DVE 2006: Nor­disch by Natu­re

Jane Comerford von Texas Lightning, DE 2006
Deutsch­lands Liebs­te

Nach der Schan­de von Kiew (letz­ter Platz für Gra­cia mit 4 Mit­leids­zäh­lern) gab der NDR-Unter­hal­tungs­chef Jür­gen Mei­er-Beer ent­nervt sei­nen Rück­tritt als Euro­vi­si­ons­ver­ant­wort­li­cher bekannt. In sei­ner Rat­lo­sig­keit, was er nun mit der Sen­dung anfan­gen soll­te, hol­te sich der öffent­lich-recht­li­che Sen­der Unter­stüt­zung dort, wo in Deutsch­land die Unter­hal­tungs­kom­pe­tenz behei­ma­tet ist: bei den Pri­va­ten. Genau­er: bei Pro­Sie­ben und des­sen Come­dy-Aus­hän­ge­schild Tho­mas Her­manns (Quatsch Come­dy Club, Pop Club). Der beken­nen­de Grand-Prix-Fan stürz­te sich mit Feu­er­ei­fer an die Auf­ga­be und pro­du­zier­te eine gla­mou­rö­se, schwel­ge­ri­sche Retro-Show rund um den fünf­zigs­ten Geburts­tag des Song Con­tests.

Wei­ter­le­senDVE 2006: Nor­disch by Natu­re

ESC 2002: Yoorub’s lea­ving a Cele­bra­ti­on

Logo des Eurovision Song Contest 2002
Das Jahr der alten Hüte

Zwei Jah­re vor der offi­zi­el­len Ost­erwei­te­rung der EU fand der Euro­vi­si­on Song Con­test erst­mals in einem ehe­mals hin­ter dem Eiser­nen Vor­hang lie­gen­den Land statt. Das klei­ne, auf­stre­ben­de Est­land begriff die Aus­rich­tung der Show wohl auch als Visi­ten­kar­ten für den EU-Bei­tritt und gab sich erkenn­bar viel Mühe: die auf­wän­dig pro­du­zier­ten Post­kar­ten zwi­schen den Songs waren unter­halt­sam und oft sub­ver­siv bezie­hungs­reich. Dass die Gast­ge­be­rin Anne­ly Pee­bo ihre Mode­ra­tio­nen mehr sang als sprach, ent­zück­te genau­so wie ihre wind­schnit­ti­ge Sei­ten­spoi­ler­fri­sur. Den ein­zi­gen klei­nen Kon­tra­punkt setz­te der gefühlt drei­se­kün­di­ge Auf­tritt der Vor­jah­res­ge­win­ner Tanel Padar und Dave Ben­ton, zwi­schen denen Frost zu herr­schen schien.

Wei­ter­le­senESC 2002: Yoorub’s lea­ving a Cele­bra­ti­on

DVE 2002: Will our Ears sur­vi­ve?

Corinna May, DE 2002
Die Tra­gi­sche

Ech­ter Fort­schritt bei der deut­schen Vor­ent­schei­dung: brauch­te es in den Neun­zi­gern man­gels Kon­kur­renz noch eine Teil­nah­me am Euro­vi­si­ons­fi­na­le, um sich die lah­men­de Kar­rie­re end­gül­tig zu Schan­den zu sin­gen (vgl. Mün­che­ner Frei­heit, DE 1993), so konn­te man das die­ser Tage bereits kos­ten­spa­rend bei der Vor­auswahl erle­di­gen. Nach dem Big-Bro­ther-Star Zlat­ko Trpkov­ski im Vor­jahr tausch­te dies­mal die geschmack­lich hoch­gra­dig kon­tro­ver­se, kom­mer­zi­ell aber um so erfolg­rei­che­re Kel­ly Fami­ly die aus­ver­kauf­ten Stadt­hal­len wie­der gegen die Fuß­gän­ger­zo­nen. Und Schuld war wie­der mal die Bild.

Wei­ter­le­senDVE 2002: Will our Ears sur­vi­ve?

DE 2000: Wird der Schmerz jemals wie­der ver­gehn?

Stefan Raab, DE 2000
Der Stre­ber

Neu­es Jahr­tau­send – neu­es Glück. Noch hielt das Hoch der durch Guil­do Horn (DE 1998) aus­ge­lös­ten Revo­lu­ti­on an; noch galt der Grand Prix auf iro­ni­sche Wei­se als hip. Und so fand sich beim dies­jäh­ri­gen, hoch­gra­dig unter­halt­sa­men Vor­ent­scheid neben den übli­chen chan­cen­lo­sen Null­num­mern eine illus­tre Run­de bekann­ter B‑Lis­ten-Stars ein, wel­che den Count­down zum Spit­zen­er­eig­nis des schlech­ten Geschmacks mach­ten. Ero­tik-Trash, zer­trüm­mer­te Gitar­ren, blin­ken­de Büh­nen­gar­de­ro­be und Drag­queens galt es zu bewun­dern, sowie einen unglei­chen Zwei­kampf von Pathos und Spaß zu ver­fol­gen. Es war groß!

Wei­ter­le­senDE 2000: Wird der Schmerz jemals wie­der ver­gehn?

DE 1999: Das ist nicht okay

Sürpriz, DE 1999
Die Rein­ge­sie­gel­ten (2)

Auch im Jah­re Eins nach Guil­do Horn schlu­gen die emo­tio­na­len Wel­len hoch bei der deut­schen Vor­ent­schei­dung. Das hat­te aller­dings weni­ger mit pola­ri­sie­ren­den Teil­neh­mern oder der (über­wie­gend mau­en) musi­ka­li­schen Güte der Bei­trä­ge zu tun, son­dern mit einem fie­sen Maul­wurf und einer betro­ge­nen Sie­ge­rin. Sowie dem schlech­ten Ein­fluss von Deutsch­lands größ­tem Schund­blatt, mit dem der öffent­lich-recht­li­che NDR eine unheil­vol­le Alli­anz ein­ge­gan­gen war.

Wei­ter­le­senDE 1999: Das ist nicht okay