Schlagwort-Archiv: Dänemark

Über die Brücke gehn: Dänemark gewinnt beim ESC 2013

Sehr praktisch für alle nach Malmö angereisten Fans, die ihr aktuelles Hotelzimmer einfach für nächstes Jahr wieder buchen können: die als Favoritin gesetzte Emmelie de Forest gewann heute Nacht in Malmö, Schweden, den Eurovision Song Contest 2013. Es geht 2014 also nur einmal über den Øresund ins direkt gegenüberliegende Kopenhagen. Die dänische Waldfee konnte mit einem der erträglichsten Beiträge in der an qualbringender Songgrütze nicht armen Eurovisionsgeschichte unseres nördlichen Nachbarlandes und einer deutlich von den letzten zwei Siegertiteln inspirierten Präsentation reihum Punkte einsammeln und die nur zeitweilig nahe kommende Konkurrenz aus Aserbaidschan deutlich abhängen. Nun bleibt zu hoffen, dass die Dänen den vom schwedischen Fernsehen eingeschlagenen Kurs des Downsizing beibehalten und den nächsten Contest ebenfalls in einer kuschligen kleinen Halle veranstalten, was tatsächlich deutlich intimere Fernsehbilder erzeugt. Falls sie in Kopenhagen keine finden, können sie ja einfach ‘über die Brücke gehn’ und in der Malmö Arena bleiben…

Emmelie de Forest – Only Teardrops (Denmark) – LIVE – 2013 Grand Final

How many Times… do I have to hear this Line again?

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Gonorrhoe im Disneyland (1. Semi 2013)

Logo ESC 2013 Semi 1Tack Sverige! Die zahlreichen Änderungen, die das schwedische Fernsehen unter Federführung von Christer Björkman in diesem Jahr am Song Contest vornahm, trafen gerade unter den Fans ja eher auf Ablehnung. Nach dem heutigen ersten Semiabend muss ich jedoch sagen: aus Sicht des TV-Zuschauers sind zumindest die Entscheidungen für eine kleinere Halle mit Stehplätzen im Innenraum, die technische Abrüstung (keine Bühnen-LEDs) und die Rückkehr zu “nur” noch einer Moderatorin goldrichtig. Atmosphärisch deutlich dichter, fast schon intim die Fernsehbilder aus Malmö, die Künstler wirkten nicht mehr verloren auf der Bühne oder vom Hintergrund erschlagen, wie es in den letzten Jahren meist der Fall war. Und eine das Gastgeberland selbst auf die Schippe nehmende Petra Mede ist als Host ein eben solcher Glücksgriff wie Sara Dawn Finer als Lyndra Woodruff als Comedyeinlage im Pausenprogramm. Wenn es die EBU jetzt noch schafft, der Bildregie begreiflich zu machen, dass die Zuschauer während der Auftritte die Bühnenshow der Acts sehen wollen und keine minutenlangen Kamerafahrten durch die Halle, dann ist alles perfekt!

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Fünfter Probentag in Malmö: erstes Semi, die Chancen

Logo ESC 2013 Semi 1Heute ging es richtig los in Malmö: das Pressezentrum eröffnete mit einer Pressekonferenz der EBU, die erwartungsgemäß alle ihre von den Fans teilweise heftig kritisierten Entscheidungen zu den Regeländerungen beim Contest als sinnvoll und gelungen bezeichnete und ansonsten ausführlich ihre brandneue Eurovisions-App für iPhones und Android-Handys bewarb (zu der ich nichts weiter sagen kann, weil bei mir der Anmeldeprozess nicht klappte, man zum Voten per App aber ohnehin ein PayPal-Konto braucht, das ich weder habe noch will und ich auf fesselnde News vom eurovision.tv-Team auf meinem Smartphone verzichten kann). Gegen Mittag starteten dann die zweiten Probendurchläufe für die Teilnehmer des ersten Semis am Dienstag. Und ab heute stellt uns eurovision.tv auch einen kompletten, dreiminütigen Mittschnitt für jedes Land zur Verfügung. Damit lassen sich dann auch die Chancen für den Einzug ins Finale etwas realistischer einschätzen. Meine Damen und Herren: die Spiele sind eröffnet!

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Erster Probentag in Malmö: Goliath im Lampenladen

Es ist, folgt man den Liveblogs aus Malmö, der meistdiskutierte Auftritt am heutigen ersten Probentag und wird ohne jede Frage auch am Semi-Dienstag beim Fernsehzuschauer visuell am stärksten hängen bleiben: der Shrek-Moment, wenn der ukrainischstämmige Igor Vovkovinksy, mit 2 Meter 34 einer der größten Menschen der Welt, die vergleichsweise zerbrechliche Zlata Ognevich auf seinen gigantischen Händen auf die Bühne trägt und mittig auf einem stilisierten Felsen abstellt, wo sie dann armrudernd für den Rest ihrer drei Minuten versucht, den Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen und nicht herunter zu fallen. Das Land bleibt also seinem Hang zu spektakulären Inszenierungen treu, wofür ich es ja liebe und womit es bislang immer gut gefahren ist. Selbst, wenn man sich fragt, was der Prinzessinnenabwurf durch den umgehend verschwindenden Märchenriesen eigentlich mit dem Song zu tun hat. Aber das fragte man sich bei der Sandfrau vor zwei Jahren auch: Mika Newton wurde dennoch Vierte. Erinnert sich noch jemand an ihren Song?

Zlata Ognevich – Gravity (Ukraine) First rehearsal

Stampf, stampf, plonk: UPS, der Ukrainische Prinzessinnen Service, liefert bis auf die Bühne

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Dänemark: ich glaub, ich steh im Wald! (DK 2013)

Kann bitte mal irgendjemand die Däninnen mit der Existenz von Shampoo vertraut machen? Wie bereits die Vorjahresvertreterin Soluna Samay sieht auch die diesjährige MGP-Siegerin Emmelie de Forest aus, als habe sie ihre Haare mit ranzigem Rindertalg gewaschen. Ist das so ein Wikingerding? Immerhin passt es ins Bild, denn auch musikalisch sind sie die Innovationsfreudigsten nicht, die Dänen. Zehn Titel beinhaltete die heutige Melodi Grand Prix, und neun mal hörten wir mehr oder minder klassischen Eurovisionsschlager in variablen Geschwindigkeiten und musikalischen Färbungen. Einzige Ausnahme: eine sterbenslangweilige Gitarrenballade des dänischen Vertreters von 2009, Brinck. Der kam aber ebenso wenig ins Superfinale wie der G:son-Beitrag ‘We own the Universe’ (sind wir jetzt ein bisschen größenwahnsinnig geworden?) des Trios Daze oder, vermutlich aus Karmagründen, Kate Hall: sie ist die Ehefrau von Menschenschinder Detlef “D!” Soost.

[WINNER] HQ Eurovision 2013 Denmark: Emmelie de Forest – Only Teadrops (LIVE at National Final )

Die Frau aus dem Wald: Emmelie de Forest

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An everlasting Piece of Art (Finale ESC 2012)

Logo ESC 2012 Finale

Das gerontische Jahr

Europa altert – und der Eurovision Song Contest reflektiert das. Musste die EBU noch 1990 eine Altersuntergrenze von 16 Jahren einführen, um den Wettbewerb nicht zur Mini Playback Show verkommen zu lassen, so schienen sich die Teilnehmerländer dieses Jahrgangs einen Wettstreit um den ältesten Grand-Prix-Partizipanten zu liefern. Nicht nur die Jugos schickten mit dem serbischen Balkanballadenkönig Željko Joksimović (40) und der mazedonischen Nina Hagen, Kaliopi (46), lebenserfahrene Barden. Gleich der erste Starter des Abends riß die bisherige, vom kroatischen Gerontorapper 75 Cents gelegte Meßlatte: das Vereinigte Königreich entsandte nämlich den sich nach einem schon lange verschiedenen deutschen Komponisten nennenden, mittlerweile 76jährigen Schnulzier Engelbert Humperdinck, steinalten Menschen wie mir noch bekannt durch seinen 1966er Superhit ‘(Please) Release me’.

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He wants you as a new Recruit: 2. Proben IL, SM, CY, DK

Und mit einer kleinen Horrorschau endet der nachmittägliche Überblick über den heutigen Probentag. Das bezieht sich im Falle Israels weniger auf den Song oder die Performance von ‘Time’, sondern auf deren Leadsänger Ran Shem-Tov. Für sein Äußeres kann der Mann ja nix, aber für seine sich im Interview mit dem eurovision.tv-Team zeigende Arroganz gegenüber den restlichen Festivalteilnehmern schon. Jesus, ist der Mann unsympathisch! Fast schon wieder lustig hingegen der zu Tode gelangweilte Gesichtsausdruck der Keyboarderin von Izabo, Shiri Hadar, bei der zweiten Kameraprobe. Dennoch ist die Nummer gut und gehört ins Finale.


Hat seine Hausaufgaben nicht gemacht: Ran (IL)

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Käpt’n Iglo sinkt: 1. Probe Dänemark

Die schlechte Nachricht vorneweg: auch in Baku trägt Soluna Samay die aus der dänischen Vorentscheidung bekannte, fremdschämpeinliche Kapitänsuniform mit Seemannsmütze und Epauletten in solch einer Überbreite, wie noch nicht mal Alexis Colby sie in den schlimmsten Achtzigern sich zu tragen getraut hätte. Sie singt, begleitet unter anderem von einer üppig bebusten Cellistin Kontrabassistin, mit der Klampfe in der Hand und mit etwa dem gleichen Stimmunfang gesegnet wie ihre schwedische Vorgängerin Anna Bergendahl, ihr superseichtes ‘Should’ve known better’, während auf dem Bühnenhintergrund ein Potpourri der Osloer Eurovisionsbälle und Moskauer Unterwasser-Sauerstoffblasen läuft. ‘Beg, steal and borrow’, Soluna? Nach wie vor hasse ich es von der ersten bis zur letzten Sekunde, zumal sie mit genau diesem Seich in diesem Jahr den Gesamtsieg davontragen könnte. Im Finale ist sie jetzt schon sicher.


In die Sahara würd ich sie gerne schicken: Soluna (DK)

DK 2012: Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise!

Es gibt ein Wiedersehen mit Anna Bergendahl beim Eurovision Song Contest 2012. Gut, in Dänemark nennt sie sich Soluna Samay. Und zur Tarnung verkleidet sie sich mit einer albernen Kapitänsuniform – im Zusammenhang mit dem Drama der vor Italien leckgeschlagenen MS Costa Cordalis vielleicht keine all zu geschmackvolle Idee. Aber wir reden hier von Dänemark, da ist Geschmack ohnehin kein Maßstab. ‘Should’ve know better’ lautet der Titel ihres Beitrags. Und der beschreibt exakt das Dilemma des heutigen Abends: natürlich hätte ich es wissen können, dass sich das Anschauen des Melodi Grand Prix nicht lohnt, weil dieses selbstverständlich ausschließlich mit grausamer Songsülze bestückt ist. Ich tat es trotzdem – und litt. Geschieht mir nur recht. Und nun müssen auch die Zuschauer im Mai leiden.


Ein bissl Shampoo hin und wieder könnte nicht schaden, Mädel!

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Perlen der Vorentscheidung: von popowackelnden Polizisten

Die Vorentscheidungssaison 2012 läuft auf vollen Touren: Zypern ist im Discoschlampenmodus, Dänemark wild zum Sieg entschlossen, Litauen setzt auf Masse und Irland findet keine Gegner für Jedward. Aber das Wichtigste zuerst: Gerüchten zufolge heißt der Beitrag der bei der österreichischen Vorentscheidung erneut antretenden, grandiosen Bauerndiscoburschen Trackshittaz: ‘Woki mit Deim Popo’. Und klingt so (Achtung, miserable Soundqualität, aber die Trash-Perle entschädigt dafür):


Kann das mal bitte jemand deutsch untertiteln? Ich versteh nur Popo! (AT)

Ich nehme meine geäußerten Zweifel, ob Lukas Plöchl & Co. nochmals so ein Brett wie ‘Oida taunz!’ hinlegen könnten, offiziell zurück. Spitze, Jungs! Sie reihen sich damit ein in ein europaweites, beachtliches Angebot an Uptemposongs – sollte also Hoffnung bestehen, dass 2012 kein juryoptimiertes Schnarchfest wird?

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