Eurovision Deathmatch #3: I heard it all before

Runde 3 im Zweikampf der Grand-Prix-Teilnehmer/innen 2017. Diesmal schicken wir zwei Künstler/innen in die tödliche Schlacht, die es in Sachen musikalischer Originalität nicht all zu genau nehmen: Zypern gegen Deutschland oder der Zweikampf der „Plagiat!“-Titel lautet unsere heutige Auslosung. Für die sonnige Mittelmeerinsel tritt der 28jährige Hovig Demirjan an, Sohn armenischer und zyprischer Eltern, der – wie so viele Andere – erstmalig durch eine Teilnahme an einer Castingshow (in seinem Falle: X Factor Ellada) ins Rampenlicht trat. Der optisch durchaus kernige, dafür stimmlich nicht unbedingt besonders gesegnete Sänger bediente sich für seinen Eurovisionsbeitrag ‚Gravity‘ unverkennbar am 2016er Monsterhit ‚Human‘ von Rag’n’Bone Man. Dabei steht das brandaktuelle Klanggerüst dem Titel sehr gut, insbesondere die charakteristischen, verschleppten Beats verleihen dem mit lediglich 75 BPM eigentlich extrem langsamen Song (zum Vergleich: die portugiesische Ballade ‚Amar pelos Deus‘ ist mit 92 Schlägen pro Minute deutlich schneller) einen ordentlichen Schub. Textlich kann Hovig mit seinem großen Vorbild allerdings nicht mithalten: handelt ‚Human‘ von großen Themen wie menschlicher Ambivalenz, Schuld und der Überforderung durch die Kompliziertheit der Welt, so reiht der Zyprer in ‚Gravity‘ lediglich Klischees aneinander – und kriegt noch nicht mal das Sujet richtig auf die Reihe: „Let me be your wings / When you’re flying high / I’m gonna raise you up till you touch the sky,“ beginnt der Refrain, „I’ll catch you when you fall / When you’re falling free / Let me be, be your gravity“. Nun ist die Schwerkraft meinen rudimentären Physik-Kenntnissen zufolge doch eigentlich genau das, was uns am Fliegen hindert. Und was dafür sorgt, dass wir stürzen und uns beim Fallen weh tun. Wenn Hovig unsere Schwingen sein und unseren Sturz abfedern möchte – ist er dann nicht das genaue Gegenteil dessen, was er besingt?

Hat im Unterricht wieder nicht richtig zugehört: Hovig (CY)

weiterlesen

Namasté oweh: die Eurovisionsremixe 2017, Part 2

Nachdem in den vergangenen Monaten innerhalb der nunmehr abgeschlossenen Vorentscheidungssaison 2017 nach und nach alle 43 Beiträge für den Eurovision Song Contest 2017 in Kiew ausgewählt wurden, trafen in der vergangenen Woche, rund um die Deadline für das Einreichen der Lieder bei der EBU, diverse Remixe der bereits feststehenden Titel ein, die es hier noch zu besprechen gilt. Dazu zählt natürlich in erster Linie die unvermeidliche Überarbeitung des albanischen Songs. Der hieß, als er Ende Dezember 2016 das heimische Festivali i Kënges gewann, noch ‚Botë‘: eine hochdramatische, verschwenderisch orchestrierte Grand-Prix-Ballade in Landessprache, die von dem stimmsicher, präzise und mit Hingabe dargebotenen Gekreische seiner Interpretin lebt, sowie von den sehr präsenten und eindrucksvollen Chorsängerinnen, die Linditas lautstarkes Klagen mit einer Art schmerzvoll-dunklem Grundbrummen aufs Wunderbarste kombinieren. Der nun präsentierte, unvermeidlicherweise enttäuschende ESC-Remix mischt letzteres bis an die untere Grenze der Wahrnehmbarkeit herunter, hallt und donnert dafür die Leadstimme gigantisch auf, was dem Lied ein wenig die Balance nimmt. Als viel schlimmer erweist sich jedoch die Sprachwahl: während Instrumentierung und Länge praktisch unverändert bleiben (‚Botë‘ beachtete, extrem ungewöhnlich für einen albanischen Song, bereits in der FiK-Fassung die magische → Drei-Minuten-Grenze), singt Frau Hamili den Beitrag in Kiew, wie üblich und wie bereits angekündigt, unter dem neuen Titel ‚World‘ auf Englisch.

Gleicht ertrinkt sie in ihrem eigenen Echo: Lindita (AL)

weiterlesen

NDR holt professionelle Hilfe für Levina

Es ist ein rundheraus löblicher Schritt: wie der Prinz-Blog gestern berichtete, hat der NDR für die professionelle Inszenierung des deutschen Eurovisionsauftritts in Kiew einen Meister seines Fachs beauftragt: den österreichischen Choreografen Marvin Dietmann nämlich. Der zeichnete bereits 2014 für das herausragende Staging von Conchita Wursts ‚Rise like a Phoenix‘ verantwortlich, das er effektiv und hochwertig in Szene setzte und damit einen nicht unerheblichen Anteil an dem Sieg der Grand-Prix-Ikone für sich reklamieren kann. Dietmann, der die fünf deutschen Kandidat/innen bereits im Vorfeld von Unser Song 2017 kennenlernte, soll nun für unsere Vertreterin Levina Lueen ein Staging konzipieren, mit dem wir nach Möglichkeit international positiv im Gedächtnis bleiben. Dass der Sender die Wichtigkeit des Bühnenbildes und der Songpräsentation überhaupt anerkennt und auch bereit ist, dafür Geld in die Hand zu nehmen (denn ein so erfahrener und vielgebuchter Choreograf ist sicherlich nicht für Peanuts zu bekommen), verdient Anerkennung. Das gilt in ähnlicher Weise ebenso für das heute vorgestellte Musikvideo zum deutschen Wettbewerbsbeitrag ‚Perfect Life‘, auch wenn dieses für den Erfolg in Kiew eine nur untergeordnete Rolle spielt. Dennoch ist es erfreulich, dass man den früher gerne gemachten Fehler vermied, direkt im Anschluss an die Vorentscheidung in der gleichen Nacht und im gleichen Studio noch schnell ein entsprechend lieblos hingerotzt wirkendes Video herunterzukurbeln, wie beispielsweise seinerzeit bei Lena (→ DE 2010). Oder sich den Aufwand gleich ganz zu sparen und den Live-Mitschnitt vom Vorentscheidungsauftritt bei der EBU als offizielles Präsentationsvideo einzureichen, während viel kleinere und finanzschwächere Länder aufwändig produzierte Clips herstellen ließen, was bei mir stets für nationale Beschämung sorgte. Ob es (auch) mit einem Wechsel der betreuenden Plattenfirma (von Universal zu Sony) zu tun hat, dass man sich in Hamburg diesmal mehr Mühe gibt?

Setzt nicht zwingend neue Maßstäbe, wirkt aber zumindest angenehm unpeinlich: das offizielle Musikvideo zum deutschen Beitrag 2017, ‚Perfect Life‘

weiterlesen

Deutschland 2017: hello last Place, my old Friend

Der NDR lernt es einfach nie. Zehn Kombinationen von Künstler/in und Song wären bei Unser Song 2017 heute Abend theoretisch möglich gewesen, mit zweien davon hätten wir unter Umständen in Kiew mehr als null Punkte holen können: ‚Wildfire‘ in der fröhlichen Uptempoversion von Felicia Lu Kürbiß, die sie aber erst gar nicht vorstellen durfte, weil sie sich den falschen Cover-Song für die Vorstellungsrunde ausgesucht hatte, und ‚Perfect Life‘ in der Fassung von von Axel Feige. Beide blieben aufgrund des absolut albernen Auswahlverfahrens jedoch unterwegs auf der Strecke. Stattdessen bestritt Levina Lueen alleine mit beiden Titeln das völlig antiklimatische Superfinale, und dass es am Ende mit 69% der abgegebenen Zuschauerstimmen ‚Perfect Life‘ wurde, spielte dann schon keine Rolle mehr. Denn bei aller berechtigten Begeisterung über die wirklich hervorragende stimmliche Leistung der blonden Bonnerin (die natürlich auch deswegen so glänzte, weil die drei anderen Küken, die wie aus der Mini Playback Show entliehen wirkten, ihr nicht das Wasser reichen konnten): musikalisch ebnete sie beide Songs, sowohl den ursprünglich flotten Poptitel ‚Wildfire‘ als auch das als kantige Bond-Ballade gedachte ‚Perfect Life‘, zu einheitlichem, tödlich langweiligen Midtemposeich ein, der mich persönlich null erreichte. Den ersten internationalen Fan-Reaktionen in den einschlägigen Foren zufolge übrigens auch die Menschen außerhalb Deutschlands nicht. Wir können uns also schon mal auf ein neuerliches Rendezvous mit unserem altbekannten Freund, dem letzten Platz im Finale, einstellen.

Perfektes Hintergrundgedudel fürs Einkaufsradio, aber kein ESC-Sieger: der deutsche Beitrag 2017

weiterlesen

Warum ich mich nicht auf Unser Song 2017 freue

In knapp viereinhalb Stunden ist es soweit: um 20:15 Uhr heute Abend startet im Ersten die deutsche Eurovisionsvorentscheidung, Unser Song 2017. Und man kann dem NDR nicht vorwerfen, dass er nicht versucht hätte, das Interesse zu wecken: seit Tagen wird die Eurovisionsapp beworben, mit der ausländische Grand-Prix-Fans ein Stimmungsbild erzeugen sollen, welcher der fünf potentiellen Vertreter/innen und welcher der von der sendereigenen Songfindungskommission ausgewählten zwei potentiellen Eurovisionsbeiträgen international am besten ankommt. Auf der offiziellen Senderseite sind Ausschnitte von den gestrigen Generalproben zu sehen, so dass wir uns schon mal einen Eindruck verschaffen können. Seit heute stehen alle zehn Versionen in der Studiofassung auf Spotify zum Anhören bereit. Die Cover-Songs für die Vorstellungsrunde stellten die Fantastischen Fünf in dieser Woche schon mal im ARD-Moma vor. Vorentscheidung also auf allen Kanälen. Und dennoch gab es im Vorfeld der nationalen Songauswahl selten so wenig medialen Wiederhall, vor allem aber so wenig Vorfreude bei mir persönlich auf die Sendung. Ich schau mir das heute Abend gewissermaßen aus professioneller Verpflichtung an, also weil ich muss. Aber auch wenn ich ungern den nörgeligen Spielverderber gebe: Lust drauf habe ich überhaupt kein bisschen. Woran liegt das? Der Versuch einer Analyse.

Die fabelhafte Conchita wirbt für die Eurovision-App

weiterlesen

Unser Song 2017: 6 Autoren, 5 Künstler, 4 Runden, 2 Songs, 1 App, 0 Landessprache

Heute präzisierte der NDR, wie der dreistündige Vorentscheid Unser Song 2017 am Donnerstag nächster Woche ablaufen soll. Außerdem wissen wir jetzt, dass der deutsche Beitrag für Kiew entweder ‚Wildfire‘ oder ‚Perfect Life‘ heißen wird. Beide Titel wurden von einem jeweils dreiköpfigen, schwerpunktmäßig US-amerikanischen Autorenteam geschrieben, was auch erklärt, warum sich erwartungsgemäß nichts Landessprachliches im Aufgebot befindet. Wie bereits bekannt, gibt es vier Abstimmungsrunden: zunächst treten alle fünf deutschen Nachwuchshoffnungen mit je einem Coversong ihrer Wahl auf. Für zwei von ihnen ist danach bereits Schluss: nur die drei Bestplatzierten in der Zuschauerabstimmung ziehen in die nächste Runde und stellen dort den ersten der beiden zur Wahl stehenden Songs vor, jede/r von ihnen in einem anderen, auf sie bzw. ihn zugeschnittenen Arrangement. Dann werden die Leitungen wieder geöffnet (Kosten je Anruf: 14 Cent, SMS 20 Cent), und jetzt kommen nur noch zwei Künstler/innen weiter. Die stellen im dritten Durchgang dann beide den zweiten potentiellen Eurovisionstitel vor, wiederum jede/r in ihrer oder seiner persönlichen Interpretation. Nun bestimmt das Publikum, welcher der beiden Songs, gesungen von welchem der beiden Übriggebliebenen, ihm am besten gefällt. Hier stehen also vier mögliche Kombinationen zur Auswahl: Sänger/in A mit ‚Wildfire‘, Sänger/in A mit ‚Perfect Life‘, Sänger/in B mit ‚Wildfire‘ und Sänger/in B mit ‚Perfect Life‘. Bis hierhin verstanden? Gut, denn wir sind noch nicht am Ende!

Eine der fantastischen Fünf: Helene Nissen, hier bei einem Auftritt vor zwei Jahren (Repertoirebeispiel)

weiterlesen

Springer-Schmierblatt ruiniert mal wieder Deutschlands ESC-Chancen

Die Bild kann das Wühlen im Dreck einfach nicht lassen: nachdem die Dortmunder Regionalausgabe von Deutschlands widerlichstem Revolverblatt über ein bevorstehendes Gerichtsverfahren der Eurovisionshoffnung Wilhelm „Sadi“ Richter berichtete und das Funke-Medien-Portal Der Westen die Story aufgriff, zog der talentierteste, aussichtsreichste und charismatischste der fünf vom NDR für den deutschen Vorentscheid Unser Song 2017 ausgesuchten Nachwuchskräfte heute seine Bewerbung zurück. „Berichte über mich verursachen gerade so viel Trubel – das möchte ich erst einmal klären und verarbeiten,“ sagte der 19jährige dem Hamburger Sender. „Ich bin selber verwundert, was mir vorgeworfen wird“. Dabei gehe es um Petitessen wie ein Ebay-Geschäft, bei dem die Ware angeblich nicht angekommen sein soll – wohlgemerkt erst mal nur eine Behauptung, an der nichts dran sein muss. Doch es ist verständlich, dass sich Sadi nicht in Ruhe auf seine Teilnahme am Vorentscheid vorbereiten oder dort eine fröhliche Performance abliefern kann, während die Springerpresse aus dem Hintergrund mit Schmutz wirft: „Ich hatte mich total auf die Teilnahme gefreut, möchte das aber nicht unter diesen Umständen machen. So kann ich nicht unbeschwert auftreten. Deshalb bin ich am 9. Februar schweren Herzens in Köln nicht dabei“. Damit macht die Bild erneut unsere Grand-Prix-Aussichten zunichte – wie schon 2002, als das Blatt mit einer gezielten Lügenkampagne über „Horror-Fans mit Übergewicht“ im Vorfeld der deutschen Vorentscheidung die Chancen der Kelly Family untergrub, um die unliebsame Konkurrenz gegen die hauseigene Kandidatin Isabel Soares, das „Fohlen vom Bohlen“, aus dem Weg zu räumen. Mit der Folge, dass am Ende Corinna May gewann und uns in Tallin blamierte. Der NDR benannte übrigens flugs eine Nachrückerin für Sadi: die 21jährige gebürtige Kölnerin Yosefin Buohler nämlich. Die blonde Halbschwedin, die derzeit in Stockholm lebt, präsentiert sich im Speed-Dating-Interview mit Bürger Lars Dietrich als supersymphatisch und schlagfertig, man hat sie nach zwei Sätzen bereits ins Herz geschlossen. Singen kann sie offensichtlich ganz gut, was sie 2014 bereits bei der schwedischen Ausgabe von DSDS unter Beweis stellte, wie auch im Jahr 2013, als sie vor dem Fußballländerspiel der deutschen Elf gegen Schweden die Nationalhymne intonierte. Dennoch: gegenüber dem von den Heckenschützen der Bild zu Fall gebrachten Dortmunder sind die nunmehr verbliebenen Kandidat/innen von Unser Song 2017 nur zweite Wahl. Super gemacht, Springerblatt!

Immerhin brüht sie nicht im Lichte dieses Glückes: Yosefin „Yo-Yo“ Buohler zerjodelt die deutsche Nationalhymne, sehr zur Freude von Thomas Müller, der sich königlich amüsiert.

Die fantastischen Fünf: Helene singt beim Vorentscheid!

Gestern früh gab der NDR die Namen der glücklichen Fünf bekannt, die es aus der Klasse der 33 in die Endrunde geschafft haben. Darunter auch eine Helene – was aber nicht bedeutet, dass die jahrelangen Gebete der Schlagerfans erhört wurden. Denn nicht die Menschenfischerin ist es, die am 9. Februar 2017 in Köln gegen vier Konkurrent/innen antritt, sondern eine zwanzigjährige Schülerin aus Norddeutschland namens Helene Nissen, die bislang hauptsächlich über die Dörfer tingelte. Sie trifft dort auf die ehrgeizige und hochgradig qualifizierte 25jährige Musikstudentin Levina Lueen und die 21jährige professionelle Youtuberin Felicia Lu Kürbiß, die alleine schon des lustigen Namens wegen gewinnen müsste. Wären da nicht noch die beiden männlichen Mitbewerber, namentlich der 28jährige Axel Feige, der Mann mit dem Fagott und gewissermaßen der Daddy der Truppe, sowie der 19jährige Wilhelm „Sadi“ Richter, ebenfalls Musikstudent und mit einer oktavenreichen, warmen Stimme sowie einer hinreißenden Ausstrahlung gesegnet (Links zu den ausführlichen Porträts der fünf Finalisten finden sich am Ende des Artikels). Ein wenig bizarr erscheint, dass fast alle der fantastischen Fünf Soul und Blues als ihre bevorzugte Musikrichtung angeben, der NDR jedoch beim Kommissionieren der Songs für den Vorentscheid dieses Genre explizit ausschloss. Auf eine große musikalische Bandbreite brauchen wir aber auch unbeachtlich dieser Vorgabe gar nicht erst hoffen: wie gestern dank Nachfrage der Prinzen ebenfalls bekannt wurde, müssen sich die fünf Interpret/innen von Unser Song 2017 zwei Lieder teilen. Also, nicht zwei pro Person, sondern zwei insgesamt. Mit denen müssen sie vier (!) Abstimmungsrunden bestreiten, wobei sie zum Auftakt erstmal Coverversionen anstimmen sollen, damit es nicht all zu eintönig wird. Wobei sich die Frage stellt, ob unter dem angeforderten Material nicht mehr Akzeptables dabei war oder ob das Budget tatsächlich nur für zwei Titel reichte? Dann bei allem wohlfeilen Gemecker über öffentlich-rechtliche Gebührenverschwendung: das erscheint mir dann doch etwas knickrig.

Bedient ein bisschen die Max-Mutzke-Schiene, nur sexier: Sadi (Repertoirebeispiel)

Mehr zu den einzelnen Teilnehmer/innen hier:

Unser Song 2017

Donnerstag, 9. Februar 2017, 20:15 Uhr aus Köln (Raab TV Studios). Fünf Teilnehmer/innen. Moderation: Barbara Schöneberger.
Interpret/in1. Runde (Coversong)StimmenErgebnis
Yosefin BuohlerLove on Top12.748x
Axel FeigeYou know my Name39.242Q
Felicia Lu KürbißDancing on my own13.139x
Levina LueenWhen we were young89.156Q
Helene NissenFolsom Prison Blues49.964Q
Interpret/in2. Runde (Wildfire)StimmenErgebnis
Axel FeigeWildfire47.639Q
Levina LueenWildfire79.811Q
Helene NissenWildfire41.459x
Interpret/in3. Runde (Perfect Life)StimmenErgebnis
Axel FeigePerfect Life57.631x
Levina LueenPerfect Life60.474Q
Axel FeigeWildfire36.266x
Levina LueenWildfire124.326Q
Interpret/in4. Runde (Superfinale)StimmenCharts
Levina LueenWildfire45.285--
Levina LueenPerfect Life100.40728

Die fantastischen Fünf: wer ist Dein/e Favorit/in beim deutschen Vorentscheid 2017?

  • Sadi Richter (zurückgezogen) (47%, 51 Votes)
  • Felicia Lu Kürbiß (19%, 21 Votes)
  • Axel Feige (11%, 12 Votes)
  • Levina Lueen (9%, 10 Votes)
  • Helene Nissen (6%, 7 Votes)
  • Yosefin Buohler (6%, 7 Votes)

Total Voters: 108

Loading ... Loading ...

Der NDR will keinen Soul. Und keinen Quatsch!

Von den 33 Nachwuchshoffnungen, die der NDR bislang für den deutschen Eurovisionsvorentscheid Unser Song 2017 castete, kam heute einer abhanden. Wer es von den restlichen 32 ins Fünf-Personen-Finale am 9. Februar 2017 schafft, steht noch nicht fest, genauso wenig wie die Songs für die fantastischen Fünf. Liedvorschläge forderte der NDR bekanntlich bei heimischen und internationalen Komponisten an. Und zwar mit strikten Genre-Vorgaben: „Organischer und authentischer Pop mit englischen Texten“ sei erwünscht, so heißt es in einer Mail an ausgewählte Songschreiber und Verleger, die letzte Woche ihren Weg ins Netz fand. Auch möglich: „Alternative Mainstream, Singer-Songwriter-Pop oder ein zeitgemäßer Dance-Pop-Track“. Ebenso klar weiß der NDR, was er nicht haben will: „Kein R&B oder Soul“! Mit anderen Worten: das, was die Sender-Jury schon in den letzten Jahren bevorzugte – Variationen von beige, kredibel-einschläfernde Dudelfunkmusik, mit der man nirgends aneckt und sich auf keinen Fall blamiert. Die Angst vor etwas Schrägem scheint besonders tief zu sitzen: „Nothing cheesy!“, lautete der imperative Nachsatz. Was nach Rückfrage in Hamburg allerdings nicht als Absage an Schlagerpop zu verstehen sei: man möchte einfach keine „Quatsch-Songs“, so Pressesprecherin Iris Bents gegenüber aufrechtgehn.de. Im Moment befänden sich (noch) deutschsprachige Lieder in der Auswahl für die Show, eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. Macht Sinn, denn schließlich müssen am Ende die Songs zu den ausgewählten Kandidat/innen passen bzw. diese sich damit wohl fühlen.

An Rap-Quatsch wie diesem (1999) werden sich die Lästertaschen beim deutschen Vorentscheid 2017 nicht erfreuen können. Schade!

Kein R&B, kein Soul, kein Quatsch beim deutschen Vorentscheid. Das ist...

  • ...bevormundend. Ich würde mir eine breite Auswahl an Genres wünschen. (38%, 56 Votes)
  • ...langweilig. Immer dieses mutlose, fade Einheitsgedudel. Man will wohl wieder 0 Punkte! (27%, 40 Votes)
  • ...richtig, was den "Quatsch" angeht. Trash war in den Neunzigern, ich bin froh, dass das vorbei ist. (18%, 26 Votes)
  • ...gut so! Beim ESC sollte Zeitgemäßes zu hören sein, also macht so eine Vorgabe Sinn. (10%, 15 Votes)
  • ...mir egal. Viel wichtiger finde ich, dass auch was auf deutsch Gesungenes in der Auswahl ist. (7%, 11 Votes)

Total Voters: 148

Loading ... Loading ...

Österreicher „klauen“ uns Nathan Trent

Heute in aller Herrgottsfrühe überraschte das österreichische Fernsehen ORF mit der Bekanntgabe seines Vertreters für den Eurovision Song Contest 2017 in Kiew. Es handelt sich um den 24jährigen Newcomer Nathan Trent, der laut Pressemitteilung in einer zweisprachigen (er hat eine italienische Mutter) Tiroler Künstlerfamilie aufwuchs, schon als Kind Geige und Klavier lernte, Theater spielt, unlängst sein Bachelorstudium an der Musik- und Kunst-Privatuniversität der Stadt Wien abschloss und im Sommer 2016 seine Debütsingle ‚Like it is‘ veröffentlichte, die allerdings floppte. Dennoch konnte er die ORF-Scouts mit einem selbstgeschriebenen Song überzeugen, der im Februar 2017 nach erfolgtem „Feinschliff“ veröffentlicht werden soll. Musikalisch sei er im Bereich Pop und RnB zu Hause, was sich bei ‚Like it is‘, einem tadellos produzierten Stück musikalischer Durchschnittsware, vor allem in den dicken Beats (yay!) und dem massiven Vocodereinsatz (yawn) bemerkbar machte. In eine ähnliche Richtung dürfte auch sein Eurovisionsbeitrag gehen, für den er sich bei einem Aufenthalt in Los Angeles von amerikanischen Produzenten habe inspirieren lassen. Lassen wir uns also überraschen und hoffen wir, dass das Ergebnis etwas inspirierter klingt. Für das bislang eher unbeschriebene Blatt Nathanaele (wie er mit vollem Namen heißt) spricht indes, dass er schnucklig aussieht und dass er tanzen kann – nicht die schlechtesten Voraussetzungen für zumindest optisch ansprechende Unterhaltung. Lustiges Detail: Nathan hatte sich auch beim deutschen Vorentscheid beworben und es sogar in die Klasse der 33 Besten geschafft. Aus welcher ihn der NDR nun rauswerfen muss, denn für gleich zwei Länder darf er laut EBU-Regularien nicht antreten.

Sieht besonders süß aus, wenn er wütend wird: Nathanaele (Repertoirebeispiel)