1. Semi 2019: Strah­lend weiß muss sie sein!

Gleich zwei­fach erfuhr die fabel­haf­te Dana Inter­na­tio­nal, die 1998 beim Euro­vi­si­on Song Con­test in Bir­ming­ham den mit wei­tem Abstand bedeut­sams­ten Sieg in der über sech­zig­jäh­ri­gen Geschich­te des Grand Prix errang, die ihr gebüh­ren­de Ehrung im gest­ri­gen ers­ten Semi­fi­na­le 2019 zu Tel Aviv, wo sie als Inter­val Act auf­trat. Der für sei­ne 40 Len­ze erstaun­lich jung aus­se­hen­de Assi Azar, einer der über­flüs­si­ger­wei­se erneut vier (!) Gastgeber/innen des Abends, benann­te die offen­sicht­lich in den sel­ben Jung­brun­nen gefal­le­ne LGBTQI*-Ikone in sei­ner Anmo­de­ra­ti­on als sein per­sön­li­ches Idol. War es doch ihr sei­ner­zei­ti­ger Sieg, der dem damals Zwan­zig­jäh­ri­gen aus dem Ver­steck half und ihm die Kraft zum Com­ing Out gab. Zehn Jah­re spä­ter lis­te­te das US-ame­ri­ka­ni­sche Maga­zin OUT den Show­mas­ter, Fil­me­ma­cher und Akti­vis­ten als einen der “100 welt­weit ein­fluss­reichs­ten Schwu­len”. Doch auch für die tol­le letzt­jäh­ri­ge Euro­vi­si­ons­ge­win­ne­rin Net­ta Bar­zi­lai, wel­che den Rei­gen mit einem Remix von ‘Toy’ eröff­ne­te, war Dana laut Ein­spie­ler der Aus­gangs­punkt für ihre trotz aller Wid­rig­kei­ten als nicht den gän­gi­gen Schön­heits­idea­len ent­spre­chen­de Frau ver­folg­te Gesangs­kar­rie­re. Die ‘Diva’ selbst demons­trier­te mit einer Bear­bei­tung von ‘Just the Way you are’, dass sich selbst Bru­no-Mars-Songs ohne all zu gro­ßen Wür­ge­reiz anhö­ren las­sen, wenn eine Künst­le­rin ihres For­mats sie über­nimmt.

Quee­re Vor­bil­der sind so immens wich­tig. Ob vor zwan­zig Jah­ren, heu­te oder in der Zukunft. Dan­ke für alles, Dana Inter­na­tio­nal. Du bist und bleibst für immer eine Inspi­ra­ti­on.

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Rank & File 2019: Platz 7 – Sul tsin iare

Mit dem geor­gi­schen Bei­trag schaff­te es ein Lied in mei­ne Top Ten, das in den meis­ten Fan-Polls und in den Wett­bü­ros ganz weit unten lan­de­te. Dabei gelang es der ehe­ma­li­gen Sowjet­re­pu­blik, von der EBU-Zen­sur unbe­merkt ein hoch­gra­dig poli­ti­sches Werk in den Wett­be­werb zu schmug­geln, was allei­ne mir schon Respekt abnö­tigt.

Platz 7: Geor­gi­en – Oto Nemsad­ze: Sul tsin iare (Mach wei­ter)

Denn das mit für west­li­che Ohren mit bei­na­he schon ans Komi­sche gren­zen­der Inbrunst gesun­ge­ne “Vaar­a­da vara­da!”, das der bäri­ge Hips­ter und sein Gefan­ge­nen­chor im Refrain ein ums ande­re Mal in ste­tig stei­gen­der Dring­lich­keit wie­der­ho­len, ist, wie Oto im Inter­view mit ESC Kom­pakt erklär­te, ein alt­her­ge­brach­ter Refrain in tra­di­tio­nel­len Gesän­gen in den vom geor­gi­schen Mut­ter­land abtrün­ni­gen Regio­nen Abcha­si­en und Süd­os­se­ti­en, die der bei einer Cas­ting­show aus­ge­wähl­te Nemsad­ze mit sei­nem Buh­len zur Wie­der­ver­ei­ni­gung becir­cen möch­te. “Über­win­de den Sta­chel­draht” lau­tet einer sei­ner Text­zei­len, mit denen er die bestehen­den (und auch mit rus­si­scher Hil­fe finan­zier­ten) Gren­zen inner­halb der Nati­on nie­der­schmet­tern möch­te, wobei ihm die Musik als eine Art künst­le­ri­scher Frie­dens­pfei­fe die­nen soll: “Wir hei­len uns gegen­sei­tig die Wun­den mit Gesang”. Das mar­tia­li­sche Musik­vi­deo macht sein der Sprach­gren­ze zum Opfer fal­len­des Ansin­nen noch­mals augen­fäl­li­ger als sein Auf­tritt im Fina­le von Geor­gi­en sucht den Super­star, wo zu sei­nem Lied auf der LED-Wand hin­ter ihm unüber­seh­bar die Lan­des­flag­ge weh­te.

Ein Lied kann eine Brü­cke sein: Oto will die abtrün­ni­gen Abcha­sen über­zeu­gen, den Sta­chel­draht an den Strän­den des frü­he­ren Tou­ris­ten­hot­spots nie­der­zu­rei­ßen.

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Geor­gi­en 2019: Fly­ing the Flag

Ein “streng patrio­ti­sches” Lied über die “Stär­ke Geor­gi­ens” und dem Wunsch nach einem “Ende des Krie­ges und der Kon­flik­te”, so die Beschrei­bung des Kau­ka­sus-Kor­re­spon­den­ten von Wiwi­bloggs, gewann ges­tern Abend im Fina­le von Sakart­ve­los varsk­v­la­vi (Geor­gi­en sucht den Super­star) das Ticket nach Tel Aviv. Die seit Mona­ten lau­fen­de Cas­ting­show fand mit vier ver­blie­be­nen Kandidat/innen ihren Abschluss, wel­che sich ledig­lich drei Lie­der tei­len muss­ten: sowohl der aus­ge­spro­chen nied­li­che Gior­gi Naka­shid­ze als auch der in sei­nen zir­ka vier Num­mern zu gro­ßen Kla­mot­ten und mit Man­bun eher nach einem Obdach­lo­sen als nach einem Hips­ter aus­se­hen­de Jazz­sän­ger Oto Nemsad­ze brach­ten die sieg­rei­che, von einem mas­si­ven Flag­gen­ein­satz beglei­te­te Rock­bal­la­de ‘Sul tsin iare’ (‘Immer wei­ter’) zum Vor­trag. Und zwar im glei­chen Arran­ge­ment, wobei sich zeig­te, dass die Num­mer den ver­gleichs­wei­se zart besai­te­ten Gior­gi schnell an sei­ne Gren­zen brach­te, wäh­rend Oto mit sei­ner rau­en, kraft­vol­len Stim­me voll auf die Zwölf ging. Auch der fünf­köp­fi­ge männ­li­che Begleit­chor, der den leicht zu mer­ken­den “Var­aa­da vara­da, vara­da vara hee”-Part über­nahm, schaff­te sich in sei­ner Vari­an­te rich­tig rein. So sehr, dass es die mit ihrer blon­den Kurz­haar­fri­sur kaum wie­der zu erken­nen­de deut­sche Vor­ent­schei­dungs­letz­te von 2018, Natia Todua, vor lau­ter Begeis­te­rung von ihrem Juro­rin­nen­stuhl riss.

Gold­ma­rie­chen Todua und ‘I don’t wan­na put in’-Ste­phan las­sen sich von Oto begeis­tern.

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Ukrai­ni­sches Fern­se­hen stellt Aus­strah­lung ein

Extre­me Besorg­nis” äußer­te der EBU-Obers­te Noël Cur­ran heu­te in einer Pres­se­mit­tei­lung hin­sicht­lich der Lage der ukrai­ni­schen öffent­lich-recht­li­chen Sen­de­an­stalt UA:PBC, nach­dem die­se auf­grund feh­len­der Geld­mit­tel die ana­lo­ge Ver­brei­tung ihrer Pro­gram­me im Lan­de stop­pen muss­te. Die­ses Jahr habe der Sen­der, der nach den Wor­ten Currans ohne­hin “mit einem der kleins­ten Bud­gets Euro­pas” aus­kom­men müs­se, ledig­lich die Hälf­te der ihm nach den natio­na­len Fest­le­gun­gen gesetz­lich zuste­hen­den Finanz­mit­tel erhal­ten. UA:PBC zeich­net auch für die ukrai­ni­sche Euro­vi­si­ons­teil­nah­me ver­ant­wort­lich (wobei der Vor­ent­scheid Vid­bir auf einen pri­va­ten Musik­ka­nal aus­ge­la­gert wur­de, um Kos­ten zu spa­ren) und hat­te erst in die­ser Woche bekräf­tigt, in Tel Aviv an den Start gehen zu wol­len. Soll­te die Anstalt ihren Betrieb jedoch voll­stän­dig ein­stel­len müs­sen, ent­gin­gen uns künf­tig die tra­di­tio­nell spek­ta­ku­lär insze­nier­ten Bei­trä­ge des kriegs­ge­schüt­tel­ten Lan­des. Doch selbst­re­dend nicht aus die­sem Grund, son­dern wegen der im nächs­ten Jahr anste­hen­den Prä­si­dent­schafts­wah­len for­der­te die EBU die Regie­rung in Kiew heu­te auf, die ana­lo­ge Aus­strah­lung “unver­züg­lich wie­der­her­zu­stel­len und die not­wen­di­gen Mit­tel bereit­zu­stel­len, damit die öffent­lich-recht­li­chen Medi­en ihre wich­ti­ge Rol­le für die Gesell­schaft und die Demo­kra­tie in der Ukrai­ne erfül­len kön­nen.”

Gigan­ti­sche Lun­gen­flü­gel, bol­lern­de Buko­vina-Beats und lus­ti­ges Seil­sprin­gen: die Ukrai­ne weiß beim ESC bes­tens zu unter­hal­ten. Hof­fen wir, dass sie uns wei­ter­hin erhal­ten bleibt!

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GE 2018: Neu­es aus Pora­da Nin­fu

Lie­bes geor­gi­sches Fern­se­hen, nur so als Tipp: wenn man schon mit vol­ler Absicht als Letz­ter auf der Par­ty ein­läuft, so für das stan­des­ge­mäß gro­ße Entrée, dann soll­te der Auf­tritt auch über­zeu­gen. Gespannt waren die Erwar­tun­gen, nach­dem Ihr, mit schon sei­ner­zeit wirk­lich unnach­ahm­li­chem Gefühl fürs Timing, am ver­gan­ge­nen Sil­ves­ter­abend, nur weni­ge Stun­den vor Mit­ter­nacht, Eure intern aus­ge­wähl­te Ver­tre­ter ver­kün­de­tet: Iriao, eine sie­ben­köp­fi­ge Eth­no-Jazz-Band rund um den um den auch in Deutsch­land täti­gen Kom­po­nis­ten David Mala­zo­nia, wel­che laut Eigen­be­schrei­bung die von der UNESCO zum imma­te­ri­el­len Welt­kul­tur­er­be gezähl­te, nur im Kau­ka­sus prak­ti­zier­te poly­pho­ne Gesangs­tech­nik des Cha­kru­lo, eines „drei­tei­li­gen Trink­lie­des zur Vor­be­rei­tung auf die Schlacht, mit zwei reich ver­zier­ten indi­vi­du­el­len Parts gegen einen sich lang­sam bewe­gen­den Dro­hen-Chor“ (Wiki­pe­dia) pflegt und sie mit tra­di­tio­nel­ler Folk­lo­re, per­si­schen Ein­flüs­sen und west­li­chem Jazz ver­schmilzt. Von all dem fehlt aller­dings in dem heu­te end­lich ver­öf­fent­lich­ten Lied für Lis­sa­bon jeg­li­che Spur.

Als habe Herr Mala­zo­nia ein Prak­ti­kum bei Jupi­ter Records absol­viert: der geor­gi­sche Bei­trag 2018.

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Geor­gi­en wan­delt 2018 auf Sal­va­dors Pfa­den

Sal­va­dor Sobrals Euro­vi­si­ons­sieg und sei­ne Fol­gen: unter die­sem Rubrum muss man wohl die Mel­dung ver­bu­chen, die das geor­gi­sche Fern­se­hen mit wirk­lich unnach­ahm­li­chem Gefühl fürs Timing am Sil­ves­ter­abend 2018, nur weni­ge Stun­den vor Mit­ter­nacht, in die Welt setz­te. In Tif­lis besinnt man sich näm­lich ange­sichts des Durch­marschs von “ech­ter Musik” beim ESC 2017 auf sei­ne eige­nen Wur­zeln zurück, ver­fügt das Kau­ka­sus­land mit der dort prak­ti­zier­ten poly­pho­nen Gesangs­tech­nik des Cha­kru­lo doch über eine von der UNESCO zum Welt­kul­tur­er­be gezähl­te Tra­di­ti­on, von wel­cher man erst in die­sem Jahr eine Auf­nah­me zu Nach­lass­zwe­cken ins Welt­all ent­sand­te. Als “drei­tei­li­ges Trink­lied zur Vor­be­rei­tung auf die Schlacht, mit zwei reich ver­zier­ten indi­vi­du­el­len Parts gegen einen sich lang­sam bewe­gen­den Dro­hen-Chor” cha­rak­te­ri­siert es die Alles­wis­sen­de Müll­hal­de. Also nicht gera­de klas­si­scher Schla­ger! Iriao, die vom Sen­der GPB heu­te intern nomi­nier­te Band um den auch in Deutsch­land täti­gen Kom­po­nis­ten David Mala­zo­nia, bedient sich ger­ne die­ses Erbes, wie Euro­fire berich­tet, und ver­schmilzt die unter offi­zi­el­lem Arten­schutz ste­hen­de Tech­nik mit tra­di­tio­nel­ler Folk­lo­re, per­si­schen Ein­flüs­sen und west­li­chem Jazz.

Nicht zu früh freu­en: das hier gezeig­te Reper­toire­bei­spiel gehört zu den pep­pigs­ten und pop­pigs­ten Stü­cken der Kapel­le!

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Euro­vi­si­on Death­match #5: Cry me a River

Im fünf­ten Zwei­kampf unse­res Leser/in­nen-Spiels wid­men wir uns einer bei vie­len Fans äußerst belieb­ten Spe­zi­es: der schrei­en­den Frau. Laut­stär­ke und lang­ge­zo­ge­ne Töne brin­gen nicht nur vie­le Juro­ren­her­zen zum Schmel­zen, son­dern sor­gen auch bei etli­chen Euro­vi­sio­nis­tas für Ohr­gas­men. Eine Tech­nik, die gera­de die Alba­ne­rin­nen beson­ders gut beherr­schen, und so soll­te es nicht ver­wun­dern, dass unse­re ers­te heu­ti­ge Kämp­fe­rin für das Land der Ski­pe­ta­ren antritt. Die in den USA leben­de Koso­va­rin behaup­tet in ihrer eth­no-ange­hauch­ten, hoch­dra­ma­ti­schen Bal­la­de ‘World’ zwar, des Kamp­fes müde zu sein und stellt die nicht ganz neue und nicht ganz unbe­rech­tig­te Fra­ge: “What’s this fight all for”? Doch so ganz möch­te man der 28jährigen die­se Anti­kriegs-Atti­tü­de nicht abneh­men. Wür­de sie sonst mit­ten im Song zu einem über zwan­zigs­ekün­di­gen, tech­nisch ein­wand­frei abge­lie­fer­ten Schrei anset­zen, bei dem man im Geis­te förm­lich erspü­ren kann, wie sich im Hin­ter­grund die Jury-Punk­te auf­ad­die­ren? Und auch den Spa­gat zwi­schen ihren unbe­lehr­bar auf das ver­meint­lich wett­be­werbs­fä­hi­ge­re Eng­lisch fixier­ten Lands­leu­ten und den Jahr für Jahr um Lan­des­sprach­lich­keit bet­teln­den inter­na­tio­na­len Grand-Prix-Fans meis­tert sie gran­di­os, in dem sie den angli­fi­zier­ten Text ein­fach mit alba­ni­schem Zun­gen­schlag into­niert und so bei­den Sei­ten ent­ge­gen­kommt. Cle­ver!

Schwebt stets im Abend­kleid durch die koso­va­ri­schen Wäl­der: Lin­di­ta (AL)

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Geor­gi­en 2017: they still don’t wan­na put in

Vor acht Jah­ren, als der Euro­vi­si­on Song Con­test in Mos­kau statt­fand, da gewann die gest­ri­ge Sie­ge­rin der geor­gi­schen Vor­ent­schei­dung, Tako Gach­echil­ad­se, schon ein­mal die Aus­wahl ihres Lan­des, sei­ner­zeit noch als Teil der For­ma­ti­on 3G. In Mos­kau sin­gen durf­te sie damals aber trotz­dem nicht, denn ihr sei­ner­zei­ti­ges dis­co­t­as­ti­sches Lied­chen hieß ‘We don’t wan­na put in’ und erreg­te den Unwil­len des rus­si­schen Macht­ha­bers Vlad­mir Putin, auf den der Text der Num­mer dann doch etwas zu unsub­til ziel­te. Die EBU zog die rote “Kei­ne Poli­tik”-Kar­te, Geor­gi­en sei­nen wohl auch als bewuss­te Pro­vo­ka­ti­on gedach­ten Bei­trag zurück und Tako bleib zu Hau­se. Ges­tern Nach­mit­tag nun (auf­grund der Zeit­ver­schie­bung begann die geor­gi­sche Vor­ent­schei­dung bei uns schon um 17 Uhr) setz­te sie sich als Solo­sän­ge­rin mit der düs­te­ren Frie­dens­bal­la­de ‘Keep the Faith’ gegen sage und schrei­be 24 Mitbewerber/innen durch. Musi­ka­lisch prä­sen­tiert sich das Stück als gera­de­zu klas­sisch auf­ge­bau­te Welt­frie­dens­num­mer mit ver­hal­te­nem Auf­takt, stän­di­gen Stei­ge­run­gen, bom­bas­ti­schem Refrain, → Rückung und dra­ma­ti­schem Schluss­ak­kord; gera­de so, als habe Ralph Sie­gel es geschrie­ben. Dabei stammt es aus Takos Feder selbst, die es in einem haut­eng geschnei­der­ten, illu­mi­nier­ba­ren gol­de­nen Kleid mit gro­ßer Ges­te, wenn­gleich wack­li­ger Stim­me into­nier­te. Inhalt­lich beschwört ‘Keep the Faith’ das Ver­trau­en auf die eige­ne inne­re Stär­ke in einer Zeit der glo­ba­len Kri­sen, wozu pünkt­lich zur zwei­ten Stro­phe zum Zwe­cke der Illus­tra­ti­on auf der Video­lein­wand hin­ter der Künst­le­rin Zei­tungs­aus­schnit­te mit eng­lisch­spra­chi­gen Schlag­zei­len ein­ge­blen­det wer­den, die von Krieg, Hun­ger und Ter­ro­ris­mus auf der gan­zen Welt berich­ten. Soweit könn­te man das alles noch für ange­staub­ten Grand-Prix-Kitsch hal­ten, doch dann gerät eine ver­rä­te­ri­sche, wenn­gleich rea­le Über­schrift dar­un­ter, näm­lich “Rus­sia inva­des Geor­gia”.

Dou­ze Points für die Haa­re: die geor­gi­sche Sie­ge­rin Tako

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Zwei­tes Semi­fi­na­le 2016: der sich den Wolf tanzt

Måns ist sehr ent­täuscht”: das war er, der Satz des Abends, gespro­chen vom deut­schen Kom­men­ta­tor Peter Urban, nach­dem Gast­ge­be­rin Petra Mede direkt im Anschluss an den Auf­tritt des Weiß­rus­sen Ivan infor­mier­te, dass die­ser ursprüng­lich nackt und in Beglei­tung von Wöl­fen zu per­for­men gedach­te, was die EBU im Hin­blick auf die Regeln lei­der ver­bie­ten muss­te. Zum Miss­fal­len des komo­de­rie­ren­den Vor­jah­res­sie­gers, der gera­de hin­ter Petra die Büh­ne enter­te – im Adams­kos­tüm, lei­der mit einem stra­te­gisch plat­zier­ten Plü­sch­wolf vor dem Gemächt. Wie dank­bar bin ich dem Schwe­den dafür, dass er ein der­ge­stalt scham­los selbst­ver­lieb­ter, zei­ge­freu­di­ger Exhi­bi­tio­nist ist, der wirk­lich kei­ne Gele­gen­heit aus­lässt, sei­nen durch­trai­nier­ten Kör­per mög­lichst tex­tilfrei der Öffent­lich­keit zu prä­sen­tie­ren. Und wie dank­bar bin ich den Schwe­den dafür, dass sie mit solch einer Leich­tig­keit durch die­sen Abend führ­ten und die Show mit einem wun­der­ba­ren Mini-Musi­cal eröff­ne­ten, das uns in vier Minu­ten dar­über auf­klär­te, was die Euro­vi­si­on eigent­lich ist und dabei so fach­lich akku­rat wie herr­lich selbst­iro­nisch daher­kam. Der Stimm­aus­zäh­lungs-Über­brü­ckungs­act ‘Man vs. Machi­ne’, eine Art Hom­mage an die Tanz­sze­nen aus dem Acht­zi­ger­jah­re-Strei­fen ‘Num­mer 5 lebt’, fiel gegen das bewe­gen­de Flücht­lings­bal­lett vom Diens­tag zwar etwas ab, ergab aber den­noch eine schö­ne Pau­sen­un­ter­hal­tung. SVT: 12 Points!

Nicht nur Måns ist ent­täuscht – ich eben­so: von der Grö­ße sei­nes, ähm, Wolfs!

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Kei­ne Ster­ne in Tel Aviv: die ers­ten ESC-Remi­xe sind da!

Mit dem schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len, tra­di­tio­nell immer nur weni­ge Tage vor dem offi­zi­el­len Abga­be­ter­min aller Bei­trä­ge bei der EBU ter­mi­niert, ging ges­tern Abend die Vor­ent­schei­dungs­sai­son für den Euro­vi­si­ons­jahr­gang 2016 zu Ende. Noch aber war­tet die Welt mit ange­hal­te­nem Atem auf zwei offe­ne Bei­trä­ge und zwei ESC-Ver­sio­nen bereits gewähl­ter Titel. Wäh­rend bereits seit gerau­mer Zeit fest­steht, dass die Alba­ne­rin Ena­da Tarifa ihr in der Ori­gi­nal­fas­sung ster­bens­schö­nes ‘Për­ral­lë’ in Stock­holm in einer (noch nicht ver­öf­fent­li­chen) angli­fi­zier­ten Ver­si­on als ‘Fai­ry­ta­le Love’ ver­hunzt, stieg in Rom noch immer kein wei­ßer Rauch auf: ob die San-Remo-Zwei­te Fran­ce­s­ca Mie­che­lin ‘Nes­sun Gra­de di Sepa­ra­zio­ne’, wie von den Fans erhofft, in Lan­des­spra­che singt oder eben­so den Feh­ler begeht, auf Eng­lisch zu set­zen, ist wei­ter­hin offen. Genau so wie die Fra­ge, für wel­chen Ersatz­ti­tel sich Ira Losco ent­schie­den hat: erst am 17. März 2016, also kom­men­den Don­ners­tag, soll der Nach­fol­ger für das von der Inter­pre­tin selbst nicht als kon­kur­renz­fä­hig erach­te­te ‘Cha­me­le­on’ das Licht der Öffent­lich­keit erbli­cken. Bereits mor­gen hin­ge­gen lüf­tet Bul­ga­ri­en den Schlei­er über dem Lied für Wie­der­keh­re­rin Poli Geno­va. Unter­des­sen tref­fen bereits die ers­ten ESC-Remi­xe ein, nach­fol­gend im Über­blick vor­ge­stellt.

Die Loli­tas auf der Suche nach dem Mit­ter­nachts­gold (GE)

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