ESC Semi 2006: I’ll fuck­ing win

Logo des Eurovision Song Contest 2006 (Finale)
Das Jahr der Mons­ter­ro­cker

West­eu­ro­päi­sche Grand-Prix-Fan­clubs bestehen in der Regel – in exak­ter Umkeh­rung der übli­chen Bevöl­ke­rungs­an­tei­le – zu 95% aus schwu­len Män­nern. Und die haben, logi­scher­wei­se, einen völ­lig ande­ren Musik­ge­schmack als das beim Euro­vi­si­on Song Con­test abstim­men­de Mas­sen­pu­bli­kum an den Bild­schir­men. Natür­lich scherz­ten die im Athe­ner Olym­pia­sta­di­on ver­sam­mel­ten Fans noch vor Beginn des Halb­fi­na­les, dass man hin­ter­her, wenn die zehn Fina­lis­ten fest­stün­den, wohl mal wie­der kopf­schüt­telnd in der Hal­le säße. Und genau so kam es auch.

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Ich Tro­je: War­schau­er Pakt

Noch ist Polen nicht ver­lo­ren! Unter die­sem Mot­to steht die heu­ti­ge Bene­fiz-Par­ty im Ber­li­ner Quatsch Come­dy Club zuguns­ten der Akti­on War­schau­er Pakt, bei dem es um die Unter­stüt­zung der pol­ni­schen Schwu­len­be­we­gung für einen CSD in der Haupt­stadt War­schau geht. Tho­mas Her­manns und Georg Uecker mode­rie­ren, Clau­dia Roth berich­tet von den Erfah­run­gen der letzt­jäh­ri­gen – vom War­schau­er Bür­ger­meis­ter und jet­zi­gen Prä­si­den­ten Lech Kac­zynsk unter­sag­ten – Para­de und die aktu­el­len Grand-Prix-Ver­tre­ter des Lan­des, Ich Tro­je, eröff­nen die Show. Im Anschluss gibt es Polen-Dis­co mit Glo­ria Via­gra und Pol­la Dis­as­ter. Alle Ein­nah­men kom­men direkt dem War­schau­er CSD zugu­te. Wäh­rend bei uns der Chris­to­pher Street Day oft­mals in Rich­tung eines schwulles­bi­schen Kar­ne­vals­um­zugs abdrif­tet, befin­det sich unser direk­tes Nach­bar­land Polen noch immer in der schwu­len­po­li­ti­schen Stein­zeit. Es ist unglaub­lich, dass in einem Mit­glieds­staat der Euro­päi­schen Uni­on CSD-Teil­neh­mer von der Poli­zei durch die Stadt gehetzt und ver­prü­gelt wer­den. Aber lei­der wahr. Die Akti­on War­schau­er Pakt unter­stützt daher die pol­ni­sche Schwu­len­be­we­gung, bei­spiels­wei­se durch die kos­ten­güns­ti­ge Mög­lich­keit zur Teil­nah­me an deut­schen CSDs. Groß­ar­tig, dass Michal Wis­niew­ski und sei­ne Band hier Zei­chen set­zen!


‘Lie­be macht Spaß’ – so isses!

ESC 2003: Die Kotzn in da Wiesn

Logo des Eurovision Song Contest 2003
Das Kopf­weh-Jahr

Seit sei­ner Erst­teil­nah­me 1994 war Russ­land vom Ehr­geiz beseelt: mit Alla Pugat­schowa (1997) hat­te man bereits sei­nen größ­ten Star geschickt, mit Alsou (2000) bereits einen zwei­ten Platz erreicht. Der Sieg zwei­er abtrün­ni­ger ehe­ma­li­ger Sowjet­re­pu­bli­ken in Fol­ge bestärk­te die ehe­ma­li­ge, gera­de wie­der erstar­ken­de Welt­macht nun um so mehr, ihren Füh­rungs­an­spruch als größ­tes und ein­woh­ner­stärks­tes Land der EBU auch auf pop­kul­tu­rel­lem Gebiet zu demons­trie­ren. Ein Sieg soll­te her, auch wenn man dazu schwe­res Geschütz auf­fah­ren müss­te. Und das hat­ten die Rus­sen dies­mal, in Form der als Les­ben-Loli­tas ver­mark­te­ten Skan­dal­gö­ren Jele­na Kati­na und Julia Wol­ko­wa, bes­ser bekannt als t.A.T.u., die mit ‘All the Things she said’ im Vor­jahr einen euro­pa­wei­ten Num­mer-Eins-Hit lan­den und sogar die ame­ri­ka­ni­sche Top 20 kna­cken konn­ten.

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DVE 2003: Ich hoff, es geht Dir schlecht

Lou Hoffner, DE 2003
Der Pumuckl

Da hat­te sich Jür­gen Mei­er-Beer, der Euro­vi­si­ons­be­auf­trag­te des NDR, nach dem Deba­kel von Corin­na May was vor­ge­nom­men. “Die­se Nie­der­la­ge gibt mir die Mög­lich­keit, auch in Deutsch­land end­gül­tig vom alten Grand-Prix-Image weg­zu­kom­men”, sag­te er noch in Tal­lin der Pres­se. Einen “ästhe­ti­schen Quan­ten­sprung vom Schla­ger­haf­ten zur Moder­ne des Pop” woll­te er hin­be­kom­men. Sah anfangs auch ganz gut aus: neben der noto­ri­schen Bild ver­kün­de­ten auch seriö­se Pres­se­or­ga­ne wie die Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung, die den gera­de zu Hit­eh­ren (‘Meer sehn’) gekom­me­nen Jun­gen mit der Gitar­re (DJMDG) stütz­te, und die links­al­ter­na­ti­ve tages­zei­tung, die gar unter ihren Lesern einen eige­nen Lyrik-Wett­be­werb aus­rief, Inter­es­se an der Vor­ent­schei­dung.

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