Hör­pro­be: unse­re Lie­der für Lis­sa­bon

Der Datums­gren­ze, den Wun­dern des World Wide Web und den fin­di­gen Prin­zen sei Dank kön­nen wir seit heu­te Abend bereits in fünf der sechs deut­schen Vor­ent­schei­dungs­bei­trä­ge 2018 hin­ein­hö­ren. Denn bei iTu­nes ste­hen die Lie­der zum Stich­tag welt­weit zum Pro­be­hö­ren (und kau­fen) parat, und da es in Neu­see­land bereits seit 18 Uhr deut­scher Zeit Diens­tag ist, kom­men wir bereits jetzt in den Genuss von neun­zigs­ekün­di­gen Aus­schnit­ten aus den Songs. Grund genug für ein ers­tes, über­ra­schend erfreu­li­ches Pro­be­hö­ren und natür­lich ein spon­ta­nes Ran­king, von dem ledig­lich Ryks ‘You and I’ aus­ge­nom­men blei­ben muss. Denn der Titel fehlt aus unbe­kann­tem Grun­de noch. Daher nach­fol­gend die aufrechtgehn.de-Top 5 der Unser-Lied-für-Lis­sa­bon-Bei­trä­ge!

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Unser Lied für Lis­sa­bon: das sind die deut­schen Super Sechs

Die Bild weiß es halt doch immer am bes­ten: bereits am zwei­ten Weih­nachts­fei­er­tag ließ das Bou­le­vard­blatt die Namen der ver­mut­li­chen sechs Finalist/innen von Unser Lied für Lis­sa­bon durch­si­ckern. Der NDR demen­tier­te umge­hend: man war­te noch auf die Rück­mel­dun­gen der von einer hun­dert­köp­fi­gen deut­schen Fan­ju­ry und inter­na­tio­na­len Euro­vi­si­ons-Juror/in­nen Aus­er­wähl­ten, daher sei die Lis­te schlicht­weg “falsch”. Heu­te bestä­tig­te man in Ham­burg offi­zi­ell den Teilnehmer/innenkreis des deut­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheids. Und sie­he da: bis auf die von Bild genann­te vier­köp­fi­ge Bon­ner Band Ste­al A Taxi, an deren Stel­le nun der baye­ri­sche Sin­ger-Song­wri­ter Xavier Dar­cy antritt (wie mutig vom NDR, nach dem Nai­doo-Gate erneut auf einen Xavier zu set­zen!), stimm­ten die Anga­ben des Sprin­ger­blat­tes eben doch. Dar­cy fügt sich dabei per­fekt ein in das zu glei­chen Tei­len aus selbst kom­po­nie­ren­den, ewi­gen Nach­wuchs­hoff­nun­gen sowie aktu­el­len und ehe­ma­li­gen The-Voice-Cas­ting­stern­chen bestehen­de Set­up der fina­len Super Sechs, von denen es nun eine/r in Lis­sa­bon für Deutsch­land rich­ten soll.

Da krieg ich die Kri­se: Xavier lärmt im Hin­ter­hof (Reper­toire­bei­spiel).

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Unser Lied für Lis­sa­bon kommt aus Ber­lin

Irgend­wie mag man den in frü­he­ren Jah­ren in Sachen Infor­ma­ti­ons­po­li­tik beim deut­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid ten­den­zi­ell eher öffent­lich­keits­scheu­en NDR, der uns bereits Anfang Novem­ber 2017 mit sei­ner hoch­in­for­ma­ti­ven und herz­blut­rei­chen Road­show zum gene­ral­über­hol­ten Aus­wahl­ver­fah­ren ange­nehm über­rasch­te, kaum wie­der­erken­nen: nicht nur, dass die Prinz-Blog­ger ver­gan­ge­ne Woche von den Vor­ent­schei­dungs-Work­shops in Köln berich­ten durf­ten, bei denen die von einem jun­gen Fan-Panel vor­ausge­wähl­ten knapp 20 poten­ti­el­len deut­schen ESC-Kan­di­da­t/in­nen Bewer­bungs­clips für die inter­na­tio­na­le Jury pro­du­zier­ten, wel­che die­ser Tage gemein­sam mit den Fan-Panel die fina­len Fünf für den Vor­ent­scheid aus­wählt, und so bereits die ers­ten Namen ver­laut­bart wer­den konn­ten. Heu­te, pünkt­lich zum tra­di­tio­nel­len Start der Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2018 mit dem alba­ni­schen Fes­ti­va­li i Kën­gës, gab der NDR auch Ter­min und Ort des hei­mi­schen Fina­les bekannt. Und es geht mal wie­der in die Haupt­stadt: in den geschichts­träch­ti­gen Stu­di­os in Ber­lin-Adlers­hof fin­det die – auch hier ein his­to­ri­scher Rück­griff – Unser Lied für Lis­sa­bon benann­te Show am 22. Febru­ar 2018 statt.

Wie vie­le Ecsta­sy-Pil­len hat der denn ein­ge­nom­men? Der put­zig-hyper­ak­ti­ve Blog­ger Lis­saB­jörn berich­tet vom Work­shop.

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Don­nawed­da: VoXX­club unter den ESC-Kan­di­da­ten!

Seit weni­gen Tagen läuft in Köln das Boot­camp mit den 20 von einem Fan-Panel aus­ge­wähl­ten enge­ren Anwärter/innen für den deut­schen Euro­vi­si­ons-Vor­ent­scheid 2018, von denen es am Ende bekannt­lich nur fünf in die Sen­dung schaf­fen wer­den. Seit ges­tern berich­ten die Prinz-Blog­ger aus dem Trai­nings­la­ger, und so drin­gen mitt­ler­wei­le auch die ers­ten Namen nach drau­ßen. Sam­mel­ten sich am Frei­tag dort vor allem die The Voice-Cas­ting­show-Has­beens  (mit der Erst­staf­fel­sie­ge­rin Ivi Quai­noo als pro­mi­nen­tes­tem Exem­plar), so begann der heu­ti­ge Band-Tag mit einer ech­ten Sen­sa­ti­on in Form der Neue-Volks­mu­sik-Boy­band VoXX­club. Die ursprüng­lich mal sechs, mitt­ler­wei­le aber nur noch fünf gestan­de­nen Bur­schen rol­len seit ihrer Grün­dung im Jah­re 2012 die TV-Musi­kan­ten­scheu­nen und Ski­hüt­ten­par­tys im deutsch­spra­chi­gen Raum mit ihrem bewusst kom­mer­zi­ell kal­ku­lier­ten Mix aus stamp­fen­den Schla­ger­beats, zeit­ge­mäß auf­be­rei­te­ten Hei­mat­klän­gen, süf­fi­gen Mit­singme­lo­di­en und sen­sa­tio­nell syn­chron getanz­ten Schuh­plattl-Cho­reo­gra­fi­en auf und sto­ßen natur­ge­mäß auf ein geteil­tes Echo: von den einen als niveau­lo­ser Aus­ver­kauf gebrand­markt, fei­ern ihre Fans sie als Erneue­rer des Gen­res.

VoXX­club im Jah­re 2014, da noch zu sechst, mit ihrer Ver­si­on des auch schon vom Aus­tro­pop-Pio­nier und ESC-Nil­poin­ter Wil­fried Scheutz (→ AT 1988) auf­ge­mö­bel­ten stein­al­ten Tiro­ler Volks­lie­des ‘Ziwui’.

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Jung, part­y­af­fin und tole­rant”: der NDR auf ESC-Road­show

Seit andert­halb Wochen ken­nen wir ers­te Details über den deut­schen Vor­ent­scheid 2018, und seit die­sem Diens­tag zieht der deut­sche Euro­vi­si­ons­ver­ant­wort­li­che Tho­mas Schrei­ber vom NDR gemein­sam mit dem neu­en Dele­ga­ti­ons­lei­ter Chris­toph Pel­lan­der sowie den für den auf­wän­di­gen sta­tis­tisch-tech­ni­schen Part des neu­en Vor­auswahl­ver­fah­rens Zustän­di­gen Dani­el Kora­ny (Simon-Kucher & Part­ners) und Wer­ner Klötsch (diga­me) durch die Lan­de, um inter­es­sier­ten Euro­vi­sio­nis­tas das recht kom­pli­zier­te Ver­fah­ren zu erläu­tern, vor allem aber um die zuletzt auch unter den ein­hei­mi­schen Fans ziem­lich schlech­te Stim­mung umzu­dre­hen. Und so stan­den beim gest­ri­gen Ter­min im Les­bisch-Schwu­len Kul­tur­haus (LSKH) zu Frank­furt am Main – in wel­ches die Road­show aus­wich, weil beim Hes­si­schen Rund­funk auf­grund meh­re­rer Auf­zeich­nun­gen und Ver­an­stal­tun­gen alle geeig­ne­ten Räu­me bereits belegt waren – zwar zunächst die detail­lier­ten Aus­füh­run­gen zur Ermitt­lung und Zusam­men­set­zung des Euro­pa-Panels und der inter­na­tio­na­len Jury im Vor­der­grund. Doch sie spiel­ten gar nicht die ent­schei­den­de Rol­le, zumal man ohne­hin inhalt­lich nichts maß­geb­lich Neu­es gegen­über den bereits bekann­ten Fak­ten erfuhr. Als viel inter­es­san­ter erwies sich der Dia­log mit den anwe­sen­den Grand-Prix-Fans und der dabei gewon­ne­ne Ein­druck, dass der NDR nach einer län­ge­ren Pha­se ziel­lo­sen Gestol­pe­res in Sachen Vor­ent­scheid und teil­wei­se selbst­ver­schul­de­ter (Nai­doo­ga­te), aber auch fremd­ver­ur­sach­ter Kri­sen (Küm­mert­ga­te) einen wirk­li­chen Neu­an­fang ver­sucht. Im Hin­blick auf die vie­len ähn­lich lau­ten­den Ver­spre­chen der Ver­gan­gen­heit war vie­len zwi­schen­zeit­lich ja der Glau­be dar­an abhan­den gekom­men, inso­fern soll­te die Road­show wohl auch ein biss­chen See­len­mas­sa­ge für die Fans sein, ohne die, das räum­te Schrei­ber selbst ein, der Grand Prix “nicht kann”. Was aller­dings umge­kehrt auch gilt: eine klas­si­sche Co-Abhän­gig­keit.

Der legen­dä­re Schock­mo­ment beim Vor­ent­scheid 2015: Andre­as küm­mert sei­ne Wahl nicht.

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Vor­ent­scheid 2018: das “Euro­pa-Panel” wird deutsch

Der NDR rudert in Sachen inter­na­tio­na­ler Mit­be­stim­mung bei der Künst­ler­aus­wahl für die deut­sche Euro­vi­si­ons-Vor­ent­schei­dung 2018 ein Stück­chen zurück: nach­dem eine Pres­se­mel­dung am Frei­tag, wonach ein hun­dert­köp­fi­ges, über die sozia­len Medi­en rekru­tier­tes Fan-Panel mit der ers­ten Vor­auswahl poten­ti­el­ler Grand-Prix-Ver­tre­ter/in­nen beauf­tragt wer­den soll, für fehl­ge­lei­te­te Schlag­zei­len wie “Die ARD traut den Deut­schen nicht mehr” sorg­te, prä­zi­sier­te der NDR-Unter­hal­tungs­chef und deut­sche Euro­vi­si­ons­ver­ant­wort­li­che Tho­mas Schrei­ber in einem umfang­rei­chen Exklu­siv-Inter­view mit den Kol­le­gen vom Prinz-Blog heu­te, dass das soge­nann­te “Euro­pa-Panel” aus­schließ­lich aus ein­hei­mi­schen Zuschauer/innen gebil­det wer­de. Schrei­ber: “Wenn man das Abstim­mungs­ver­hal­ten der Fern­seh­zu­schau­er in allen teil­neh­men­den Län­dern in den letz­ten Jah­ren ana­ly­siert, kommt man zu einem über­ra­schen­den Schluss: in den letz­ten vier Jah­ren haben die Deut­schen mit ihren Stim­men beim Tele­vo­ting am nächs­ten am jewei­li­gen End­ergeb­nis gele­gen”. Die­se durch Daten­aus­wer­tun­gen gewon­ne­ne Erkennt­nis bedeu­te, “dass wir das Euro­pa-Panel aus Deutsch­land beset­zen kön­nen und nicht inter­na­tio­nal”. War­um sich das Gre­mi­um dann mit dem Namen “Euro­pa” schmückt, was ja eine inter­na­tio­na­le Zusam­men­set­zung sug­ge­riert, bleibt indes offen. Das “Euro­pa-Panel” soll sich auch nicht durch alle poten­ti­el­len Bewerber/innen durch­quä­len müs­sen, von denen der NDR an die tau­send erwar­tet – dar­un­ter 200 bis 300 aus dem offe­nen Ver­fah­ren, der Rest aus eige­ner Recher­che bzw. auf­grund von Vor­schlä­gen sen­der­ei­ge­ner oder befreun­de­ter Musik­re­dak­teu­re. Viel­mehr soll ein “Team aus erfah­re­nen Musik­pro­fis und Exper­ten” eine Vor­auswahl von 200 poten­ti­el­len Repräsentant/innen tref­fen, aus denen das hei­mi­sche Zuschau­er-Panel wie­der­um 20 aus­fil­tert. Erst dann kommt die – nun­mehr tat­säch­lich inter­na­tio­nal zusam­men­ge­setz­te – Jury ins Spiel, die hier­aus gemein­sam mit dem “Euro­pa-Panel” die fina­len Fünf für den Vor­ent­scheid her­aus­pickt.

Der Inas-Nacht-Musik­re­dak­teur Mat­thi­as Wal­lerang habe laut Schrei­ber bereits “eine lan­ge Vor­schlags­lis­te mit jun­gen Talen­ten erar­bei­tet”. Ob auch Alli­ga­to­ah dar­auf steht?

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Das Fräu­lein­wun­der vom Amt: kommt unser Star für Lis­sa­bon vom Job­cen­ter?

Wie der Prinz-Blog unter Bezug­nah­me auf den deut­schen Fan­club OGAE berich­tet, soll sich der NDR aktu­ell erneut auf der Suche nach Teilnehmer/innen für den hei­mi­schen Vor­ent­scheid 2018 befin­den. Und zwar unter Ein­schal­tung der Künst­ler­ver­mitt­lung der Bun­des­agen­tur für Arbeit, wie die OGAE aus einer ihr zuge­spiel­ten E-Mail erfah­ren haben will. Danach habe der Ham­bur­ger Sen­der eine Musi­cal-Agen­tur mit dem Fin­den von Nach­wuchs­ta­len­ten beauf­tragt, die wie­der­um den Aus­schrei­bungs­ser­vice der staat­li­chen Fach­ver­mitt­lung in Anspruch genom­men habe. Gesucht wer­de ein “ein­zig­ar­ti­ger Künst­ler, ein Mensch, der sein Ding durch­zieht und mit gro­ßer Lei­den­schaft Musik macht”. Erfreu­lich: heu­er scheint der Wett­be­werb sogar für Duos und Bands offen zu sein. Und auch musi­ka­lisch erwei­te­re der NDR die Band­brei­te: laut OGAE dür­fen die gesuch­ten Künstler/innen dies­mal aus den “Berei­chen Pop, Rock, Schla­ger und erst­mals auch Musi­cal” stam­men. Den Prin­zen zufol­ge zei­ge der Sen­der in der Aus­lo­bung aller­dings kein Inter­es­se an eige­nem Lied­ma­te­ri­al der poten­ti­el­len Landesvertreter/innen. Was die Spe­ku­la­ti­on zulässt, dass man in Ham­burg am Null-Punk­te-Rezept der ver­gan­ge­nen Jah­re fest­hal­ten will und ledig­lich leicht form­ba­res Men­schen­ma­te­ri­al sucht, das mal wie­der die übli­che ecken- und kan­ten­lo­se, beige musi­ka­li­sche B-Ware weg­sin­gen soll. Ob es eine rei­ne Mini-Cas­ting­show gibt wie 2017 oder der Nach­wuchs als Teil eines umfas­sen­den Vor­ent­scheids ein­ge­plant ist, bleibt jedoch offen: der NDR selbst äußer­te sich bis­lang nicht öffent­lich zu sei­nen Euro­vi­si­ons­plä­nen.

[Aktua­li­sie­rung 18:00 Uhr]: Der NDR hat die OGAE-Mel­dung auf Nach­fra­ge des zwei­ten deut­schen Fan­clubs ECG mitt­ler­wei­le demen­tiert: “Die Mail mit dem Bewer­bungs-Auf­ruf […] stammt nicht vom NDR und wur­de auch nicht vom NDR initi­iert,” so der Sen­der gegen­über dem ECG. Es wer­de einen Vor­ent­scheid geben, wei­te­re Details wol­le man aber erst spä­ter ver­ra­ten.

Etwas in die­ser Preis­klas­se wird man auch 2018 ver­mut­lich umsonst suchen: Tho­mas Tul­pe, einer der Inter­net­be­wer­ber für den Nach­wuchs­wett­be­werb 2014, der aller­dings – wie alles Krea­ti­ve – an den Grau­en Her­ren der Sen­der­ju­ry schei­ter­te, hier mit sei­ner neu­en Sin­gle (Reper­toire­bei­spiel).

Ein Nach­wuchs­künst­ler als Deutsch­lands ESC-Reprä­sen­tant?

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Bekommt Mann­heim die Joy-Fle­ming-Brü­cke?

Mit dem mund­art­lich dar­ge­bo­te­nen ‘Neckar­brü­cken­blues’ immor­ta­li­sier­te die gebür­ti­ge Pfäl­ze­rin Joy Fle­ming im Jah­re 1971 das ver­bin­den­de Bau­werk zwi­schen dem süd­li­chen und dem nörd­li­chen Teil Mann­heims. Auch, als sie Deutsch­land vier Jah­re spä­ter beim Euro­vi­si­on Song Con­test in Stock­holm ver­trat, blieb sie dem The­ma des über tren­nen­de Gewäs­ser gespann­ten Ver­bin­dungs­we­ges treu: ‘Ein Lied kann eine Brü­cke sein’ fass­te wie viel­leicht kein zwei­ter Bei­trag den Grund­ge­dan­ken des Grand Prix als ein die Men­schen ver­ei­nen­des Event mit der Musik als gemein­sa­mer Spra­che zusam­men. Nach ihrem viel zu frü­hen Tod vor weni­gen Tagen for­dern nun, wie die Süd­deut­sche heu­te berich­tet, pro­mi­nen­te Künst­ler wie der Come­di­an Bülent Cey­lan oder der Musi­ker Rolf Stahl­ho­fen von den Söh­nen Mann­heims die Umbe­nen­nung der einst von Joy besun­ge­nen Kur­pfalz­brü­cke im Ange­den­ken an die legen­dä­re Toch­ter Mann­heims. Auch die Leser/innen des Mann­hei­mer Mor­gens spra­chen sich in einer – frei­lich nicht-reprä­sen­ta­ti­ven – Umfra­gen mehr­heit­lich für die Joy-Fle­ming-Brü­cke aus. Laut SZ fin­de der Vor­schlag auch das Wohl­wol­len eini­ger Kom­mu­nal­po­li­ti­ker, die aller­dings ein­wen­den, er müs­se noch “brei­ter dis­ku­tiert” wer­den. Na, dann mal frisch ans Werk: ich sehe nicht, was der Wür­di­gung von Deutsch­lands bes­ter Euro­vi­si­ons-Reprä­sen­tan­tin bei gleich­zei­ti­ger Schaf­fung eines tou­ris­mus­träch­ti­gen Wall­fahrts­or­tes für Grand-Prix-Fans im Wege ste­hen soll­te!

Ein dre­cki­ger Blues vor depri­mie­rend tris­ter Beton­ku­lis­se: beim ‘Neckar­brü­cken­blues’ passt alles zusam­men.

Was meinst Du: braucht Mann­heim die Joy-Fle­ming-Brü­cke?

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Joy Fle­ming ist tot

Die Inter­pre­tin des bes­ten deut­schen Grand-Prix-Lie­des aller Zei­ten weilt nicht mehr unter uns: wie unter ande­rem der Spie­gel heu­te unter Bezug­nah­me auf eine Mel­dung des SWR berich­tet, ver­starb die als Erna Raad in der Pfalz gebo­re­ne Jazz- und Soul­sän­ge­rin Joy Fle­ming am gest­ri­gen Mitt­woch im Alter von 72 Jah­ren. Dies bestä­tig­te ihr Manage­ment. Fle­ming ver­trat Deutsch­land beim Euro­vi­si­on Song Con­test von 1975 in Stock­holm mit dem sen­sa­tio­nel­len ‘Ein Lied kann eine Brü­cke sein’, das wegen sei­nes grand­pri­x­es­ken (aber nicht kit­schi­gen) Tex­tes und vor allem auf­grund der her­aus­ra­gen­den stimm­li­chen Fähig­kei­ten der fan­tas­ti­schen Joy in Erin­ne­rung bleibt. Lei­der beleg­te sie in Schwe­den ledig­lich den dritt­letz­ten Platz, was mit den kata­stro­pha­len Leis­tun­gen des dor­ti­gen Orches­ters zusam­men­hing, wel­ches ihren schwung­vol­len Soul-Knal­ler zu brä­si­gem Sound­brei zer­matsch­te, aber auch mit dem schlim­men, kotz­grü­nen Wurst­pel­len­kleid, in wel­ches der sei­ner­zeit feder­füh­ren­de Hes­si­sche Rund­funk die ger­ma­ni­sche Reprä­sen­tan­tin gegen ihren Wil­len gezwängt hat­te. Und mit der Tat­sa­che, dass Joy in der letz­ten Stro­phe vom Deut­schen ins Eng­li­sche wech­sel­te, was inter­na­tio­nal klin­gen soll­te, aber tat­säch­lich ein wenig gewollt wirk­te und dem Lied sei­ne See­le raub­te.

Joy bei ihrem Euro­vi­si­ons­auf­tritt als “stamp­fen­de Brun­hil­de” (so eine schwe­di­sche Tages­zei­tung) in Stock­holm.

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ARD-Chef Her­res will den ESC nicht gewin­nen

Es ist schon lan­ge kein Geheim­nis mehr: die ARD zielt (wie so vie­le ande­re euro­päi­sche TV-Sta­tio­nen auch) beim Euro­vi­si­on Song Con­test nicht auf einen Sieg ab. Dies bestä­tig­te Vol­ker Her­res, der unlängst für wei­te­re drei Jah­re in sei­nem Amt bestä­tig­te Pro­gramm­di­rek­tor des Sen­der­ver­bun­des gera­de erst: “Ganz ehr­lich gesagt will ich in mei­ner Amts­zeit gar nicht so unbe­dingt noch mal gewin­nen, denn dann ist man im nächs­ten Jahr Gast­ge­ber, und das ist teu­er,” sag­te er nach einer Mel­dung des Medi­en­ma­ga­zins DWDL die­se Woche der Süd­deut­schen Zei­tung. Laut DWDL sei die Äuße­rung im (kos­ten­pflich­ti­gen) SZ-Inter­view mit einem “Augen­zwin­kern” gefal­len, wobei die deut­sche Grand-Prix-Bilanz der letz­ten Jah­re doch eher für die Annah­me spricht, dass Her­res klei­ner Scherz so iro­nisch nicht gemeint war. Die Ver­ant­wor­tung für das mise­ra­ble Abschnei­den sei­nes Sen­ders beim euro­päi­schen Wett­sin­gen sieht der Pro­gramm­chef in guter alter ARD-Tra­di­ti­on natür­lich nicht bei der TV-Sta­ti­on, den unnö­tig kom­pli­zier­ten und teils chao­ti­schen Vor­ent­schei­dungs­ver­fah­ren oder der noto­risch fal­schen Song­aus­wahl­stra­te­gie mit ihrer hals­star­ri­gen Fokus­sie­rung auf seich­ten Radio­pop, der nie­man­dem weh­tut und nie­man­den zum Anru­fen ver­lei­tet, son­dern im Bereich Human Resour­ces: es sei “offen­bar schwer gewor­den, Künst­ler zu fin­den, die euro­pä­isch über­zeu­gen,” so Her­res gegen­über der SZ. Kein Wun­der, möch­te man da rufen, ange­sichts des Umgangs der Ham­bur­ger mit dem San­ges­per­so­nal – erin­nert sei nur an die media­le Kreu­zi­gung des intern aus­ge­wähl­ten Xavier Nai­doo, an der NDR-Mit­ar­bei­ter/in­nen einen erheb­li­chen Anteil hat­ten, oder an die Kla­ge von Ann-Sophie Dür­mey­er, sie sei vom Sen­der nach ihren → Nul Points in Wien fal­len gelas­sen wor­den wie eine hei­ße Kar­tof­fel. Auch die letz­te Ver­tre­te­rin Levina Lueen schick­te die ARD mit einem schwa­chen Song sehen­den Auges ins Ver­der­ben. Dass da eta­blier­te Stars mit inter­na­tio­na­lem Appeal nicht unbe­dingt vor dem Ham­bur­ger Funk­haus Schlan­ge ste­hen, um die hei­mi­sche Flag­ge ver­tei­di­gen zu dür­fen, leuch­tet ein. Und dass ein Sen­der, der öffent­lich bekennt, zu einem Wett­be­werb anzu­tre­ten, ohne die­sen gewin­nen zu wol­len, nicht gera­de Sie­ger­ty­pen anzieht, auch. Weh­mü­tig denkt man da zurück an lan­ge ver­gan­ge­ne Zei­ten, als ein Ste­fan Raab (→ DE 2000) von der Fin­dung des deut­schen Reprä­sen­tan­ten als eine “Auf­ga­be von natio­na­ler Trag­wei­te” sprach – und mit Lena Mey­er-Land­rut (→ DE 2010, 2011) prompt die noch immer auf dem hei­mi­schen Grand-Prix-Thron resi­die­ren­de Köni­gin fand. Es muss sich aus ARD-Sicht hier­bei wohl um ein ein­ma­li­gen Aus­rut­scher gehan­delt haben, der sich nie mehr wie­der­ho­len darf…

Nein, ich will den Raab nicht zurück beim deut­schen Vor­ent­scheid. Aber ein biss­chen mehr von sei­ner “fast schon ero­ti­schen” Lei­den­schaft für den Wett­be­werb sei­tens der ARD wür­de ich mir schon wün­schen.

Wie denkst Du über die Äuße­rung von Vol­ker Her­res, er wol­le des ESC nicht gewin­nen?

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