Dänemark

Das Ita­li­en Skan­di­na­vi­ens gehör­te zu den ESC-Urge­stei­nen, leg­te aber ab 1967 eine elf­jäh­ri­ge Schmoll­pha­se ein, da der dama­li­ge däni­sche TV-Unter­hal­tungs­chef den Grand Prix als zu kom­mer­zi­ell emp­fand. Däne­mark schickt aus­nahms­los sand­ge­strahl­ten, keim­frei­en und töd­lich lang­wei­li­gen Midtemposeich.
Dabei seit: 1957; Sie­ge: 1963, 2000, 2013; Rote Later­nen: eine.

Make a Chan­ge and go: das deut­sche ESC-Fina­le 2020

Make a Chan­ge and go: das deut­sche ESC-Fina­le 2020

Ein in jeder Hinsicht merkwürdiger Eurovisionsabend, den die ARD gestern auf die Beine stellte, und der es fertig brachte, einerseits Salz in die von der Corona-bedingten Absage des eigentlichen Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam verursachte Wunde zu streuen und gleichzeitig für linderndes Labsal zu sorgen. Ein wirklich großes Lob jedenfalls muss dem NDR ausgesprochen werden für die so eigensinnige wie richtige Entscheidung, aus der Simultanausstrahlung des vonseiten der EBU organisierten, zentralen Ersatzprogramms Europe shine a Light auszuscheren und stattdessen ein eigenes, deutsches ESC-Finale zu produzieren. Sowie das letzten Samstag auf dem Spartensender One vorausgegangene Halbfinale, bei welchem die Zuschauer:innen…
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World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

Ein tödlicher Verkehrsunfall mit zahllosen Beteiligten, dessen schaurig-morbider Faszination man sich über geschlagene vier Stunden nicht zu entziehen vermochte, so lässt sich das gestrige deutsche Eurovisions-Halbfinale 2020 beschreiben. Mit welchem die ARD versuchte, trotz der seuchenbedingten Absage des offiziellen europaweiten Wettbewerbs wenigstens auf nationaler Ebene ein adäquates Ersatz-Event auf die Beine zu stellen, wofür der Senderverbund gar nicht oft genug gelobt werden kann. Grundsätzlich nicht verkehrt auch die Idee zur Zusammenarbeit mit Funk, der hauseigenen Youtube-Spielwiese, mit welcher die Öffentlich-Rechtlichen darauf reagieren, dass Zuschauer:innen unter 30 mittlerweile durch klassisches lineares Fernsehen praktisch nicht mehr zu erreichen sind. Zu Funk gehören…
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Dansk Melo­di Grand Prix 2020: Run­ning scared

Dansk Melo­di Grand Prix 2020: Run­ning scared

Vor komplett leeren Rängen fand das dänische Melodi Grand Prix 2020 statt. Nicht etwa, weil die Zuschauer:innen endgültig genug gehabt hätten von dem faden Musikbrei, denen ihnen der verantwortliche Sender DR Jahr für Jahr dort kredenzt, und den Vorentscheid boykottiert hätten. Vielmehr entschied die sozialdemokratische dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen nur einen Tag vor der Show, im Zuge der grassierenden Coronovirus-Hysterie alle öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als tausend Zuschauer:innen zu untersagen. Nun hatte der Sender die das rund Zehnfache fassende Royal Arena in Kopenhagen bereits gebucht, die Proben schon durchgeführt. Eine Verlegung der Sendung schied aus terminlichen Gründen aus, und so…
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ESC-Fina­le 2019: Song Con­test is a losing Game

ESC-Fina­le 2019: Song Con­test is a losing Game

Da hatte die EBU in diesem Jahr eigens erneut das Auszählungsverfahren geändert, um die Sache spannender zu gestalten. Und doch trat die langweiligste aller möglicher Optionen ein: wie bereits seit Monaten von allen Wettbüros eisern vorhergesagt, gewann heute Nacht der Niederländer Duncan Laurence den Eurovision Song Contest 2019. Der 24jährige Musiker vereinte die in diesem Jahr augenscheinlich wichtigsten Eigenschaften für eine erfolgreiche Grand-Prix-Teilnahme: er ist männlich, vollbärtig, gutaussehend und er jaulte weite Teile seiner gefühlvollen Klavierballade 'Arcade' in Falsettstimme. Sein Lied handelt dem reinen Text nach von einer unglücklichen Beziehung, die der Protagonist nicht beenden kann, weil er süchtig nach…
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Zwei­tes ESC-Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Zwei­tes ESC-Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Madonna wird am Samstag im Finale des Eurovision Song Contest 2019 auftreten. Die seit Monaten als Gerücht gestreute, in den letzten Tagen mit einem entweder unnötigen oder gefakten Drama um nicht unterschriebene Verträge gehypte und gestern bestätigte Nachricht, dass die EBU der amerikanischen Großmutter des Pop, die hierfür sogar noch eine von einem israelischen Industriellen finanzierte Millionengage einstreicht, in der zuschauerstärksten TV-Show der Welt kostenlos die Möglichkeit zur Bewerbung ihres neuesten Albums einräumt, nahm am gestrigen Donnerstagabend gefühlt ein Viertel der Sendezeit, mindestens jedoch der Moderation ein und degradierte die achtzehn im Kampf um den Finaleinzug angetretenen Acts zur bloßen…
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Rank and File 2019: Platz 34 – Love is forever

Rank and File 2019: Platz 34 – Love is forever

Alles andere als eine Platzierung noch innerhalb des Hassliederblocks gliche einem Wunder, wenn es um den dänischen Beitrag geht. Produziert mein eurovisionäres Oh-I-love-to-hate-you-Land doch verlässlich Jahr um Jahr einen unerträglich seichten, sterilen Grand-Prix-Song. Dass es unsere norddeutschen Nachbarn diesmal verhältnismäßig hoch schafften, liegt vor allem daran, dass der Melodi Grand Prix 2019 nichts wirklich Erträglicheres anzubieten hatte außer dem Siegerlied. Und dass dieser Jahrgang geradezu birst vor noch viel furchtbarerer Konkurrenz. Platz 34: Dänemark – Leonora Jepsen: Love is forever (Liebe ist für immer) Erfolge feierte Leonara bereits als Eiskunstläuferin, also in einer Sportart, die sehr viel Disziplin erfordert. Und…
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Dansk Melo­di Grand Prix / A Dal 2019: Was kann der Sigis­mund dazu, dass er so schwul ist?

Dansk Melo­di Grand Prix / A Dal 2019: Was kann der Sigis­mund dazu, dass er so schwul ist?

Nach all der Aufregung um die Ukraine kehren wir in ruhigere Fahrwasser zurück und handeln rasch die beiden noch liegengebliebenen, eher zweitrangigen nationalen Vorentscheide vom vergangenen Samstag ab, nämlich das Dansk Melodi Grand Prix und das ungarische A Dal. In ersterem setzte sich die 20jährige Eiskunstläuferin und Sängerin Leonora Jepsen im Superfinale des dänischen Vorentscheids mit 42% der Anrufe gegen die Konkurrenz durch. Ihr völlig harmloses und grundegales La-La-Liedchen 'Love is forever', dessen Auftakt leider frappant an die Bestie in Schlagergestalt erinnert, das unerträgliche 'Lemon Tree' der Pforzheimer Kapelle Fools Garden, verbreitet seine lyrischen Plattitüden gleich in vier Sprachen: im…
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Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheimvertrag mit dem Karma? Oder wie schafft Israel es sonst, seine Eurovisionssiege mit einer derartigen mathematischen Präzision in Abständen von jeweils exakt 20 Jahren über die Grand-Prix-Geschichte zu verteilen? Und das auch noch mit einem jeweils ziemlich ähnlichen Konzept: 1978 schaffte es Izhar Cohen auf dem Höhepunkt der Discowelle mit einem tanzbaren, von der universalen Liebe unter den Menschen handelnden Kinderlied namens 'A Ba Ni Bi' und einer sensationellen Marge-Simpson-Frisur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämpferischen Transsexuellen Dana International mit dem Tanzflächenfüller 'Diva' der bis heute wichtigste, weil ein…
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Zwei­tes ESC-Semi 2018: vom Tod und ande­ren Tabus

Zwei­tes ESC-Semi 2018: vom Tod und ande­ren Tabus

Sie haben es tatsächlich geschafft. Der mutmaßliche, sinistere Plan der Russen, erstmalig seit der Einführung der Qualifikationsrunden im Jahre 2004 in einer solchen auszuscheiden, ging auf. Zum zweiten Mal hintereinander wies das kaltherzige Europa die im Rollstuhl sitzende Interpretin Julia Samoylova ab: 2017 aus politischen Gründen, 2018 aus purer Bösartigkeit und in Negierung des von der EBU verbreiteten Märchens der Inklusion, die beim Eurovision Song Contest eben nur für bärtige Frauen gilt. So vermutlich die Melodie des Liedes, welches Putins Staatsmedien ab sofort verbreiten dürften. Dabei tat das russische Team selbst alles, um den Finaleinzug zu verhindern: es versorgte seine…
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DK 2018: In der Regel hat­ten die Wikin­ger rote Bärte

Ein Wikinger mit langen Haaren und rotem Vollbart, in Begleitung von vier finster dreinblickenden Gestalten, die eine mild martialisch anmutende Rockpomphymne namens 'Higher Ground' singen, in der von Kampfschiffen, Schwertern und Pfeilen die Rede ist, in Szene gesetzt mit gehissten Segeln, Trockeneisnebel und dezentem Windmaschineneinsatz: was im ersten Moment klingt wie die Wiederkehr von Santiano (→ Vorentscheid DE 2014) und eine musikalische Kriegserklärung der Dänen ans restliche Europa, nach der Androhung der kriegerischen Landnahme wie im finstersten Mittelalter, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als überraschend pazifistischer Beitrag. Von der Sage des 1898 heilig gesprochenen Wikingers Magnus Erlendsson, der sich der…
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Euro­vi­si­on Death­match #12: Jodel Cha Cha

Wenn der Eurovisionsjahrgang 2017 von einem nicht zu wenig hat, dann sind es Jodlerinnen. Nein, damit meine ich nicht den rumänischen Beitrag, sondern Balladessen mit starken Stimmen, welche die Noten in die Länge ziehen bis kurz vor die Unendlichkeit und beim Singen gerne mal die Tonleiter hoch und runter joggen, um ihre Range zu präsentieren und den Juroren, denen wir diese Flut einzig und alleine zu verdanken haben, die Punkte aus der Tasche zu holen. Vergangenen Mittwoch präsentierte ich bereits die erste Eurovision-Deathmatch-Paarung dieser Hochleistungsdamen, und das heutige Schreiende-Frauen-Duell zwischen Dänemark und der Schweiz wird nicht das letzte seiner Art sein in…
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Dansk Melo­di Grand Prix 2017: so inter­es­sant wie der deut­sche Song

Dansk Melo­di Grand Prix 2017: so inter­es­sant wie der deut­sche Song

Und auch die Dänen bestimmten heute Abend beim traditionellen Melodi Grand Prix ihren Song für Kiew. Nationalistisch, wie das skandinavische Völkchen (oder zumindest ihr Sender DR) gestimmt ist, taten sie dies unter Ausschluss der nicht-dänischen Öffentlichkeit: trotz gegenteiliger vorheriger Ankündigung blieben die Zuschauer/innen aus dem Ausland vom Internetstream des MGP ausgesperrt. Was mich, wenn ich das an dieser Stelle kurz einschieben darf, zu der Forderung an die EBU veranlasst, sämtliche an einer Eurovisionsteilnahme interessierten Mitgliedssender künftig zwingend vertraglich zu verpflichten, ihre nationale Vorentscheidung ohne jede Zugangsbeschränkung (oder die Notwendigkeit zur Installation fischiger Plug-ins wie in Slowenien) auf Youtube als Livestream und…
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End­lich: Däne­mark bannt Bands!

Einer Meldung der Seite ESC United zufolge wolle das dänische Fernsehen Bands und Duos möglicherweise von der Teilnahme am nationalen Vorentscheid Melodi Grand Prix ausschließen. So habe es jedenfalls der Unterhaltungschef des Senders DR, Jan Lagermand Lunde, bei einem OGAE-Fanclub-Treffen erzählt. Der Band-Bann sei Teil eines umfänglichen Maßnahmenpaketes, mit dem die Dänen 2017 wieder ins Eurovisionsfinale vorstoßen möchten, nachdem sie zwei Mal in Folge (zu Recht) in der Qualifikationsrunde scheiterten. Beide Male im übrigen vertreten von schnöselig-blassen Boybands, nämlich Lighthouse X (→ 2016) und Anti Social Media (→ 2015). Und wenn ich Acts wie die pseudorebellischen A Friend in London (→ 2011) oder das Gefrierlächel-Duo Chanée…
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Zwei­tes ESC-Semi 2016: der sich den Wolf tanzt

Zwei­tes ESC-Semi 2016: der sich den Wolf tanzt

"Måns ist sehr enttäuscht": das war er, der Satz des Abends, gesprochen vom deutschen Kommentator Peter Urban, nachdem Gastgeberin Petra Mede direkt im Anschluss an den Auftritt des Weißrussen Ivan informierte, dass dieser ursprünglich nackt und in Begleitung von Wölfen zu performen gedachte, was die EBU im Hinblick auf die Regeln leider verbieten musste. Zum Missfallen des komoderierenden Vorjahressiegers, der gerade hinter Petra die Bühne enterte - im Adamskostüm, leider mit einem strategisch platzierten Plüschwolf vor dem Gemächt. Wie dankbar bin ich dem Schweden dafür, dass er ein dergestalt schamlos selbstverliebter, zeigefreudiger Exhibitionist ist, der wirklich keine Gelegenheit auslässt, seinen durchtrainierten Körper…
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Dansk Melo­di Grand Prix 2016: Däne­mark schickt atem­lo­se Lie­bes­sol­da­ten durch die Nacht

Dansk Melo­di Grand Prix 2016: Däne­mark schickt atem­lo­se Lie­bes­sol­da­ten durch die Nacht

Ende 2013 veröffentlicht und in den deutschsprachigen Ländern seither praktisch ununterbrochen auf Rotation und in den Charts (aktuell auf Rang 84 in den deutschen Top 100, hoch von 96), manifestiert sich der Einfluss von Helene Fischers Monsterschlager 'Atemlos' 2016 massiv beim Eurovision Song Contest. Mit 'Adrenalin' von Ella Endlich (einen passenderen Namen könnte sie in ihrer Rolle als Ersatzhelene nicht tragen) findet sich ein verwässerter Abklatsch bei Unser Lied für Stockholm; in der heutigen zweiten Vorrunde des Melodifestivalen sang Charlotte Perrelli (SE 1999, 2008) zur Pausenunterhaltung eine schwedische Coverversion davon - und der vor wenigen Minuten gewählte dänische Beitrag 'Soldiers of Love'…
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Punk is dead: ers­tes Semi 2015

Punk is dead: ers­tes Semi 2015

Gleich vorneweg ein Wort der Vorwarnung: vermutlich sehe ich dieses Jahr einen komplett anderen Contest als ein Großteil meiner Leser/innen. Denn ich bin seit langem erstmals wieder vor Ort, und bekanntlich sind die Eindrücke in der Halle stets völlig andere als die zu Hause an den Flachbildschirmen. So hörte ich, zumindest schon mal heute im ersten Semifinale, beispielsweise nur satten, vollen Sound und weitestgehend fehlerfreien Gesang - dies also zur Erklärung, falls das an den Rundfunkempfängern anders herüberkam. Dann ein weiteres Wort der Vorwarnung: ich bin stocksauer! Auf Europa! Und zwar, weil die fantastischen Finnen nicht weiterkamen. Nein, 'Aina Mun Pitää' wird…
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Die Vil­la­ge Peop­le sind in Wien: ers­te Pro­ben ers­tes Semi 2015

Seit Montag Mittag sind die Spiele offiziell eröffnet: in der Wiener Stadthalle probten gestern und heute die 16 Teilnehmer/innen des ersten Semifinales am kommenden Dienstag. Und obgleich es sich um den allerersten, technischen Durchlauf handelte, der hauptsächlich zum Finden der richtigen Kameraeinstellungen und Beleuchtung diente, berichteten die zahlreich in Wien bereits aufgeschlagenen Schwurnalisten natürlich ausführlich über jedes noch so kleine Detail und erstellten umgehend neue Prognosen. Wenn nicht gerade kontrovers über den Aufreger des Tages debattiert wurde: so rüstet die Wiener Stadtverwaltung derzeit 120 Fußgängerampeln mit mit neuen Symbolen aus: händchenhaltend gemeinsam wartende bzw. laufende Pärchen - darunter auch gleichgeschlechtliche -…
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Anne Gade­gaard (DK): “Die Jury stinkt zum Himmel!”

Sie gewann gestern beim dänischen Vorentscheid Melodi Grand Prix das Televoting: Anne Gadegaard mit dem hübschen, wenn auch arg belanglosen Folk-Pop-Schlager 'Suitcase'. Das Ticket nach Wien bekam sie dennoch nicht, denn die gleichberechtigt mit abstimmenden fünf regionalen Jurys gaben der entsetzlichen Schülerband Anti Social Media den Vorzug - mit einem so starken Punktevorsprung, dass Anne im Gesamtranking mit ein paar Zählern Differenz als Zweite abschloss. Nicht zu ihrer Freude: "Ich bin enttäuscht, dass ich nicht gewonnen habe. Vor allem, wenn man weiß, dass das Publikum mich lieber wollte," zitiert sie die Eurovisionsseite ESC United. Das Wissen, dass sie die Siegerin wäre,…
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Däne­mark 2015: Anti­so­zia­le Wikinger

Schlimmer hätte es nicht laufen können heute Abend in Aalborg - somit also genau wie erwartet. Zehn Songs stellte das dänische Fernsehen beim Melodi Grand Prix vor: acht mal belanglose, mittelmäßig bis wenig mitreißende, aber immerhin leicht konsumierbare Pop-Zuckerwatte in nur leicht unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, eine rundweg schamlose Eins-zu-Eins-Kopie von 'In a Moment like this' (DK 2010) und nur einen einzigen noch furchtbareren Song: 'The Way you are', vorgetragen von einer extra für den Contest zusammengestellten Boyband, dessen sich selbst offensichtlich sehr toll findender, teiggesichtiger Leadsänger über die sympathische Ausstrahlung eines BWL-Verbindungsstudenten / Investmentbankers / Mietwohnungsmaklers verfügt. Natürlich entschieden sich die fünf regionalen Jurys mit…
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ESC 2014 hin­ter­lässt Finanz­loch in Won­der­ful Copenhagen

Wie die dpa heute berichtet, rollte im Nachgang zum Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen ein Kopf: wegen massiver Budgetüberschreitungen musste der Projektverantwortliche für den Wettbewerb bei der Tourismus-Marketinggesellschaft Wonderful Copenhagen, welche die B&W Hallerne bereitstellte, seinen Hut nehmen. Für dem Umbau der ehemaligen Werfthallen hatte man ursprünglich mit 4,6 Millionen Euro kalkuliert - viel zu wenig, wie sich im Nachhinein herausstellte. War im Mai 2014 noch von 3 Millionen Mehrkosten die Rede, so summierten sich die Ausgaben für das städtische Unternehmen am Ende auf über 15 Millionen. „Erst wenige Wochen vor der Show haben wir gemerkt, in welche Richtung das läuft“, sagte…
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Split­vo­ting: das kai­ser­li­che Kuchengate

Noch gestern Nacht veröffentlichte die EBU die detaillierten Einzelergebnisse aus den Wertungen der Jurys und des Televotings. Und erneut zeigte sich, dass das kollektive Bevormundungsorgan generell alles massiv herabwertete, was ein bisschen Spaß und Tempo in die Sendung brachte. Als besonders ärgerlich erweist sich die Macht der Juroren natürlich in den Semis: dort hatten sie erneut einige Titel auf dem Gewissen, die es ohne sie ins gestrige Finale geschafft hätten. So beispielsweise die lettischen Kuchenbäcker Aarzemnieki rund um den sympathischen Bochumer Jöran Steinhauer: sein charmant-philosophisches Lagerfeuerliedchen 'Cake to bake' landete im Zuschauerranking auf dem zehnten Platz und wäre damit ebenso im…
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Ers­te Pro­ben Fina­lis­ten 2014

Heute probten in Kopenhagen zum ersten Mal die sechs direkt für das Finale Gesetzten, darunter auch die deutschen Vertreterinnen Elaiza, die gleich als Erste auf die Bühne durften. Leider bewahrheitete sich hier, was - wenn meine Erinnerung nicht trügt - Christer Björkman vom schwedischen Fernsehen während der Generalprobe zur deutschen Vorentscheidung andeutete: dass wir uns dort für die beste Geschichte entschieden haben und nicht für das beste Lied. Wurden Elaiza in Köln als irre sympathische Underdogs auf einer Welle des Welpenschutzes durch den Abend getragen, so spielen sie in Kopenhagen in einer anderen Liga. Die Bühnenshow gleicht der beim Vorentscheid: die…
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Kopen­ha­gen: Ver­kehrs­cha­os zum Song Contest?

"Wir freuen uns, die Besucher in einer der nachhaltigsten Städte weltweit begrüßen zu können," zitiert eurovision.de Frank Jensen, den Oberbürgermeister der "Umwelthauptstadt 2014", Kopenhagen, wo im Mai der Eurovision Song Contest stattfindet. Und zwar bekanntlich auf Refshaleøen, einer bislang hauptsächlich industriell genutzten Insel im Hafenbereich der dänischen Hauptstadt, schräg gegenüber der Kleinen Meerjungfrau. Was die Öko-Metropole vor logistische Herausforderungen hinsichtlich des reibungslosen Transports der rund zehntausend Besucher zu den B&W Hallerne, den unter Hochdruck umgebauten ehemaligen Fabrikationshallen einer Werft, in welchen der europäische Gesangswettbewerb ausgetragen wird, stellt. So lässt selbst die offizielle Tourismusseite der Stadt, visitcopenhagen.com, unterschwellig durchblicken, dass mit einem…
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Fünf­ter Super­sams­tag 2014: Der Flö­ten­schlumpf fängt an

Neben dem schwedischen Melodifestivalen, auf das die Augen aller Fans gestern Abend gerichtet waren, wählten zwei weitere Länder gewissermaßen unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihre Vertreter für Kopenhagen aus. Ganz am Vorjahressieger orientierten sich dabei die Slowenen, die sich - bei reinem Televoting - mit klarer Zweidrittelmehrheit für die Flötistin Tinkara Kovač entschieden. Ihr belangloses, zweisprachig interpretiertes 'Spet (Round and round)' wiederholt nicht nur in der Auswahl der musikalischen Instrumente die Rezepte des Vorjahres: als Komponistin zeichnet die letztjährige Letztplatzierte Hannah Mancini für den kraft- und saftlosen Midtemposong mit verantwortlich, den die immerhin stimmlich tadellose Tinkara in einem interessanten Ensemble aus schwarzer…
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Noch ist Polen nicht verloren

Offensichtlich fanden sich beim großen Kassensturz doch noch genügend Złoty in den Schatzkammern (oder in den Sofaritzen) der Sendestudios von TVP: wie Eurofire heute Nachmittag berichtete, sagte der polnische Sender seine Teilnahme am Eurovision Song Contest 2014 doch noch zu. Im Januar will man Details zum Vorauswahlverfahren bekannt geben. Damit sind wir bei 38 Ländern: keine Notwendigkeit mithin, über die Rückkehr zu nur einem Semifinale nachzudenken, wie es hysterische Fans bereits nach der ersten Absagewelle taten. Auch der letzte noch offene Wackelkandidat, Slowenien, bestätigte mittlerweile seine Teilnahme. Dennoch hinterlässt das Fernbleiben der Balkanländer Bulgarien, Kroatien und Serbien sowie von Zypern und…
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