Auch 2015: Semis in die Spar­te

Wie der Prinz-Blog ges­tern rap­por­tier­te, über­trägt die ARD die bei­den Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den des Euro­vi­si­on Song Con­test 2015 live im Fern­se­hen, aller­dings nicht im Ers­ten. Dafür kann man unter gleich drei der gefühlt 700 ARD-Spar­ten­sen­der wäh­len: für auf­merk­sam­keits­de­fi­zi­tä­re Inter­netaf­fi­ne blen­det Eins­Fes­ti­val zusätz­lich zur Live­über­tra­gung im Split­screen-Ver­fah­ren wie­der pseu­do­ju­gend­li­che, unin­ter­es­san­te Face­book-Kom­men­ta­re und Tweets ein. Eins­Plus bie­tet mit einem Gebär­den­dol­met­scher hin­ge­gen ech­ten Mehr­wert, auch wenn ver­mut­lich nicht mit einer Dar­bie­tung im Sti­le von Tom­my Krångh zu rech­nen ist. Und für die Puris­ten über­trägt der Ereig­nis­ka­nal Phoe­nix die bei­den Semis ohne jeg­li­chen Begleit­schnick­schnack, aber in HD – sofern man nicht, wie der Blog­ger, Kun­de des schlech­tes­ten Kabel­an­bie­ters der Welt (Unity­me­dia) ist, der die ARD-Spar­ten­sen­der skan­da­lö­ser­wei­se nur in SD ein­speist. Den­noch an die­ser Stel­le einen herz­li­chen Dank an die ARD, erin­nern wir uns doch nur zu schmerz­lich an die Zei­ten, da die Semis nur auf eurovision.de ruckel­ge­streamt wur­den (auch die­sen Über­tra­gungs­weg bie­tet der Sen­der erneut an).  Das sams­täg­li­che Fina­le gibt’s natür­lich wie­der im Ers­ten, inklu­si­ve Begleitshow von der Ree­per­bahn, mode­riert natür­lich von “ESC-All­zweck­waf­fe” (ARD-Aus­lo­bung) Bar­ba­ra Schö­ne­ber­ger, die auch die Punk­te nach Wien durch­gibt (und ver­mut­lich auch ‘Black Smo­ke’ live aus Ham­burg singt, soll­te Ann Sophie Dür­mey­er eben­falls knei­fen…).

Die zwei größ­ten Euro­vi­si­ons­i­ko­nen aller Zei­ten, Dana Inter­na­tio­nal und Con­chi­ta Wurst, sin­gen den größ­ten Euro­vi­si­ons­hit aller Zei­ten, Water­loo

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Russ­land 2014: das war ja über­fäl­lig!

Seit Tagen starrt die Welt gebannt auf Russ­land. Denn das Land ist über­fäl­lig – nein, nicht nur auf der Krim, son­dern, viel schlim­mer, was die Prä­sen­ta­ti­on ihres Bei­trags zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2014 angeht! Am Mon­tag war offi­zi­el­ler Abga­be­ter­min bei der EBU, und heu­te erst mach­ten die Tol­ma­che­vy-Zwil­lin­ge ihren Song der Öffent­lich­keit zugäng­lich, womit wir das kom­plet­te Line-up für Kopen­ha­gen end­lich ken­nen. Dabei woll­te Müt­ter­chen Russ­land ihren Bei­trag ursprüng­lich bereits Sil­ves­ter ver­gan­ge­nen Jah­res in einer Vor­ent­schei­dung bestim­men – die ver­schob man dann aber zunächst vage “auf März”, um vor weni­gen Tagen erst die Sie­ge­rin­nen der Kin­der­eu­ro­vi­si­on von 2006 als Ver­tre­te­rin­nen des Lan­des zu prä­sen­tie­ren. Ihr Lied heißt, wie schon so vie­le beim Grand Prix vor ihm, ‘Shi­ne’, und wur­de (wie eben­falls schon so vie­le beim Grand Prix vor ihm) ver­fasst von Phil­lip Kir­ko­row (RU 1995) und Dimi­tris Kon­to­po­lous, der auch schon ‘Hold me’ (AZ 2013) schrieb. Der Text stammt unter ande­rem vom mal­te­si­schen Bernd Mei­nun­ger, Gerard James Borg. Und das hört man auch.


‘Living on the Edge, clo­ser to the Crime’ – fehlt da nicht noch ein “a”?

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Dima Bilan zieht Bei­trag zurück

Trau­ri­ge Nach­rich­ten für alle Fans von grö­ßen­wahn­sin­ni­gen Dro­gen­op­fern: über­ra­schend zog das Team von Dima Bilan sei­ne ange­kün­dig­te Bewer­bung um eine Wild­card in der rus­si­schen Vor­ent­schei­dung (und damit sei­ne siche­re drit­te Teil­nah­me für die Groß­macht) mit dem von Phil­ip Kir­ko­rov geschrie­be­nen Titel ‘White Nights’ zurück, wie Euro­fire soeben unter Beru­fung auf eine Mos­kau­er Tages­zei­tung mel­det. Sah man am Ende doch ein, dass auf einen zwei­ten Platz 2006 und den ers­ten Platz 2008 ein­fach kei­ne Stei­ge­rung mehr fol­gen kann? Oder kann Dima nach zu vie­len ‘White Nights’ (hier schnie­fen­des Geräusch dazu den­ken) schlicht nicht mehr?


Ver­schenkt: die Demo­ver­si­on der wei­ßen Näch­te

 

Ver­wir­rung um Dima Bil­ans “Freun­din”

Pein­lich: da ließ Hol­ly­wood-Haudrauf Mickey Rour­ke (57) über die New York Post ver­brei­ten, er wol­le im Früh­jahr das rus­si­sche Model Jele­na Kulets­ka­ja ehe­li­chen. Die 24jährige lern­te er bei der Vor­be­rei­tung zu sei­nem neu­en Film Iron Man 2 ken­nen, für den sie ihm Rus­sisch­un­ter­richt gab. Dumm nur, dass Jele­na die­se Mel­dung nun demen­tiert – mit dem Hin­weis, sie pla­ne wei­ter­hin, den Sie­ger des Euro­vi­si­on Song Con­test 2008, Dima Bilan, zu hei­ra­ten. Sie und Rour­ke sei­en nur “Nach­barn”, mehr als “gemein­sa­me nächt­li­che Spa­zier­gän­ge” habe es nie gege­ben. Klingt danach, als habe Frau Kulets­ka­ja um die Höhe der Sand­prin­zes­sin­nen-Apa­na­ge nach­ver­han­delt und sich nicht wie erwünscht durch­ge­setzt. Und auch der aktu­el­le Grand-Prix-Sie­ger Alex­an­der Rybak fin­det sich in der Klatsch­pres­se.


So hete­ro­se­xu­ell wie Jens Rie­wa: Dima Bilan

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Dima Bilan zeigt sei­ne Sand­prin­zes­sin

Wie es um die Homo­pho­bie in Russ­land bestellt ist, zeigt trau­ri­ger­wei­se nicht nur das jähr­lich wie­der­keh­ren­de Ver­bot des CSDs in Mos­kau und die dar­auf­fol­gen­den gewalt­tä­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen, son­dern auch das Ver­steck­spiel, zu wel­chem sich der rus­si­sche Euro­vi­si­ons­sie­ger Dima Bilan genö­tigt sieht. Um den Gerüch­ten über sei­ne Homo­se­xua­li­tät ent­ge­gen­zu­tre­ten, die von den jetzt wie­der aus­ge­gra­be­nen über zwei Jah­re alten Nackt­fo­tos von ihm befeu­ert wer­den, prä­sen­tier­te er in Deutsch­lands auf­la­gen­stärks­tem Lügen­blatt sei­ne “Freun­din”, das tsche­chi­sche Model Ele­na Kulets­ka­ya. Die lebe in “Paris, wo ich sie oft besu­che”, so Dima laut Bild. Wie prak­tisch, wenn die Sand­prin­zes­sin so weit weg wohnt!


Inbrüns­tig und thea­tra­lisch, aber natür­lich *hüs­tel* hete­ro: der Dima

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ESC Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kavi­ar

Logo des Eurovision Song Contest 2008 (2. Semi)
Das Eis­kunst­lauf­jahr

Zwölf Anläu­fe hat­te der flä­chen­größ­te und ein­woh­ner­stärks­te Teil­neh­mer­staat des Euro­vi­si­on Song Con­test für sei­nen ers­ten Grand-Prix-Sieg gebraucht. Sei­nen Füh­rungs­an­spruch und sei­ne kul­tu­rel­le Zuge­hö­rig­keit zu Euro­pa woll­te Russ­land damit unter­strei­chen – und ver­tief­te doch nur die Grä­ben, denn kaum ein Sie­ger­ti­tel rief im Wes­ten so eine star­ke Ableh­nung her­vor wie Dima Bilans musi­ka­lisch mala­des und über­an­strengt dar­ge­bo­te­nes ‘Belie­ve’, wel­ches der Sarg­na­gel für das hun­dert­pro­zen­ti­ge Zuschau­er­vo­ting sein soll­te. Für den rus­si­schen Plat­ten­mil­lio­när, dem bei sei­nem Erst­ver­such 2006 mit dem deut­lich bes­se­ren ‘Never let you go’ nur die fin­ni­schen Mons­ter­ro­cker Lor­di in die Que­re kamen, reich­te es ledig­lich für einen schwa­chen Rang 54 in den deut­schen Ver­kaufs­charts.

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ESC Fina­le 2006: Hard Rock? Hal­le­lu­jah!

Logo des Eurovision Song Contest 2006 (Semifinale)
Das Jahr der Mons­ter­ro­cker

Dass ich das noch erle­ben durf­te: die Fin­nen gewin­nen! Athen warf ein bis dato unum­stöß­li­ches Grand-Prix-Gesetz über den Hau­fen. Was kommt als nächs­tes? Ein Sieg Por­tu­gals? Andor­ra im Fina­le? Eine ost­eu­ro­päi­sche Sän­ge­rin, deren Rock die Scham bedeckt? Man darf gespannt sein! Die meis­tens Fans in der Athe­ner Olym­pia­hal­le reagier­ten geschockt, als der Sieg der Mons­ter­ro­cker sich abzeich­ne­te. Nur weni­ge zeig­ten sich (wie ich) begeis­tert, unter­stütz­ten jede Zwölf-Punk­te-Wer­tung für Lor­di mit einem spon­ta­nen “Lap­po­nia”-Gesang oder rock­ten bei der Sie­ger­re­pri­se auf dem Stuhl ste­hend mit.

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ESC Semi 2006: I’ll fuck­ing win

Logo des Eurovision Song Contest 2006 (Finale)
Das Jahr der Mons­ter­ro­cker

West­eu­ro­päi­sche Grand-Prix-Fan­clubs bestehen in der Regel – in exak­ter Umkeh­rung der übli­chen Bevöl­ke­rungs­an­tei­le – zu 95% aus schwu­len Män­nern. Und die haben, logi­scher­wei­se, einen völ­lig ande­ren Musik­ge­schmack als das beim Euro­vi­si­on Song Con­test abstim­men­de Mas­sen­pu­bli­kum an den Bild­schir­men. Natür­lich scherz­ten die im Athe­ner Olym­pia­sta­di­on ver­sam­mel­ten Fans noch vor Beginn des Halb­fi­na­les, dass man hin­ter­her, wenn die zehn Fina­lis­ten fest­stün­den, wohl mal wie­der kopf­schüt­telnd in der Hal­le säße. Und genau so kam es auch.

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