6. Grand Prix sur le Main

Bereits zum sechsten Mal lädt die Frankfurter Regionalgruppe des Fanclubs EC Germany zum clubeigenen Song Contest. Beim Treffen im August wurden den Teilnehmer/innen Länder(gruppen) zugelost, aus deren bisherigem Eurovisionsschaffen sie einen (heute auf der Videoleinwand präsentierten) Beitrag auswählen mussten, mit dem sie in den Kampf um die Douze Points der Zuschauer/innen ziehen. Spannung, Wettkampf, Drama, Preisverleihung: immer ist der glänzend moderierte Grand Prix sur le Main ein Ereignis. Und immer ist er gut besucht: frühes Kommen ist angeraten, wenn man noch einen Platz (Eintritt frei) ergattern möchte!

Unser Lied für Lissabon

Fleißig schraubte der NDR an der Vorauswahl der sechs Teilnehmer/innen des deutschen Vorentscheids 2018, der heute in Berlin-Adlershof stattfindet und natürlich im Ersten übertragen wird. Eine aus jungen Fans plus eine aus internationalen ESC-Juroren und -Teilnehmer/innen wie z.B. Margaret Berger (NO 2013) zusammengesetzte Jury waren an der Auswahl beteiligt und dürften auch beide in der heutigen Sendung zu jeweils einem Drittel mitstimmen. Ausdrücklich suchte Thomas Schreiber diesmal „kantige“ Acts, um den in den letzten Jahren unweigerlichen letzten Plätzen mit miserabler Mainstream-Mucke endlich zu entkommen. Daneben veranstaltete der NDR ein Songwriting-Camp, bei dem international erfolgreiche Komponisten (unter ihnen der finnische ESC-Teilnehmer von 2011, Paradise Oskar) und Produzenten den ausgewählten Super Sechs zur Seite standen. Bei der Hälfte der Titel schrieben sie letztlich mit. Ob es was geholfen hat? Es moderieren die Tagesschau-Sprecherin Linda Zervakis und der Quizshow-Dauerpanelist Elton. Als Pausenprogramm stellt das The-Voice-Kids-Sternchen Mike Singer seine neue Single ‚Deja vu‘ vor.

Livestream Das Erste

Vorentscheid DE 2018

Unser Lied für Lissabon. Donnerstag, 22. Februar 2018, aus dem Studio Adlershof in Berlin, Deutschland. Sechs Teilnehmer/innen. Moderation: Linda Zirvakis und Elton
#Interpret/inTitelTVPanelJuryPlatz
01Xavier DarcyJonah
02Ivy QuainooHouse on Fire
03RykYou and I
04Michael SchulteYou let me walk alone
05Natia ToduaMy own Way
06VoXXclubI mog Di so

OGAE Germany Clubtreffen 2018

Der deutsche Ableger des internationalen Eurovisions-Fanclubs OGAE lädt zum jährlichen Event nach München. Als Stargäste haben diesmal die irischen ESC-Sieger von 1994, Paul Harrington + Charlie McGettigan, die letztjährigen Eurovisionsschnuckel Nathan Trent (AT) und Omar Naber (SI) sowie Manuela Bravo (PT 1979) als Abgesandte des diesjährigen Gastgeberlandes zugesagt. Wie immer gibt es vorher eine Plattenbörse (13-19 Uhr) sowie ein nachmittägliches Unterhaltungsprogramm (ab 15 Uhr) mit ausführlichem Rückblick auf den ESC 2017 und den hauseigenen Wettbewerben Cover-Song-Contest + OGAE Member Song Contest. Eine abschließende Eurovisionsdisco mit DJ Ohrmeister rundet die Festivitäten ab.

Der sexieste Bauchnabel der ESC-Geschichte: Stargast Omar Naber mit seinem 2007er Beitrag ‚Stop‘.

Unser Lied für Lissabon: das sind die deutschen Super Sechs

Die Bild weiß es halt doch immer am besten: bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag ließ das Boulevardblatt die Namen der vermutlichen sechs Finalist/innen von Unser Lied für Lissabon durchsickern. Der NDR dementierte umgehend: man warte noch auf die Rückmeldungen der von einer hundertköpfigen deutschen Fanjury und internationalen Eurovisions-Juror/innen Auserwählten, daher sei die Liste schlichtweg „falsch“. Heute bestätigte man in Hamburg offiziell den Teilnehmer/innenkreis des deutschen Eurovisionsvorentscheids. Und siehe da: bis auf die von Bild genannte vierköpfige Bonner Band Steal A Taxi, an deren Stelle nun der bayerische Singer-Songwriter Xavier Darcy antritt (wie mutig vom NDR, nach dem Naidoo-Gate erneut auf einen Xavier zu setzen!), stimmten die Angaben des Springerblattes eben doch. Darcy fügt sich dabei perfekt ein in das zu gleichen Teilen aus selbst komponierenden, ewigen Nachwuchshoffnungen sowie aktuellen und ehemaligen The-Voice-Castingsternchen bestehende Setup der finalen Super Sechs, von denen es nun eine/r in Lissabon für Deutschland richten soll.

Da krieg ich die Krise: Xavier lärmt im Hinterhof (Repertoirebeispiel).

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Unser Lied für Lissabon kommt aus Berlin

Irgendwie mag man den in früheren Jahren in Sachen Informationspolitik beim deutschen Eurovisionsvorentscheid tendenziell eher öffentlichkeitsscheuen NDR, der uns bereits Anfang November 2017 mit seiner hochinformativen und herzblutreichen Roadshow zum generalüberholten Auswahlverfahren angenehm überraschte, kaum wiedererkennen: nicht nur, dass die PrinzBlogger vergangene Woche von den Vorentscheidungs-Workshops in Köln berichten durften, bei denen die von einem jungen Fan-Panel vorausgewählten knapp 20 potentiellen deutschen ESC-Kandidat/innen Bewerbungsclips für die internationale Jury produzierten, welche dieser Tage gemeinsam mit den Fan-Panel die finalen Fünf für den Vorentscheid auswählt, und so bereits die ersten Namen verlautbart werden konnten. Heute, pünktlich zum traditionellen Start der Vorentscheidungssaison 2018 mit dem albanischen Festivali i Këngës, gab der NDR auch Termin und Ort des heimischen Finales bekannt. Und es geht mal wieder in die Hauptstadt: in den geschichtsträchtigen Studios in Berlin-Adlershof findet die – auch hier ein historischer Rückgriff – Unser Lied für Lissabon benannte Show am 22. Februar 2018 statt.

Wie viele Ecstasy-Pillen hat der denn eingenommen? Der putzig-hyperaktive Blogger LissaBjörn berichtet vom Workshop.

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Donnawedda: VoXXclub unter den ESC-Kandidaten!

Seit wenigen Tagen läuft in Köln das Bootcamp mit den 20 von einem Fan-Panel ausgewählten engeren Anwärter/innen für den deutschen Eurovisions-Vorentscheid 2018, von denen es am Ende bekanntlich nur fünf in die Sendung schaffen werden. Seit gestern berichten die Prinz-Blogger aus dem Trainingslager, und so dringen mittlerweile auch die ersten Namen nach draußen. Sammelten sich am Freitag dort vor allem die The Voice-Castingshow-Hasbeens  (mit der Erststaffelsiegerin Ivi Quainoo als prominentestem Exemplar), so begann der heutige Band-Tag mit einer echten Sensation in Form der Neue-Volksmusik-Boyband VoXXclub. Die ursprünglich mal sechs, mittlerweile aber nur noch fünf gestandenen Burschen rollen seit ihrer Gründung im Jahre 2012 die TV-Musikantenscheunen und Skihüttenpartys im deutschsprachigen Raum mit ihrem bewusst kommerziell kalkulierten Mix aus stampfenden Schlagerbeats, zeitgemäß aufbereiteten Heimatklängen, süffigen Mitsingmelodien und sensationell synchron getanzten Schuhplattl-Choreografien auf und stoßen naturgemäß auf ein geteiltes Echo: von den einen als niveauloser Ausverkauf gebrandmarkt, feiern ihre Fans sie als Erneuerer des Genres.

VoXXclub im Jahre 2014, da noch zu sechst, mit ihrer Version des auch schon vom Austropop-Pionier und ESC-Nilpointer Wilfried Scheutz (→ AT 1988) aufgemöbelten steinalten Tiroler Volksliedes ‚Ziwui‘.

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„Jung, partyaffin und tolerant“: der NDR auf ESC-Roadshow

Seit anderthalb Wochen kennen wir erste Details über den deutschen Vorentscheid 2018, und seit diesem Dienstag zieht der deutsche Eurovisionsverantwortliche Thomas Schreiber vom NDR gemeinsam mit dem neuen Delegationsleiter Christoph Pellander sowie den für den aufwändigen statistisch-technischen Part des neuen Vorauswahlverfahrens Zuständigen Daniel Korany (Simon-Kucher & Partners) und Werner Klötsch (digame) durch die Lande, um interessierten Eurovisionistas das recht komplizierte Verfahren zu erläutern, vor allem aber um die zuletzt auch unter den einheimischen Fans ziemlich schlechte Stimmung umzudrehen. Und so standen beim gestrigen Termin im Lesbisch-Schwulen Kulturhaus (LSKH) zu Frankfurt am Main – in welches die Roadshow auswich, weil beim Hessischen Rundfunk aufgrund mehrerer Aufzeichnungen und Veranstaltungen alle geeigneten Räume bereits belegt waren – zwar zunächst die detaillierten Ausführungen zur Ermittlung und Zusammensetzung des Europa-Panels und der internationalen Jury im Vordergrund. Doch sie spielten gar nicht die entscheidende Rolle, zumal man ohnehin inhaltlich nichts maßgeblich Neues gegenüber den bereits bekannten Fakten erfuhr. Als viel interessanter erwies sich der Dialog mit den anwesenden Grand-Prix-Fans und der dabei gewonnene Eindruck, dass der NDR nach einer längeren Phase ziellosen Gestolperes in Sachen Vorentscheid und teilweise selbstverschuldeter (Naidoogate), aber auch fremdverursachter Krisen (Kümmertgate) einen wirklichen Neuanfang versucht. Im Hinblick auf die vielen ähnlich lautenden Versprechen der Vergangenheit war vielen zwischenzeitlich ja der Glaube daran abhanden gekommen, insofern sollte die Roadshow wohl auch ein bisschen Seelenmassage für die Fans sein, ohne die, das räumte Schreiber selbst ein, der Grand Prix „nicht kann“. Was allerdings umgekehrt auch gilt: eine klassische Co-Abhängigkeit.

Der legendäre Schockmoment beim Vorentscheid 2015: Andreas kümmert seine Wahl nicht.

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Vorentscheid 2018: das „Europa-Panel“ wird deutsch

Der NDR rudert in Sachen internationaler Mitbestimmung bei der Künstlerauswahl für die deutsche Eurovisions-Vorentscheidung 2018 ein Stückchen zurück: nachdem eine Pressemeldung am Freitag, wonach ein hundertköpfiges, über die sozialen Medien rekrutiertes Fan-Panel mit der ersten Vorauswahl potentieller Grand-Prix-Vertreter/innen beauftragt werden soll, für fehlgeleitete Schlagzeilen wie „Die ARD traut den Deutschen nicht mehr“ sorgte, präzisierte der NDR-Unterhaltungschef und deutsche Eurovisionsverantwortliche Thomas Schreiber in einem umfangreichen Exklusiv-Interview mit den Kollegen vom Prinz-Blog heute, dass das sogenannte „Europa-Panel“ ausschließlich aus einheimischen Zuschauer/innen gebildet werde. Schreiber: „Wenn man das Abstimmungsverhalten der Fernsehzuschauer in allen teilnehmenden Ländern in den letzten Jahren analysiert, kommt man zu einem überraschenden Schluss: in den letzten vier Jahren haben die Deutschen mit ihren Stimmen beim Televoting am nächsten am jeweiligen Endergebnis gelegen“. Diese durch Datenauswertungen gewonnene Erkenntnis bedeute, „dass wir das Europa-Panel aus Deutschland besetzen können und nicht international“. Warum sich das Gremium dann mit dem Namen „Europa“ schmückt, was ja eine internationale Zusammensetzung suggeriert, bleibt indes offen. Das „Europa-Panel“ soll sich auch nicht durch alle potentiellen Bewerber/innen durchquälen müssen, von denen der NDR an die tausend erwartet – darunter 200 bis 300 aus dem offenen Verfahren, der Rest aus eigener Recherche bzw. aufgrund von Vorschlägen sendereigener oder befreundeter Musikredakteure. Vielmehr soll ein „Team aus erfahrenen Musikprofis und Experten“ eine Vorauswahl von 200 potentiellen Repräsentant/innen treffen, aus denen das heimische Zuschauer-Panel wiederum 20 ausfiltert. Erst dann kommt die – nunmehr tatsächlich international zusammengesetzte – Jury ins Spiel, die hieraus gemeinsam mit dem „Europa-Panel“ die finalen Fünf für den Vorentscheid herauspickt.

Der Inas-Nacht-Musikredakteur Matthias Wallerang habe laut Schreiber bereits „eine lange Vorschlagsliste mit jungen Talenten erarbeitet“. Ob auch Alligatoah darauf steht?

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Das Fräuleinwunder vom Amt: kommt unser Star für Lissabon vom Jobcenter?

Wie der Prinz-Blog unter Bezugnahme auf den deutschen Fanclub OGAE berichtet, soll sich der NDR aktuell erneut auf der Suche nach Teilnehmer/innen für den heimischen Vorentscheid 2018 befinden. Und zwar unter Einschaltung der Künstlervermittlung der Bundesagentur für Arbeit, wie die OGAE aus einer ihr zugespielten E-Mail erfahren haben will. Danach habe der Hamburger Sender eine Musical-Agentur mit dem Finden von Nachwuchstalenten beauftragt, die wiederum den Ausschreibungsservice der staatlichen Fachvermittlung in Anspruch genommen habe. Gesucht werde ein „einzigartiger Künstler, ein Mensch, der sein Ding durchzieht und mit großer Leidenschaft Musik macht“. Erfreulich: heuer scheint der Wettbewerb sogar für Duos und Bands offen zu sein. Und auch musikalisch erweitere der NDR die Bandbreite: laut OGAE dürfen die gesuchten Künstler/innen diesmal aus den „Bereichen Pop, Rock, Schlager und erstmals auch Musical“ stammen. Den Prinzen zufolge zeige der Sender in der Auslobung allerdings kein Interesse an eigenem Liedmaterial der potentiellen Landesvertreter/innen. Was die Spekulation zulässt, dass man in Hamburg am Null-Punkte-Rezept der vergangenen Jahre festhalten will und lediglich leicht formbares Menschenmaterial sucht, das mal wieder die übliche ecken- und kantenlose, beige musikalische B-Ware wegsingen soll. Ob es eine reine Mini-Castingshow gibt wie 2017 oder der Nachwuchs als Teil eines umfassenden Vorentscheids eingeplant ist, bleibt jedoch offen: der NDR selbst äußerte sich bislang nicht öffentlich zu seinen Eurovisionsplänen.

[Aktualisierung 18:00 Uhr]: Der NDR hat die OGAE-Meldung auf Nachfrage des zweiten deutschen Fanclubs ECG mittlerweile dementiert: „Die Mail mit dem Bewerbungs-Aufruf […] stammt nicht vom NDR und wurde auch nicht vom NDR initiiert,“ so der Sender gegenüber dem ECG. Es werde einen Vorentscheid geben, weitere Details wolle man aber erst später verraten.

Etwas in dieser Preisklasse wird man auch 2018 vermutlich umsonst suchen: Thomas Tulpe, einer der Internetbewerber für den Nachwuchswettbewerb 2014, der allerdings – wie alles Kreative – an den Grauen Herren der Senderjury scheiterte, hier mit seiner neuen Single (Repertoirebeispiel).

Ein Nachwuchskünstler als Deutschlands ESC-Repräsentant?

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Bekommt Mannheim die Joy-Fleming-Brücke?

Mit dem mundartlich dargebotenen ‚Neckarbrückenblues‘ immortalisierte die gebürtige Pfälzerin Joy Fleming im Jahre 1971 das verbindende Bauwerk zwischen dem südlichen und dem nördlichen Teil Mannheims. Auch, als sie Deutschland vier Jahre später beim Eurovision Song Contest in Stockholm vertrat, blieb sie dem Thema des über trennende Gewässer gespannten Verbindungsweges treu: ‚Ein Lied kann eine Brücke sein‘ fasste wie vielleicht kein zweiter Beitrag den Grundgedanken des Grand Prix als ein die Menschen vereinendes Event mit der Musik als gemeinsamer Sprache zusammen. Nach ihrem viel zu frühen Tod vor wenigen Tagen fordern nun, wie die Süddeutsche heute berichtet, prominente Künstler wie der Comedian Bülent Ceylan oder der Musiker Rolf Stahlhofen von den Söhnen Mannheims die Umbenennung der einst von Joy besungenen Kurpfalzbrücke im Angedenken an die legendäre Tochter Mannheims. Auch die Leser/innen des Mannheimer Morgens sprachen sich in einer – freilich nicht-repräsentativen – Umfragen mehrheitlich für die Joy-Fleming-Brücke aus. Laut SZ finde der Vorschlag auch das Wohlwollen einiger Kommunalpolitiker, die allerdings einwenden, er müsse noch „breiter diskutiert“ werden. Na, dann mal frisch ans Werk: ich sehe nicht, was der Würdigung von Deutschlands bester Eurovisions-Repräsentantin bei gleichzeitiger Schaffung eines tourismusträchtigen Wallfahrtsortes für Grand-Prix-Fans im Wege stehen sollte!

Ein dreckiger Blues vor deprimierend trister Betonkulisse: beim ‚Neckarbrückenblues‘ passt alles zusammen.

Was meinst Du: braucht Mannheim die Joy-Fleming-Brücke?

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