SE 1966: Some­thing old, some­thing new, some­thing hip and some­thing cool

Als das Mus­ter­bei­spiel schlecht­hin für einen kon­tro­ver­sen, die Mensch­heit in glü­hen­de Anhänger/innen und völ­lig ver­ständ­nis­los mit dem Kopf schüt­teln­de Gegner/innen tei­len­den Grand-Prix-Bei­trag kann der Sie­ger­ti­tel des schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len 1966 gel­ten. Sowie als bes­ter Beleg dafür, war­um ein der­ar­tig umstrit­te­nes Lied in einem Wett­be­werb wie dem Euro­vi­si­on Song Con­test einem gefäl­li­gen, um kei­nen Preis anecken wol­len­den Main­stream­song zwangs­läu­fig über­le­gen sein muss (und ja, lie­ber NDR, der Zaun­pfahl, mit dem ich gera­de im Schwei­ße mei­nes Ange­sichts win­ke, rich­tet sich an Dich!). Alles an ‘Nygam­m­al Vals’ (‘Neu-alter Wal­zer’) war unge­wöhn­lich und schräg. Das fing schon bei den bei­den Inter­pre­ten an, bzw. mit dem Fakt, dass ein Duo das Lied sang, was beim eher auf Einzelkünstler/innen aus­ge­rich­te­ten Grand Prix damals wie heu­te eher die Aus­nah­me als die Regel dar­stellt. Und schon das Duo irri­tier­te: Svan­te Thures­son, der männ­li­che Part, sei­nes Zei­chens ehe­ma­li­ger Drum­mer und akti­ver Jazz-Musi­ker, zähl­te zum Zeit­punkt sei­ner Mel­lo-Teil­nah­me zwar erst 29 Len­ze, wirk­te durch sei­nen Voll­bart, die aus­ge­präg­ten Geheim­rats­ecken und sei­ne seriö­se Erschei­nung aber deut­lich älter. Mit dem pep­pi­gen ‘Hej Sis­trer, hej Brö­der’, einem Song irgend­wo zwi­schen Schla­ger und Agit Pop, hat­te er noch einen Solo­ti­tel im Ren­nen, der die in der Luft lie­gen­de Stim­mung nach Ver­än­de­rung auf­griff, mit mage­ren sechs Pünkt­chen aber im hin­te­ren Mit­tel­feld ver­en­de­te. Die in Hel­sin­ki gebo­re­ne Schla­ger­sän­ge­rin Maj Lil­lemor “LillLind­fors, sei­ne Duett­part­ne­rin, war nur drei Jah­re jün­ger als er, strahl­te aber so viel jugend­li­che Fri­sche und iro­ni­sche Unbe­küm­mert­heit aus, dass die bei­den im Zusam­men­spiel eher wirk­ten wie Vater und Toch­ter, was ihrer Num­mer einen zusätz­li­chen Irri­ta­ti­ons­le­vel hin­zu­füg­te.

Och guck mal, da trug der Roger Whit­taker ja noch gar kei­ne Bril­le!

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