Schlagwort: Großbritannien

Das selbst emp­fun­de­ne euro­päi­sche Mut­ter­land des Pop war beim ESC, der auf der Insel vor allem als abson­der­li­che Freak­show wahr­ge­nom­men wird, lan­ge Zeit extrem erfolg­reich. Seit dem Weg­fall des Lan­des­spra­chen­zwangs sieht das Big-Five-Land die Tabel­le meist von hin­ten.
Dabei seit: 1957; ESC-Sie­ge: 1967, 1969, 1976, 1981, 1997; Rote Later­nen: 4; Nil­poin­ter: 1.

2020, Die Zwanzigzwanziger, Internationale Vorentscheidungen

Groß­bri­tan­ni­en 2020: Try­ing to die

Das frisch von der Europäischen Union geschiedene Großbritannien entbietet dem Festland beim Eurovision Song Contest 2020 zum Abschied eine letzte, vergiftete Atemspende. Dem Beispiel der anderen Big-5-Nationen (bis auf Italien) folgend, hatte sich auch das Vereinigte Königreich dieses Jahr zu einer internen Nominierung von Künstler und Song entschieden. Und natürlich lief seither die Gerüchteküche heiß. Der weiße Soulsänger John Newman, der 2013 mit 'Love me again' auch in Deutschland einen Top-Ten-Hit landen konnte, war einer der mehrfach getippten Namen. Nun ist es stattdessen sein Bruder geworden. Der bislang eher als Songschreiber tätige James Newman, der unter anderem für den irischen Eurovisionsbeitrag 'Dying to try' verantwortlich zeichnet, wechselt mit dem von ihm mitkomponierten ...
Fina­le 2019: <span class="caps">ESC</span> is a losing Game
2019, Die Zwanzigzehner, ESC Finale

Fina­le 2019: ESC is a losing Game

Da hatte die EBU in diesem Jahr eigens erneut das Auszählungsverfahren geändert, um die Sache spannender zu gestalten. Und doch trat die langweiligste aller möglicher Optionen ein: wie bereits seit Monaten von allen Wettbüros eisern vorhergesagt, gewann heute Nacht der Niederländer Duncan Laurence den Eurovision Song Contest 2019. Der 24jährige Musiker vereinte die in diesem Jahr augenscheinlich wichtigsten Eigenschaften für eine erfolgreiche Grand-Prix-Teilnahme: er ist männlich, vollbärtig, gutaussehend und er jaulte weite Teile seiner gefühlvollen Klavierballade 'Arcade' in Falsettstimme. Sein Lied handelt dem reinen Text nach von einer unglücklichen Beziehung, die der Protagonist nicht beenden kann, weil er süchtig nach ihr ist; nach der Aussage des Interpreten jedoch betrauere er den ...
2019, Die Zwanzigzehner

Rank & File 2019: Platz 25 – Big­ger than us

Gerade mal drei Songs für sechs namenlose Teilnehmer/innen: zwar stellte die ARD, eine der finanzstärksten öffentlich-rechtlichen TV-Stationen der Erde, bereits vor zwei Jahren unter Beweis, dass eine solche Discount-Vorentscheidung nicht funktioniert. Aber die bockigen Briten erweisen sich beim Eurovision Song Contest als genau so vernunftresistent wie beim Brexit: sie wiederholten diesen Fehler mit Eurovision: you decide erneut. Platz 25: Großbritannien - Michael Rice: Bigger than us (Größer als wir) Und so vertritt nun ein dicklicher, etwas ungelenk wirkender Junge, im echten Leben Besitzer eines Waffel-Shops, die zu ihren längst vergangenen Glanzzeiten einstmals kulturell wie kommerziell führende europäische Pop-Nation beschämenderweise mit einem Allerweltssong aus schwedischer Fed...
2019, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

EYD 2019: Bye bye, I love you

"Größer als wir" sei die Liebe, die uns verbinde, so röhrt es ein feister Junge mit Hochwasserhosen und unvorteilhafter Schamhaarfrisur heraus, und man kann es, wenn man denn möchte, als metaphorische Beschwörung der Insulaner verstehen, trotz des unmittelbar bevorstehenden Brexits den Blick auf das Gemeinsame nicht zu verlieren, das Verbindende. Eben das, was Europa zu etwas Größerem macht als nur die Summe seiner Einzelstaaten. "Nimm meine Hand und ich führe dich nach Hause," singt der optische Zwillingsbruder der serbischen Eurovisionssiegerin Marija Šerifović namens Michael Rice voller Hingabe und mit wild rudernden Armbewegungen, "verstehst Du, Du wirst niemals alleine sein". Es klingt wie der verzweifelte Versuch einer Selbstsuggestion, eines letzten Appells im Angesicht der nahenden...
2019, Internationale Vorentscheidungen

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: kan­ni­ba­li­sche Hams­ter

So langsam geht es in die Vollen: heute Abend steigt der erste Supersamstag der Vorentscheidungssaison 2019. Um so dringender ist es daher an der Zeit, rasch noch ein paar der in den letzten Wochen liegen gebliebenen Vorentscheidungsperlen abzuarbeiten. Und da kein ESC-Jahrgang komplett wäre ohne ihn, darf, nein: muss die moldawische Eurovisionslegende Alexandru "Sasha" Bognibov natürlich den Auftakt geben. Der machte bekanntlich erstmals 2008 von sich reden, als er sich mit dem lyrisch fragwürdigen Titel 'I love the Girls of 13 Years old' für den Vorentscheid des Landes bewarb und auch auf die vom Sender vorab veröffentlichte Auswahlliste kam, es dann aber nicht in die Sendung schaffte. Ein Ritual, das sich seither regelmäßig wiederholt, wobei seine Lieder von Jahr zu Jahr musikalisch bes...
2018, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

SuRie: “Die Ener­gie des Publi­kums bleibt in mei­ner Erin­ne­rung”

Im Frühstücksfernsehen äußerte sich heute morgen die britische Eurovisionsvertreterin 2018, SuRie (bürgerlich: Susanna Marie Cork), zu den Vorfällen rund um ihren Auftritt im Finale des Wettbewerbs am vergangenen Samstag in Lissabon, der von einem Störer unterbrochen wurde. Wie die Sängerin auf Nachfrage berichtete, habe sie den Eindringling erst wahrgenommen, als er direkt vor ihr stand und ihr das Mikrofon aus der Hand wand, wovon sie ein paar kleinere Kratzer davontrug. Sie habe jedoch keine Zeit gehabt, über die potentielle Gefährlichkeit des Mannes nachzudenken, der umgehend von der Security überwältigt wurde. Während SuRie für einige Sekunden ohne Mikrofon dastand, lief der Song weiter, der Backgroundchor sang den Refrain und die Fans in der Halle fielen mit ein. "Als ich mich wieder...
2018, ESC Finale

Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheimvertrag mit dem Karma? Oder wie schafft Israel es sonst, seine Eurovisionssiege mit einer derartigen mathematischen Präzision in Abständen von jeweils exakt 20 Jahren über die Grand-Prix-Geschichte zu verteilen? Und das auch noch mit einem jeweils ziemlich ähnlichen Konzept: 1978 schaffte es Izhar Cohen auf dem Höhepunkt der Discowelle mit einem tanzbaren, von der universalen Liebe unter den Menschen handelnden Kinderlied namens 'A Ba Ni Bi' und einer sensationellen Marge-Simpson-Frisur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämpferischen Transsexuellen Dana International mit dem Tanzflächenfüller 'Diva' der bis heute wichtigste, weil ein unübersehbares, die gesellschaftliche Liberalität beflügelndes Zeichen für Toleranz und Respekt gegenüber dem...
2018, Die Zwanzigzehner, ESC Finale, ESC Semifinale, Proben

Micha­el Schul­te auf LSD: der sechs­te Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Eine Wundertüte an Proben brachte der heutige Tag in Lissabon, mit Startern aus allen drei Shows auf der Bühne der Altice-Arena. Über diejenigen des Vormittag können wir schnell hinwegspringen, für die Qualifikationsrundenteilnehmer/innen von Armenien (sympathischerweise unausgeschlafen, aber immer noch der schönste Bart 2018) bis Dänemark war das schließlich bereits der zweite Durchlauf, und all zu viel Nennenswertes änderte sich nicht. Die Serben (zweitschönster Bart) haben ihre Lakritzschnüre wohl aufgefuttert, die beiden für San Marino startenden Ladys warfen sich heute immerhin in - dem Modethema des Jahres folgend - teils extrem durchsichtige Bühnenklamotten. Und bewiesen Humor, in dem sie den eigentlichen Star ihres Auftrittes, dem größten der vier putzigen Spielzeugroboter, diesmal...
2018, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

UK 2018: Sweet Dreams are made of Cheese

Eine blonde, jugendliche Annie-Lennox-Doppelgängerin, die bereits zwei Mal als Chorsängerin auf der Eurovisionsbühne stand und die beim Singen als Zeichen größter Gefühlsaufwallung den Hitlergruß entbietet: dies ist das vor wenigen Minuten in historischen Dome zu Brighton herausgesuchte musikalische Abschiedsgeschenk der Briten als Noch-EU-Nation an das europäische Festland. SuRie (Susanna Marie) heißt die junge Dame, deren Stimme schon bei 'Rhythm inside' (→ BE 2015) und 'City Lights' (→ BE 2017) im Hintergrund zu hören war; zwei Beiträgen, mit deren Klasse ihr eigener Wettbewerbstitel 'Storm' nicht ganz mithalten kann. "Die Briten lieben es, über das Wetter zu reden", scherzte der als Komoderator engagierte Måns Zelmerlöw (→ SE 2015) direkt nach SuRies Auftritt, die den Vorentscheid Euro...
2018, Diese Welt

Schott­land will wei­ter­hin ins ‘kon­ti­nen­ta­le Schau­fens­ter’ des ESC

Angesichts der am kommenden Mittwoch anstehenden britischen Vorentscheidung Eurovision: you decide unternahm die Scottish National Party am vergangenen Wochenende einen erneuten Vorstoß für eine stärkere Repräsentanz des für seine Kilts und Dudelsäcke bekannten Landesteils beim Eurovision Song Contest. So plädierte der Europaabgeordnete der separatistischen Partei, Alyn Smith, in der Zeitung Sunday Herald für ein Rotationssystem, nach welchem die verschiedenen Regionen des Vereinten Königreichs immer abwechselnd eine/n Vertreter/in zum europäischen Wettsingen entsenden sollen. Da sowohl Wales als auch Nordirland und eben Schottland über eigenständige TV-Stationen verfügen, die jeweils Mitglied der EBU sind, wären die formalen Voraussetzungen für ein solches Verfahren gegeben, wie Genf gege...
Diese Welt

Bizarr: Euro­vi­si­ons­fans im Visier des digi­ta­len Info-Krie­ges?

Wie das Heise-Online-Magazin Telepolis unter Bezugnahme auf eine Meldung der britischen Tageszeitung Guardian berichtet, soll die britische Regierung die PR-Agentur Saatchi beauftragt haben, mit gezielten Kampagnen in den sozialen Medien das Ansehen der Ukraine bei Fans des Eurovision Song Contest positiv zu beeinflussen. Dies sei Teil einer großangelegten Offensive, mit welcher die Regierung des Inselstaates im sogenannten Info-Krieg zwischen Russland und dem Ausrichterland der europäischen Gesangsfestspiele von 2017 der Ukraine beistehen will. Die Firma Saatchi, die zuletzt Wahlkampagnen für die konservativen Torys gefahren habe, soll nach Angaben des Guardian hierfür rund 100.000 £ bekommen (was natürlich die Frage aufwirft, ob man das Geld nicht sinnvoller für einen gescheiten britisch...
2017, Die Zwanzigzehner, Eurovision Deathmatch

Euro­vi­si­on Death­match #20: When you belie­ve

Wenn Sie, wie ich, einen Hang zu hochglanzpoliertem Pop der goldenen Jahrzehnte haben, werden Sie sich vielleicht noch an das legendäre Filmmusik-Duett der beiden (laut Klatschpresse) erbitterten Erzfeindinnen Whitney Houston und Mariah Carey aus dem Jahre 1998 namens 'When you believe' erinnern, sowie das Video, in dem die beiden Diven so tun mussten, als seien sie die besten Freundinnen, während man förmlich riechen konnte, wie gerne sie sich gegenseitig die Augen auskratzen wollten. Das tun in der heutigen Runde des Eurovision Deathmatch hoffentlich unseren beiden Kontrahentinnen, die neben ihrer Vorliebe für große, kraftvolle Noten auch die gemeinsame Sprache verbindet, obwohl sie aus verschiedenen Ländern kommen. Doch auch auf der Mittelmeerinsel Malta spricht man Englisch, jedenfalls...
2017, Remixe

Atem­los durch die Bal­la­den­nacht: die Remi­xe sind da!

Nachdem am gestrigen Supersamstag die letzten öffentlichen Vorentscheide der Eurovisionssaison 2017 über die Bühne gingen und wir noch immer auf die vier bzw. fünf letzten intern ausgewählten Beiträge für Kiew warten (als da wären: der für den heutigen Abend gegen 18 Uhr angekündigte, angeblich von einem international bekannten Duo interpretierte sanmarinesische Song; der für den morgigen Montag beworbene bulgarische Beitrag; das erst für den kommenden Samstag annoncierte, von Artsvik gesungene armenische Lied; die bereits angekündigte anglifizierte Fassung des albanischen Songs 'Botë' alias 'World' sowie der russische Beitrag - wobei es immer unwahrscheinlicher wird, dass das mit dem Gastgeberland Ukraine kriegerisch verfeindete Land überhaupt teilnimmt), haben neben Weißrussland nun noch...
2017, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen, Jurys sind Wichser

Groß­bri­tan­ni­en 2017: so klingt der Bre­x­it

Gespannt durfte man im Vorfeld der britischen Vorentscheidung 2017 sein, ob das Königreich die (nicht zu vergessen: im Lande selbst höchst umstrittene) kulturelle, politische und wirtschaftliche Abspaltung von Europa auch beim Eurovision Song Contest durchziehen würde. Nach dem heutigen Abend muss man sagen: hell, yes! Der Einmarsch der sechs komplett egalen Finalist/innen von Eurovision: you decide, allesamt zu Recht gescheiterte X-Factor-Teilnehmer/innen, fand zu den Klängen von Lenas 'Satellite' (→ DE 2010) statt; als Gaststar eröffnete der Norweger Alexander Rybak (oder, wie Moderatorin Mel Giedroyc den Sieger von 2009 ansagte: "Reibach") mit der gefühlt sechshundertsten Aufführung von 'Fairytale' den Abend; den Pausenact während der Abstimmungsphase übernahm die von Sparzwängen gebeut...
Unsere Lieblinge

Gemma Abbey: von der Nil­poin­te­rin zur Steu­er­sün­de­rin

Beim Eurovision Song Contest 2003 in Riga ersang sie mit spektakulär schiefen Tönen das erste und bis dato einzige Null-Punkte-Ergebnis der einstmals so stolzen Popnation Großbritannien: Gemma Abbey, die "Jem" in Jemini. Nun geriet sie in Konflikt mit den heimischen Finanzbehörden, wie die Tageszeitung Telegraph heute berichtet. Danach habe die geschiedene Mutter zweier Kinder für ihre jüngste, dauerhaft schwer erkrankte Tochter einen Nachlass für Alleinerziehende geltend gemacht und insgesamt 52.000 £ (rund 60.000 €) Steuervorteile kassiert, obwohl sie seit 2009 in zweiter Ehe verheiratet sei. Die gute Gemma machte es den Anklägern leicht, ihr auf die Schliche zu kommen: auf Facebook postete sie ein Foto von ihr selbst im weißen Hochzeitskleid. Zu ihrer Verteidigung brachte sie vor, dass ...
2016, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Die BBC sucht “den Klas­sen­bes­ten”

Heute eröffnete die britische BBC offiziell die Suche nach dem Eurovisionsbeitrag 2017. Dabei will man sich desselben Verfahrens bedienen wie bereits 2016: erneut können interessierte Songschreiber ein Lied einreichen; eine Jury aus Mitgliedern des britischen Grand-Prix-Fan-Clubs OGAE nimmt die Herkulesaufgabe auf sich, diese zu sichten. Gleichzeitig hält der Sender selbst mit Hilfe der Plattenfirmen aktiv Ausschau nach professionellen Beiträgen. Die Anforderungen seien nach Angaben von Hugh Goldsmith, dem Musikkonsultanten der BBC, hoch: "Gut genügt nicht... es muss großartig sein! Der Siegersong muss gefühlvollen Text und eine einprägsame Melodie mit einer brillanten Produktion verbinden. Wir wollen den Klassenbesten"! Wie schon im Vorjahr soll das Publikum alleine die finale Entscheidun...
2016, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Chris­ter Björk­man: “Groß­bri­tan­ni­en schickt nie was Gutes”

In einer Rede vor Führungskräften aus der Musikindustrie im Rahmen einer Veranstaltungsreihe rund um den schwedischen Polar-Musikpreis las der schwedische Eurovisionsverantwortliche Christer Björkman am Freitag in London der BBC in Bezug auf ihren Umgang mit dem Eurovision Song Contest kräftig die Leviten. Die seit der Jahrtausendwende durchweg eher miserablen Ergebnisse des Vereinigten Königreichs beim europäischen Wettsingen führte er auf die chronische Geringschätzung des Wettbewerbs durch die Briten zurück, die sich auch in den beißenden Sottisen der Anfang diesen Jahres verstorbenen Eurovisionslegende Terry Wogan manifestiert hätten. "Wogan sprach 25 Jahre lang den Kommentar und machte sich in einer Tour lustig," zitiert das britische Onlinemagazin iNews den Schweden. Wogans Nachfolge...
2016, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen, Schwules

Groß­bri­tan­ni­en 2016: die heim­li­che ESC-Bromance mit The Voice geht wei­ter!

2003 war es, gleich zu Beginn der europaweiten Castingshow-Hysterie, da verhoben sich die am Format Pop Idol (bei uns bekannt als DSDS) beteiligten Privatsender an dem Versuch, den Eurovision Song Contest zu kopieren und eine World Idol (Superstar weltweit) genannte Show mit all den Landessiegern zu produzieren. Kostete viel Geld und niemand wollte es sehen: ein nie mehr wiederholter Flop. Cleverer stellen es die Mitbewerber von The Voice an, die den ESC einfach unterwandern lassen und ihn so ohne eigene Kosten zu ihrem heimlichen Europafinale umfunktionieren. Seit Jahren fluten die Voice-Teilnehmer/innen in immer stärkerem Maße die nationalen Grand-Prix-Vorentscheidungen - und gewinnen dort. Gestern beispielsweise erst in einer der anderen Big-Five-Nationen, diesem, wie heißt es noch glei...
2016, Deutsche Vorentscheidung, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Von Göte­borg nach Stock­holm: ein Kes­sel Bun­tes vom Vor­ent­scheid

Meine Güte, was ein Stress: in Köln fanden heute bereits die ersten Generalproben statt für den morgigen deutschen Vorentscheid Unser Lied für Stockholm, bei denen tatsächlich alles auf die langweiligste Option hinauszulaufen scheint; auf den Song, der mich am kältesten lässt: auf das farblose 'Ghost' von Castingshow-Sternchen Jamie Lee Kriewitz nämlich. Gähn. Doch so viel ist noch nachzuholen, so viele Ereignisse stapeln sich noch aus den letzten Tagen, dass sie nur noch in chronologischer Reihenfolge abzuarbeiten sind. Beginnen wir mit dem Halbfinale der lettischen Supernova vom vergangenen Sonntag: dort passierte zwar musikalisch nichts Neues mehr, ging es ja nur noch um das Eindampfen der Finalteilnehmer/innen. Um so lustiger die unvermittelte Zwangspause, als LTV unmittelbar nach dem ...
Diese Welt, Unsere Lieblinge

Ter­ry Wogan ist tot

Die britische Kommentatorenlegende Terry Wogan starb heute im Alter von 77 Jahren an Krebs. Der gebürtige Ire war in den Siebzigern in loser Folge, seit 1980 durchgängig bis 2008 jedes Jahr als Eurovisionskommentator für die BBC im Einsatz und erlangte durch seine äußerst unterhaltsamen und sarkastischen, teils auch chauvinistischen Sprüche weit über die Grenzen der Insel hinaus Bekanntheit. Er war eine umstrittene, gleichermaßen geliebte wie gehasste Figur - und das sind bekanntlich stets die Besten. Durch seine Art zu moderieren trug er wesentlich mit dazu bei, dass die meisten Briten (von denen viele nur wegen seiner Kommentare überhaupt einschalteten) den Wettbewerb bis heute als skurrile Kuriositätenschau begreifen, eine willkommene Gelegenheit, "über Ausländer zu spötteln," wie Wogan...
2016, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

UK: Backe, backe Kuchen

Nach einem Internetleak durch die nordirische Zeitung Belfast Telegraph bestätigte die BBC heute Abend die darin enthaltenen Neuigkeiten zum britischen Vorentscheid 2016. Der findet am 26. Februar 2016 statt (und damit nur einen Tag nach dem deutschen Format Unser Lied für Stockholm), umfasst sechs Acts und trägt den Titel Eurovision: You decide. Was darauf hindeutet, dass alleine das Publikum die Entscheidungshoheit über den Beitrag besitzt. Um die schlimmsten Auswüchse zu verhindern, soll jedoch ein Expertengremium seine Meinung zu den Auftritten zum Besten geben, um so die zuschauenden Briten sanft in die richtige Richtung zu lenken. Dies versucht man auch mit der Wahl des Kanals: der Vorentscheid läuft auf dem digitalen Spartensender BBC 4. Was, auf deutsche Verhältnisse umgemünzt, in ...
2016, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen, Unsere Lieblinge

Jed­wards dro­hen mit ESC-Come­back

Das hat man davon, wenn man seinen Vorentscheid für Jedermann öffnet: in der irischen Sun gaben die Jedwards heute zu Protokoll, erneut beim Eurovision Song Contest antreten zu wollen - diesmal für das Vereinigte Königreich. "Da wären wir definitiv gerne dabei, das wäre eine fantastische Gelegenheit," sagte Edward Grimes der Zeitung. "Dieses Mal sind wir aber dabei, um zu gewinnen". Die hyperaktiven Zwillingsbrüder mit der Viagra-Frisur traten auf dem Höhepunkt ihrer Popularität 2011 und 2012 für ihre Heimat Irland an und erreichten den achten respektive den 19. Platz. Derzeit spielen sie in den USA neues Material ein. Bekanntheit erlangte das Geschwisterduo durch seine Teilnahme an der britischen Ausgabe der Castingshow X-Factor, weswegen sie sich auch gute Chancen bei einem öffentlichen ...
2016, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Offi­zi­ell: BBC plant mehr­stu­fi­gen Vor­ent­scheid

Nachdem der Daily Express gestern schon etwas nebulös von einer "Talentejagd im X-Factor-Stil" fabulierte, mit der das Mutterland des Pop seinen Beitrag zum Song Contest 2016 finde wolle, bringt die BBC heute in einer offiziellen Ankündigung etwas mehr Klarheit in das Verfahren. Tatsächlich wollen es die Briten mit einer Mehrfachstrategie versuchen, die alle möglichen Quellen anzapft. Die Sensation: erstmals werden auch die organisierten Fans eingebunden! Das einzige Format, das der BBC-Mitteilung zufolge nicht als Teil des mehrstufigen Vorentscheids fungiert, ist die Castingshow - so viel zur Akkuratesse der Qualitätsmedien! Los geht es ab sofort mit einem Internet-Vor-Vorentscheid für Amateure nach dem Vorbild des Schweizer Fernsehens, wie ihn auch der NDR für sein Clubkonzert nutzt. Jed...
2016, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Kehrt Groß­bri­tan­ni­en zum Vor­ent­scheid zurück?

Nach einer Reihe bitterer Niederlagen will die BBC die Schmach des Versagens beim europäischen Liederwettbewerb wohl nicht mehr länger alleine tragen und kehrt zum öffentlichen Vorentscheid zurück. So behauptet es jedenfalls der Daily Express heute. Ab sofort und noch bis November wolle man neue, frische Acts, die noch am Karrierebeginn stehen, einladen, Titel ihrer Wahl einzureichen. Eine Jury unter Vorsitz des Musikproduzenten Hugh Goldsmith, auf dessen Konto die Erfolge unter anderem von Atomic Kitten und Blue (UK 2011) gingen, soll daraus ein Starterfeld für den nationalen Vorentscheid zusammenstellen, bei welchem alleine die Zuschauer entscheiden, wer den Union Jack in Schweden vertreten soll, so die Zeitung. Graham Norton, der erneut als britischer Kommentator fungieren soll, komment...
2016, Die Zwanzigzehner, ESC Finale

SVT will Euro­vi­si­on auf 20 Uhr vor­ver­le­gen

Die Eurovisionsnews reißen nicht ab heute: wie Eurovoix unter Berufung auf das schwedische Portal DN berichtet, wolle der ausrichtende Sender SVT der EBU vorschlagen, den Eurovision Song Contest um eine Stunde auf 20 Uhr mitteleuropäischer Zeit vorzuverlegen. Seit Menschengedenken fängt die Show um 21 Uhr MEZ an. Seit sich die Eurovision immer weiter östlich ausdehnt, zeigt sich die Schwierigkeit dieses Sendebeginns, der 1957 mit Rücksicht auf das Programmschema der BBC installiert wurde: in Russland oder am Kaukasus, die in einer anderen Zeitzone liegen, beginnt die Show derzeit teils erst um Mitternacht. Die Schweden argumentieren nun, dass insbesondere das jüngere Publikum, das extrem wichtig für die Zukunft des Contests sei, so nicht erreicht werden könne. Martin Österdahl, der ausführ...