Con­chi­ta Wurst: Flut­brin­ge­rin oder Hei­li­ge?

Wäh­rend ein offen­sicht­lich geis­tes­ge­stör­ter mon­te­ne­gri­ni­scher Pries­ter unlängst die aktu­el­le Euro­vi­si­ons­sie­ge­rin Con­chi­ta Wurst als Ver­ur­sa­che­rin der sint­flut­ar­ti­gen Regen­fäl­le auf dem Bal­kan aus­mach­te, die mehr als fünf­zig Todes­op­fer for­der­ten und in Ser­bi­en, Kroa­ti­en und Bos­ni­en eine Spur der Ver­wüs­tung hin­ter­lie­ßen, erfreut sich ein Muse­um im nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Städt­chen Horn der­zeit an einer wah­ren Flut von Besu­chern. Der Grund: die dort aus­ge­stell­te Holz­sta­tue einer christ­li­chen Hei­li­gen­fi­gur, der Küm­mer­nis oder Wil­ge­for­tis – einer Frau mit Bart. Einer Sage aus dem vier­zehn­ten Jahr­hun­dert zufol­ge habe es sich bei ihr um die Toch­ter eines heid­ni­schen por­tu­gie­si­schen Ade­li­gen gehan­delt, wel­cher die­se mit dem sizi­lia­ni­schen König ver­hei­ra­ten woll­te. Was der Toch­ter nicht behag­te – kirch­li­cher Geschichts­schrei­bung zufol­ge natür­lich, weil sie heim­lich zum Chris­ten­tum kon­ver­tiert sei und ihre Jung­fräu­lich­keit bewah­ren woll­te. Was frau halt eben so behaup­tet, wenn frau kei­nen Bock hat, an einen wild­frem­den Mann in einem wild­frem­den Land zwangs­ver­ehe­licht zu wer­den. Jeden­falls bete­te sie ob ihrer miss­li­chen Lage. Und sie­he da, es wuchs ihr ein Bart: Hoch­zeit abge­sagt.


Ist bereits ver­hei­ra­tet, das kann also nicht der Grund sein: Con­chi­ta

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ESC 1999: Don’t work on a Mon­day

Logo des Eurovision Song Contest 1999
Das Jahr der dicken Din­ger

In die­sem Jahr gelang es dem NDR-Ver­ant­wort­li­chen Jür­gen Mei­er-Beer nach meh­re­ren Anläu­fen, mit dem Weg­fall der über­kom­me­nen Spra­chen­re­gel und des Orches­ters die bei­den letz­ten Bau­stei­ne sei­ner Grand-Prix-Reform durch­zu­set­zen und den Con­test so – kurz vor der Jahr­tau­send­wen­de – end­lich in die pop­mu­si­ka­li­sche Gegen­wart zu über­füh­ren. Die Teil­neh­mer nutz­ten die neue lin­gu­is­ti­sche Frei­heit weid­lich: jeder zwei­te Bei­trag kam auf Eng­lisch daher, der Welt­spra­che des Pop. Das war und ist in eini­gen Fäl­len scha­de (Bal­kan­bal­la­den klin­gen in einem der zahl­rei­chen sla­wi­schen Dia­lek­te ein­fach ein­dring­li­cher), manch­mal bes­ser (die Mit­sing­bar­keit lei­det im Hebräi­schen oder Islän­di­schen nun mal), sorg­te aber vor allem dafür, dass nicht mehr, wie zuletzt, auto­ma­tisch Irland oder Groß­bri­tan­ni­en gewin­nen. End­lich ech­te Chan­cen­gleich­heit!

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ESC 1993: Nur wer lei­det, ist am Leben

Logo des Eurovision Song Contest 1993
Das Jahr der Bal­kan­in­va­si­on

Bereits zum vier­ten Mal seit sei­ner Erst­teil­nah­me 1965 hat­te der Sie­ges­fluch das ver­hält­nis­mä­ßig klei­ne, ver­hält­nis­mä­ßi­ge arme Irland getrof­fen. Dort war man natür­lich stolz, woll­te aber nicht schon wie­der das kom­plet­te Jah­res­bud­get des Sen­ders RTÉ  für die Aus­rich­tung des Song Con­tests auf den Kopf hau­en. So recy­cel­te man das Büh­nen­bild von 1988 und nahm dank­bar das Ange­bot eines iri­schen Stahl­in­dus­tri­el­len an, der RTÉ bei den Pro­duk­ti­ons­kos­ten unter die Arme griff – auch wenn das hieß, dass der Wett­be­werb in einer alten Pfer­de­reit­hal­le in einem am Arsch der Welt lie­gen­den Kuh­kaff weit­ab jeg­li­cher Zivi­li­sa­ti­on statt­fand.

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