ESC 1961: Stand up for your Love Rights

Logo des Eurovision Song Contest 1961
Das Jahr der schwu­len Eman­zi­pa­ti­on

Schon zum zwei­ten Mal in der noch jun­gen Grand-Prix-Geschich­te gas­tier­te der Wett­be­werb 1961 in Can­nes. Und erneut prä­sen­tier­te das fran­zö­si­sche Fern­se­hen die sel­be Eröff­nungs­se­quenz wie schon 1959. Sowie die sel­be Mode­ra­to­rin, Jac­que­line Jou­bert, die so viel Mas­ca­ra auf­ge­legt hat­te, dass sie stän­dig ange­strengt gen Him­mel schau­en muss­te, damit ihr die Augen­li­der nicht zusam­men­papp­ten. Ledig­lich auf die cha­rak­te­ris­ti­schen Dreh­ge­stel­le ver­zich­te­te man. Statt­des­sen ver­sam­mel­ten sich die 16 Teilnehmer/innen zum Auf­takt der erst­mals an einem Sams­tag aus­ge­strahl­ten Sen­dung auf einer opu­len­ten Show­trep­pe und stell­ten sich artig nach­ein­an­der per­sön­lich vor. Was für die Zuschauer/innen den unschätz­ba­ren Vor­teil bot, die Inter­pre­ten­na­men zur Abwechs­lung in feh­ler­frei­er Aus­spra­che hören zu kön­nen. Im Anschluss san­gen sie dann ihre Lied­chen, die alle ziem­lich gleich und alle gleich lang­wei­lig klan­gen.

Schlaf­los in Stutt­gart? Hier naht Hil­fe: der ESC 1961.

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Natio­naal Song­fes­ti­val 1960: Ding A Din­ge­ding Dong

Als eine hoch ver­gnüg­li­che Stun­de puren Come­dy-Gol­des geht das nie­der­län­di­sche Natio­naal Song­fes­ti­val (NSF) von 1960 in die Anna­len der Grand-Prix-Geschich­te ein. Acht “Lied­jes” gelang­ten zur Auf­füh­rung, inter­pre­tiert jeweils in zwei ver­schie­den instru­men­tier­ten Vari­an­ten von unter­schied­li­chen Künstler/innen, dar­ge­bo­ten vor teils pas­send zum Song­text mit Krei­de auf eine Schie­fer­ta­fel gemal­ten Bild­hin­ter­grün­den. Viel­fach war zu erken­nen, dass die Autoren sich Gedan­ken gemacht hat­ten, was bei den Euro­vi­si­ons­ju­rys ankom­men könn­te. So wie gleich beim ers­ten Bei­trag des Abends, wel­cher sich des schon beim ers­ten Con­test in Luga­no von Lys Assia bemüh­ten Jahr­markt-The­mas ‘Car­rous­sel’ bedien­te. Was den bei­den NSF-Rück­keh­rern Mar­cel Thie­le­m­ans (der den Zuschauer/innen gar unge­hö­rig die Zun­ge her­aus­streck­te!) und John de Mol nicht nur Raum für zum Schrei­en komi­sche, den Text illus­trie­ren­de Hand­be­we­gun­gen und Mimik gab, son­dern dem Autoren auch eine vor­treff­li­che Gele­gen­heit zum Ein­fü­gen eines laut­ma­le­ri­schen “Ding Din­ge­ding Ding Ding” – jetzt wis­sen wir auch, wo Teach In 1975 die Inspi­ra­ti­on für ihren Sie­ger­ti­tel ‘Ding A Dong’ her­nah­men!

John de Mol fuch­tel­te noch exal­tier­ter her­um, behielt dafür jedoch die Zun­ge drin: Mar­cel Thie­le­m­ans (NSF 1957) ist schon ganz karus­sel­lig im Kopf. 

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Natio­naal Song­fes­ti­val 1959: Ein biss­chen sie­gen

Das nie­der­län­di­sche Fern­se­hen nahm nach dem (ver­dien­ten) letz­ten Platz beim Euro­vi­si­on Song Con­test 1958 eini­ge Ver­än­de­run­gen am hei­mi­schen Vor­ent­scheid, dem Natio­naal Song­fes­ti­val (NSF), vor: dem Vor­bild Ita­li­ens fol­gend, prä­sen­tier­te man die acht Wett­be­werbs­bei­trä­ge in jeweils zwei unter­schied­li­chen Ver­sio­nen, davon eine mit gro­ßem Orches­ter und eine in einer etwas zurück­ge­nom­me­ne­ren Vari­an­te. Die bis­he­ri­ge Post­kar­ten­ab­stim­mung ersetz­te der Sen­der durch eine frü­he Art des Tele­vo­tings: in zwölf Gemein­den der Tul­pen­na­ti­on stimm­ten jeweils zehn Zuschauer/innen tele­fo­nisch ab, deren Ergeb­nis­se man als regio­na­le Jurys zusam­men­fass­te. Bei den Künstler/innen hin­ge­gen griff man auf Bewähr­tes zurück: von Greet­je Kauf­feld über Bruce Low bis hin zur bis­he­ri­gen hol­län­di­schen Dau­er­re­prä­sen­tan­tin Cor­ry Brok­ken fan­den sich lau­ter Wiederkehrer/innen im Bewerb. Der Euro­vi­si­ons­sie­ge­rin von 1957 nahm das Publi­kum jedoch die schlech­te Grand-Prix-Plat­zie­rung vom Vor­jahr übel: sie kam über einen drit­ten Rang nicht hin­aus.

Cor­rys klei­ner Sil­ber­stern, ihr zwei­ter Song, muss­te sich gar mit dem letz­ten Platz begnü­gen. Kein Wun­der, wenn man das Publi­kum ins Wach­ko­ma singt.

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Natio­naal Song­fes­ti­val 1958: Über den Wol­ken

Gegen Cor­ry Brok­ken schien Ende der Fünf­zi­ger­jah­re ein­fach kein Kraut gewach­sen zu sein! Zum drit­ten Mal in Fol­ge trat sie beim nie­der­län­di­schen Natio­naal Song­fes­ti­val an, und zum drit­ten Mal in Fol­ge setz­te sie sich in der Publi­kums­ab­stim­mung mit deut­li­chem Abstand durch. Erneut beleg­te sie sogar gleich die bei­den ers­ten Plät­ze, denn jede/r der dies­mal sechs Teilnehmer/innen durf­te mit zwei Lie­dern antre­ten. Ent­we­der war die 2016 Ver­stor­be­ne, nicht zuletzt auf­grund ihres Siegs beim euro­päi­schen Wett­be­werb in Frank­furt am Main im Vor­jahr, damals tat­säch­lich die belieb­tes­te Sän­ge­rin Hol­lands, oder sie ver­füg­te über einen beson­ders gut orga­ni­sier­ten Fan­club, der flei­ßig Abstim­mungs­post­kar­ten für sie ein­schick­te. Ihre Bal­la­de ‘Heel de Wereld’ (‘Die gan­ze Welt’) brach­te das Kunst­stück fer­tig, gleich­zei­tig unglaub­lich pom­pös und ster­bens­lang­wei­lig zu klin­gen. Kein Wun­der, dass sie beim eben­falls in Hil­ver­sum statt­fin­den­den Grand Prix damit einen Mak­e­makes pull­te und auf dem letz­ten Platz lan­de­te. Wenn auch, anders als die Öster­rei­cher, nicht kom­plett punk­te­los.

Heal the World / make it a bet­ter Place / for you and for me… oh, Ent­schul­di­gung, fal­sches Lied.

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