Eduardo Nascimento

ESC-Fina­le 1967: Sicher vor der sen­gen­den Sonne

ESC-Fina­le 1967: Sicher vor der sen­gen­den Sonne

Wahrlich keinen würdigeren Gastgeber hätte es für diesen, den Übergang zwischen Tradition und Moderne markierenden Eurovisionsjahrgang geben können als den ORF. Mit der Wahl des Festsaals der kaiserlichen Wiener Hofburg als Veranstaltungsort steuerten die Österreicher die uneinholbar nobelste Location, in welcher der Grand Prix jemals gastierte, zum Geschehen bei. Üppige Blumenarrangements auf der Bühne, gerne ins Bild gerückte gigantische Kronleuchter an den hohen Stuckdecken, die festliche Abendgarderobe des handverlesenen Saalpublikums, ein exzellentes Orchester und die traditionsreichen Wiener Hofknaben als Pausenprogramm sorgten im letzten Jahr des Schwarzweißfernsehens für einen regelrecht imperialen Glanz beim europäischen Chansonwettbewerb. Gleichzeitig bemühte man sich mit riesigen…
Weiterlesen
Fes­ti­val da Can­ção 1967: Trom­meln dröh­nen heiser

Fes­ti­val da Can­ção 1967: Trom­meln dröh­nen heiser

Ein Jahr, nachdem die damalige Kolonialmacht Niederlande mit der von surinamischen Eltern abstammenden Milly Scott die erste schwarze Sängerin zum Eurovision Song Contest delegierte, dominierten Künstler aus der portugiesischen Kolonie Angola, welche wie das lateinamerikanische Surinam erst 1975 die Unabhängigkeit erlangte, das Festival da Canção 1967. Der portugiesischen Wikipedia zufolge soll dies gerüchtehalber einem Wunsch des ultrarechten Machthabers Salazar entsprochen haben, der damit die Anbindung des südafrikanischen Landes stärken wollte. Wohl aus diesem Grunde durften bei der regionalen Jury-Abstimmung diesmal auch ein paar Exil-Angolaner mitvoten, allerdings ohne, dass ihre Stimmen mit in die Auszählung flossen. Kulturelle Approbation ja, Mitbestimmung nein:…
Weiterlesen