Bil­al Hassa­ni geht gegen homo­pho­be Het­zer vor

Wir wer­den die­sen Huren­sohn töten,” so ist es in einem von zahl­lo­sen hass­erfüll­ten Online-Kom­men­ta­ren zu lesen, die sich der­zeit über den ver­gan­ge­nen Sams­tag vom fran­zö­si­schen Publi­kum zum Euro­vi­si­ons­re­prä­sen­tan­ten der Gran­de Nati­on in Tel Aviv gewähl­ten 19jährigen Bil­al Hassa­ni ergie­ßen. Der andro­gy­ne Sän­ger ist schon län­ger ein Ziel von Angrif­fen und Todes­dro­hun­gen, ins­be­son­de­re, seit er sich 2017 öffent­lich als schwul oute­te. Sei­ne Teil­nah­me an der Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on fach­te die Wel­le der Schmä­hun­gen und Belei­di­gun­gen nun noch ein­mal an: allei­ne bis letz­ten Don­ners­tag, also noch vor dem Vor­ent­schei­dungs-Fina­le, zähl­ten die bei­den Orga­ni­sa­tio­nen SOS Homo­pho­bie und Urgence Homo­pho­bie, mit denen Bil­al zusam­men­ar­bei­tet, mehr als 1.500 sol­cher Ein­trä­ge, von denen 213 zur Anzei­ge gebracht wur­den, wie queer.de heu­te berich­tet. Mit der Akti­on wol­le man Auf­merk­sam­keit für das Pro­blem der immer stär­ke­ren ver­ba­len Ent­hem­mung im Netz schaf­fen, die mit den Boden für die, wie fran­zö­si­sche LGTBQI*-Organisationen fest­stell­ten, stei­gen­de Anzahl rea­ler Hass­ver­bre­chen berei­tet, und die Täter Kon­se­quen­zen spü­ren las­sen. “Men­schen, die glau­ben, dass sie an ihrem Com­pu­ter durch die Anony­mi­tät geschützt sind, soll­ten sich Sor­gen machen,” kom­men­tier­te Hassa­nis Anwalt. Die fran­zö­si­sche Regie­rung star­te­te unter­des­sen eine Kam­pa­gne an den Schu­len des Lan­des, um der stei­gen­den Homo- und Trans­feind­lich­keit etwas ent­ge­gen­zu­set­zen.

Der König wehrt sich gegen Hass und Gewalt­dro­hun­gen: bra­vo, Hassa­ni!

Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on 2019: Frank­reich krönt Bil­al Hassa­ni zu sei­nem König

Der feuch­te Traum eines jeden Gut­men­schen”, so stand es in die­sem Blog vor vier­zehn Tagen über Bil­al Hassa­ni zu lesen, als die­ser das ers­te Semi­fi­na­le des fran­zö­si­schen Vor­ent­scheids Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on 2019 gewann: “die LGBTI*-Iko­ne ist jung, mul­ti­kul­tu­rell, gen­der­flu­id und kämpft mit selbst­be­wuss­tem Trotz und künst­le­ri­schem Kön­nen gegen alle Anfein­dun­gen”. Vor allem aber ver­fügt der 19jährige You­tube-Star mit den fran­ko-marok­ka­ni­schen Wur­zeln augen­schein­lich über eine sehr gro­ße, anruf­freu­di­ge Fan-Gemein­de: mehr als ein Drit­tel aller SMS- und Tele­fon­stim­men ent­fie­len im gest­ri­gen Fina­le der Desti­na­ti­on an sei­nen von ihm und den letzt­jäh­ri­gen fran­zö­si­schen Ver­tre­tern Madame Mon­sieur gemein­sam ver­fass­ten Titel ‘Roi’. Damit gelang es Bil­al spie­lend, die Schmach aus der Wer­tung der zehn inter­na­tio­na­len Juro­ren (dar­un­ter der deut­sche Head of Dele­ga­ti­on, Chris­toph Pel­lan­der) aus­zu­wet­zen, die ihn auf den fünf­ten Platz ver­bannt hat­ten. Mög­li­cher­wei­se auch, weil er ges­tern deut­lich hei­se­rer und auf­ge­reg­ter klang als noch im Semi und auch den ent­schei­den­den lan­gen hohen Ton im letz­ten Refrain ein biss­chen ver­sem­mel­te. Doch die Fans, die ihn zum Gesamt­sieg push­ten, schien das nicht zu stö­ren: sie hiel­ten zu ihrem Idol und sei­ner Mes­sa­ge.

Ist es eine Kro­ne? Ist es ein Hei­li­gen­schein? Ist es ein Hirsch­ge­weih? Jeden­falls braucht jeder ESC-Fan, der auf sich hält, ab sofort eben­falls zwei Freun­de als Flan­ken­schutz und Hand­kro­nen­fal­ter. 

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Inter­pre­ten­kür 2019: Es trollt so hart im Euro­land

Hut ab: nie­mand trollt die Euro­vi­si­ons­ge­mein­de so geni­al wie San Mari­no! Ließ sich der chro­nisch klam­me Sen­der des Minia­tur­staa­tes letz­tes Jahr noch von der ehe­ma­li­gen öster­rei­chi­schen ESC-Teil­neh­me­rin Zoë Straub eine crowd­fun­ding-finan­zier­te öffent­li­che Vor­ent­schei­dung andre­hen, bei der gewann, wer am meis­ten Geld sam­mel­te, posaun­te SMRTV an Sil­ves­ter 2018 groß­spu­rig in die Land­schaft, man arbei­te der­zeit hin­ter ver­schlos­se­nen Türen “mit einem wun­der­ba­ren inter­na­tio­na­len Künst­ler” an einem Bei­trag für Tel Aviv. Und wäh­rend sich die Fan-Bub­ble in den wil­des­ten Spe­ku­la­tio­nen über mög­li­che Welt­stars erging, brach­te sich der wegen ras­sis­ti­scher Äuße­run­gen im Som­mer 2018 aus dem bri­ti­schen Big-Bro­ther-Haus gewor­fe­ne, Schön­heits-OP- und auf­merk­sam­keits­süch­ti­ge, gebür­ti­ge Bra­si­lia­ner Rodri­go Alves, auch bekannt als hoch­gra­dig tra­gi­sche “mensch­li­che Ken-Pup­pe”, selbst ins Gespräch, was man in San Mari­no genüss­lich weder bestä­tig­te noch demen­tier­te. Genau­so wenig wie die Behaup­tung der rus­si­schen Sän­ge­rin Darya­na Krai­eva, sie sei die Aus­er­wähl­te. Ges­tern nun ließ man die Kat­ze aus dem Sack. Und sie­he da: bei dem geheim­nis­um­wo­be­nen “inter­na­tio­na­len Künst­ler” han­delt es sich um einen im Wort­sin­ne alten Bekann­ten! Näm­lich um die tür­ki­sche TV-Per­sön­lich­keit Ser­hat Hacıpaşalıoğlu, der bereits 2016 die Winz-Repu­blik ver­trat. Zu Hil­fe: ich kann seit ges­tern nicht auf­hö­ren, zu lachen.

I want to pee insi­de your Mind”: Ser­hat will es noch­mal wis­sen!

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Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on 2019: il pleut d’Anemones

Pro­test­le­rin bei D.E. © Fran­ce 2

Sie fiel qua­li­ta­tiv ein klei­nes biss­chen ab gegen­über dem her­vor­ra­gen­den ers­ten Semi­fi­na­le ver­gan­ge­ne Woche: die ges­tern Abend live aus­ge­strahl­te zwei­te Vor­run­de der Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on 2019, des fran­zö­si­schen Vor­ent­schei­dungs­ver­fah­rens. Davon mal abge­se­hen gli­chen sich die bei­den Aben­de wie ein Ei dem ande­ren: erneut tra­ten neun ziem­lich gute Songs gegen­ein­an­der an, erneut gab es einen über­ra­gen­den Jury­fa­vo­ri­ten, erneut stimm­ten die fünf inter­na­tio­na­len Juror/innen (dies­mal aus Arme­ni­en, Geor­gi­en, Schwe­den, Tsche­chi­en und Öster­reich) nur sehr bedingt mit den im Stu­dio anwe­sen­den fran­zö­si­schen “Fach­leu­ten” und mit dem gal­li­schen Publi­kum über­ein und erneut lie­ßen die stimm­li­chen Leis­tun­gen bei eini­gen der Acts zu wün­schen übrig. Einen Eklat gab es aller­dings zu Beginn der Show, als direkt im Anschluss an den Auf­tritt der als Gast­star ein­ge­la­de­nen Vor­jah­res­sie­ge­rin Net­ta Bar­zi­lai eine Anti­se­mi­tin die Büh­ne stürm­te und ein Schild mit der Auf­schrift “Nein zur Euro­vi­si­on in Isra­el” in die Kame­ra hielt. Das dürf­te heu­er noch ein unru­hi­ger Euro­vi­si­ons­jahr­gang wer­den!

Wenn das Geräusch des ein­strö­men­den Büh­nen­ne­bels Dei­nen Gesang über­tönt, hast du ein Pro­blem: Noé­mi.

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Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on 2019: der König ist tot, es lebe der König!

Mit hohen Erwar­tun­gen ging es in den gest­ri­gen Abend, ins ers­te Semi­fi­na­le der Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on, denn der ver­ant­wort­li­che Sen­der Fran­ce 2 hat­te im ver­gan­ge­nen Jahr gut vor­ge­legt und die unbe­streit­bar bes­te natio­na­le Vor­ent­schei­dung der Sai­son abge­lie­fert. Und wir wur­den nicht ent­täuscht! Neun Acts prä­sen­tier­ten jeweils zunächst eine Cover­ver­si­on zur Ein­stim­mung und dann ihren Wett­be­werbs­bei­trag, und selbst die fünf nach der Abstim­mung von diver­sen Län­der­ju­rys aus Isra­el, Arme­ni­en, Groß­bri­tan­ni­en, Por­tu­gal und Ser­bi­en sowie dem Ergeb­nis des Tele­vo­tings aus­ge­schie­de­nen Songs konn­ten durch die Bank musi­ka­lisch über­zeu­gen. So wie bei­spiels­wei­se die mit viel Lei­den­schaft und star­ker Stim­me vor­ge­tra­ge­ne Kla­vier­bal­la­de ‘Le Bra­sier’, die ein wenig unter der aus­ge­spro­chen sta­ti­schen Dar­bie­tung des etwas min­der­cha­ris­ma­ti­schen Inter­pre­ten Nae­s­tro litt und die Rote Later­ne mit nach Hau­se neh­men muss­te. Völ­lig unge­recht­fer­tig­ter Wei­se übri­gens, selbst wenn man in Rech­nung stellt, dass der durch sei­ne Mit­tä­ter­schaft an der fran­zö­si­schen Ver­si­on des Som­mer­hit-Phä­no­mens ‘Bel­la Ciao’ bekann­te Bar­de es mit der Wahl eines Ed-Sheeran-Titels als Cover-Song gera­de­zu her­aus­for­der­te.

Ist der Künst­ler­na­me ein Por­teman­teu aus “No” und “Maes­tro”?

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Brehms Tier­le­ben

Slo­gan ESC 2019 © EBU

Ech­te Euro­vi­si­ons­fans befin­den sich – getreu des Mot­tos: nach dem ESC ist vor dem ESC – bereits seit ver­gan­ge­nem Mai gedank­lich im Jahr 2019. Seit heu­te stimmt dann auch der offi­zi­el­le Kalen­der wie­der mit dem Emp­fin­den über­ein. Höchs­te Zeit also für einen Über­blick über die Gescheh­nis­se in den 42 in Tel Aviv teil­neh­men­den Natio­nen, die mir in den letz­ten Wochen durch­ge­rutscht sind. Dabei scheint, dass das gackern­de Huhn vom letz­ten Jahr so manch ande­res lus­ti­ges Getier inspi­rier­te: dabei sind unter ande­rem sin­gen­de Kat­zen und iro­ni­sche Hyä­nen.  Den Auf­takt aber macht eine hal­be Göt­tin. Sagt sie zumin­dest von sich selbst. Sie, das ist die ehe­ma­li­ge X-Fac­tor-Zwei­te Srbuhi Sargsi­an, bes­ser bekannt unter ihrem Künst­le­rin­nen­na­men Srbuk. Die 24jährige wur­de von ArmTV als Euro­vi­si­ons­re­prä­sen­tan­tin nomi­niert. Nun sucht der arme­ni­sche Sen­der noch ein pas­sen­des Lied, bis zum 10. Janu­ar nimmt man in Jere­wan noch Kom­po­si­tio­nen ent­ge­gen. Dabei hät­te die 24jährige mit ihrer erst im Novem­ber 2018 ver­öf­fent­li­chen Sin­gle ‘Half a Godess’ doch sogar einen wett­be­werbs­fä­hi­gen Titel am Start. Die Ent­schei­dung über den Bei­trag soll eben­falls intern fal­len.

Halb­göt­tin Srbuk mit ihrer aktu­el­len Sin­gle (Reper­toire­bei­spiel).

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Madame Mon­sieur sam­meln für die klei­ne Mer­cy

Die klei­ne Mer­cy

Mit ihrem wun­der­schö­nen, herz­er­wär­men­den Lied über das an Bord eines See­not­ret­tungs­schif­fes auf dem Mit­tel­meer gebo­re­ne Flücht­lings­mäd­chen ‘Mer­cy’ gewann das fran­zö­si­sche Sin­ger-Song­wri­ter-Pär­chen Émi­lie Satt und Jean-Karl Lucas ali­as Madame Mon­sieur im Janu­ar die­sen Jah­res den fran­zö­si­schen Vor­ent­scheid Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on und fuhr zum Wett­sin­gen nach Lis­sa­bon. Das Mäd­chen gibt es wirk­lich, es kam im März 2017 an Bord der SOS Medi­ter­ra­né zur Welt und muss­te mit sei­ner Mut­ter Tai­wo Yus­sif bis vor weni­gen Wochen im größ­ten, hoff­nungs­los über­füll­ten Flücht­lings­la­ger Euro­pas in Sizi­li­en aus­har­ren. “Mein Baby lei­det in die­sem Camp,” zitiert Wiwi­bloggs die Mut­ter aus einem zurück­lie­gen­den Inter­view, “wir sind hier schon viel zu lan­ge”. Dank der ehren­amt­li­cher Hel­fer konn­ten bei­de nun in einer kirch­li­chen Ein­rich­tung unter­kom­men, wo Tai­wo ita­lie­nisch lernt, Mer­cy eine ört­lich Kin­der­krip­pe besucht und es nun so etwas wie einen Fun­ken Hoff­nung für die Zukunft der Bei­den gibt. “Tai­wo hat einen simp­len Traum: ihrer Toch­ter zu einem guten Leben zu ver­hel­fen, sie zur Schu­le gehen las­sen zu kön­nen, und selbst einen Job zu fin­den,” erzäh­len Satt und Lucas, die im Kon­takt mit der Hel­din ihres Songs ste­hen und nun Spen­den für Mer­cy und das Casa del­le Cul­tu­re sam­meln. Mehr als 2.500 € sind in den letz­ten 14 Tagen schon zusam­men­ge­kom­men.

Mon­sieur und Madame sin­gen der klei­nen Mer­cy ihr Lied ins Ohr. Wem hier nicht vor Rüh­rung das Herz zer­fließt, der hat keins.

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Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheim­ver­trag mit dem Kar­ma? Oder wie schafft Isra­el es sonst, sei­ne Euro­vi­si­ons­sie­ge mit einer der­ar­ti­gen mathe­ma­ti­schen Prä­zi­si­on in Abstän­den von jeweils exakt 20 Jah­ren über die Grand-Prix-Geschich­te zu ver­tei­len? Und das auch noch mit einem jeweils ziem­lich ähn­li­chen Kon­zept: 1978 schaff­te es Izhar Cohen auf dem Höhe­punkt der Dis­co­wel­le mit einem tanz­ba­ren, von der uni­ver­sa­len Lie­be unter den Men­schen han­deln­den Kin­der­lied namens ‘A Ba Ni Bi’ und einer sen­sa­tio­nel­len Mar­ge-Simp­son-Fri­sur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämp­fe­ri­schen Trans­se­xu­el­len Dana Inter­na­tio­nal mit dem Tanz­flä­chen­fül­ler ‘Diva’ der bis heu­te wich­tigs­te, weil ein unüber­seh­ba­res, die gesell­schaft­li­che Libe­ra­li­tät beflü­geln­des Zei­chen für Tole­ranz und Respekt gegen­über dem Anders­sein set­zen­de Sieg in der Euro­vi­si­ons­his­to­rie. Und nun, wei­te­re 20 Jah­re spä­ter, führt die fan­tas­ti­sche, vor selbst­be­wuss­tem Charme nur so sprü­hen­de Wucht­brum­me Net­ta Bar­zi­lai die­se pro­gres­si­ve Tra­di­ti­on fort und gewinnt mit der unglaub­lich spa­ßi­gen, eben­falls extrem tanz­ba­ren Eman­zi­pa­ti­ons­hym­ne ‘Toy’, einem so unver­krampf­ten wie kraft­vol­len Bei­trag zur aktu­el­len Femi­nis­mus­de­bat­te, die euro­päi­schen Lie­der­wett­spie­le. Wie wun­der­bar!

Sie sei eine “schö­ne Krea­tur”, behaup­tet die hier vor ihren gol­de­nen “Bären” (Peter Urban) zu sehen­de Net­ta in ihrem Song über sich selbst. Völ­lig zu Recht. Und ein Vor­bild dazu (IL).

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Micha­el Schul­te auf LSD: der sechs­te Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Eine Wun­der­tü­te an Pro­ben brach­te der heu­ti­ge Tag in Lis­sa­bon, mit Star­tern aus allen drei Shows auf der Büh­ne der Alti­ce-Are­na. Über die­je­ni­gen des Vor­mit­tag kön­nen wir schnell hin­weg­sprin­gen, für die Qualifikationsrundenteilnehmer/innen von Arme­ni­en (sym­pa­thi­scher­wei­se unaus­ge­schla­fen, aber immer noch der schöns­te Bart 2018) bis Däne­mark war das schließ­lich bereits der zwei­te Durch­lauf, und all zu viel Nen­nens­wer­tes änder­te sich nicht. Die Ser­ben (zweit­schöns­ter Bart) haben ihre Lakritz­schnü­re wohl auf­ge­fut­tert, die bei­den für San Mari­no star­ten­den Ladys war­fen sich heu­te immer­hin in – dem Mode­the­ma des Jah­res fol­gend – teils extrem durch­sich­ti­ge Büh­nen­kla­mot­ten. Und bewie­sen Humor, in dem sie den eigent­li­chen Star ihres Auf­trit­tes, dem größ­ten der vier put­zi­gen Spiel­zeug­ro­bo­ter, dies­mal ein Schild mit der Auf­schrift “Jus­ti­ce for Valen­ti­na” hoch­hal­ten lie­ßen. Ich bin mal gespannt, was im TV-Semi auf der Demo­ta­fel steht! Doch was uns alle wirk­lich inter­es­siert, spiel­te sich heu­te Nach­mit­tag ab: da prob­te Micha­el Schul­te zum ers­ten mal in der Hal­le! Und zwar zu mei­ner Über­ra­schung mit einem im Ver­gleich zu Unser Lied für Lis­sa­bon visu­ell deut­lich auf­ge­frisch­ten Sta­ging. Das, soweit man in den Blogs nach­le­sen konn­te, einen span­nen­den Effekt auf Fans und Hater zei­tigt.

Man gewinnt nicht den Ein­druck, dass sich Jes­si­ka wirk­lich über die Unter­stüt­zung von Jeni­fer freut…

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C’est vrai: die klei­ne Mer­cy gibt es wirk­lich!

Die klei­ne Mer­cy, Hel­din des fran­zö­si­schen Euro­vi­si­ons­bei­trags, in den Armen ihrer Mut­ter Tai­wo.

Ges­tern Abend gewann das fran­zö­si­sche Sin­ger-Song­wri­ter-Pär­chen Émi­lie Satt und Jean-Karl Lucas ali­as Madame Mon­sieur bei der Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on dank der Stim­men der hei­mi­schen Televoter/innen das Ticket zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 in Lis­sa­bon. Ihr bewe­gen­des Lied ‘Mer­cy’ erzählt von einem Flücht­lings­mäd­chen, das auf der Über­fahrt übers Mit­tel­meer auf einem Ret­tungs­boot zur Welt kommt. Und es basiert auf einer wah­ren Bege­ben­heit: “Am 21. März 2017 stie­ßen wir auf einen Tweet eines Repor­ters, der sich mit dem von SOS Médi­ter­ra­née gechar­ter­ten Ret­tungs­boot Aqua­ri­us beschäf­tig­te,” so Madame Mon­sieur zur Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Songs. “Er zeig­te das Foto eines klei­nen Mäd­chens namens Mer­cy, das gera­de an Bord zur Welt gekom­men war”. Und tat­säch­lich lässt sich das Ereig­nis im Web­auf­tritt der gemein­nüt­zi­gen Orga­ni­sa­ti­on nach­le­sen: “Heu­te Mor­gen, Diens­tag den 21. März, wur­de ein klei­nes Mäd­chen an Bord der Aqua­ri­us gebo­ren. Mut­ter und Kind sind wohl­auf. Mut­ter Tai­wo aus Nige­ria war am Wochen­en­de in einem mehr als 15-stün­di­gen Ein­satz gemein­sam mit 945 wei­te­ren Flücht­lin­gen vor dem Ertrin­ken geret­tet wor­den. Mit ihnen an Bord befand sich die Aqua­ri­us gera­de auf dem Weg nach Ita­li­en, wo die Geret­te­ten ans Fest­land gebracht wer­den soll­ten, als bei Tai­wo die Wehen ein­setz­ten. Die Geburt der klei­nen Mer­cy ver­lief pro­blem­los. Alex­an­der Moroz, Kapi­tän der Aqua­ri­us, gra­tu­lier­te als einer der Ers­ten und über­gab der Mut­ter die offi­zi­el­le Geburts­ur­kun­de. Es ist bereits das vier­te Kind, das an Bord der Aqua­ri­us gebo­ren wur­de”.

Okay, der Band­na­me Madame Mon­sieur klingt noch immer nach einem schlech­ten Tra­ves­tie-Act, aber das Lied ist soeben noch ergrei­fen­der gewor­den!

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