1. Semi 2019: Strah­lend weiß muss sie sein!

Gleich zwei­fach erfuhr die fabel­haf­te Dana Inter­na­tio­nal, die 1998 beim Euro­vi­si­on Song Con­test in Bir­ming­ham den mit wei­tem Abstand bedeut­sams­ten Sieg in der über sech­zig­jäh­ri­gen Geschich­te des Grand Prix errang, die ihr gebüh­ren­de Ehrung im gest­ri­gen ers­ten Semi­fi­na­le 2019 zu Tel Aviv, wo sie als Inter­val Act auf­trat. Der für sei­ne 40 Len­ze erstaun­lich jung aus­se­hen­de Assi Azar, einer der über­flüs­si­ger­wei­se erneut vier (!) Gastgeber/innen des Abends, benann­te die offen­sicht­lich in den sel­ben Jung­brun­nen gefal­le­ne LGBTQI*-Ikone in sei­ner Anmo­de­ra­ti­on als sein per­sön­li­ches Idol. War es doch ihr sei­ner­zei­ti­ger Sieg, der dem damals Zwan­zig­jäh­ri­gen aus dem Ver­steck half und ihm die Kraft zum Com­ing Out gab. Zehn Jah­re spä­ter lis­te­te das US-ame­ri­ka­ni­sche Maga­zin OUT den Show­mas­ter, Fil­me­ma­cher und Akti­vis­ten als einen der “100 welt­weit ein­fluss­reichs­ten Schwu­len”. Doch auch für die tol­le letzt­jäh­ri­ge Euro­vi­si­ons­ge­win­ne­rin Net­ta Bar­zi­lai, wel­che den Rei­gen mit einem Remix von ‘Toy’ eröff­ne­te, war Dana laut Ein­spie­ler der Aus­gangs­punkt für ihre trotz aller Wid­rig­kei­ten als nicht den gän­gi­gen Schön­heits­idea­len ent­spre­chen­de Frau ver­folg­te Gesangs­kar­rie­re. Die ‘Diva’ selbst demons­trier­te mit einer Bear­bei­tung von ‘Just the Way you are’, dass sich selbst Bru­no-Mars-Songs ohne all zu gro­ßen Wür­ge­reiz anhö­ren las­sen, wenn eine Künst­le­rin ihres For­mats sie über­nimmt.

Quee­re Vor­bil­der sind so immens wich­tig. Ob vor zwan­zig Jah­ren, heu­te oder in der Zukunft. Dan­ke für alles, Dana Inter­na­tio­nal. Du bist und bleibst für immer eine Inspi­ra­ti­on.

Wei­ter­le­sen1. Semi 2019: Strah­lend weiß muss sie sein!

Rank & File 2019: Platz 24 – Look away

Ein eta­blier­ter Musik­pro­du­zent und DJ mit einem jün­ge­ren Gast­sän­ger: was 2017 für Nor­we­gen gut funk­tio­nier­te, soll­te den fin­ni­schen Nach­barn doch nur Recht sein, dach­te sich der Sen­der YLE wohl. Zumal man da doch noch Einen in pet­to hat, der mal zu den ganz Gro­ßen gehör­te.

Platz 24: Finn­land – Daru­de + Sebas­ti­an Rej­man – Look away (Schau weg)

Fällt nun der suo­mi­sche Euro­vi­si­ons­bei­trag 2019 tat­säch­lich zu Recht in die Kate­go­rie der ver­zicht­ba­ren Songs? Ja klar, wer­den Sie beim Anhö­ren spä­tes­tens nach einer Minu­te drei­ßig sagen, wenn alle eher spär­li­chen Ide­en auf­ge­braucht sind und sich die Num­mer zäh dem Ende ent­ge­gen schleppt. Ande­rer­seits erfüllt selbst ‘Look away’ sei­nen Zweck, oder genau­er gesagt deren sogar gleich drei: zum einen eröff­net er sei­nem Schöp­fer die Chan­ce, noch­mals für kur­ze Zeit aus dem See des Ver­ges­sens her­vor­zu­tau­chen und sich zurück ins Gespräch zu brin­gen. Wer weiß, viel­leicht ent­deckt auch der ein oder ande­re nach dem Jahr­tau­send­wech­sel Gebo­re­ne durch Daru­des Euro­vi­si­ons­auf­tritt sei­nen ein­zi­gen rich­tig gro­ßen und rich­tig guten Hit ‘Sand­s­torm’ für sich. Und dann hät­te es sich ja bereits gelohnt. Zwei­tens holt er Herrn Rej­man wenigs­tens für ein paar Mona­te von der Stra­ße: der Lead­sän­ger von ‘Look away’ dürf­te ange­sichts sei­nes eher über­schau­ba­ren stimm­li­chen Talents und sei­ner Ver­wech­sel­bar­keit sonst über nicht all zu vie­le Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten ver­fü­gen.

Immer­hin schafft es Daru­de, nicht ganz so gru­se­lig zu wir­ken wie Gro­mee: der Vor­ent­schei­dungs­auf­tritt.

Wei­ter­le­senRank & File 2019: Platz 24 – Look away

UMK 2019: Das Sand­stürm­chen

Die wohl vor­her­seh­bars­te und irgend­wie auch über­flüs­sigs­te Vor­ent­schei­dung fand am gest­ri­gen Sams­tag im fin­ni­schen Ort Tur­ku statt. Wie schon im Vor­jahr gab es bei der UMK nur einen bereits seit eini­ger Zeit bekann­ten Inter­pre­ten, näm­lich den EDM-DJ und ‑Pro­du­zen­ten Vil­le Vir­ta­nen ali­as Daru­de, des­sen bekann­tes­ter Hit ‘Sand­sturm’ nun knapp zwan­zig Jah­re zurück liegt. Auch die drei zur Aus­wahl ste­hen­den Songs kann­te man bereits, hat­te das fin­ni­sche Fern­se­hen die­se doch in den zurück­lie­gen­den Wochen im Sie­ben­ta­ge­ab­stand ver­öf­fent­licht. So stand im Grun­de das Ergeb­nis bereits im Vor­feld fest, denn dass unter den drei alle­samt sehr schwa­chen Bei­trä­gen der zuletzt releas­te Track ‘Look away’ noch am wenigs­ten Fad­heit ver­strömt, dar­über herrsch­te all­ge­mei­nes Ein­ver­ständ­nis. Der von Daru­de als Sän­ger ange­heu­er­te Sebas­ti­an Rej­mann tat das Sei­ne hin­zu, in dem er die bei­den ande­ren Titel stimm­lich kom­plett in den Sand setz­te und nur bei ‘Look away’ eini­ger­ma­ßen annehm­bar klang. Oder aber die Ton­tech­ni­ker des Sen­ders YLE steu­er­ten das mit Absicht so aus. Jeden­falls wähl­ten sowohl die inter­na­tio­na­le Jury – erneut unter Betei­li­gung des Wiwi­blog­gers Wil­liam Lee Adams – als auch das hei­mi­sche Publi­kum den Song wunsch­ge­mäß nach vor­ne.

Living in a Box: Daru­de.

Wei­ter­le­senUMK 2019: Das Sand­stürm­chen

Inter­pre­ten­kür 2019: blaue Pan­das im Sand­sturm

Es eta­bliert sich mitt­ler­wei­le als den­noch extrem ärger­li­cher Stan­dard, den immer mehr Euro­vi­si­ons­na­tio­nen in der Hoff­nung auf dop­pel­te Auf­merk­sam­keit für sich nut­zen: die getrenn­te Akkla­ma­ti­on von Interpret/in und Lied. Gleich zwei Län­der gaben heu­te bekannt, wer für sie in Tel Aviv antritt, und den grö­ße­ren Coup lan­de­te zwei­fels­frei Finn­land. Der Sen­der YLE nomi­nier­te näm­lich den DJ und EDM-Pro­du­zen­ten Vil­le Vir­ta­nen. Ken­nen Sie nicht? Ken­nen Sie doch: unter sei­nem Künst­ler­na­men Daru­de lan­de­te er 1999 mit sei­ner ers­ten Sin­gle ‘Sand­s­torm’ einen euro­pa­wei­ten Top-Hit und erreich­te sogar die unte­ren Rän­ge der US-Charts. Auch ein paar Nach­folge­ti­tel konn­te der mitt­ler­wei­le 43jährige noch in den Ver­kaufs­lis­ten plat­zie­ren. Aller­dings liegt Daru­des letz­ter Hit in Deutsch­land mitt­ler­wei­le 16 Jah­re zurück, in Finn­land gelang ihm zuletzt 2015 mit dem Album ‘Moments’ ein Chart-Erfolg. Auf besag­tem Long­play­er arbei­te­te Daru­de bereits bei eini­gen Stü­cken mit dem Front­mann der Rock­band Giant Leap, Sebas­ti­an Rej­man, als Gast­sän­ger zusam­men, der ihm auch in Tel Aviv die Stim­me lei­hen wird.

Vom Sand­sturm zum Schnee­sturm: Daru­de und Sebas­ti­an Rej­man bret­tern gemein­sam dahin.

Wei­ter­le­senInter­pre­ten­kür 2019: blaue Pan­das im Sand­sturm

Ers­tes Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Gan­ze 53 Jah­re muss­te das klei­ne, geo­gra­fisch etwas rand­stän­di­ge und kul­tu­rell auf euro­päi­scher Ebe­ne nicht unbe­dingt mas­sen­kom­pa­ti­ble Por­tu­gal von sei­ner Erst­teil­nah­me im Jah­re 1964 bis zu sei­nem Euro­vi­si­ons­sieg 2017 war­ten. Ein ver­schro­be­ner Bar­de namens Sal­va­dor Sobral hol­te bekannt­lich den Pott und die Gast­ge­ber­schaft nach Lis­sa­bon, mit einer inti­men, aus der Zeit gefal­le­nen Tren­nungs­schmerz­bal­la­de in sei­ner Mut­ter­spra­che. Mit “Musik, die wirk­lich etwas aus­drückt”, wie es der lebens­be­droh­lich erkrank­te Adels­spross, dem es nach einer Herz­trans­plan­ta­ti­on mitt­ler­wei­le wie­der bes­ser geht, im Über­schwang sei­ner Sie­ges­an­spra­che for­mu­lier­te. Und nun das: ein Jahr spä­ter, im ers­ten Semi­fi­na­le des in der por­tu­gie­si­schen Haupt­stadt abge­hal­te­nen 2018er Grand Prix, flie­gen gleich zwei von ins­ge­samt ledig­lich drei Bei­trä­gen in Lan­des­spra­che raus, bei­des Bal­la­den. Statt­des­sen folgt ein Durch­marsch fröh­li­cher, größ­ten­teils stark cho­reo­gra­fier­ter und mit mehr oder min­der mas­si­ven Gim­micks arbei­ten­der Uptem­po­num­mern, von “Fast-Food-Pop”, wie Sobral es nen­nen wür­de. Als beken­nen­der Lieb­ha­ber von ‘Amar pelos Dois’ einer­seits und glü­hen­der Dance-Trash-Fan ande­rer­seits sage ich: gut, dass beim Grand Prix für bei­des Platz ist!

L’a­mour est bleu: das kom­plet­te ers­te Semi­fi­na­le des ESC 2018.

Wei­ter­le­senErs­tes Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Griff ins Klo: zwei­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Eigent­lich gehört es zur Eröff­nungs­tra­di­ti­on des Pres­se­zen­trums, dass die dort ver­sam­mel­ten Schwur­na­lis­ten von der aller­ers­ten Pro­be aus tech­ni­schen Grün­den nichts mit­be­kom­men, weil die Lei­tung von der Hal­le noch nicht steht. Das war am Sonn­tag zwar nicht der Fall, dafür aber am heu­ti­gen Mon­tag: pünkt­lich zum Pro­ben­be­ginn um zehn Uhr lie­fen noch Tou­ris­mus­wer­be­clips in Dau­er­schlei­fe, wäh­rend in der Alti­ce-Are­na bereits das maze­do­ni­sche Duo Eye Cue auf der Büh­ne stand. Erst zum drit­ten Durch­lauf drück­te jemand den Knopf: auf den Moni­to­ren erschien, wie OnU berich­te­te, bild­fül­lend der Hin­tern der Lead­sän­ge­rin Mari­ja. Und falls sich jemand noch mit Schau­dern an das pink­far­be­ne Camel­toe-Out­fit aus dem Video zu ‘Lost and found’ erin­nert: etwas Ähn­li­ches trägt sie auch in Lis­sa­bon, nur ohne Unter­teil. Dort stol­ziert Mari­ja in einem eben­falls knall­pin­ken, rücken­frei­en Läpp­chen über die Bret­ter, wel­ches die Bli­cke auf ihr sil­ber­nes Hös­chen eher frei­gibt als bedeckt. Passt aber: dafür kommt ihr Beglei­ter Bojan halt oben­rum ohne. Der Auf­tritt wirkt genau so unstruk­tu­riert und chao­tisch wie der aus meh­re­ren Ein­zel­tei­len not­dürf­tig zusam­men­ge­tacker­te Song. Das sehen wir am Sams­tag im Fina­le garan­tiert nicht wie­der.

Lead­sän­ge­rin Mari­ja und ihr Scham­lip­pen­lap­pen.

Wei­ter­le­senGriff ins Klo: zwei­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

FI 2018: Mons­ter­mä­ßig ver­kackt

Wie man nur kol­lek­tiv eine der­ma­ßen mas­si­ve Fehl­ent­schei­dung tref­fen kann? Ver­fügt die Mensch­heit über kei­ner­lei Gehör mehr? Seit Novem­ber 2017 stand fest, dass die 30jährige, offen les­bi­sche Saa­ra Aal­to ihre Hei­mat Finn­land beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 in Port­gu­al ver­tritt. Fix gesetzt, stell­te man ihr für die am heu­ti­gen Abend aus­ge­strahl­te Song­aus­wahl UMK drei Lie­der zusam­men. Die von Saa­ra mit­ver­fass­te Uptem­po­num­mer ‘Mons­ters’ ging nach Ver­öf­fent­li­chung der pro­fes­sio­nel­len Musik­vi­de­os aller drei Bei­trä­ge mit erheb­li­chem Abstand als Favo­rit ins Ren­nen. Aller­dings met­zel­te die Vor­ent­scheid-Zwei­te von 2016 den Song live bru­tal dahin. Von der durch­aus ukrai­ni­schen Maß­stä­ben genü­gen­den Hoch­leis­tungs­cho­reo­gra­fie mit ela­bo­rier­ten Hebe­fi­gu­ren augen­schein­lich kom­plett über­an­strengt, ver­moch­te man sei­tens Saa­ra stimm­lich kaum mehr als ein hei­se­res Kräch­zen ver­neh­men, was auch ihre bei­den Backings kaum kaschie­ren konn­ten. Den­noch sieg­te das Lied mit knap­pem Vor­sprung im inter­na­tio­na­len Jury­vo­ting und deut­li­chem Punk­tep­lus bei den Zuschauer/innen. ‘Queens’, der kom­po­si­to­risch über­le­ge­ne als auch stimm­lich deut­lich bes­ser dar­ge­bo­te­ne Uptem­po-Kon­kur­renz­bei­trag, lan­de­te hin­ge­gen auf dem letz­ten Platz.

Hört sich doch gar nicht so schlimm an, sagen Sie? Stimmt. Der fin­ni­sche Sen­der YLE, der sämt­li­che UMK-Live-Mit­schnit­te Sams­tag­nacht auf You­tube zunächst sper­ren ließ, stell­te am Sonn­tag die­se gegen­über der Live-Sen­dung mas­siv nach­be­ar­bei­te­te Ver­si­on mit einer kom­plett neu­en Ton­ab­mi­schung online.

Wei­ter­le­senFI 2018: Mons­ter­mä­ßig ver­kackt

Saa­ra Aal­to fix für Finn­land

Wie das fin­ni­sche Fern­se­hen YLE heu­te über­ra­schend bekannt­gab, ist die drei­ßig­jäh­ri­ge Sän­ge­rin und Song­schrei­be­rin Saa­ra Aal­to als Reprä­sen­tan­tin ihres Lan­des beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2017 in Lis­sa­bon gesetzt. Das skan­di­na­vi­sche Land, das bis­lang seine/n Vertreter/in stets über einen öffent­li­chen Vor­ent­scheid bestimm­te, bricht damit mit sei­ner Tra­di­ti­on. Nur für Saaras Bei­trag bleibt es bei der Publi­kums­be­tei­li­gung: am 3. März 2018 sol­len die Zuschauer/innen bei der zur rei­nen Liedaus­wahl redu­zier­ten Uuden Musii­kin Kil­pai­lu (UMK) ent­schei­den, mit wel­chen von drei spe­zi­ell für sie kom­po­nier­ten Songs sie ihre Hei­mat ver­tritt. Die, wie die Prin­zen ver­mer­ken, offen les­bi­sche Dop­pel-Aa-Sän­ge­rin ver­such­te es bereits drei­mal ohne Erfolg beim fin­ni­schen Vor­ent­scheid, zuletzt 2016, wo sie mit dem zwei­ten Platz hin­ter Sandhja (→ FI 2016) ein für sie typi­sches Ergeb­nis erziel­te: auch bei den Cas­ting­shows The Voice (Finn­land) und X Fac­tor (Groß­bri­tan­ni­en), mit wel­cher sie eine brei­te Bekannt­heit und einen Plat­ten­ver­trag im Ver­ei­nig­ten König­reich ergat­ter­te, schaff­te sie jeweils die Sil­ber­me­dail­le. Zuletzt spe­ku­lier­ten bri­ti­sche Bou­le­vard­blät­ter, dass die BBC ihr eine Teil­nah­me am Vor­ent­scheid der euro­pa­ab­trün­ni­gen Insel ange­tra­gen habe, was sich nach der heu­ti­gen Ver­kün­di­gung indes wohl erle­digt haben dürf­te. Oder nutz­te das klu­ge Kind das X‑Factor-Momen­tum und angeb­li­che bri­ti­sche Ange­bot gar, um ihrem Hei­mat­sen­der YLE die Pis­to­le auf die Brust zu set­zen? Euro­fire zufol­ge bezeich­ne­te sie sich in der heu­ti­gen Pres­se­kon­fe­renz jeden­falls als “das glück­lichs­te Mäd­chen über­haupt”, zumal sie den Song Con­test “schon immer geliebt” habe. Und wel­ches Ziel ver­folgt Saa­ra in Lis­sa­bon? Gegen­über eurovision.tv sag­te sie selbst­iro­nisch: “Natür­lich tre­te ich mit der Ein­stel­lung an, dass ich den Euro­vi­si­on Song Con­test gewin­nen kann – oder wenigs­tens Zwei­te wer­de! Dar­in bin ich zwei­fel­los sehr gut”. Ha – ich mag das Mädel!

Saa­ra mit dem eini­ger­ma­ßen erträg­li­chen Dance-Remix ihrer lei­der tod­lang­wei­li­gen UMK-Bal­la­de ‘No Fear’.

Saa­ra Aal­to fix für Finn­land. Was sagst Du dazu?

View Results

Loading ... Loa­ding …

Lost in Vero­na: wen die Jurys 2017 im Semi kill­ten

Wie unter­schied­lich die Mei­nun­gen von Publi­kum und Jury sind, Wahn­sinn!” ent­fuhr es einem erstaun­ten Peter Urban Sams­tag­nacht wäh­rend der Punk­te­ver­ga­be im Fina­le des Euro­vi­si­on Song Con­test 2017, wo sich mal wie­der zeig­te, dass die angeb­li­chen Musik­pro­fes­sio­nel­len, die im sich übri­gen hem­mungs­los dem → Nach­bar­schafts­vo­ting hin­ga­ben (soll­ten sie eigent­lich nicht genau das einst ver­hin­dern?), auf einem völ­lig ande­ren Pla­ne­ten leben als der Rest der Mensch­heit. Oder auch nur, dass eine zufäl­li­ge Aus­wahl von gera­de mal fünf Per­so­nen schon aus sta­tis­ti­scher Not­wen­dig­keit her­aus immer nur zufäl­li­ge, nicht reprä­sen­ta­ti­ve und damit völ­lig wert­lo­se Ergeb­nis­se her­vor­bringt. Immer­hin waren sich die Jurys dies­mal aus­nahms­wei­se mit den Zuchauer/innen einig, was den ver­dien­ter Sie­ger des Jahr­gangs anging, den wun­der­bar ver­schro­be­nen por­tu­gie­si­schen Jazz-Schlumpf Sal­va­dor Sobral. Und das ist ja schon ein deut­li­cher Fort­schritt im Ver­gleich mit den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Auch in den Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den stimm­ten sie übri­gens mit den Televoter/innen beim ers­ten Rang über­ein, der jeweils an – kei­ne Über­ra­schung – Sal­va­dor (ers­tes Semi) und den bul­ga­ri­schen Wun­der­kna­ben Kris­ti­an Kostov (zwei­tes Semi) fiel. Dort aller­dings, wo es um Leben und Tod ging, also um den Final­ein­zug, sah die Sache schon wie­der ganz anders aus: selbst­re­dend ver­hin­der­ten die dia­bo­li­schen Pro­fi-Wer­ter/in­nen auch in die­sem Jahr wie­der erfolg­reich den Ein­zug eini­ger Publi­kums­lieb­lin­ge in die Sams­tags-Show, allen vor­ne­weg – wie bereits ver­mu­tet – den der Modern-Tal­king-Epi­go­nen Koit Too­me (→ EE 1998) und Lau­ra Põld­ve­re (→ EE 2005). Das von sei­nem Bezie­hungs­en­de am Urlaubs­ort ‘Vero­na’ sin­gen­de est­ni­sche Schla­ger­pär­chen erhielt im zwei­ten Semi­fi­na­le 69 Punk­te von den Televoter/innen und kam damit auf einen so soli­den wie ver­dien­ten sechs­ten Rang. Die hoch­nä­si­gen Schnepf/innen von der Jury, die sich wohl zu fein waren, sich mit den Mas­sen im Sound des groß­ar­tigs­ten Musik­jahr­zehnts zu suh­len, konn­ten gera­de mal mage­re 16 Pünkt­chen (Rang 17) erüb­ri­gen und tor­pe­dier­ten das bal­ti­sche Geschmacks-U-Boot damit erfolg­reich. Sterbt und schmort in der Höl­le, alle­samt!

Grin­sen ver­mut­lich trotz des Semi-Aus noch immer: Koit & Lau­ra (EE)

Wei­ter­le­senLost in Vero­na: wen die Jurys 2017 im Semi kill­ten

Ers­tes Semi­fi­na­le 2017: no more Dra­ma

Je unsi­che­rer die Zei­ten, um so mehr suchen die Men­schen fröh­lich stim­men­de Ablen­kung und Zer­streu­ung, so jeden­falls sug­ge­riert es das Ergeb­nis der ers­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de des Euro­vi­si­on Song Con­tests 2017, das am gest­ri­gen Diens­tag­abend im Inter­na­tio­na­len Aus­stel­lungs­zen­trum zu Kiew über die Büh­ne ging. Bestimm­ten im Vor­feld die­ses Jahr­gangs noch die schänd­li­chen Rän­ke­spie­le um das vom Gast­ge­ber­land Ukrai­ne ver­häng­te Ein­rei­se­ver­bot gegen die rus­si­sche Reprä­sen­tan­tin Julia Samo­yl­o­va sowie die deut­lich ver­schärf­ten Sicher­heits­maß­nah­men rund um die Ver­an­stal­tung die öffent­li­che Wahr­neh­mung des Wett­be­werbs und schu­fen damit ein mul­mi­ges Kli­ma, so setz­ten sich im gest­ri­gen Semi größ­ten­teils die­je­ni­gen Bei­trä­ge durch, die sich an eher uptem­po­rä­ren, aktu­el­len Sounds ori­en­tier­ten und show­tech­nisch alten Wein in neue Schläu­che gos­sen. Also irgend­wie beru­hi­gend Ver­trau­tes und Bewähr­tes boten. Von fast aus­nahms­los allen Teilnehmer/innen ein­heit­lich befolg­te Trends ver­stärk­ten dabei den uni­for­men Ein­druck die­ses Abends: so das bedau­er­li­cher­wei­se fast durch­gän­gig prak­ti­zier­te Ver­ste­cken der Chorsänger/innen hin­ter der Büh­ne; die Domi­nanz der Unschuld und Rein­heit sug­ge­rie­ren­den Far­be Weiß für die Gar­de­ro­be; das ger­ne genom­me­ne Ein­blen­den von Aus­schnit­ten der pro­fes­sio­nel­len Musik­vi­de­os oder von über­le­bens­gro­ßen Por­trät­fo­tos der Künstler/innen auf der LED-Wand im Hin­ter­grund sowie der gera­de­zu skla­visch befolg­te Mode­trend des Flan­king (die Kom­bi­na­ti­on von unsicht­ba­ren Snea­ker­so­cken und Hoch­was­ser­ho­sen zum Zwe­cke des kecken Her­zei­gens eines Strei­fens Bein­flei­sches in Höhe der Fes­seln).

Zwei­ein­vier­tel Stun­den vol­ler hoch­pro­fes­sio­nel­ler TV-Unter­hal­tung: das kom­plet­te ers­te Semi­fi­na­le 2017

Wei­ter­le­senErs­tes Semi­fi­na­le 2017: no more Dra­ma