor im Fina­le), zu vie­le Mode­ra­to­rin­nen (“Drei­ein­halb”, wie es Bar­ba­ra Schö­ne­ber­ger in der Anmo­de­ra­ti­on der deut­schen Punk­te­ver­ga­be so neckisch zusam­men­fass­te), zu viel LED-Hin­ter­grund­ani­ma­tio­nen, viel zu vie­le Bal­la­den (der unheil­vol­le Ein­fluss der Jurys), zu viel Pomp, zu viel Schwer­mut (als stän­dig wie­der­keh­ren­de The­men domi­nier­ten Krieg, inne­re Dämo­nen und dunk­le Geheim­nis­se), zu viel cle­ve­re Cho­reo­gra­fie, zu viel Poli­tik, zu viel beschwo­re­ne hei­le Welt und Gemein­schafts­ge­fühl. Jedes davon für sich genom­men groß­ar­tig, gut gemacht, unter­halt­sam und erfreu­lich, und doch blieb in der Sum­me eine so merk­wür­di­ge wie unbe­stimm­te Mischung aus Über­sät­ti­gung und leich­ter Ent­täu­schung. Viel­leicht durch nichts so gut illus­triert wie durch den offi­zi­el­len Sie­ger­ti­tel.

Wie­so trug das Zei­chen­trick­männ­chen eine Hit­ler­fri­sur? War das der besun­ge­ne “Dämon” in Mon­zis See­le? (SE)

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Schwe­den 2015: We are the Peop­le with Sand

Es war das anti­zi­pier­te Ergeb­nis, viel­leicht sogar noch deut­li­cher als erwar­tet: der sehr selbst­ver­lieb­te, aber auch sehr hübsch anzu­schau­en­de Måns Zelmerlöw gewann heu­te Abend die wich­tigs­te Vor­ent­schei­dung der Sai­son, das schwe­di­sche Melo­di­fes­ti­va­len, mit dem Mus­ter­bei­spiel eines per­fek­ten Pop­songs: ‘Heroes’ bie­tet einen sanf­ten, leicht coun­tryes­ken Ein­stieg; einen süf­fi­gen, sofort ein­gän­gi­gen Refrain; abso­lu­te Mit­sing­bar­keit; ein gefäl­li­ges The­ma, sogar mit ganz lei­sen, dunk­len Unter­tö­nen für den Anspruch; uptem­po­rä­re Tanz­bar­keit (das dürf­te im Euro­club min­des­tens ein­mal die Stun­de lau­fen) und eine gran­dio­se Show. Eine so ein­drück­li­che Show übri­gens, dass sie noch für Debat­ten sor­gen dürf­te, ob die Zuschau­er für Måns oder die zum Ver­lie­ben nied­li­chen Zei­chen­trick-Hein­zel­männ­chen anrie­fen, mit denen er per­fekt inter­agier­te. Unwill­kür­lich fühlt man sich an Mika New­ton (UA 2011) erin­nert, die Sän­ge­rin mit der Sand­ma­le­rin, die in Düs­sel­dorf bei den Pro­ben Anke Engel­ke zu der Par­odie ‘We are the Peop­le with Sand and we draw the Sand’ hin­riss. Doch das ist Quatsch, in mehr­fa­cher Hin­sicht.

Måns zum Rum­sau­en, die Hein­zel­männ­chen zum Sau­ber­ma­chen: per­fekt!

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Öster­reich 2015: They’re beau­ti­ful

Öster­reich bleibt dem Bart treu: drei extrem gut aus­se­hen­de jun­ge Her­ren, alle­samt mit schmü­cken­der Gesichts­be­haa­rung aus­ge­stat­tet, tre­ten in Wien die Nach­fol­ge von Con­chi­ta Wurst (als Reprä­sen­tan­tin Aus­tri­as) an. Zu mei­nem gro­ßen Bedau­ern tun das The Mak­e­makes, so der Name der heu­te Abend sieg­rei­chen Band, mit einer pia­no­las­ti­gen, in ener­vie­rend hoher Stimm­la­ge into­nier­ten Rock­bal­la­de, die mich an mein abso­lu­tes musi­ka­li­sches Top-Hass­ob­jekt erin­nert, das win­se­li­ge bri­ti­sche Weich­ei James Blunt näm­lich. Obschon, ein biss­chen klingt ‘I am yours’ auch nach Cold­play, einer Kapel­le, die ich kein Jota weni­ger ver­ab­scheue. Was die­se bei­den Acts aller­dings ver­eint, ist ihr durch­schla­gen­der kom­mer­zi­el­ler Erfolg, und auch für die sehr selbst­be­wusst auf­tre­ten­den Mach­ma­cher und ihren hoch­gra­dig pro­fes­sio­nell dar­ge­bo­te­nen Bei­trag soll­te ein Top-Ten-Ergeb­nis auf hei­mi­schem Grund (und ein poten­ti­el­ler Euro­hit) im Rah­men des Mög­li­chen lie­gen.

Nein, es ist der hol­län­di­sche Amish-Mann vom Vor­jahr! The Mak­e­makes

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