Euro­vi­si­on Song Con­cert 2018

Der däni­sche ESC-Fan­club MelodiGrandPrixFans.dk lädt ein zum fest­li­chen Abend mit Din­ner und Live-Auf­trit­ten. Bestä­tigt sind die tap­fe­re Bri­tin aus Lis­sa­bon, SuRie, das mal­te­si­sche Mon­chi­chi Fabri­zio Fani­el­lo, die fran­zö­si­sche Grand-Prix-Legen­de Anne-Marie David, der rot­haa­ri­ge Wikin­ger Ras­mus­sen und die herr­lich prol­li­ge Ace Wil­der aus Schwe­den. Kar­ten gibt es ab 250 DK (nur Kon­zert) bis 400 DK (mit Din­ner).

Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheim­ver­trag mit dem Kar­ma? Oder wie schafft Isra­el es sonst, sei­ne Euro­vi­si­ons­sie­ge mit einer der­ar­ti­gen mathe­ma­ti­schen Prä­zi­si­on in Abstän­den von jeweils exakt 20 Jah­ren über die Grand-Prix-Geschich­te zu ver­tei­len? Und das auch noch mit einem jeweils ziem­lich ähn­li­chen Kon­zept: 1978 schaff­te es Izhar Cohen auf dem Höhe­punkt der Dis­co­wel­le mit einem tanz­ba­ren, von der uni­ver­sa­len Lie­be unter den Men­schen han­deln­den Kin­der­lied namens ‘A Ba Ni Bi’ und einer sen­sa­tio­nel­len Mar­ge-Simp­son-Fri­sur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämp­fe­ri­schen Trans­se­xu­el­len Dana Inter­na­tio­nal mit dem Tanz­flä­chen­fül­ler ‘Diva’ der bis heu­te wich­tigs­te, weil ein unüber­seh­ba­res, die gesell­schaft­li­che Libe­ra­li­tät beflü­geln­des Zei­chen für Tole­ranz und Respekt gegen­über dem Anders­sein set­zen­de Sieg in der Euro­vi­si­ons­his­to­rie. Und nun, wei­te­re 20 Jah­re spä­ter, führt die fan­tas­ti­sche, vor selbst­be­wuss­tem Charme nur so sprü­hen­de Wucht­brum­me Net­ta Bar­zi­lai die­se pro­gres­si­ve Tra­di­ti­on fort und gewinnt mit der unglaub­lich spa­ßi­gen, eben­falls extrem tanz­ba­ren Eman­zi­pa­ti­ons­hym­ne ‘Toy’, einem so unver­krampf­ten wie kraft­vol­len Bei­trag zur aktu­el­len Femi­nis­mus­de­bat­te, die euro­päi­schen Lie­der­wett­spie­le. Wie wun­der­bar!

Sie sei eine “schö­ne Krea­tur”, behaup­tet die hier vor ihren gol­de­nen “Bären” (Peter Urban) zu sehen­de Net­ta in ihrem Song über sich selbst. Völ­lig zu Recht. Und ein Vor­bild dazu (IL).

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DK 2018: In der Regel hat­ten die Wikin­ger rote Bär­te

Ein Wikin­ger mit lan­gen Haa­ren und rotem Voll­bart, in Beglei­tung von vier fins­ter drein­bli­cken­den Gestal­ten, die eine mild mar­tia­lisch anmu­ten­de Rock­pom­phym­ne namens ‘Hig­her Ground’ sin­gen, in der von Kampf­schif­fen, Schwer­tern und Pfei­len die Rede ist, in Sze­ne gesetzt mit gehiss­ten Segeln, Tro­cken­eis­ne­bel und dezen­tem Wind­ma­schi­nen­ein­satz: was im ers­ten Moment klingt wie die Wie­der­kehr von San­tia­no (→ Vor­ent­scheid DE 2014) und eine musi­ka­li­sche Kriegs­er­klä­rung der Dänen ans rest­li­che Euro­pa, nach der Andro­hung der krie­ge­ri­schen Land­nah­me wie im fins­ters­ten Mit­tel­al­ter, ent­puppt sich bei nähe­rem Hin­se­hen als über­ra­schend pazi­fis­ti­scher Bei­trag. Von der Sage des 1898 hei­lig gespro­che­nen Wikin­gers Magnus Erlends­son, der sich der Schlacht ver­wei­ger­te und lie­ber bete­te und ver­han­del­te, sei sein Bei­trag inspi­riert, so der nur unter sei­nem Nach­na­men auf­tre­ten­de, 32jährige Inter­pret Jonas Flo­da­ger Ras­mus­sen über sei­nen Titel, mit wel­chem er am heu­ti­gen Super­sams­tag das Dansk Melo­di Grand Prix gewann. Und zwar mit der Hälf­te aller im Super­fi­na­le abge­ge­be­nen Stim­men.

Ihnen ergä­be ich mich ohne Ver­hand­lun­gen: dem däni­schen Ver­tre­ter Ras­mus­sen und sei­ner Wikin­ger­hor­de. Trotz der schreck­li­chen Musik und der Saga­po-Gedächt­nis-Cho­reo­gra­fie.

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Euro­vi­si­on Death­match #12: Jodel Cha Cha

Wenn der Euro­vi­si­ons­jahr­gang 2017 von einem nicht zu wenig hat, dann sind es Jod­le­rin­nen. Nein, damit mei­ne ich nicht den rumä­ni­schen Bei­trag, son­dern Bal­la­dessen mit star­ken Stim­men, wel­che die Noten in die Län­ge zie­hen bis kurz vor die Unend­lich­keit und beim Sin­gen ger­ne mal die Ton­lei­ter hoch und run­ter jog­gen, um ihre Ran­ge zu prä­sen­tie­ren und den Juro­ren, denen wir die­se Flut ein­zig und allei­ne zu ver­dan­ken haben, die Punk­te aus der Tasche zu holen. Ver­gan­ge­nen Mitt­woch prä­sen­tier­te ich bereits die ers­te Euro­vi­si­on-Death­match-Paa­rung die­ser Hoch­leis­tungs­da­men, und das heu­ti­ge Schrei­en­de-Frau­en-Duell zwi­schen Däne­mark und der Schweiz wird nicht das letz­te sei­ner Art sein in unse­rem Leser/in­nen-Spiel. Anja Nis­sen tritt also an für unser skan­di­na­vi­sches Nach­bar­land, und sie zieht bei ‘Whe­re I am’ alle Regis­ter. Wenn es das Label “gene­risch” nicht schon gäbe, für den däni­schen Bei­trag müss­te man es (mal wie­der) erfin­den. Text, Melo­die, Musik: alles Neben­sa­che, alles völ­lig ohne Belang, alles nur ein Vehi­kel, damit die im roten Kleid mit­ten im Sturm der Wind­ma­schi­ne ste­hen­de Anja sich die Lun­gen wund schrei­en kann. Und das tut sie dann auch, wie eine ihr gan­zes Leben lang auf die­sen Moment hin gedrill­te Eis­kunst­läu­fe­rin: tech­nisch per­fekt. Und mit der per­sön­li­chen Aus­strah­lung eines Man­ta­ro­chen.

The Lady in Red: Anja Nis­sen (DK)

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Däne­mark 2017: so inter­es­sant wie der deut­sche Song

Und auch die Dänen bestimm­ten heu­te Abend beim tra­di­tio­nel­len Melo­di Grand Prix ihren Song für Kiew. Natio­na­lis­tisch, wie das skan­di­na­vi­sche Völk­chen (oder zumin­dest ihr Sen­der DR) gestimmt ist, taten sie dies unter Aus­schluss der nicht-däni­schen Öffent­lich­keit: trotz gegen­tei­li­ger vor­he­ri­ger Ankün­di­gung blie­ben die Zuschauer/innen aus dem Aus­land vom Inter­net­stream des MGP aus­ge­sperrt. Was mich, wenn ich das an die­ser Stel­le kurz ein­schie­ben darf, zu der For­de­rung an die EBU ver­an­lasst, sämt­li­che an einer Euro­vi­si­ons­teil­nah­me inter­es­sier­ten Mit­glieds­sen­der künf­tig zwin­gend ver­trag­lich zu ver­pflich­ten, ihre natio­na­le Vor­ent­schei­dung ohne jede Zugangs­be­schrän­kung (oder die Not­wen­dig­keit zur Instal­la­ti­on fischi­ger Plug-ins wie in Slo­we­ni­en) auf You­tube als Live­stream und zum nach­träg­li­chen Abruf ein­zu­stel­len. Nicht, dass man tat­säch­lich etwas ver­säumt hät­te: die zehn MGP-Bei­trä­ge vari­ier­ten in ihrer musi­ka­li­schen Band­brei­te von uner­träg­lich bis unin­ter­es­sant, und bei der im Super­fi­na­le mit 64% der Zuschau­er­stim­men über­wäl­ti­gend sieg­rei­chen Blon­di­ne Anja Nis­sen und ihrem Mid­tem­po­ti­tel ‘Whe­re I am’ han­delt es sich um ein wei­te­res der mitt­ler­wei­le hun­der­ten von Euro­vi­si­ons­lie­dern, die ich nicht zwin­gend weg­schal­ten wür­de, wenn sie in der Zufalls-Play­list kämen, die ich aller­dings auch schon wie­der ver­ges­sen habe, wäh­rend sie noch lau­fen. Die also schlicht­weg total egal sind. Und die unter nor­ma­len Umstän­den im Semi­fi­na­le schei­tern müss­ten – wäre nicht die Kon­kur­renz min­des­tens genau so lang­wei­lig. Bei der, wie Euro­fire weiß, aus Tra­li­en stam­men­den und dort bereits als Sie­ge­rin aus der Cas­ting­show The Voice her­vor­ge­gan­ge­nen Anja scheint es sich um eine wei­te­re der vie­len Künstler/innen zu han­deln, die stimm­li­che Laut­stär­ke mit inhalt­li­chem Aus­druck ver­wech­seln, einen ange­streng­ten Gesichts­aus­druck mit Ernst­haf­tig­keit und exal­tier­te Ges­ten mit anspre­chen­der Inter­pre­ta­ti­on. Aber auch, wenn sie das tech­nisch eini­ger­ma­ßen sau­ber macht: einen Grand-Prix-Auf­tritt, an den man sich in zehn Jah­ren (oder auch nur wäh­rend der Tele­fon­ab­stim­mung) noch erin­nert, ergibt dies nicht. Sehr tref­fend fass­te das ein Fan im ESC Nati­on-Forum zusam­men: “This is just as inte­res­ting as the Ger­man song”. Und dem ist nichts hin­zu­zu­fü­gen.

War­um schreit die Frau mich an? Ich hab ihr doch nix getan! (DK)

Was sagst Du: schafft Däne­mark mit Anja Nis­sen wie­der das Fina­le?

  • Ganz schwer zu sagen. Das Lied ist so-so, und die Kon­kur­renz größ­ten­teils auch. Hängt von der Form am Abend ab. (44%, 41 Votes)
  • Auf kei­nen Fall. Das Geschreie nervt, der Song bleibt nir­gend­wo hän­gen. Gäbe es nicht noch Schwä­che­res, wür­de sie Letz­te im Semi. (40%, 37 Votes)
  • Auf jeden Fall. Sie singt her­vor­ra­gend, der Song ist stark, die Kon­kur­renz schwach: wie­so soll­te das nicht klap­pen? (16%, 15 Votes)

Total Voters: 93

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End­lich: Däne­mark bannt Bands!

Einer Mel­dung der Sei­te ESC United zufol­ge wol­le das däni­sche Fern­se­hen Bands und Duos mög­li­cher­wei­se von der Teil­nah­me am natio­na­len Vor­ent­scheid Melo­di Grand Prix aus­schlie­ßen. So habe es jeden­falls der Unter­hal­tungs­chef des Sen­ders DR, Jan Lager­mand Lun­de, bei einem OGAE-Fan­club-Tref­fen erzählt. Der Band-Bann sei Teil eines umfäng­li­chen Maß­nah­men­pa­ke­tes, mit dem die Dänen 2017 wie­der ins Euro­vi­si­ons­fi­na­le vor­sto­ßen möch­ten, nach­dem sie zwei Mal in Fol­ge (zu Recht) in der Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de schei­ter­ten. Bei­de Male im übri­gen ver­tre­ten von schnö­se­lig-blas­sen Boy­bands, näm­lich Light­house X (→ 2016) und Anti Soci­al Media (→ 2015). Und wenn ich Acts wie die pseu­dor­e­bel­li­schen A Fri­end in Lon­don (→ 2011) oder das Gefrier­lä­chel-Duo Cha­née & Never­green (→ 2010) geis­tig Revue pas­sie­ren las­sen, die zwar Spit­zen­plat­zie­run­gen im Fina­le erreich­ten, jedoch gemein­sam mit den bei­den Rohr­kre­pie­rer­ka­pel­len musi­ka­lisch zum Furcht­bars­ten gehö­ren, was der Grand Prix jemals her­vor­brach­te, möch­te ich dem DR für die­se men­schen­freund­li­che Ent­schei­dung vor Dank­bar­keit und Freu­de um den Hals fal­len. Wie in Deutsch­land sol­len es also nun Solo-Sän­ger/in­nen rich­ten. Wobei auch das kei­ne Erfolgs­ga­ran­tie beinhal­tet, wovon unse­re bei­den Blind­gän­ge­rin­nen Ann Sophie Dür­mey­er (→ 2015) und Jamie Lee Krie­witz (→ 2016) sicher­lich ein Lied sin­gen kön­nen. Und exakt auf jenes kommt es an! Auch hier geht DR neue Wege und ori­en­tiert sich ein wenig an der BBC: fünf Songs durf­ten Euro­vi­si­ons­fans auf Ein­la­dung des Sen­ders aus einem Pool von 41 vor­se­lek­tier­ten Ein­sen­dun­gen bereits für die Melo­di Grand Prix aus­wäh­len. Wei­te­re fünf will die TV-Anstalt hand­ver­le­sen. Auch über eine inter­na­tio­na­le Jury oder den Weg­fall des Super­fi­na­les den­ke man nach, wobei sich alle vor­ge­stell­ten Ände­run­gen noch im Pla­nungs­sta­di­um befän­den und nicht zwin­gend kom­men müss­ten. Ob es die Dänen so schaf­fen, end­lich ein wenig von der ent­setz­lich ster­bens­lang­wei­li­gen Kon­sens­sül­ze los­zu­kom­men, auf die sie so arg ste­hen (und ja, ich weiß: Deutsch­land sitzt da im Glas­haus), und mal wie­der etwas Muti­ges schi­cken? Zu wün­schen wäre es ihnen. Und uns allen!

Auch nicht unbe­dingt inno­va­tiv, aber doch das Bes­te aus dem MGP der letz­ten fünf Jah­re

Zwei­tes Semi­fi­na­le 2016: der sich den Wolf tanzt

Måns ist sehr ent­täuscht”: das war er, der Satz des Abends, gespro­chen vom deut­schen Kom­men­ta­tor Peter Urban, nach­dem Gast­ge­be­rin Petra Mede direkt im Anschluss an den Auf­tritt des Weiß­rus­sen Ivan infor­mier­te, dass die­ser ursprüng­lich nackt und in Beglei­tung von Wöl­fen zu per­for­men gedach­te, was die EBU im Hin­blick auf die Regeln lei­der ver­bie­ten muss­te. Zum Miss­fal­len des komo­de­rie­ren­den Vor­jah­res­sie­gers, der gera­de hin­ter Petra die Büh­ne enter­te – im Adams­kos­tüm, lei­der mit einem stra­te­gisch plat­zier­ten Plü­sch­wolf vor dem Gemächt. Wie dank­bar bin ich dem Schwe­den dafür, dass er ein der­ge­stalt scham­los selbst­ver­lieb­ter, zei­ge­freu­di­ger Exhi­bi­tio­nist ist, der wirk­lich kei­ne Gele­gen­heit aus­lässt, sei­nen durch­trai­nier­ten Kör­per mög­lichst tex­tilfrei der Öffent­lich­keit zu prä­sen­tie­ren. Und wie dank­bar bin ich den Schwe­den dafür, dass sie mit solch einer Leich­tig­keit durch die­sen Abend führ­ten und die Show mit einem wun­der­ba­ren Mini-Musi­cal eröff­ne­ten, das uns in vier Minu­ten dar­über auf­klär­te, was die Euro­vi­si­on eigent­lich ist und dabei so fach­lich akku­rat wie herr­lich selbst­iro­nisch daher­kam. Der Stimm­aus­zäh­lungs-Über­brü­ckungs­act ‘Man vs. Machi­ne’, eine Art Hom­mage an die Tanz­sze­nen aus dem Acht­zi­ger­jah­re-Strei­fen ‘Num­mer 5 lebt’, fiel gegen das bewe­gen­de Flücht­lings­bal­lett vom Diens­tag zwar etwas ab, ergab aber den­noch eine schö­ne Pau­sen­un­ter­hal­tung. SVT: 12 Points!

Nicht nur Måns ist ent­täuscht – ich eben­so: von der Grö­ße sei­nes, ähm, Wolfs!

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Däne­mark schickt atem­lo­se Lie­bes­sol­da­ten durch die Nacht

Ende 2013 ver­öf­fent­licht und in den deutsch­spra­chi­gen Län­dern seit­her prak­tisch unun­ter­bro­chen auf Rota­ti­on und in den Charts (aktu­ell auf Rang 84 in den deut­schen Top 100, hoch von 96), mani­fes­tiert sich der Ein­fluss von Hele­ne Fischers Mons­ter­schla­ger ‘Atem­los’ 2016 mas­siv beim Euro­vi­si­on Song Con­test. Mit ‘Adre­na­lin’ von Ella End­lich (einen pas­sen­de­ren Namen könn­te sie in ihrer Rol­le als Ersatz­hele­ne nicht tra­gen) fin­det sich ein ver­wäs­ser­ter Abklatsch bei Unser Lied für Stock­holm; in der heu­ti­gen zwei­ten Vor­run­de des Melo­di­fes­ti­va­len sang Char­lot­te Per­rel­li (SE 1999, 2008) zur Pau­sen­un­ter­hal­tung eine schwe­di­sche Cover­ver­si­on davon – und der vor weni­gen Minu­ten gewähl­te däni­sche Bei­trag ‘Sol­di­ers of Love’ der blas­sen Boy­band Light­house X erin­nert der­ar­tig frap­pant an Fischers Num­mer, dass wir uns schon jetzt auf eine lus­ti­ge Pla­gi­ats­de­bat­te von ‘Glo­rious’-ver­sus-‘Eupho­ria’-Aus­ma­ßen ein­stel­len kön­nen. Wobei die (deut­li­che­re) musi­ka­li­sche Ähn­lich­keit von ‘Sol­di­ers of Love’ mit dem Jahr­hun­dert­schla­ger der Men­schen­fi­sche­rin schon das Bes­te ist, was über den däni­schen Titel gesagt wer­den kann, der sich im Super­fi­na­le des Melo­di Grand Prix mit 42% der Anru­fer­stim­men knapp durch­setz­te. Die Tei­le des Songs näm­lich, die nicht von ‘Atem­los’ abge­pinnt sind, wir­ken genau so flach und faden­schei­nig wie der Gesang der drei farb­lo­sen Milch­bu­bis. Die auf der ESC-Büh­ne, wo Chor­stim­men vom Band ver­bo­ten sind, damit hart auf die Fres­se fal­len dürf­ten. Lus­ti­ger Melo­di-Fakt am Ran­de: Lore­en (SE 2012), die als Pau­sen­fül­le­rin auf­trat, wur­de als Inter­pre­tin des Songs ‘Eupho­bia’ ange­sagt. So lang­sam mache ich mir über die Zukunft Euro­pas dann doch Sor­gen…

Lilia­ne Saint-Pierre (BE 1987) hat ange­ru­fen und möch­te ihren Titel zurück!

Kön­nen die däni­schen Sol­da­ten der Lie­be ins Fina­le durch­mar­schie­ren?

  • Mit ein paar guten Chor­sän­gern, einem vor­teil­haf­ten Start­platz und viel Glück viel­leicht. Spä­tes­tens im Fina­le pullt das aber einen Dolan. (29%, 33 Votes)
  • Mit die­ser schlech­ten Schla­ger­ko­pie? Noch nicht mal, wenn sie sin­gen könn­ten! (27%, 31 Votes)
  • Na klar: der Song ist ein­gän­gig, die Jungs hübsch. Wie soll­te das nicht klap­pen? (23%, 26 Votes)
  • Nein, und wenn wir Glück haben, rei­ßen sie den ähn­lich sei­fi­gen iri­schen Bei­trag mit ins Ver­der­ben. (20%, 23 Votes)

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Punk is dead: ers­tes Semi 2015

Gleich vor­ne­weg ein Wort der Vor­war­nung: ver­mut­lich sehe ich die­ses Jahr einen kom­plett ande­ren Con­test als ein Groß­teil mei­ner Leser/innen. Denn ich bin seit lan­gem erst­mals wie­der vor Ort, und bekannt­lich sind die Ein­drü­cke in der Hal­le stets völ­lig ande­re als die zu Hau­se an den Flach­bild­schir­men. So hör­te ich, zumin­dest schon mal heu­te im ers­ten Semi­fi­na­le, bei­spiels­wei­se nur sat­ten, vol­len Sound und wei­test­ge­hend feh­ler­frei­en Gesang – dies also zur Erklä­rung, falls das an den Rund­funk­emp­fän­gern anders her­über­kam. Dann ein wei­te­res Wort der Vor­war­nung: ich bin stock­sauer! Auf Euro­pa! Und zwar, weil die fan­tas­ti­schen Fin­nen nicht wei­ter­ka­men. Nein, ‘Aina Mun Pit­ää’ wird als Song ver­mut­lich kei­ne Auf­nah­me in die Play­list mei­ner zehn Lieb­lings­ti­tel aller Zei­ten fin­den. Aber der Mut der Fin­nen, so etwas Authen­ti­sches (allei­ne schon das Sta­ging!) und Ande­res zu schi­cken, hät­te unbe­dingt belohnt wer­den müs­sen. Buil­ding Brid­ges, my Ass! Soll­te sich in den nächs­ten Tagen her­aus­stel­len, dass die Jurys die Punks von PKN auf dem Gewis­sen, könnt Ihr Euch bereits jetzt auf einen wei­te­ren ellen­lan­gen Rant ein­stel­len.

Die Vier hat­ten ech­ten Spaß auf der Büh­ne (FI)

wei­ter­le­senPunk is dead: ers­tes Semi 2015

Die Vil­la­ge Peop­le sind in Wien: ers­te Pro­ben ers­tes Semi 2015

Seit Mon­tag Mit­tag sind die Spie­le offi­zi­ell eröff­net: in der Wie­ner Stadt­hal­le prob­ten ges­tern und heu­te die 16 Teilnehmer/innen des ers­ten Semi­fi­na­les am kom­men­den Diens­tag. Und obgleich es sich um den aller­ers­ten, tech­ni­schen Durch­lauf han­del­te, der haupt­säch­lich zum Fin­den der rich­ti­gen Kame­ra­ein­stel­lun­gen und Beleuch­tung dien­te, berich­te­ten die zahl­reich in Wien bereits auf­ge­schla­ge­nen Schwur­na­lis­ten natür­lich aus­führ­lich über jedes noch so klei­ne Detail und erstell­ten umge­hend neue Pro­gno­sen. Wenn nicht gera­de kon­tro­vers über den Auf­re­ger des Tages debat­tiert wur­de: so rüs­tet die Wie­ner Stadt­ver­wal­tung der­zeit 120 Fuß­gän­ger­am­peln mit mit neu­en Sym­bo­len aus: händ­chen­hal­tend gemein­sam war­ten­de bzw. lau­fen­de Pär­chen – dar­un­ter auch gleich­ge­schlecht­li­che – sol­len für höhe­re eine Auf­merk­sam­keit der gefähr­de­ten Pas­san­ten sor­gen, ange­sichts des bevor­ste­hen­den Life Balls (Aids­hil­fe-Bene­fiz), des Song Con­tests und dem für Juni ter­mi­ni­n­er­ten CSD aber auch für Tole­ranz wer­ben. Und prompt füh­len sich die hete­ro­se­xu­el­len Euro­vi­si­ons­fans dis­kri­mi­niert, weil der Grand Prix damit in die Nähe einer schwu­len Ver­an­stal­tung gerückt wür­de (ach was!). Dabei mach­te gleich der ers­te Star­ter des ers­ten Semis klar, wes­sen Par­ty das hier ist!

Schwu­ler geht’s nim­mer: der Bahn­hofs­stri­cher und die Bul­len

wei­ter­le­senDie Vil­la­ge Peop­le sind in Wien: ers­te Pro­ben ers­tes Semi 2015