A Song for Euro­pe 1960: When the Tide turns

Um Haa­res­brei­te hät­te er es nicht ins Vor­ent­schei­dungs­fi­na­le geschafft, der bri­ti­sche Euro­vi­si­ons­ver­tre­ter von 1960, Bryan John­son. Wie bereits im Vor­jahr fan­den auch heu­er zwei Semis mit jeweils sechs Titeln statt, von denen jeweils die ers­ten drei wei­ter­ka­men. John­sons am Ende sieg­rei­cher Bei­trag ‘Loo­king high, high, high’ (der im Song auf die Titel­zei­le fol­gen­den Ankün­di­gung “I shall die, die, die” leis­te­te der Sän­ger erst 35 Jah­re spä­ter Fol­ge) teil­te sich in der zwei­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de nach dem regio­na­len Jury­vo­ting noch punkt­gleich den drit­ten Rang mit dem sehe­risch benann­ten (und lei­der im Netz nicht auf­find­ba­ren) Titel ‘When the Tide turns’ der bri­ti­schen Vor­jah­res-Reprä­sen­tan­ten Pearl Carr und Ted­dy John­son. Da die BBC nicht auf einen Münz­wurf zurück­grei­fen woll­te, durf­ten bei­de Acts ins Fina­le wei­ter­zie­hen, wo der drei Jah­re älte­re Ted­dy gegen sei­nen jün­ge­ren Bru­der Bryan den Kür­ze­ren zog. Immer­hin blieb auf die­se Wei­se die Euro­vi­si­ons­re­prä­sen­tanz direkt in der Fami­lie.

So sehr auf Dro­ge (high, high, high) sah er jetzt nicht aus: Bryan John­son.

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A Song for Euro­pe 1957: Das klei­ne Ding, das gött­lich singt

1956, im ers­ten Jahr des von der BBC mit­in­iti­ier­ten Euro­vi­si­on Song Con­tests, hat­ten die Bri­ten bizar­r­er­wei­se nicht an den euro­päi­schen Fest­spie­len teil­ge­nom­men. Zwar orga­ni­sier­ten auch sie einen am Vor­bild des ita­lie­ni­schen San-Remo-Fes­ti­vals ori­en­tier­ten Lie­der­wett­be­werb. Doch das mit zahl­rei­chen Vor­run­den ver­se­he­ne Fes­ti­val of Bri­tish popu­lar Songs ging erst am 22. Okto­ber 1956 – mit­hin fünf Mona­te zu spät für den ESC – zu Ende. Und obschon mit Petu­la Clark ein bekann­ter Kin­der­star dar­an teil­nahm, brach­te es nicht einen ein­zi­gen Chart-Hit her­vor. Nur drei Mona­te spä­ter, am 22. Janu­ar 1957, star­te­te die BBC den­noch die zwei­te Aus­ga­be des For­ma­tes, wel­ches dies­mal auch zur Ermitt­lung des bri­ti­schen Grand-Prix-Bei­trags dien­te, denn die selbst emp­fun­de­ne Pop-Nati­on woll­te das euro­vi­sio­nä­re Feld den Brü­dern und Schwes­tern vom Fest­land kei­nes­falls allei­ne über­las­sen.

Ein “welt­frem­des, jun­ges Geschöpf” – so die Eigen­be­schrei­bung der Sän­ge­rin Patri­cia Bre­din.

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