Schwei­zer Vor­ent­scheid 1960: Le Java sans Tra­la­la

Welch’ ein Durch­ein­an­der in der sonst doch als so ordent­lich gel­ten­den Schweiz! Fehl­te beim hel­ve­ti­schen Vor­ent­scheid von 1959 bereits das Tes­sin als eines von drei aus Grün­den des Sprach­re­gio­nen­pro­por­zes stets zu reprä­sen­tie­ren­den Lan­des­tei­len, so lässt sich aus dem 1960er Line-up noch nicht ein­mal mehr her­aus­le­sen, wer nun für wel­chen Part der Eid­ge­nos­sen­schaft star­te­te. So stamm­te der ein­zi­ge (!) deutsch­spra­chi­ge Titel im Auf­ge­bot mit dem immer­grü­nen The­ma ‘Früh­ling’ von einem heu­te völ­lig ver­ges­se­nen Sän­ger mit ita­lie­ni­schem Namen, näm­lich Bian­co Caval­li­ni. Was auch noch klingt wie ein Tetra­pack-Tafel­weiß­wein aus dem Dis­coun­ter für 1,59 € der Liter. Als ein­zi­ge ver­läss­li­che Grö­ße sorg­te der eid­ge­nös­si­sche Dau­er­teil­neh­mer Jo Roland für Kon­ti­nui­tät, der wie stets die Roman­die reprä­sen­tier­te und mit ‘Ché­rie, Ché­rie’ (Lady?) fol­ge­rich­tig ein fran­zö­si­sches Chan­son anbot.

Im Rhein­land ein Gericht, in der Schweiz ein Euro­vi­si­ons­bei­trag: Ani­ta Tra­ver­si mit ‘Him­mel und Erde’.

Wei­ter­le­senSchwei­zer Vor­ent­scheid 1960: Le Java sans Tra­la­la

Schwei­zer Vor­ent­scheid 1957: Für zwei Gro­schen Musik

Wie in den Nie­der­lan­den setz­te man in den spä­ten Fünf­zi­ger­jah­ren auch in der Eid­ge­nos­sen­schaft auf Kon­ti­nui­tät beim Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid. Wie bereits 1956 tra­ten erneut drei Künstler/innen (je eine/r pro Lan­des­teil) mit ins­ge­samt elf Titeln zum Vor­sin­gen an. Dabei schick­te die Roman­die, wie noch so oft, erneut Jo Roland, der ‘Avec vingt Sous’, mit 20 Pfen­ni­gen also, im Hoch­preis­land Schweiz nicht sehr weit kam. In Deutsch­land hät­te das zumin­dest für einen Wunsch­ti­tel in der Juke­box (‘Für zwei Gro­schen Musik’, DE 1958) gereicht! Der Sen­der des deutsch­spra­chi­gen Teils dele­gier­te wie­der­um die Vor­jah­res­sie­ge­rin Lys Assia, die mit gan­zen fünf Bei­trä­gen den Abend kom­plett domi­nier­te. Dar­un­ter fan­den sich nicht nur aus heu­ti­ger Sicht schon vom Lied­ti­tel her extrem ver­staubt wir­ken­de Volks­mu­sik­ka­mel­len wie ‘Ein trau­tes Lied vom Turm her­ab’ (was streng­ge­nom­men auch den Ruf des Muez­zins aus dem Moschee-Laut­spre­cher beschrei­ben könn­te), aber auch das kecke ‘Der­riè­re la Cathe­dra­le’ (‘Hin­ter der Kathe­dra­le’: doch nicht etwa ein hei­ßes Stell­dich­ein mit dem Pfar­rer nach Art der Dor­nen­vö­gel?).

War als Kind bestimmt nicht so lang­wei­lig wie ihr Lied: die Assia.

Wei­ter­le­senSchwei­zer Vor­ent­scheid 1957: Für zwei Gro­schen Musik