Dansk Melo­di Grand Prix 1961: Jet Air­li­ner

Die fünf­te Aus­ga­be der däni­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­schei­dung Melo­di Grand Prix (DMGP) erwies sich als Vete­ra­nen­tref­fen: sämt­li­che (!) bis­he­ri­gen Grand-Prix-Reprä­sen­tan­t/in­nen des Lan­des ver­such­ten es erneut. Dabei gin­gen Gus­tav Winck­ler, Raquel Ras­ten­ni und Katy Bødt­ger kom­plett leer aus: sie erhiel­ten von der zehn­köp­fi­gen Jury, von der jedes Mit­glied aller­dings nur jeweils drei Punk­te zu ver­tei­len hat­te, alle­samt nichts. Bes­ser schlu­gen sich da schon der DMGP-Wie­der­keh­rer Otto Bran­den­burg, der für sein sanf­tes Wie­gen­lied ‘God­nat, lil­le du’ zumin­dest drei Zäh­ler kas­sie­ren konn­te, sowie der in Por­tu­gal gebo­re­ne, schon früh mit sei­nen Eltern nach Däne­mark gezo­ge­ne Jazz-Musi­ker Pedro Biker, der anschlie­ßend eine Kar­rie­re als Radio- und TV-Mode­ra­tor sowie 1970 einen Hit und hei­mat­li­chen Ever­green mit der däni­schen Cover­ver­si­on von Burt Bacha­rachs ‘Rain­drops keep fal­ling on my Head’ hin­leg­te, aller­dings nur drei Jah­re spä­ter das Zeit­li­che seg­ne­te. Hier, bei sei­nem ers­ten TV-Auf­tritt, konn­te Pedro, der kein biss­chen aus­sah wie ein Biker, mit ‘Min Gui­tar og jeg’ einen drit­ten Rang lan­den.

Wer raucht und flie­gen­de Tötungs­ma­schi­nen steu­ert, also weder das eige­ne Leben ach­tet noch das von ande­ren, dem wer­fen sich die Damen an den Hals, so die sub­ti­le Pro­pa­gan­da­aus­sa­ge von Bir­t­he Wil­kes Film­auf­tritt (Reper­toire­bei­spiel).

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Dansk Melo­di Grand Prix 1960: Oh mein Papa

Op og see Land’ (‘Schau, dass du Land siehst’), so hieß der schmis­si­ge, wenn­gleich stimm­lich etwas harsch geknö­del­te Marsch, mit dem ein gewis­ser Otto Hæn­ning im Jah­re 1960 den aus ins­ge­samt sie­ben Lie­dern bestehen­den däni­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid Dansk Melo­di Grand Prix (DMGP) eröff­ne­te. Moment mal: Hæn­ning? Ken­nen wir den Namen nicht irgend­wo­her? Und tat­säch­lich: es han­del­te sich um den im Jah­re 2004 ver­stor­be­nen Vater der inter­na­tio­na­len Schla­ger­le­gen­de und deut­schen Euro­vi­si­ons­ver­tre­te­rin von 1973Git­te Hæn­ning, der sich hier rund­her­aus berech­tig­te Nil Points ersang. Die für die Wer­tung ver­ant­wort­li­che Jury ver­teil­te ihre Gaben ohne­hin äußerst spär­lich, so dass auch der beim DMGP der Anfangs­jah­re nach­ge­ra­de unver­meid­li­che Gus­tav Winck­ler leer aus­ging.

Es wird Regen geben: MGP-Sie­ge­rin Kathy beim Con­test in Lon­don.

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Dansk Melo­di Grand Prix 1959: Der Kuss des Todes

Das Schla­ger­pär­chen Bir­t­he Wil­ke und Gus­tav Wink­ler, das bereits 1957 den Pre­mie­ren­bei­trag des skan­di­na­vi­schen Lan­des beim Euro­vi­si­on Song Con­test prä­sen­tier­te, domi­nier­te auch den drit­ten Dansk Melo­di Grand Prix (DMGP) im Jah­re 1959. Dies­mal san­gen die Zwei jedoch nicht gemein­sam, son­dern kon­kur­rier­ten solo. Außer­dem into­nier­ten sie jeweils ein Duett mit ande­ren Künstler:innen. Gus­tav paar­te sich – rein musi­ka­lisch natür­lich! – mit einer Dame mit dem schö­nen Namen Gre­te Klit­gaard, zwei­fel­los die däni­sche Bezeich­nung für einen Keusch­heits­gür­tel. Bir­t­he tat es hin­ge­gen mit dem Schau­spie­ler und Sän­ger Pre­ben Ugleb­je­rg. Die bei­den Letzt­ge­nann­ten ver­such­ten es dane­ben eben­falls solo, wobei Pre­ben mit ‘Lati­ner­s­an­gen (Peb­lin­ge cha-cha-cha)’ einen vom Song­ti­tel her recht viel­ver­spre­chen­den Bei­trag am Start hat­te, der aller­dings im Netz nicht zu fin­den ist und den die Juro­ren ledig­lich mit der Bron­ze­me­dail­le abspeis­ten. Statt­des­sen wähl­ten sie Bir­t­hes leid­lich flot­ten Solo­ti­tel ‘Uh – jeg vil­le øns­ke jeg var dig’ (‘Uh, ich wünsch­te, ich wäre Du’), mit dem sie es in Can­nes immer­hin auf Rang 5 schaff­te.

Keck mit der Schlep­pe gewe­delt: Bir­t­he beim Grand Prix 1959.

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Dansk Melo­di Grand Prix 1958: Ver­gam­mel­te Spei­sen

Wenig Span­nen­des gibt es über den Dansk Melo­di Grand Prix (DMGP) von 1958 zu berich­ten, den zwei­ten sei­ner Art. Das knut­schen­de Vor­jah­res­schla­ger­pär­chen Bir­t­he Wil­ke und Gus­tav Winck­ler nahm erneut am Vor­ent­scheid teil, bei­de nicht zum letz­ten Mal. Den am viel­ver­spre­chends­ten klin­gen­den, im Netz jedoch lei­der unauf­find­ba­ren Titel steu­er­te der haupt­säch­lich als Film­schau­spie­ler in Erschei­nung getre­te­ne Pre­ben Neer­gaard bei: ‘Mit gam­le Hak­ke­bræt’ soll­te kei­nes­falls als Pro­test­song gegen den ver­gam­mel­ten Hack­bra­ten in der DR-Kan­ti­ne zu ver­ste­hen sein, son­dern als Lob­ge­sang auf sein Instru­ment, die Zither (auch als Hack­brett bekannt). Sechs Bei­trä­ge tra­ten ins­ge­samt gegen­ein­an­der an, aus denen eine zehn­köp­fi­ge Jury die beson­ders lang­wei­li­ge Bal­la­de ‘Ich rei­ße eine Sei­te aus mei­nem Tage­buch’ zum Sie­ger­lied kür­te. Die wei­te­ren Plat­zie­run­gen gab man nicht bekannt.

Alles zumüllen und dann lie­gen­las­sen: die Dänin­nen sind schon rech­te Umwelt-Row­dys!

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ESC 1957: Hal­lo, Kopen­ha­gen?

Logo des Eurovision Song Contest 1957
Das Jahr der Zun­ge

Kein Jahr­gang ohne grund­le­gen­de Neue­run­gen, zumin­dest in der Anfangs­pha­se des Euro­vi­si­on Song Con­tests: stimm­ten die Juro­ren bei der Grand-Prix-Pre­miè­re von 1956 noch geheim ab und erfuh­ren wir außer dem Sie­ger­ti­tel kei­ne Plat­zie­run­gen, so fei­er­te das heu­ti­ge Herz­stück der TV-Show, die stets das kom­plet­te letz­te Drit­tel der Sen­de­zeit okku­pie­ren­de und stets die höchs­ten Ein­schalt­quo­ten des Abends erzie­len­de öffent­li­che Stim­men­aus­zäh­lung, beim zwei­ten Wett­be­werb in mei­ner Geburts­stadt Frank­furt am Main sei­nen Ein­stand. Die Durch­ga­be der Län­der­vo­ten erfolg­te natür­lich fern­münd­lich. Geschickt nah­men die Gast­ge­ber hier­auf Bezug: “Tele­fon, Tele­fon / Lang war ich allein / Sag, wann wer­de ich zum Lohn / End­lich glück­lich sein” frug die deut­sche Ver­tre­te­rin Mar­got Hiel­scher sich und das Publi­kum.

Das Fräu­lein vom Amt (DE).

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Dansk Melo­di Grand Prix 1957: Die Pär­chen­lü­ge

Dansk Melo­di Grand Prix (DMGP): so hieß der däni­sche Vor­ent­scheid bei sei­ner Pre­miè­re im Jah­re 1957, und so heißt er heu­er noch immer. Damals wie heu­te bevöl­ker­te fast aus­schließ­lich Super­seich­tes den skan­di­na­vi­schen Wett­be­werb, denn wie ihre süd­li­chen Nach­barn, die Deut­schen, mögen es auch die Dänen in ihrer brei­ten Mas­se musi­ka­lisch eher kan­ten­los und weich­ge­spült. Wäh­rend sich die kul­tu­rel­le Ein­falls­lo­sig­keit heut­zu­ta­ge meis­tens auf zehn mehr oder min­der uni­for­me Bei­trä­ge und zehn Interpret:innen ver­teilt, wähl­te der ver­an­stal­ten­de Sen­der Dansk Radio (DR) damals ledig­lich zwei Künstler:innen aus, die sowohl gegen- als auch mit­ein­an­der antra­ten. Die jun­ge Kopen­ha­ge­ne­rin Bir­t­he Wil­ke stell­te solo zwei Titel vor, konn­te mit dem belieb­ten Schla­ger­the­ma “Früh­ling” aber eben­so wenig die Jury über­zeu­gen wie mit dem ‘Gewöhn­li­chen Lied’, dem ‘Chan­son ordinaire’. Auch ihr rund zehn Jah­re älte­rer und 1979 bei einem Auto­un­fall ums Leben gekom­me­ne Kon­kur­rent Gus­tav Winck­ler, der – wie Bir­t­he – für lan­ge Jah­re zur Grund­aus­stat­tung des DMGP gehö­ren soll­te, blieb mit sei­nen Solo­num­mern über eine ‘Fata Mor­ga­na’ und die ‘Stra­ße der Sehn­sucht’ erfolg­los.

Für die deut­sche Ein­spie­lung des däni­schen ESC-Bei­trags ersetz­te die Schwe­din Bibi Johns die Ori­gi­nal­in­ter­pre­tin.

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