Fina­le 2019: ESC is a losing Game

Da hat­te die EBU in die­sem Jahr eigens erneut das Aus­zäh­lungs­ver­fah­ren geän­dert, um die Sache span­nen­der zu gestal­ten. Und doch trat die lang­wei­ligs­te aller mög­li­cher Optio­nen ein: wie bereits seit Mona­ten von allen Wett­bü­ros eisern vor­her­ge­sagt, gewann heu­te Nacht der Nie­der­län­der Dun­can Lau­rence den Euro­vi­si­on Song Con­test 2019. Der 24jährige Musi­ker ver­ein­te die in die­sem Jahr augen­schein­lich wich­tigs­ten Eigen­schaf­ten für eine erfolg­rei­che Grand-Prix-Teil­nah­me: er ist männ­lich, voll­bär­tig, gut­aus­se­hend und er jaul­te wei­te Tei­le sei­ner gefühl­vol­len Kla­vier­bal­la­de ‘Arca­de’ in Fal­sett­stim­me. Sein Lied han­delt dem rei­nen Text nach von einer unglück­li­chen Bezie­hung, die der Prot­ago­nist nicht been­den kann, weil er süch­tig nach ihr ist; nach der Aus­sa­ge des Inter­pre­ten jedoch betraue­re er den Ver­lust einer gelieb­ten Per­son. Eben­so zwie­späl­tig wie die Lyrics gestal­te­te sich auch Dun­cans Sieg, der mich genau­so rat­los und unbe­frie­digt zurück­lässt wie zuletzt der von Ell & Nik­ki in Düs­sel­dorf und der streng­ge­nom­men auch gar kei­ner war: sowohl beim Publi­kum als auch bei den Jurys lag in der Abstim­mung jeweils ein ande­rer Act vor­ne, der apar­te Hol­län­der gewann ein­zig auf­grund der mas­si­ven Unei­nig­keit der “pro­fes­sio­nel­len” Voter mit den Zuschauer/innen und konn­te sich als jeweils Dritt- bzw. Zweit­plat­zier­ter kumu­liert einen aus­ge­spro­chen schä­bi­gen Gesamt­sieg erschlei­chen.

Dun­can bei der Sie­ger­re­pri­se, die gleich viel bes­ser wirk­te als sei­ne Wett­be­werbsper­for­mance, wo er ver­krampft wie ein ver­bo­ge­ner Klei­der­ha­ken hin­ter dem Pia­no saß.

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Rank & File 2019: Platz 25 – Big­ger than us

Gera­de mal drei Songs für sechs namen­lo­se Teilnehmer/innen: zwar stell­te die ARD, eine der finanz­stärks­ten öffent­lich-recht­li­chen TV-Sta­tio­nen der Erde, bereits vor zwei Jah­ren unter Beweis, dass eine sol­che Dis­count-Vor­ent­schei­dung nicht funk­tio­niert. Aber die bocki­gen Bri­ten erwei­sen sich beim Euro­vi­si­on Song Con­test als genau so ver­nunft­re­sis­tent wie beim Bre­x­it: sie wie­der­hol­ten die­sen Feh­ler mit Euro­vi­si­on: you deci­de erneut.

Platz 25: Groß­bri­tan­ni­en – Micha­el Rice: Big­ger than us (Grö­ßer als wir)

Und so ver­tritt nun ein dick­li­cher, etwas unge­lenk wir­ken­der Jun­ge, im ech­ten Leben Besit­zer eines Waf­fel-Shops, die zu ihren längst ver­gan­ge­nen Glanz­zei­ten einst­mals kul­tu­rell wie kom­mer­zi­ell füh­ren­de euro­päi­sche Pop-Nati­on beschä­men­der­wei­se mit einem Aller­welts­song aus schwe­di­scher Feder. John Lundvik, der aktu­el­le Reprä­sen­tant aus dem Land der Elche, hat­te das von ihm mit­ver­fass­te ‘Big­ger than us’ ursprüng­lich als einen von zwei Vor­schlä­gen zum Melo­di­fes­ti­va­len ein­ge­reicht, sich dann aber auf Rat von Chris­ter Björk­man für den stär­ke­ren sei­ner zwei Titel ent­schie­den und lös­te mit ‘Too late for Love’ denn auch das Ticket nach Tel Aviv, wo er nun gewis­ser­ma­ßen doch mit bei­den Lie­dern ver­tre­ten ist. Und so passt es ins Bild, dass neben der fabel­haf­ten Mel Giedroyc der Schwe­den­hap­pen Måns Zelmerlöw den Vor­ent­scheid des König­reichs mode­rier­te – und mit einem halb­nackt vor­ge­tanz­ten Med­ley bri­ti­scher Euro­vi­si­ons­er­fol­ge aus dem ver­gan­ge­nen Jahr­tau­send auf char­man­te Art und Wei­se noch Salz in die Wun­de rieb. Denn seit dem Mill­en­ni­um hat das UK halt schlicht­weg nichts mehr zustan­de gebracht und das Zep­ter wohl oder übel an Schwe­den wei­ter­ge­reicht.

Mari­ja Šerif­o­vićs jün­ge­rer Bru­der: Micha­el Rice beim Vor­ent­schei­dungs­auf­tritt.

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EYD 2019: Bye bye, I love you

Grö­ßer als wir” sei die Lie­be, die uns ver­bin­de, so röhrt es ein feis­ter Jun­ge mit Hoch­was­ser­ho­sen und unvor­teil­haf­ter Scham­haar­fri­sur her­aus, und man kann es, wenn man denn möch­te, als meta­pho­ri­sche Beschwö­rung der Insu­la­ner ver­ste­hen, trotz des unmit­tel­bar bevor­ste­hen­den Bre­xits den Blick auf das Gemein­sa­me nicht zu ver­lie­ren, das Ver­bin­den­de. Eben das, was Euro­pa zu etwas Grö­ße­rem macht als nur die Sum­me sei­ner Ein­zel­staa­ten. “Nimm mei­ne Hand und ich füh­re dich nach Hau­se,” singt der opti­sche Zwil­lings­bru­der der ser­bi­schen Euro­vi­si­ons­sie­ge­rin Mari­ja Šerif­o­vić namens Micha­el Rice vol­ler Hin­ga­be und mit wild rudern­den Arm­be­we­gun­gen, “ver­stehst Du, Du wirst nie­mals allei­ne sein”. Es klingt wie der ver­zwei­fel­te Ver­such einer Selbst­sug­ges­ti­on, eines letz­ten Appells im Ange­sicht der nahen­den poli­ti­schen, wirt­schaft­li­chen und mensch­li­chen Fins­ter­nis für die Bewoh­ner des Ver­ei­nig­ten König­reichs. Kein Wun­der, dass er den gest­ri­gen bri­ti­schen Vor­ent­scheid Euro­vi­si­on: you deci­de mit der immens kit­schi­gen wie drö­gen Bal­la­de gewann und als Sie­ger aus einer Ver­an­stal­tung her­vor­ging, die in gro­ßen Tei­len signa­li­sier­te, dass das ehe­ma­li­ge Mut­ter­land des Pop den kul­tu­rel­len Anschluss an Euro­pa längst ver­lor und auch zu kei­ner­lei Anstren­gun­gen mehr bereit ist, ihn wie­der­zu­fin­den.

San­cho Pan­sa, die sin­gen­de Wind­müh­le.

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: kan­ni­ba­li­sche Hams­ter

So lang­sam geht es in die Vol­len: heu­te Abend steigt der ers­te Super­sams­tag der Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2019. Um so drin­gen­der ist es daher an der Zeit, rasch noch ein paar der in den letz­ten Wochen lie­gen geblie­be­nen Vor­ent­schei­dungs­per­len abzu­ar­bei­ten. Und da kein ESC-Jahr­gang kom­plett wäre ohne ihn, darf, nein: muss die mol­da­wi­sche Euro­vi­si­ons­le­gen­de Alex­an­dru “SashaBogni­bov natür­lich den Auf­takt geben. Der mach­te bekannt­lich erst­mals 2008 von sich reden, als er sich mit dem lyrisch frag­wür­di­gen Titel ‘I love the Girls of 13 Years old’ für den Vor­ent­scheid des Lan­des bewarb und auch auf die vom Sen­der vor­ab ver­öf­fent­lich­te Aus­wahl­lis­te kam, es dann aber nicht in die Sen­dung schaff­te. Ein Ritu­al, das sich seit­her regel­mä­ßig wie­der­holt, wobei sei­ne Lie­der von Jahr zu Jahr musi­ka­lisch bes­ser und text­lich weni­ger gru­se­lig wer­den. Bis auf 2019: heu­er knüpft Alex mit ‘Love me like my Daugh­ter’ wie­der an sei­ne Anfän­ge an. Wenn ich sei­nen jau­len­den Gesang rich­tig ver­ste­he, umschwärmt unser Kar­pa­ten-Goth dar­in eine jugend­li­che Halb­wai­se mit Vater­kom­plex. Der mol­da­vi­sche Sen­der TRM erklär­te bei der Vor­stel­lung der Bewer­ber­lis­te für die O Melo­die Pen­tru Euro­pa bereits, dass einer der ein­ge­reich­ten Bei­trä­ge auf­grund sei­nes Tex­tes nicht euro­vi­si­ons­kom­pa­ti­bel sei und vom öffent­li­chen Vor­sin­gen für die Aus­wahl­ju­ry aus­ge­schlos­sen wer­de, das am 2. Febru­ar 2019 mit­tags in Chișinău statt­fin­det. Und ich habe das Gefühl, ich weiß auch schon, wel­cher das ist!

Gru­se­lig-düs­te­res Sujet vor weih­nacht­lich-ste­ri­ler, hell erleuch­te­ter Stu­dio­ku­lis­se: ein unpas­sen­de­res Set­ting hät­te man sich kaum aus­den­ken kön­nen.

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SuRie: “Die Ener­gie des Publi­kums bleibt in mei­ner Erin­ne­rung”

Im Früh­stücks­fern­se­hen äußer­te sich heu­te mor­gen die bri­ti­sche Euro­vi­si­ons­ver­tre­te­rin 2018, SuRie (bür­ger­lich: Susan­na Marie Cork), zu den Vor­fäl­len rund um ihren Auf­tritt im Fina­le des Wett­be­werbs am ver­gan­ge­nen Sams­tag in Lis­sa­bon, der von einem Stö­rer unter­bro­chen wur­de. Wie die Sän­ge­rin auf Nach­fra­ge berich­te­te, habe sie den Ein­dring­ling erst wahr­ge­nom­men, als er direkt vor ihr stand und ihr das Mikro­fon aus der Hand wand, wovon sie ein paar klei­ne­re Krat­zer davon­trug. Sie habe jedoch kei­ne Zeit gehabt, über die poten­ti­el­le Gefähr­lich­keit des Man­nes nach­zu­den­ken, der umge­hend von der Secu­ri­ty über­wäl­tigt wur­de. Wäh­rend SuRie für eini­ge Sekun­den ohne Mikro­fon dastand, lief der Song wei­ter, der Back­ground­chor sang den Refrain und die Fans in der Hal­le fie­len mit ein. “Als ich mich wie­der umdreh­te, sah ich das Mikro auf dem Boden,” so SuRie, die es ohne zu Zögern auf­hob und fest ent­schlos­sen den Rest ihres Bei­trags ablie­fer­te. Mit, wie sie es im Inter­view selbst nann­te, “Feu­er im mei­nen Augen”. Cork wei­ter: “Der Song­text bekam eine ganz neue Bedeu­tung”. Schließ­lich geht es in ihrem Bei­trag ‘Storm’ um das Durch­hal­ten in schwe­ren Zei­ten, und dafür lie­fer­te die Bri­tin am Sams­tag ein unver­gess­li­ches, bra­vou­rö­ses Bei­spiel.

Schöpf­te aus dem Adre­na­lin­schub des Vor­falls neue Ener­gie für ihre Per­for­mance: die ado­rable SuRie beim ESC-Fina­le.

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Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheim­ver­trag mit dem Kar­ma? Oder wie schafft Isra­el es sonst, sei­ne Euro­vi­si­ons­sie­ge mit einer der­ar­ti­gen mathe­ma­ti­schen Prä­zi­si­on in Abstän­den von jeweils exakt 20 Jah­ren über die Grand-Prix-Geschich­te zu ver­tei­len? Und das auch noch mit einem jeweils ziem­lich ähn­li­chen Kon­zept: 1978 schaff­te es Izhar Cohen auf dem Höhe­punkt der Dis­co­wel­le mit einem tanz­ba­ren, von der uni­ver­sa­len Lie­be unter den Men­schen han­deln­den Kin­der­lied namens ‘A Ba Ni Bi’ und einer sen­sa­tio­nel­len Mar­ge-Simp­son-Fri­sur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämp­fe­ri­schen Trans­se­xu­el­len Dana Inter­na­tio­nal mit dem Tanz­flä­chen­fül­ler ‘Diva’ der bis heu­te wich­tigs­te, weil ein unüber­seh­ba­res, die gesell­schaft­li­che Libe­ra­li­tät beflü­geln­des Zei­chen für Tole­ranz und Respekt gegen­über dem Anders­sein set­zen­de Sieg in der Euro­vi­si­ons­his­to­rie. Und nun, wei­te­re 20 Jah­re spä­ter, führt die fan­tas­ti­sche, vor selbst­be­wuss­tem Charme nur so sprü­hen­de Wucht­brum­me Net­ta Bar­zi­lai die­se pro­gres­si­ve Tra­di­ti­on fort und gewinnt mit der unglaub­lich spa­ßi­gen, eben­falls extrem tanz­ba­ren Eman­zi­pa­ti­ons­hym­ne ‘Toy’, einem so unver­krampf­ten wie kraft­vol­len Bei­trag zur aktu­el­len Femi­nis­mus­de­bat­te, die euro­päi­schen Lie­der­wett­spie­le. Wie wun­der­bar!

Sie sei eine “schö­ne Krea­tur”, behaup­tet die hier vor ihren gol­de­nen “Bären” (Peter Urban) zu sehen­de Net­ta in ihrem Song über sich selbst. Völ­lig zu Recht. Und ein Vor­bild dazu (IL).

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Micha­el Schul­te auf LSD: der sechs­te Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Eine Wun­der­tü­te an Pro­ben brach­te der heu­ti­ge Tag in Lis­sa­bon, mit Star­tern aus allen drei Shows auf der Büh­ne der Alti­ce-Are­na. Über die­je­ni­gen des Vor­mit­tag kön­nen wir schnell hin­weg­sprin­gen, für die Qualifikationsrundenteilnehmer/innen von Arme­ni­en (sym­pa­thi­scher­wei­se unaus­ge­schla­fen, aber immer noch der schöns­te Bart 2018) bis Däne­mark war das schließ­lich bereits der zwei­te Durch­lauf, und all zu viel Nen­nens­wer­tes änder­te sich nicht. Die Ser­ben (zweit­schöns­ter Bart) haben ihre Lakritz­schnü­re wohl auf­ge­fut­tert, die bei­den für San Mari­no star­ten­den Ladys war­fen sich heu­te immer­hin in – dem Mode­the­ma des Jah­res fol­gend – teils extrem durch­sich­ti­ge Büh­nen­kla­mot­ten. Und bewie­sen Humor, in dem sie den eigent­li­chen Star ihres Auf­trit­tes, dem größ­ten der vier put­zi­gen Spiel­zeug­ro­bo­ter, dies­mal ein Schild mit der Auf­schrift “Jus­ti­ce for Valen­ti­na” hoch­hal­ten lie­ßen. Ich bin mal gespannt, was im TV-Semi auf der Demo­ta­fel steht! Doch was uns alle wirk­lich inter­es­siert, spiel­te sich heu­te Nach­mit­tag ab: da prob­te Micha­el Schul­te zum ers­ten mal in der Hal­le! Und zwar zu mei­ner Über­ra­schung mit einem im Ver­gleich zu Unser Lied für Lis­sa­bon visu­ell deut­lich auf­ge­frisch­ten Sta­ging. Das, soweit man in den Blogs nach­le­sen konn­te, einen span­nen­den Effekt auf Fans und Hater zei­tigt.

Man gewinnt nicht den Ein­druck, dass sich Jes­si­ka wirk­lich über die Unter­stüt­zung von Jeni­fer freut…

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UK 2018: Sweet Dreams are made of Chee­se

Eine blon­de, jugend­li­che Annie-Lennox-Dop­pel­gän­ge­rin, die bereits zwei Mal als Chor­sän­ge­rin auf der Euro­vi­si­ons­büh­ne stand und die beim Sin­gen als Zei­chen größ­ter Gefühls­auf­wal­lung den Hit­ler­gruß ent­bie­tet: dies ist das vor weni­gen Minu­ten in his­to­ri­schen Dome zu Brigh­ton her­aus­ge­such­te musi­ka­li­sche Abschieds­ge­schenk der Bri­ten als Noch-EU-Nati­on an das euro­päi­sche Fest­land. SuRie (Susan­na Marie) heißt die jun­ge Dame, deren Stim­me schon bei ‘Rhythm insi­de’ (→ BE 2015) und ‘City Lights’ (→ BE 2017) im Hin­ter­grund zu hören war; zwei Bei­trä­gen, mit deren Klas­se ihr eige­ner Wett­be­werbs­ti­tel ‘Storm’ nicht ganz mit­hal­ten kann. “Die Bri­ten lie­ben es, über das Wet­ter zu reden”, scherz­te der als Komo­de­ra­tor enga­gier­te Måns Zelmerlöw (→ SE 2015) direkt nach SuRies Auf­tritt, die den Vor­ent­scheid Euro­vi­si­on: you deci­de ver­mut­lich vor allem des­halb gewann, weil sie unter allen sechs Teilnehmer/innen noch die meis­ten Töne traf. Ihr Lied beginnt als Pia­no­bal­la­de und ver­wan­delt sich rasch in einen beat­ge­trie­be­nen, hym­ni­schen Pop­song, der sich abso­lut ange­nehm weg­hö­ren lässt und nach 20 Minu­ten wie­der ver­ges­sen ist.

Kei­nes­falls hilf­los im Sturm der Gefüh­le: die etwas bri­tisch unter­kühlt wir­ken­de SuRie.

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Schott­land will wei­ter­hin ins ‘kon­ti­nen­ta­le Schau­fens­ter’ des ESC

Ange­sichts der am kom­men­den Mitt­woch anste­hen­den bri­ti­schen Vor­ent­schei­dung Euro­vi­si­on: you deci­de unter­nahm die Scot­tish Natio­nal Par­ty am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de einen erneu­ten Vor­stoß für eine stär­ke­re Reprä­sen­tanz des für sei­ne Kilts und Dudel­sä­cke bekann­ten Lan­des­teils beim Euro­vi­si­on Song Con­test. So plä­dier­te der Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te der sepa­ra­tis­ti­schen Par­tei, Alyn Smith, in der Zei­tung Sunday Herald für ein Rota­ti­ons­sys­tem, nach wel­chem die ver­schie­de­nen Regio­nen des Ver­ein­ten König­reichs immer abwech­selnd eine/n Vertreter/in zum euro­päi­schen Wett­sin­gen ent­sen­den sol­len. Da sowohl Wales als auch Nord­ir­land und eben Schott­land über eigen­stän­di­ge TV-Sta­tio­nen ver­fü­gen, die jeweils Mit­glied der EBU sind, wären die for­ma­len Vor­aus­set­zun­gen für ein sol­ches Ver­fah­ren gege­ben, wie Genf gegen­über Smith bestä­tig­te. Ein Bei­spiel hier­für bil­det das sprach­lich wie kul­tu­rell zwei­ge­teil­te Bel­gi­en, wo sich die Sen­der der fran­zö­si­schen und der nie­der­län­di­schen Regi­on bereits seit 1956 jähr­lich mit dem Grand-Prix-Bei­trag abwech­seln. Der Poli­ti­ker möch­te den Song Con­test als kon­ti­nen­ta­les “Schau­fens­ter” nut­zen, er sei eine “Gele­gen­heit, Euro­pa die vibrie­ren­de schot­ti­sche Musik­sze­ne” näher zu brin­gen.

Eine schot­ti­sche Euro­vi­si­ons­teil­neh­me­rin und Sie­ge­rin war Lulu (1969).

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Bizarr: Euro­vi­si­ons­fans im Visier des digi­ta­len Info-Krie­ges?

Wie das Hei­se-Online-Maga­zin Tele­po­lis unter Bezug­nah­me auf eine Mel­dung der bri­ti­schen Tages­zei­tung Guar­di­an berich­tet, soll die bri­ti­sche Regie­rung die PR-Agen­tur Saatchi beauf­tragt haben, mit geziel­ten Kam­pa­gnen in den sozia­len Medi­en das Anse­hen der Ukrai­ne bei Fans des Euro­vi­si­on Song Con­test posi­tiv zu beein­flus­sen. Dies sei Teil einer groß­an­ge­leg­ten Offen­si­ve, mit wel­cher die Regie­rung des Insel­staa­tes im soge­nann­ten Info-Krieg zwi­schen Russ­land und dem Aus­rich­ter­land der euro­päi­schen Gesangs­fest­spie­le von 2017 der Ukrai­ne bei­ste­hen will. Die Fir­ma Saatchi, die zuletzt Wahl­kam­pa­gnen für die kon­ser­va­ti­ven Torys gefah­ren habe, soll nach Anga­ben des Guar­di­an hier­für rund 100.000 £ bekom­men (was natür­lich die Fra­ge auf­wirft, ob man das Geld nicht sinn­vol­ler für einen geschei­ten bri­ti­schen Euro­vi­si­ons­bei­trag ver­wen­den könn­te). Erheb­lich höhe­re Mit­tel gebe man für die Bera­tung der Regie­rung in Kiew in PR-Fra­gen, Pro­gram­me für die rus­sisch­spra­chi­gen Min­der­hei­ten in den Staa­ten des Bal­ti­kums oder zur Unter­su­chung des Ein­flus­ses des kremltreu­en Sen­ders Rus­sia Today auf west­eu­ro­päi­sche Mediennutzer/innen aus. Die benö­tig­ten Gel­der stam­men der Zei­tung zufol­ge aus dem Topf des bri­ti­schen Kon­flikt-, Sta­bi­li­täts- und Sicher­heits­fonds CSSF, die Regie­rung betrach­te dies als “Ant­wort auf die zuneh­men­den Info­war-Kam­pa­gnen, mit denen von Russ­land gesteu­er­te Medi­en angeb­lich ver­sucht haben, das EU-Refe­ren­dum wie auch die Wah­len in den USA, Frank­reich und Deutsch­land zu beein­flus­sen,” so der Guar­di­an. Wie Tele­po­lis ergänzt, bestün­den ähn­li­che Pro­gram­me bereits seit eini­gen Jah­ren inner­halb der EU. Auch deut­sche Uni­ver­si­tä­ten und der Aus­lands­sen­der Deut­sche Wel­le sei­en an diver­sen Medi­en­pro­jek­ten in der oder für die Ukrai­ne betei­ligt, die sich spe­zi­fisch mit rus­si­schen Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gnen beschäf­ti­gen. Ein gezielt auf Grand-Prix-Fans maß­ge­schnei­der­tes Pro­gramm scheint jedoch neu zu sein. Wie dies im Ein­zel­nen aus­se­hen soll und ob das Bud­get aus­reicht, um Euro­vi­si­ons-Iko­nen wie Lys Assia, Caro­la oder Lore­en als Tes­ti­mo­ni­al zu enga­gie­ren, dar­über war lei­der nichts zu erfah­ren. Ande­rer­seits: Rus­la­na macht das bestimmt ger­ne kos­ten­los!

Auch das einst­mals bri­tisch besetz­te Mal­ta ver­such­te sich schon an sub­ti­len Bot­schaf­ten im Info-Krieg mit Russ­land.