Dänemark

Das Ita­li­en Skan­di­na­vi­ens gehör­te zu den ESC-Urge­stei­nen, leg­te aber ab 1967 eine elf­jäh­ri­ge Schmoll­pha­se ein, da der dama­li­ge däni­sche TV-Unter­hal­tungs­chef den Grand Prix als zu kom­mer­zi­ell emp­fand. Däne­mark schickt aus­nahms­los sand­ge­strahl­ten, keim­frei­en und töd­lich lang­wei­li­gen Midtemposeich.
Dabei seit: 1957; Sie­ge: 1963, 2000, 2013; Rote Later­nen: eine.

Däne­mark 2008: Dänen lügen nicht

Auf eine Kombination aus Roger Cicero (DE 2007, optisch) und Tanel Padar (EE 2001, musikalisch) setzt Dänemark diesmal. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur zwei Stimmen zum einzigen guten Beitrag im Finale des Melodi Grand Prix setzte sich soeben der optisch sehr ansprechende Simon Mathew mit dem schrecklichen Schunkelschlager 'All Night long' durch - vermutlich eine Reminiszenz an die Trinkgewohnheiten der Nordländer, was auch den Sieg dieses extrem einfach strukturierten Lieds erklärt. "Ja, ja, ich bin ein amerikanischer Spion!": Simon erinnert ein wenig an den jungen Horst Buchholz in Billy Wilders großartiger Komödie "Eins, zwei, drei" (mehr …)
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ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

Natürlich hätte ich auf die Enttäuschung vorbereitet sein müssen. Schließlich bin ich lange genug Fan, um zu wissen, dass die fiesen, geschmacksgestörten Televoter im Semifinale immer die besten Songs aussortieren. Ganze 28 Länder traten in diesem Jahr in der Qualifikationsrunde gegeneinander an, so viele wie noch nie seit der Einführung der Semis. Lediglich zehn Slots für das Finale am Samstag gab es, aber 16 von mir favorisierte Titel, die unbedingt hätten weiterkommen müssen! Selbst unter Zuhilfenahme der Finger konnte ich mir also ausrechnen, dass ein Gutteil meiner Lieblinge auf der Strecke bleiben werden. (mehr …)
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Zwei­ter Super­sams­tag 2007

Zwei­ter Super­sams­tag 2007

Ein weiterer Supersamstag mit drei neuen Eurovisionsbeiträgen - und was für eine Ausbeute! Drei mal hoch amüsanter Trash: so macht Grand Prix richtig Spaß! Schwuppendisco par excellence: DQ (DK) Zunächst in der Vorrunde rausgeflogen, dann als Wildcard von den dänischen Radiohörern wieder reingewählt, konnte Peter Andersen alias DQ im Finale mit 'Drama Queen' überzeugen. Endlich ist der Grand Prix Eurovision ganz bei sich angekommen: mit einer farbenprächtigen, flitterglitternden Dragqueen nebst dem dazugehörigen Trash-Disco-Schlager - alles wie frisch aus dem Bühnenprogramm jedes beliebigen Provinz-CSDs eingeflogen! Herrlich! Guter Schanker & die Tiefen Ausschnitte (NO) Ja, genau so muss ein spanischer Beitrag daherkommen! Heißblütige Latinorhythmen,…
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ESC-Semi 2004: Take my Shoes and go straight

ESC-Semi 2004: Take my Shoes and go straight

Wer nicht zu den allereingefleischtesten Eurovisionsfans gehört, für den könnte der Begriff "Semi" bis heute Neuland sein. Kein Wunder: die deutschen Medien - inklusive der ARD - schweigen diese Neuerung beharrlich tot. Seit dem massenhaften Zustrom osteuropäischer Länder mussten bislang jedes Jahr etliche Antrittswillige aussetzen, was in den regelmäßig betroffenen Ländern zu einem starken Rückgang des öffentlichen Interesses führte. Als Abhilfe schuf die EBU 2004 ein brandneues Vorsortierfahren: die Qualifikationsrunde a.k.a. Semi, durch das alle durchmussten, die 2003 schlechter als Platz 10 abgeschnitten hatten. Mit Ausnahme der Big Four: Frankreich, Großbritannien, Spanien und Deutschland, die aufgrund ihrer Finanzkraft und Zuschauermassen stets…
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ESC-Fina­le 2001: …is always repea­ting itself

ESC-Fina­le 2001: …is always repea­ting itself

Seit jeher bekenne ich mich, wie der geneigte Leser sicher ahnt, als eiserner Verfechter des hundertprozentigen Televoting, eben weil es ein demokratisches Verfahren ist. Und zwar auch dann, wenn ich, wie in diesem Jahr, selbst unter den Ergebnissen zu leiden habe wie ein Hund. Gleich drei der besten Eurovisionsbeiträge aller Zeiten bot dieser Jahrgang auf: gerade mal einer davon schaffte es unter die ersten Drei. Die ersten beiden Plätze des Zuschauerrankings belegen unterdessen Spitzenpositionen in meiner persönlichen Haßlieder-Liste. Kehrseite der Medaille: seit sich der Contest, eben auch dank des Televoting, von einer nur noch von Schwulen verfolgten Randveranstaltung wieder zu einem Massenevent entwickelte, stimmt leider auch…
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ESC-Fina­le 2000: Ich will, ich will eine Gurke

ESC-Fina­le 2000: Ich will, ich will eine Gurke

Freiheit fördert Kreativität. Kaum fiel die Sprachenregel, tauchten die ersten skurrilen linguistischen Mixe beim Song Contest auf, wie zum Beispiel ein auf italienisch und griechisch gesungener zyprischer Beitrag oder ein deutsches Lied in Babysprache ('Wadde hadde dudde da'), ein im Übrigen sehr professionell und modern produzierter, wenn auch etwas kalt wirkender Beitrag, wie die meisten in diesem Jahr. Der Wechsel von der Jury- zur reinen Zuschauerwertung brachte den erhofften Effekt und führte zu einer deutlichen Qualitätssteigerung. Fast alle Länder orientierten sich in Richtung der aktuellen Charts, wo tanzbarer, schneller Pop regierte. In einem Feld ähnlich klingender Songs fällt der auf, der sich unterscheidet:…
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ESC-Fina­le 1999: Don’t work on a Monday

ESC-Fina­le 1999: Don’t work on a Monday

In diesem Jahr gelang es dem NDR-Verantwortlichen Jürgen Meier-Beer nach mehreren Anläufen, mit dem Wegfall der überkommenen Sprachenregel und des Orchesters die beiden letzten Bausteine seiner Grand-Prix-Reform durchzusetzen und den Contest so - kurz vor der Jahrtausendwende - endlich in die popmusikalische Gegenwart zu überführen. Die Teilnehmer nutzten die neue linguistische Freiheit weidlich: jeder zweite Beitrag kam auf Englisch daher, der Weltsprache des Pop. Das war und ist in einigen Fällen schade (Balkanballaden klingen in einem der zahlreichen slawischen Dialekte einfach eindringlicher), manchmal besser (die Mitsingbarkeit leidet im Hebräischen oder Isländischen nun mal), sorgte aber vor allem dafür, dass nicht mehr,…
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ESC-Fina­le 1997: Ich brauch was Größeres

ESC-Fina­le 1997: Ich brauch was Größeres

In diesem Jahr fand die beinahe unumkehrbar geglaubte irische Siegesserie ihr abruptes Ende. Auch wenn es  für Marc Roberts und seine 'Mysterious Woman' noch zu einem zweiten Platz reichte: 70 Punkte Abstand zum Sieger sprachen eine deutliche Sprache. Und das sollte erst der Anfang sein! Nach dem Quoten- und Finanzdesaster des Vorjahres, bedingt durch das unfreiwillige Ausscheiden Deutschlands, begann hinter den Kulissen ein folgenreiches Umgestalten. Aufgrund hinhaltenden Widerstands der Grand-Prix-Traditionalisten kamen die dringend notwendigen Reformen zwar nur scheibchenweise - aufzuhalten waren sie aber nicht mehr. https://youtu.be/Gg1Gq2XdY-Q Vier mal dabei, bitte nicht wiederwählen: der bislang letzte Contest aus Irland. So galt ab…
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ESC-Fina­le 1991: Hier decke ich den Tisch

ESC-Fina­le 1991: Hier decke ich den Tisch

Mit einer Hymne auf das neu vereinte Europa ('Insieme: 1992') hatten die Italiener im Vorjahr dieses merkwürdige Wettsingen gewonnen, das bekanntlich auf dem Vorbild ihres heißgeliebten San-Remo-Festivals basiert. Da lag es auf der Hand, selbigem Vorbild zu huldigen und den Contest in nämlichem ligurischen Kurort auszutragen. Doch je näher das Ereignis heranrückte, desto stärker nagten die Zweifel: würde man mit diesem obskuren Eurotrashspektakel in der geheiligten Stätte des Ariston-Theaters zu San Remo nicht das Ansehen des im Lande wesentlich beliebteren Originals beschmutzen? Wollte man sich als selbst empfundener kultureller Nabel Europas wirklich diese Laus in den Pelz setzen? Also verlegte…
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ESC-Fina­le 1990: Für uns, Lie­be ohne Grenzen

ESC-Fina­le 1990: Für uns, Lie­be ohne Grenzen

Deutschland schrieb in diesem Jahr Geschichte: mit der von mutigen DDR-Bürgern friedlich herbeidemonstrierten Revolution und der sich anschließenden, von den meisten Westlern wie mir gedanklich längst abgeschriebenen Wiedervereinigung. Allerdings auch mit den beiden ersten deutschen Eurovisionsteilnehmern, die beim Versuch des Singens kaum einen Ton sauber zu treffen vermochten. Hätte man einen Schock Hundewelpen 'Frei zu leben' jaulen lassen, das Ergebnis wäre gewiss musikalisch überzeugender ausgefallen. Doch nicht genug, dass sich einem beim Anhören die Fußnägel kräuselten, auch der Anblick des peinlichen Duos sorgte für Fremdschämattacken: Daniel Kovac erschien im C&A-Anzug, Chris Kempers mit tuffiger Dauerwelle und noch tuffigerer Kostümjacke, die…
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ESC-Fina­le 1989: Why do they always get it wrong?

ESC-Fina­le 1989: Why do they always get it wrong?

Ein Jahrgang, der mich wie kein zweiter gespalten hinterlässt: einerseits unglaublich reich an Spitzenerzeugnissen des Trashs und der unfreiwilligen Komik und damit ein ernsthafter Anwärter auf die Top Five meiner Lieblingscontests. Andererseits ruiniert durch rundweg skandalöse Juryentscheidungen und den ungerechtfertigsten Siegertitel aller Zeiten. Doch beginnen wir mit den amüsanten Seiten dieses Contests: das eidgenössische Fernsehen unterhielt die Zuschauer/innen zum Auftakt und in den Postkarten mit idyllischen Klischeebildern über Berge, Kühe, Berge, Käse, Berge, Uhren, Berge, Alphörner, Berge, das Heidi und Berge - was man sich eben unter der Schweiz so vorstellt! Bankenniederlassungen mit diskreten Konten für das Blutgeld aus den Diktaturen dieser Welt oder die…
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ESC-Fina­le 1981: Take you from behind

ESC-Fina­le 1981: Take you from behind

Die Deutschen schäumten vor Zorn, waren aufrichtig erbost! Im Land weilende Schweizer zeigten sich im April 1981 gut beraten, ihre Herkunft zu verschweigen. Nachdem wir schon im Vorjahr nur knapp an der Eurovisionskrone vorbeischrammten, gingen wir diesmal um so siegessicherer ins Rennen. Eine so wunderbare Rührschnulze mit Behindertenmitleidsbonus hatten wir extra gewählt, und die mit unüberhörbar fränkisch rollendem "R" intonierende ("Die Jungen dort drrraußen, die rrriefen nur hinter ihm her") Lena Valaitis sang sauber, wohltimbriert und voller Leidenschaft und Anmut die bittersüße Ballade vom blinden Jungen 'Johnny Blue' direkt in alle Herzen hinein. Selbst die Buchmacher sahen uns ganz vorne. (mehr …)
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ESC-Fina­le 1979: Er zeug­te sie­ben Kin­der in einer Nacht

ESC-Fina­le 1979: Er zeug­te sie­ben Kin­der in einer Nacht

Heftige Auseinandersetzungen entbrannten im Vorfeld dieses Jahrgangs um den deutschen Beitrag. Ausgerechnet nach Jerusalem mit einem Song zu fahren, der von einem gewalttätigen Imperatoren handelt und mit Textzeilen wie "Sie trugen Angst und Schrecken in jedes Land" aufwartet, zeugte nicht eben von ausgeprägtem geschichtlichen Feingefühl. Es hagelte Proteste und Verbotsforderungen, man befürchtete eine Belastung der diplomatischen Beziehungen und die damalige Familienministerin Antje Huber (SPD) geißelte den Text gar als "dumm und geschmacklos". Ach was! (mehr …)
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ESC-Fina­le 1966: Zwin­gen kann man kein Glück

ESC-Fina­le 1966: Zwin­gen kann man kein Glück

Das zehnjährige Jubliäum des Eurovision Song Contests nahm die EBU zum Anlass, im Frühjahr 1966 bei den teilnehmenden TV-Anstalten Wünschen und Ideen für die zukünftige Gestaltung des Wettbewerbs zu sammeln. Dabei zeigten sich regional unterschiedliche Schwerpunkte, wie Gordon Roxburgh in der Fibel Songs for Europe auflistet: so insistierten die skandinavischen Sender, dass der "musikalischen Qualität" der Beiträge die absolute Priorität einzuräumen sei. Die westeuropäischen Anstalten wie die ARD, das belgische BRT, der ORF und das französische Fernsehen wollten vor allem die als zu hoch empfundene Teilnehmerzahl von zuletzt 18 Nationen reduzieren und schlugen verschiedene Formate für Semifinale vor, wie sie…
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Dansk Melo­di Grand Prix 1966: Kann ich die Wurst mal sehen?

Dansk Melo­di Grand Prix 1966: Kann ich die Wurst mal sehen?

Dass im Vorjahr auf Geheiß des auf höchstmöglichen kulturellen und gesellschaftlichen Anspruch Wert legenden dänischen TV-Unterhaltungschefs und Eurovisionsverantwortlichen Svend Pedersen eine hausinterne Auswahl stattgefunden hatte, mit Songs, die "Qualität" beinhalten sollten, und dass als deren Ergebnis in Neapel der wohl feministischste Grand-Prix-Beitrag dieser Ära zu hören war, zeigte die wohl erwünschten Nachwirkungen: der Wiener Dichter und Büchner-Preisträger Hans Carl Artmann, bekannt für seine Mundartgedichte und seine surrealistischen Erzählungen, ging beim 1966 wieder als öffentlicher Vorentscheid organsierten Dansk Melodi Grand Prix (DMGP) an den Start, allerdings unter dem Künstlernamen Ib Hansen. Ob sein Lied 'Lille Veninde' ('Kleine Freundin') allerdings die ersehnte poetische…
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Dansk Melo­di Grand Prix 1965: Weil er ein Chau­vi ist, ein Mannesmann

Dansk Melo­di Grand Prix 1965: Weil er ein Chau­vi ist, ein Mannesmann

Ach, was hatten die Unterhaltungschefs der europäischen Rundfunkanstalten in den Anfangsjahren des Wettbewerbs zu leiden am Grand Prix Eurovision! Nicht nur an den hohen Kosten und am murrenden Volk, wenn die Lieder mal wieder zu schlecht und / oder die Ergebnisse zu enttäuschend waren, sondern vor allem an dem klaffenden Krater zwischen dem eigenen akademischen Anspruch an exquisite Musik und der profanen Notwendigkeit von wettbewerbsfähigen Eurovisionsbeiträgen. Vom deutschen Delegationsleiter dieser Ära, Hans-Otto Grünefeld, weiß man, dass er all zu Gefälliges und Hitverdächtiges, Schlagerhaftes gar, wie es der Plebs bevorzugte, aus vollem Herzen hasste, und er wähnte sich da voll und…
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Dansk Melo­di Grand Prix 1964: Es ist was faul im Staa­te Dänemark

Dansk Melo­di Grand Prix 1964: Es ist was faul im Staa­te Dänemark

Die Warnung gleich vorweg: am besten sparen Sie sich die Lektüre dieses Artikels, denn es gibt über den dänischen Vorentscheid von 1964 beim besten Willen nichts Interessantes zu erzählen. Von keinem einzigen der insgesamt neun gesungenen Beiträge des Dansk Melodi Grand Prix (DMGP) existiert ein bewegter Videomitschnitt. Selbst nicht vom Siegertitel 'Sangen om dig' ('Lied über Dich') von Bjørn Tidmand. Augenscheinlich verschlampte der verantwortliche Sender Dansk Radio (DR), dem dank des mit norwegischer Hilfe geschobenen Vorjahressieges die Aufgabe zufiel, den Eurovision Song Contest 1964 zu veranstalten, nicht nur die Aufzeichnung der internationalen Show, sondern auch diejenige des einige Wochen zuvor…
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ESC-Fina­le 1963: Melo­die einer Nacht

ESC-Fina­le 1963: Melo­die einer Nacht

Die von etlichen europäischen Sendeanstalten (einschließlich der ARD) aus finanziellen Gründen sehr gefürchtete Eurovisionsregel, wonach der Sieger des Wettbewerbs im Folgejahr prinzipiell den Contest austragen soll (nicht: muss), existiert bereits seit seit dem zweiten Jahr seines Bestehens, also seit 1957. Doch nicht jeder glückliche Gewinner verhält sich regelkonform: dem schlechten Beispiel der Niederlande folgend, weigerte sich heuer das innerhalb von nur sechs Jahren bereits zum dritten Male (nämlich 1958, 1960 und 1962) viktoriöse Frankreich, die Show zu organisieren und alleine finanziell zu stemmen. Das mondäne Cannes, wo der Wettbewerb bereits 1959 und 1961 stattgefunden hatte, entwickelte sich - nicht zuletzt aufgrund der jährlichen…
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Dansk Melo­di Grand Prix 1963: Je ne sais pas pourquoi

Dansk Melo­di Grand Prix 1963: Je ne sais pas pourquoi

Acht Beiträge stritten um die Gunst einer zehnköpfigen Jury bei der dänischen Vorentscheidung von 1963, dem Melodi Grand Prix (DMGP), von denen der letztplatzierte des Schauspielers Preben Mahrt komplett punktefrei ausging. Vielleicht war er den Jurymitgliedern einfach zu 'Abstrakt'? Ansonsten bestand das Personal überwiegend aus altgedienten Namen: sowohl die heimische Vertreterin von 1957 und 1962, Birthe Wilke, als auch der dänische ESC-Repräsentant von 1961, Dario Campeotto, starteten einen weiteren Versuch. Wobei sich erstere im Hinblick auf die von ihrem Beitrag ausgehende, gepflegte Langeweile nicht ohne Grund selbst fragte: 'Pourquoi' ('Warum')? Das Tanzorchester Melody Mixers widmete sich in seinem extrem fluiden…
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ESC-Fina­le 1962: Ring a tipi tii ding

ESC-Fina­le 1962: Ring a tipi tii ding

Luxemburg, das 1962 als Gastgeber für den Eurovision Song Contest fungierte, gilt im Allgemeinen als finanziell wohlsituierte europäische Steuerfluchtoase. Um so merkwürdiger muteten die anhaltenden Stromschwankungen und mehrfachen Lichtausfälle im RTL-Auditorium während der Grand-Prix-Übertragung an, die den Zuschauer:innen infrastrukturell eher den Eindruck eines Dritte-Welt-Landes (oder der heutigen USA) vermittelten. Wohl auch, um Kosten zu sparen, gestaltete der Sender des Großherzogtums den Ablauf der Show ziemlich zügig, die Lieder folgten fast nahtlos aufeinander. Das Anziehen des Tempos übertrug sich in wohltuender Weise ebenfalls auf das senderseitig gestellte, erstaunlich druckvoll und präzise aufspielende Orchester. Fast konnte man den Eindruck gewinnen, Rhythmusinstrumente wie…
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Dansk Melo­di Grand Prix 1962: Ich rede mit mir selbst

Dansk Melo­di Grand Prix 1962: Ich rede mit mir selbst

Ein Skandal erschütterte den Dansk Melodi Grand Prix (DMGP) 1962, den dänischen Vorentscheid, in dessen Mittelpunkt die fabelhafte und noch heute länderübergreifend heißgeliebte Gitte Hænning stand. Die im Heimatland bereits als Kinderstar populäre Sängerin sollte mit dem sensationellen Swing-Knaller ‚Jeg snakker med mig selv‘ (‚Ich rede mit mir selbst‘) teilnehmen, einem Thema, das die nicht minder fabelhafte Nina Hagen gute zwanzig Jahre später in 'Universelles Radio' nochmals aufgreifen sollte. Doch dann beging der fünffache DMGP-Moderator und Lyrikautor des Titels, Sejr Volmer-Sørensen, den unverzeihlichen Fehler, selbigen noch vor der Sendung während der Pause in der Senderkantine vor sich hin zu summen. Was die sofortige…
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Dansk Melo­di Grand Prix 1961: Jet Airliner

Dansk Melo­di Grand Prix 1961: Jet Airliner

Die fünfte Ausgabe der dänischen Eurovisionsvorentscheidung Melodi Grand Prix (DMGP) erwies sich als Veteranentreffen: sämtliche (!) bisherigen Grand-Prix-Repräsentant:innen des Landes versuchten es erneut. Dabei gingen Gustav Winckler, Raquel Rastenni und Katy Bødtger komplett leer aus: sie erhielten von der zehnköpfigen Jury, von der jedes Mitglied allerdings nur jeweils drei Punkte zu verteilen hatte, allesamt nichts. Nada. Zilch. Besser schlugen sich da schon der DMGP-Wiederkehrer Otto Brandenburg, der für sein sanftes Wiegenlied 'Godnat, lille du' zumindest drei Zähler kassieren konnte, sowie der in Portugal geborene, schon früh mit seinen Eltern nach Dänemark gezogene Jazz-Musiker Pedro Biker, der anschließend eine Karriere als Radio- und TV-Moderator sowie…
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Dansk Melo­di Grand Prix 1960: Oh mein Papa

Dansk Melo­di Grand Prix 1960: Oh mein Papa

'Op og see Land' (frei übersetzt: 'Schau, dass du Land siehst'), so hieß der mäßig schmissige, wenngleich stimmlich recht harsch interpretierte Marsch, mit dem ein gewisser Otto Hænning im Jahre 1960 den aus insgesamt sieben Liedern bestehenden dänischen Eurovisionsvorentscheid Dansk Melodi Grand Prix (DMGP) eröffnete. Moment mal: Hænning? Kennen wir den Namen nicht irgendwoher? Und tatsächlich: es handelte sich bei diesem Otto um den im Jahre 2004 verstorbenen Vater der international bekannten Schlagerlegende und deutschen Eurovisionsvertreterin von 1973, Gitte Hænning, der sich hier rundheraus berechtigte Nil Points ersang. Die für die Wertung verantwortliche Jury verteilte ihre Gaben ohnehin äußerst spärlich, so dass auch der beim DMGP der…
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ESC-Fina­le 1959: Man­cher jodelt noch im Schlaf

ESC-Fina­le 1959: Man­cher jodelt noch im Schlaf

Nein, eine Vorentscheidung hätten sie nicht mitgemacht, die international umjubelten Synchrontänzerinnen und -ausseherinnen Alice und Ellen Kessler, also gab es keine: der damals für den deutschen Grand-Prix-Beitrag zuständige Hessische Rundfunk bestimmte sie direkt zu den germanischen Vertreterinnen in Cannes. Deutschlands bekannteste eineiige Zwillinge, die in einem NDR-Interview später entschuldigend behaupteten, zu diesem Auftritt vertraglich gezwungen worden zu sein, stellten aber noch weitere Bedingungen: 'Heute möcht' ich bummeln', wie das Lied zunächst heißen sollte, erschien ihnen als Titel zu brav, die naheliegende Abwandlung 'Heute möcht’ ich fummeln' hingegen vielleicht doch etwas zu direkt, also frisierte ihre Textdichterin Astrid Voltmann den Song in…
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Dansk Melo­di Grand Prix 1959: Der Kuss des Todes

Dansk Melo­di Grand Prix 1959: Der Kuss des Todes

Das Schlagerpärchen Birthe Wilke und Gustav Winkler, das bereits 1957 den Premierenbeitrag des skandinavischen Landes beim Eurovision Song Contest präsentierte, dominierte auch den dritten Dansk Melodi Grand Prix (DMGP) im Jahre 1959. Diesmal sangen die Zwei jedoch nicht gemeinsam, sondern konkurrierten solo. Außerdem intonierten sie jeweils ein Duett mit anderen Künstler:innen. Gustav paarte sich - rein musikalisch natürlich! - mit einer Dame mit dem schönen Namen Grete Klitgaard, zweifellos die dänische Bezeichnung für einen Keuschheitsgürtel. Birthe tat es hingegen mit dem Schauspieler und Sänger Preben Uglebjerg. Die beiden Letztgenannten versuchten es daneben ebenfalls solo, wobei Preben mit 'Latinersangen (Peblinge cha-cha-cha)' einen vom Songtitel her recht vielversprechenden…
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