DE 1989: Wir sind so hoch geflo­gen

Nino de Angelo, DE 1989
Der Über­flie­ger

Nach dem Vor­jah­res­fi­as­ko mit ran­zi­ger Sie­gel-Schla­ger­wa­re ging der Baye­ri­sche Rund­funk 1989 end­lich einen muti­gen Schritt zur Auf­fri­schung der deut­schen Vor­ent­schei­dung. Zum einen ver­pflich­te­te er Hape Ker­ke­ling als Mode­ra­tor, der im Ver­bund mit den mehr oder min­der pro­mi­nen­ten Paten der zehn Bei­trä­ge einen fla­chen Kalau­er nach dem ande­ren ablie­fer­te, dies jedoch mit sehr viel jugend­li­chem Charme. Zum ande­ren, viel wich­ti­ger noch, bat der BR die zehn kom­mer­zi­ell erfolg­reichs­ten deut­schen Musik­schaf­fen­den des Vor­jah­res, jeweils einen Song aus eige­ner Feder oder Pro­duk­ti­on bei­zu­steu­ern. Unter die­sen Tüch­ti­gen befand sich Ralph Sie­gel zwar nicht, der aber durf­te an Stel­le von Fan­cy (DVE 2000) kom­po­nie­ren, der wie so vie­le ande­re der Ange­schrie­be­nen kei­ne Lust hat­te, sei­ne künst­le­ri­sche Glaub­wür­dig­keit für den übel beleu­mun­de­ten Grand Prix aufs Spiel zu set­zen. Über die Höhe des Autoren­ab­stands ist nichts bekannt.

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DE 1984: Mit Stolz in mei­nen Augen

Mary Roos, DE 1984
Die Geknick­te

Der knapp fünf­jäh­ri­ge deut­sche Lauf neig­te sich unauf­halt­sam dem Ende ent­ge­gen. Die Bei­trä­ge der dies­jäh­ri­gen Vor­ent­schei­dung, zu allem Übel auch noch mode­riert durch den per­so­ni­fi­zier­ten Sprech­durch­fall Sabi­ne Sau­er, zeich­ne­ten sich samt und son­ders durch musi­ka­li­sche Grau­sam­keit und inhalt­li­che Belang­lo­sig­keit aus. ‘Wo warst Du, als ich starb?’, die­se von einem Teil­neh­mer gestell­te Fra­ge konn­te stell­ver­tre­tend für den deut­schen Schla­ger ste­hen. Und aus Sicht der Zuschauer/innen beant­wor­tet wer­den mit: vor dem Fern­se­her. Und zwar – am Vor­abend des für April 1984 ter­mi­nier­ten Starts des von Leo-Kirch-Spezl Hel­mut Kohl mit Kanz­ler­macht durch­ge­drück­ten Pri­vat­fern­se­hens – in durch­aus beein­dru­cken­der Zahl. Das soll­te aber nicht mehr all zu lan­ge so blei­ben, und nach die­sem Offen­ba­rungs­eid der öffent­lich-recht­li­chen TV-Unter­hal­tung ver­wun­dert der Zuschau­er­schwund der Fol­ge­jah­re nicht.

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DE 1983: Ver­band uns wirk­lich nur die Nacht?

Hoffmann & Hoffmann, DE 1983
Die Rück­sichts­vol­len

Im Jahr Eins nach Nico­le hielt sich Ralph Sie­gel aus der deut­schen Vor­ent­schei­dung kom­plett her­aus. Kein “Pro­jekt Titel­ver­tei­di­gung wie bei einem ande­ren gro­ßen Euro­vi­si­ons­e­go­ma­nen – Onkel Ralph wuss­te, dass sich die Magie des Augen­blicks nicht ein­fach wie­der­ho­len lässt. Ansons­ten blieb alles wie gehabt: abge­half­ter­te Schla­ger­stars und unbe­kann­te Stern­chen san­gen (noch immer unter der sel­ben Licht­or­gel wie schon 1979!) eine Aus­wahl ermü­den­der Schlicht­schla­ger – alles, was auch nur im Ent­fern­tes­ten nach Sub­ver­si­on oder Blö­de­lei hät­te klin­gen kön­nen, sieb­ten die Juro­ren und die Hörer/innen der ARD-Schla­ger­wel­len in den Vor­wah­len gna­den­los aus. Die deut­sche Vor­ent­schei­dung blieb ein Hort der spie­ßig-hei­len Schla­ger­welt, ein Boll­werk gegen moder­nen Deutsch­pop, gegen das rich­ti­ge Leben.

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