Das quee­re Anti-PED-Paket: Bil­al Hassa­ni und Hata­ri legen nach

Obschon sich ange­sichts der Bericht­erstat­tung um das weiß­rus­si­sche Jury-Gate und die Unfä­hig­keit der EBU, ein­fachs­te Kon­troll­me­cha­nis­men gegen die mensch­li­che Feh­ler­an­fäl­lig­keit in ihren Punk­teer­mitt­lungs­pro­zess ein­zu­bau­en, bis­lang noch gar kei­ne rich­ti­ge Post Euro­vi­si­on Depres­si­on ein­stel­len woll­te, ver­öf­fent­lich­ten ges­tern gleich zwei der in Tel Aviv teil­neh­men­den dies­jäh­ri­gen Acts neue Songs, wohl auch um musi­ka­lisch erst gar kei­ne Ent­zugs­er­schei­nun­gen auf­tre­ten zu las­sen. Inter­es­san­ter­wei­se ver­bin­det bei­de Lie­der eine Art wohl­tu­en­der trot­zi­ger quee­rer Stolz. Der offen schwu­le fran­zö­si­sche Ver­tre­ter Bil­al Hassa­ni zeigt in ‘Jaloux’ (‘Eifer­süch­tig’) sei­nen Hatern den meta­pho­ri­schen Mit­tel­fin­ger: er zitiert in den Stro­phen aus den zahl­rei­chen hass­erfüll­ten Kom­men­ta­ren, die sei­ne bis­he­ri­ge Kar­rie­re inklu­si­ve der Grand-Prix-Teil­nah­me beglei­te­ten und in denen ihm unter ande­rem der Tod gewünscht wird, und setzt ihnen im Refrain ent­ge­gen, dass ihre auf purem Neid hin­sicht­lich sei­nes Erfolgs basie­ren­den, ver­let­zen­den Wor­te ihm nichts anha­ben kön­nen. “Ich wer­de mei­nen Kopf nie­mals beu­gen,” singt der jun­ge, para­dies­vo­gel­haf­te You­tube-Star. Das ist genau die rich­ti­ge Ein­stel­lung! Und es kann nie­mals zu vie­le sol­cher Ermu­ti­gungs­lie­der geben.

Die Leu­te mögen dich nicht, weil du gut bist, son­dern weil du eine Perü­cke trägst und schwul bist”. Dass alle drei Adjek­ti­ve auf Bil­al zutref­fen, stell­te er in Tel Aviv unter Beweis.

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Fina­le 2019: ESC is a losing Game

Da hat­te die EBU in die­sem Jahr eigens erneut das Aus­zäh­lungs­ver­fah­ren geän­dert, um die Sache span­nen­der zu gestal­ten. Und doch trat die lang­wei­ligs­te aller mög­li­cher Optio­nen ein: wie bereits seit Mona­ten von allen Wett­bü­ros eisern vor­her­ge­sagt, gewann heu­te Nacht der Nie­der­län­der Dun­can Lau­rence den Euro­vi­si­on Song Con­test 2019. Der 24jährige Musi­ker ver­ein­te die in die­sem Jahr augen­schein­lich wich­tigs­ten Eigen­schaf­ten für eine erfolg­rei­che Grand-Prix-Teil­nah­me: er ist männ­lich, voll­bär­tig, gut­aus­se­hend und er jaul­te wei­te Tei­le sei­ner gefühl­vol­len Kla­vier­bal­la­de ‘Arca­de’ in Fal­sett­stim­me. Sein Lied han­delt dem rei­nen Text nach von einer unglück­li­chen Bezie­hung, die der Prot­ago­nist nicht been­den kann, weil er süch­tig nach ihr ist; nach der Aus­sa­ge des Inter­pre­ten jedoch betraue­re er den Ver­lust einer gelieb­ten Per­son. Eben­so zwie­späl­tig wie die Lyrics gestal­te­te sich auch Dun­cans Sieg, der mich genau­so rat­los und unbe­frie­digt zurück­lässt wie zuletzt der von Ell & Nik­ki in Düs­sel­dorf und der streng­ge­nom­men auch gar kei­ner war: sowohl beim Publi­kum als auch bei den Jurys lag in der Abstim­mung jeweils ein ande­rer Act vor­ne, der apar­te Hol­län­der gewann ein­zig auf­grund der mas­si­ven Unei­nig­keit der “pro­fes­sio­nel­len” Voter mit den Zuschauer/innen und konn­te sich als jeweils Dritt- bzw. Zweit­plat­zier­ter kumu­liert einen aus­ge­spro­chen schä­bi­gen Gesamt­sieg erschlei­chen.

Dun­can bei der Sie­ger­re­pri­se, die gleich viel bes­ser wirk­te als sei­ne Wett­be­werbsper­for­mance, wo er ver­krampft wie ein ver­bo­ge­ner Klei­der­ha­ken hin­ter dem Pia­no saß.

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Rank & File 2019: Platz 4 – Roi

Wie bereits erwähnt, ent­stand die­ses Ran­king bewusst schon vor etli­chen Wochen, als die Vor­ent­schei­dungs­sai­son gera­de erst vor­über war, um so viel wie mög­lich von der Fri­sche des ers­ten Ein­drucks ein­zu­fan­gen. Mitt­ler­wei­le hät­te er ein biss­chen Federn gelas­sen, mein

Platz 4: Frank­reich – Bil­al Hassa­ni: Roy (König)

Denn dass der blut­jun­ge, gen­der­flui­de und quee­re Fran­zo­se nicht zu den aller­stärks­ten Sän­gern der Gran­de Nati­on zählt und sei­ne spie­le­ri­sche Selbst­be­haup­tungs­hym­ne kom­po­si­to­risch nicht unbe­dingt das am stärks­ten glit­zern­de Juwel des aktu­el­len Jahr­gangs dar­stellt, dar­über herrsch­te wohl bereits nach sei­ner durch das von sei­nen You­tube- und Ins­ta-Fol­lo­wer/in­nen geka­per­te Tele­vo­ting beim fran­zö­si­schen Vor­ent­scheid Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on her­bei­ge­führ­ten Akkla­ma­ti­on ziem­li­che Einig­keit, auch hier beim Haus­her­ren. Doch zu prä­sent zeig­te sich da noch der Ein­fluss sei­ner Hin­ter­grund­ge­schich­te: bekannt­ge­wor­den durch die Cas­ting­show The Voice Kids, wo er bra­vou­rös den Sie­ger­song ‘Rise like a Phoe­nix’ sei­nes Idols Con­chi­ta Wurst cover­te, seit sei­nem Com­ing-Out im Jah­re 2017, aber erst recht nach sei­nem Sieg im Vor­ent­scheid schlim­mer­wei­se ver­folgt von Hass und Todes­dro­hun­gen (nicht nur) in den sozia­len Netz­wer­ken, weck­te er in mir umge­hend sämt­li­che Soli­da­ri­täts- und Beschüt­zer­in­stink­te, die mich sei­nen Bei­trag gewis­ser­ma­ßen auto­ma­tisch gut fin­den las­sen muss­ten. Und Sym­pa­thi­en wecken er und sein Lied bei mir nach wie vor, auch wenn ich ihn nach heu­ti­gem, etwas objek­ti­ve­ren Stand viel­leicht mit Tama­ra Todevs­ka den Platz im Ran­king tau­schen las­sen wür­de.

Erhebt sich über sei­ne Unter­drü­cker: mein Herz schlägt nach wie vor für Bil­al und sei­ne Mes­sa­ge.

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Bil­al Hassa­ni geht gegen homo­pho­be Het­zer vor

Wir wer­den die­sen Huren­sohn töten,” so ist es in einem von zahl­lo­sen hass­erfüll­ten Online-Kom­men­ta­ren zu lesen, die sich der­zeit über den ver­gan­ge­nen Sams­tag vom fran­zö­si­schen Publi­kum zum Euro­vi­si­ons­re­prä­sen­tan­ten der Gran­de Nati­on in Tel Aviv gewähl­ten 19jährigen Bil­al Hassa­ni ergie­ßen. Der andro­gy­ne Sän­ger ist schon län­ger ein Ziel von Angrif­fen und Todes­dro­hun­gen, ins­be­son­de­re, seit er sich 2017 öffent­lich als schwul oute­te. Sei­ne Teil­nah­me an der Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on fach­te die Wel­le der Schmä­hun­gen und Belei­di­gun­gen nun noch ein­mal an: allei­ne bis letz­ten Don­ners­tag, also noch vor dem Vor­ent­schei­dungs-Fina­le, zähl­ten die bei­den Orga­ni­sa­tio­nen SOS Homo­pho­bie und Urgence Homo­pho­bie, mit denen Bil­al zusam­men­ar­bei­tet, mehr als 1.500 sol­cher Ein­trä­ge, von denen 213 zur Anzei­ge gebracht wur­den, wie queer.de heu­te berich­tet. Mit der Akti­on wol­le man Auf­merk­sam­keit für das Pro­blem der immer stär­ke­ren ver­ba­len Ent­hem­mung im Netz schaf­fen, die mit den Boden für die, wie fran­zö­si­sche LGTBQI*-Organisationen fest­stell­ten, stei­gen­de Anzahl rea­ler Hass­ver­bre­chen berei­tet, und die Täter Kon­se­quen­zen spü­ren las­sen. “Men­schen, die glau­ben, dass sie an ihrem Com­pu­ter durch die Anony­mi­tät geschützt sind, soll­ten sich Sor­gen machen,” kom­men­tier­te Hassa­nis Anwalt. Die fran­zö­si­sche Regie­rung star­te­te unter­des­sen eine Kam­pa­gne an den Schu­len des Lan­des, um der stei­gen­den Homo- und Trans­feind­lich­keit etwas ent­ge­gen­zu­set­zen.

Der König wehrt sich gegen Hass und Gewalt­dro­hun­gen: bra­vo, Hassa­ni!

Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on 2019: Frank­reich krönt Bil­al Hassa­ni zu sei­nem König

Der feuch­te Traum eines jeden Gut­men­schen”, so stand es in die­sem Blog vor vier­zehn Tagen über Bil­al Hassa­ni zu lesen, als die­ser das ers­te Semi­fi­na­le des fran­zö­si­schen Vor­ent­scheids Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on 2019 gewann: “die LGBTI*-Iko­ne ist jung, mul­ti­kul­tu­rell, gen­der­flu­id und kämpft mit selbst­be­wuss­tem Trotz und künst­le­ri­schem Kön­nen gegen alle Anfein­dun­gen”. Vor allem aber ver­fügt der 19jährige You­tube-Star mit den fran­ko-marok­ka­ni­schen Wur­zeln augen­schein­lich über eine sehr gro­ße, anruf­freu­di­ge Fan-Gemein­de: mehr als ein Drit­tel aller SMS- und Tele­fon­stim­men ent­fie­len im gest­ri­gen Fina­le der Desti­na­ti­on an sei­nen von ihm und den letzt­jäh­ri­gen fran­zö­si­schen Ver­tre­tern Madame Mon­sieur gemein­sam ver­fass­ten Titel ‘Roi’. Damit gelang es Bil­al spie­lend, die Schmach aus der Wer­tung der zehn inter­na­tio­na­len Juro­ren (dar­un­ter der deut­sche Head of Dele­ga­ti­on, Chris­toph Pel­lan­der) aus­zu­wet­zen, die ihn auf den fünf­ten Platz ver­bannt hat­ten. Mög­li­cher­wei­se auch, weil er ges­tern deut­lich hei­se­rer und auf­ge­reg­ter klang als noch im Semi und auch den ent­schei­den­den lan­gen hohen Ton im letz­ten Refrain ein biss­chen ver­sem­mel­te. Doch die Fans, die ihn zum Gesamt­sieg push­ten, schien das nicht zu stö­ren: sie hiel­ten zu ihrem Idol und sei­ner Mes­sa­ge.

Ist es eine Kro­ne? Ist es ein Hei­li­gen­schein? Ist es ein Hirsch­ge­weih? Jeden­falls braucht jeder ESC-Fan, der auf sich hält, ab sofort eben­falls zwei Freun­de als Flan­ken­schutz und Hand­kro­nen­fal­ter. 

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Inter­pre­ten­kür 2019: Es trollt so hart im Euro­land

Hut ab: nie­mand trollt die Euro­vi­si­ons­ge­mein­de so geni­al wie San Mari­no! Ließ sich der chro­nisch klam­me Sen­der des Minia­tur­staa­tes letz­tes Jahr noch von der ehe­ma­li­gen öster­rei­chi­schen ESC-Teil­neh­me­rin Zoë Straub eine crowd­fun­ding-finan­zier­te öffent­li­che Vor­ent­schei­dung andre­hen, bei der gewann, wer am meis­ten Geld sam­mel­te, posaun­te SMRTV an Sil­ves­ter 2018 groß­spu­rig in die Land­schaft, man arbei­te der­zeit hin­ter ver­schlos­se­nen Türen “mit einem wun­der­ba­ren inter­na­tio­na­len Künst­ler” an einem Bei­trag für Tel Aviv. Und wäh­rend sich die Fan-Bub­ble in den wil­des­ten Spe­ku­la­tio­nen über mög­li­che Welt­stars erging, brach­te sich der wegen ras­sis­ti­scher Äuße­run­gen im Som­mer 2018 aus dem bri­ti­schen Big-Bro­ther-Haus gewor­fe­ne, Schön­heits-OP- und auf­merk­sam­keits­süch­ti­ge, gebür­ti­ge Bra­si­lia­ner Rodri­go Alves, auch bekannt als hoch­gra­dig tra­gi­sche “mensch­li­che Ken-Pup­pe”, selbst ins Gespräch, was man in San Mari­no genüss­lich weder bestä­tig­te noch demen­tier­te. Genau­so wenig wie die Behaup­tung der rus­si­schen Sän­ge­rin Darya­na Krai­eva, sie sei die Aus­er­wähl­te. Ges­tern nun ließ man die Kat­ze aus dem Sack. Und sie­he da: bei dem geheim­nis­um­wo­be­nen “inter­na­tio­na­len Künst­ler” han­delt es sich um einen im Wort­sin­ne alten Bekann­ten! Näm­lich um die tür­ki­sche TV-Per­sön­lich­keit Ser­hat Hacıpaşalıoğlu, der bereits 2016 die Winz-Repu­blik ver­trat. Zu Hil­fe: ich kann seit ges­tern nicht auf­hö­ren, zu lachen.

I want to pee insi­de your Mind”: Ser­hat will es noch­mal wis­sen!

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Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on 2019: il pleut d’Anemones

Pro­test­le­rin bei D.E. © Fran­ce 2

Sie fiel qua­li­ta­tiv ein klei­nes biss­chen ab gegen­über dem her­vor­ra­gen­den ers­ten Semi­fi­na­le ver­gan­ge­ne Woche: die ges­tern Abend live aus­ge­strahl­te zwei­te Vor­run­de der Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on 2019, des fran­zö­si­schen Vor­ent­schei­dungs­ver­fah­rens. Davon mal abge­se­hen gli­chen sich die bei­den Aben­de wie ein Ei dem ande­ren: erneut tra­ten neun ziem­lich gute Songs gegen­ein­an­der an, erneut gab es einen über­ra­gen­den Jury­fa­vo­ri­ten, erneut stimm­ten die fünf inter­na­tio­na­len Juror/innen (dies­mal aus Arme­ni­en, Geor­gi­en, Schwe­den, Tsche­chi­en und Öster­reich) nur sehr bedingt mit den im Stu­dio anwe­sen­den fran­zö­si­schen “Fach­leu­ten” und mit dem gal­li­schen Publi­kum über­ein und erneut lie­ßen die stimm­li­chen Leis­tun­gen bei eini­gen der Acts zu wün­schen übrig. Einen Eklat gab es aller­dings zu Beginn der Show, als direkt im Anschluss an den Auf­tritt der als Gast­star ein­ge­la­de­nen Vor­jah­res­sie­ge­rin Net­ta Bar­zi­lai eine Anti­se­mi­tin die Büh­ne stürm­te und ein Schild mit der Auf­schrift “Nein zur Euro­vi­si­on in Isra­el” in die Kame­ra hielt. Das dürf­te heu­er noch ein unru­hi­ger Euro­vi­si­ons­jahr­gang wer­den!

Wenn das Geräusch des ein­strö­men­den Büh­nen­ne­bels Dei­nen Gesang über­tönt, hast du ein Pro­blem: Noé­mi.

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Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on 2019: der König ist tot, es lebe der König!

Mit hohen Erwar­tun­gen ging es in den gest­ri­gen Abend, ins ers­te Semi­fi­na­le der Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on, denn der ver­ant­wort­li­che Sen­der Fran­ce 2 hat­te im ver­gan­ge­nen Jahr gut vor­ge­legt und die unbe­streit­bar bes­te natio­na­le Vor­ent­schei­dung der Sai­son abge­lie­fert. Und wir wur­den nicht ent­täuscht! Neun Acts prä­sen­tier­ten jeweils zunächst eine Cover­ver­si­on zur Ein­stim­mung und dann ihren Wett­be­werbs­bei­trag, und selbst die fünf nach der Abstim­mung von diver­sen Län­der­ju­rys aus Isra­el, Arme­ni­en, Groß­bri­tan­ni­en, Por­tu­gal und Ser­bi­en sowie dem Ergeb­nis des Tele­vo­tings aus­ge­schie­de­nen Songs konn­ten durch die Bank musi­ka­lisch über­zeu­gen. So wie bei­spiels­wei­se die mit viel Lei­den­schaft und star­ker Stim­me vor­ge­tra­ge­ne Kla­vier­bal­la­de ‘Le Bra­sier’, die ein wenig unter der aus­ge­spro­chen sta­ti­schen Dar­bie­tung des etwas min­der­cha­ris­ma­ti­schen Inter­pre­ten Nae­s­tro litt und die Rote Later­ne mit nach Hau­se neh­men muss­te. Völ­lig unge­recht­fer­tig­ter Wei­se übri­gens, selbst wenn man in Rech­nung stellt, dass der durch sei­ne Mit­tä­ter­schaft an der fran­zö­si­schen Ver­si­on des Som­mer­hit-Phä­no­mens ‘Bel­la Ciao’ bekann­te Bar­de es mit der Wahl eines Ed-Sheeran-Titels als Cover-Song gera­de­zu her­aus­for­der­te.

Ist der Künst­ler­na­me ein Por­teman­teu aus “No” und “Maes­tro”?

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Brehms Tier­le­ben

Slo­gan ESC 2019 © EBU

Ech­te Euro­vi­si­ons­fans befin­den sich – getreu des Mot­tos: nach dem ESC ist vor dem ESC – bereits seit ver­gan­ge­nem Mai gedank­lich im Jahr 2019. Seit heu­te stimmt dann auch der offi­zi­el­le Kalen­der wie­der mit dem Emp­fin­den über­ein. Höchs­te Zeit also für einen Über­blick über die Gescheh­nis­se in den 42 in Tel Aviv teil­neh­men­den Natio­nen, die mir in den letz­ten Wochen durch­ge­rutscht sind. Dabei scheint, dass das gackern­de Huhn vom letz­ten Jahr so manch ande­res lus­ti­ges Getier inspi­rier­te: dabei sind unter ande­rem sin­gen­de Kat­zen und iro­ni­sche Hyä­nen.  Den Auf­takt aber macht eine hal­be Göt­tin. Sagt sie zumin­dest von sich selbst. Sie, das ist die ehe­ma­li­ge X-Fac­tor-Zwei­te Srbuhi Sargsi­an, bes­ser bekannt unter ihrem Künst­le­rin­nen­na­men Srbuk. Die 24jährige wur­de von ArmTV als Euro­vi­si­ons­re­prä­sen­tan­tin nomi­niert. Nun sucht der arme­ni­sche Sen­der noch ein pas­sen­des Lied, bis zum 10. Janu­ar nimmt man in Jere­wan noch Kom­po­si­tio­nen ent­ge­gen. Dabei hät­te die 24jährige mit ihrer erst im Novem­ber 2018 ver­öf­fent­li­chen Sin­gle ‘Half a Godess’ doch sogar einen wett­be­werbs­fä­hi­gen Titel am Start. Die Ent­schei­dung über den Bei­trag soll eben­falls intern fal­len.

Halb­göt­tin Srbuk mit ihrer aktu­el­len Sin­gle (Reper­toire­bei­spiel).

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Madame Mon­sieur sam­meln für die klei­ne Mer­cy

Die klei­ne Mer­cy

Mit ihrem wun­der­schö­nen, herz­er­wär­men­den Lied über das an Bord eines See­not­ret­tungs­schif­fes auf dem Mit­tel­meer gebo­re­ne Flücht­lings­mäd­chen ‘Mer­cy’ gewann das fran­zö­si­sche Sin­ger-Song­wri­ter-Pär­chen Émi­lie Satt und Jean-Karl Lucas ali­as Madame Mon­sieur im Janu­ar die­sen Jah­res den fran­zö­si­schen Vor­ent­scheid Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on und fuhr zum Wett­sin­gen nach Lis­sa­bon. Das Mäd­chen gibt es wirk­lich, es kam im März 2017 an Bord der SOS Medi­ter­ra­né zur Welt und muss­te mit sei­ner Mut­ter Tai­wo Yus­sif bis vor weni­gen Wochen im größ­ten, hoff­nungs­los über­füll­ten Flücht­lings­la­ger Euro­pas in Sizi­li­en aus­har­ren. “Mein Baby lei­det in die­sem Camp,” zitiert Wiwi­bloggs die Mut­ter aus einem zurück­lie­gen­den Inter­view, “wir sind hier schon viel zu lan­ge”. Dank der ehren­amt­li­cher Hel­fer konn­ten bei­de nun in einer kirch­li­chen Ein­rich­tung unter­kom­men, wo Tai­wo ita­lie­nisch lernt, Mer­cy eine ört­lich Kin­der­krip­pe besucht und es nun so etwas wie einen Fun­ken Hoff­nung für die Zukunft der Bei­den gibt. “Tai­wo hat einen simp­len Traum: ihrer Toch­ter zu einem guten Leben zu ver­hel­fen, sie zur Schu­le gehen las­sen zu kön­nen, und selbst einen Job zu fin­den,” erzäh­len Satt und Lucas, die im Kon­takt mit der Hel­din ihres Songs ste­hen und nun Spen­den für Mer­cy und das Casa del­le Cul­tu­re sam­meln. Mehr als 2.500 € sind in den letz­ten 14 Tagen schon zusam­men­ge­kom­men.

Mon­sieur und Madame sin­gen der klei­nen Mer­cy ihr Lied ins Ohr. Wem hier nicht vor Rüh­rung das Herz zer­fließt, der hat keins.

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