Irland

Die dunk­len Jah­re des ESC in den Neun­zi­gern waren die Blü­te­zeit der Grü­nen Insel: die die iri­sche Gast­freund­schaft genie­ßen­den Juro­ren lie­ßen das arg­lo­se Völk­chen Jahr für Jahr gewin­nen. Mit der Ein­füh­rung des Tele­vo­ting folg­te der Absturz in die Bedeutungslosigkeit.
Dabei seit: 1965; Sie­ge: 1970, 1980, 1987, 1992, 1993, 1994, 1996; Rote Later­nen: 3.

Irland: Schwes­ter Schwes­ter, für mich bist Du die Sahnetorte

Schon seit vielen Jahren stellt das irische Fernsehen RTÉ den fünf Teilnehmern seiner nationalen Vorentscheidung sogenannte Mentoren zur Seite, bekannte Personen oder Musikproduzenten, die als Fürsprecher und Begleitpersonen ihrer Schützlinge auftreten, ähnlich den Promi-Paten bei deutschen Vorentscheidungen der späten Achtziger und frühen Neunziger (unvergessen Siw "Musik: Ralph Sieger" Malmkvist anno 1985). So beispielsweise Valerie Roe, einstige Miss Universe Irland und zeitweise Mitglied der britischen Siebzigerjahre-Disco-Formation The Dooleys. Sie musste nicht lange nach ihrem Protegé suchen: es ist ihre Schwester Patricia Roe, die bereits 1992 und 1993 an der irischen Vorentscheidung teilnahm. Auf die Grand-Prix-Bühne schaffte sie es im Jahr darauf…
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Ach was: Ryan Dolan ist schwul

Da muss selbst Captain Obvious gähnen: wie der irische Independant vermeldete, brachte der letztjährige Letztplatzierte Ryan Dolan gestern Vormittag in einer Radiosendung sein öffentliches Coming out hinter sich. Der 28jährige, der sich in Malmö von drei kernig durchtrainierten Tänzern mit nackten Oberkörpern auf der Bühne begleiten ließ, sprach in der Radioshow darüber, wie schwer es ihm als Jugendlichem gefallen sei, den Mut aufzubringen, sich seinen Eltern zu offenbaren: "Mein Vater war der Letzte, der es herausfand, weil ich Angst davor hatte, was er denken könnte. Dabei nahm er es besser auf als jeder, dem ich es sonst erzählte". Unter dem…
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Dana: All Kinds of Abtreibung

Während ein gutes Drittel der aktuellen Eurovisionsfinalisten, darunter die Siegerin Emmelie de Forest, aber auch die unverwüstliche Lys Assia oder die fabelhafte Gina G. beim diesjährigen Stockholm Pride auftreten und so auch ein Zeichen der Toleranz und Fortschrittlichkeit setzen, verweilt die irische Siegerin von 1970, Dana, lieber im politischen Mittelalter und macht sich weiter für einen Erhalt des bedingungslosen Abtreibungsverbotes auf der katholischen Insel stark. Nach einem Bericht der Irish Times fordert sie eine Volksabstimmung über einen Gesetzesentwurf der Regierung, der einen Schwangerschaftsabbruch im Falle einer akuten Lebensgefahr für die werdende Mutter legalisiert und damit entsprechende Urteile des irischen Verfassungsgerichtes von…
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ESC-Fina­le 2013: Bei jedem Kuss

ESC-Fina­le 2013: Bei jedem Kuss

Nun liegt er also hinter uns, der Eurovision Song Contest 2013. Etliche Änderungen nahmen die schwedischen Veranstalter am bestehenden Konzept vor, selbstredend begleitet von reflexhaftem Weltuntergangsgejammer der Fans: eine deutlich kleinere Halle gab es, keine LED-Orgie bei der Beleuchtung, nur Stehplätze im Innenraum, ein verändertes Stimmauszählungsverfahren und eine handgemachte Startreihenfolge. Und was soll man sagen: die Welt ging nicht unter - im Gegenteil entpuppte sich die Show aus Malmö als intimer, freundlicher, runder. Was vor allem der großartigen Selbstironie geschuldet ist, mit der die gastgebenden Schweden sich selbst und den Contest sanft auf die Schippe nahmen. Seien es die fabelhaften…
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Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Tack Sverige! Die zahlreichen Änderungen, die das schwedische Fernsehen unter Federführung von Christer Björkman in diesem Jahr am Song Contest vornahm, trafen gerade unter den Fans ja eher auf Ablehnung. Nach dem heutigen ersten Semiabend muss ich jedoch sagen: aus Sicht des TV-Zuschauers sind zumindest die Entscheidungen für eine kleinere Halle mit Stehplätzen im Innenraum, die technische Abrüstung (keine Bühnen-LEDs) und die Rückkehr zu "nur" noch einer Moderatorin goldrichtig. Atmosphärisch deutlich dichter, fast schon intim die Fernsehbilder aus Malmö, die Künstler wirkten nicht mehr verloren auf der Bühne oder vom Hintergrund erschlagen, wie es in den letzten Jahren meist der…
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Fünf­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: ers­tes Semi, die Chancen

Heute ging es richtig los in Malmö: das Pressezentrum eröffnete mit einer Pressekonferenz der EBU, die erwartungsgemäß alle ihre von den Fans teilweise heftig kritisierten Entscheidungen zu den Regeländerungen beim Contest als sinnvoll und gelungen bezeichnete und ansonsten ausführlich ihre brandneue Eurovisions-App für iPhones und Android-Handys bewarb (zu der ich nichts weiter sagen kann, weil bei mir der Anmeldeprozess nicht klappte, man zum Voten per App aber ohnehin ein PayPal-Konto braucht, das ich weder habe noch will und ich auf fesselnde News vom eurovision.tv-Team auf meinem Smartphone verzichten kann). Gegen Mittag starteten dann die zweiten Probendurchläufe für die Teilnehmer des…
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Zwei­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: It’s a small World

Gleich die ersten Interpreten des zweiten Probentages sorgten heute früh für die größte Überraschung: im weißen 2001-Weltraumanzug als Montenauten verkleidet, lieferten die beiden Jungs von Who see? eine astreine Performance ab, getoppt von ihrer ebenfalls kompetenten Sängerin Nina Žižić, die pünktlich zum Beginn ihres Vokalparts per transparentem Lift aus den Bühnenboden geschossen kommt. Der antizipierte Car-Crash bleibt also aus; ganz im Gegenteil räumen die Blogger in Malmö den ursprünglich als sichere Sitzenbleiber gehandelten Schwarzberglern mittlerweile große Chancen auf einen Finaleinzug ein. Den umgekehrten Weg gingen die drei Serbinnen, die ihren fabelhaften Faschingsschlampenlook aus der Vorentscheidung gegen augenwehbunte Zuckerbäckerkostüme austauschten. In denen sehen…
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Skan­dal: Irland kopiert deut­schen Eurovisionsbeitrag!

Gestern Abend fiel in der selbsternannten spirituellen "Heimat der Eurovision" die Entscheidung für den irischen Beitrag für Malmö, wie immer im Rahmen der Late Late Show. Nach einer einstimmenden ausführlichen Klagerunde der eingeladenen Eurovisionsexperten ("Yohanna vertrat Finnland mit einer wunderschönen Ballade und war nur ein Mädchen mit einem Klavier", Alexander Rybak war "Justin Bieber mit einer Fiedel") über das böse Blockvoting der gemeinen Osteuropäer, welches alleine für das Ende der ehemaligen Siegesserie der Großen Irischen Ballade verantwortlich zeichnet, landete die einzige, möglicherweise seherisch 'Crashing down' betitelte Ballade unter den fünf "absolut gleichwertigen" Songvorschlägen bei den regionalen Jurys knapp vorne, im Publiksvotum…
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Lass uns Kat­zen ersäu­fen im Brun­nen: 2. Pro­be RU, HU, AT, MDIE

Der heutige Morgen begann mit den zweiten Probendurchläufen der letzten Fünf aus dem ersten Semi. Einen herzerwärmenden Start legten die udmurtischen Großmütterchen hin, die trotz - für den typischen Eurovisionsschwurnalisten viel zu - früher Stunde glänzend aufgelegt schienen: vermutlich haben sie um diese Zeit zuhause schon 20 Ziegen gemolken. Compact Disco aus Ungarn teilen sich wohl den Kostümschneider mit Michalis Rakintzis: die reptilienartige Verkleidung des Leadsängers Csaba Walkó erinnerte jedenfalls in fataler Weise an die Echsenkostüme der Griechen von 2002. Keine gute Idee! Die Trackshittaz präsentierten heuer, wie schon vermutet, anstelle des Schwarzlichteffektes aus der Vorentscheidung bunt flackernde LED-Aufnäher auf…
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They can’t stop the Spring­brun­nen: 1. Pro­be Irland

Und damit endlich zum letzten Act des - mittlerweile gestrigen - Probentages: den irischen AHDS-Zwillingen Jedward. Die exakt das Gleiche liefern wie schon im Vorjahr: infantiles Rumgehüpfe, auffällige Einhornfrisuren, gigantische Schulterpolster und schwache stimmliche Leistungen, die vom vierköpfigen Chor gekonnt aufgefangen werden. Der sich an einer Stelle gar rund um den in Bühnenmitte aufgestellten Altar hinkniet, um die Jedgötter anzubeten - steigt den blutjungen Teenieschwärmen der Ruhm mittlerweile doch etwas arg zu Kopf? Nämlicher Altar verwandelt sich später dann, passend zum Songtitel 'Waterline', in einen Zimmerspringbrunnen. Was ja vielleicht 1956 ein atemberaubender Showeffekt gewesen wäre, für heutige Verhältnisse aber ziemlich armselig…
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Irland: you smell like Lip­s­tick, again (IE 2012)

Was haben die Teletubbies und Jedward gemeinsam? Nun, beide kleiden sich gerne bunt und lustig, haben vor allem junge Fans, können auf Dauer anstrengen und machen alles gerne "nochmal, nochmal!". Wie erwartet, gewannen die irischen Springinsfelde soeben klar die dortige Vorentscheidung gegen vier weitere, als reines Kanonenfutter dienende, Acts. Jedwards diesjähriger Beitrag heißt 'Waterline', ist ebenfalls wiederum poppig und eingängig, wenn auch nicht ganz so ein Kracher wie ihr letztjähriges 'Lipstick'. Und natürlich überlassen sie das Singen wiederum ihren Backings und konzentrieren sich auf das Tragen von gigantischen Schulterpolstern und das pausenlose Herumhüpfen. Eben das, was sie gut können. Ich…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: von popo­wa­ckeln­den Polizisten

Die Vorentscheidungssaison 2012 läuft auf vollen Touren: Zypern ist im Discoschlampenmodus, Dänemark wild zum Sieg entschlossen, Litauen setzt auf Masse und Irland findet keine Gegner für Jedward. Aber das Wichtigste zuerst: Gerüchten zufolge heißt der Beitrag der bei der österreichischen Vorentscheidung erneut antretenden, grandiosen Bauerndiscoburschen Trackshittaz: 'Woki mit Deim Popo'. Und klingt so (Achtung, miserable Soundqualität, aber die Trash-Perle entschädigt dafür): httpv://youtu.be/mIDbTbA3-O4 Kann das mal bitte jemand deutsch untertiteln? Ich versteh nur Popo! (AT) Ich nehme meine geäußerten Zweifel, ob Lukas Plöchl & Co. nochmals so ein Brett wie 'Oida taunz!' hinlegen könnten, offiziell zurück. Spitze, Jungs! Sie reihen sich damit ein…
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Amt­lich: iri­scher Vor­ent­scheid mit Jedward

Eurovisionsgerüchte bewahrheiten sich ja in 95% aller Fälle. So auch hier: heute bestätigte der irische Sender RTÉ endlich offiziell, dass Jedward beim Vorentscheid der Insel für Baku dabei sind. Allerdings nicht alleine: wie schon 2011 soll es einen Wettbewerb mit fünf Finalisten unter der Betreuung prominenter Paten geben. Die Grimes-Zwillinge können sich wohl über die mütterliche Fürsorge Linda Martins ('Why me') freuen - und dürften angesichts ihrer derzeitigen Popularität mit keiner ernsthaften Konkurrenz zu rechnen haben. Wenngleich sie sich, auch daran soll erinnert sein, in diesem Jahr in einer Zitterpartie mit nur zwei Pünktchen Vorsprung hammerknapp gegen Nikki Kavanagh durchzusetzen vermochten. httpv://youtu.be/blpZyOsug30 Everything's beautiful at the…
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Dana: then she’s gone, dam da dam

Ungefähr so beliebt wie hierzulande Guido Westerwelle scheint in ihrem Heimatland die einstige Eurovisionssiegerin Dana (1970, 'All kinds of everything') zu sein. Erwartungsgemäß landete die bürgerlich auf den Namen Rosemary Scallon hörende Sängerin, die sich als eine von sieben Kandidat/innen um das Präsidentenamt der Grünen Insel bewarb, bei der Wahl am Wochenende mit knapp 3% abgeschlagen auf dem vorletzten Platz. Die streng religiöse Dana, die sich bereits schon einmal erfolglos für diese Funktion, wie in Deutschland lediglich eine Art Grüßaugust ohne wirkliche politische Macht, zur Wahl stellte und auch eine Zeitlang im Europaparlament saß, tritt politisch vor allem für ein striktes Abtreibungsverbot und gegen gleiche Rechte für Schwule und…
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Jed­ward: Eurovisionsdoppel?

Wie das Boulevardblatt The Star heute verbreitet, planen die irischen Hyperaktivitätszwillinge James und Edward Grimes (alias Jedward), in Baku erneut für die grüne Insel anzutreten. Ihr Manager Louis Walsh sagte der Zeitung: "Die wollen das unbedingt. In den letzten fünf Monaten konnten sie sich eine Fanbasis in Ländern wie Schweden, Polen, Russland, Deutschland und Estland aufbauen. Sie sind überzeugt, diesmal gewinnen zu können." Und Keith Mills von AKOE berichtet im ESCnation Message Board, jemand vom irischen Sender RTÉ habe ihm bestätigt, dass es Verhandlungen mit Jedward hinsichtlich einer erneuten Teilnahme gebe. Dann können wir uns wohl schon mal auf eine…
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Fang­fri­sche Musikvideos

Gut einen Monat liegt das Ende der Vorentscheidungssaison 2011 nun zurück. Zwischenzeitlich reichten einige Länder noch professionelle Musikvideos nach, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Da ist an vorderster Front Eric "Marquis de" Saade zu nennen, der in seinem (sehr düsteren) Clip auf Michael Jacksons Spuren wandelt und die Geschichte des Tanzwettbewerbs mit einer Straßengang aus 'Beat it' nacherzählt. Nur, dass es in Erics Fassung nicht bei der sublimen Verlagerung der Rivalität zwischen Gut und Böse in den Tanz bleibt, sondern er von den fiesen Bullies gleich zu Anfang erst mal richtig die Fresse poliert bekommt. Nichts für empfindliche…
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Der Schnell­über­blick: zwei­tes Semi 2011

Eine bunte Mixtur an Beiträgen, vom Eurodancetrash über Elektrosound und Hardrock bis hin zu grauenhaften Sülzballaden ist in der zweiten Qualifikationsrunde am 12. Mai (ab 21:00 Uhr im Ersten) zu finden. Darunter so ziemlich alle meiner diesjährigen Hassbeiträge, und das sind nicht wenige! Größere Vorräte an Wodka-Red Bull und glimmenden Zigaretten, die man sich zwecks Wachbleibens ins Fleisch pressen kann, sind angeraten, um dieses Semi zu überstehen. 19 Länder gehen ins Rennen um die zehn Plätze im Finale am Samstag, und wir sind abstimmungsberechtigt. Hier die Übersicht in der Reihenfolge der ausgelosten Startplätze. (mehr …)
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Here I come, dam da dam (IE 2011)

Als klare Favoriten gingen sie ins Rennen um die irische Fahrkarte nach Düsseldorf: die beiden neunzehnjährigen, eineiigen Zwillinge John und Edward Grimes, besser bekannt als Jedward. Am Ende wurde es verdammt knapp für die durch die britische Castingshow X-Factor bekannt gewordenen Paradiesvögel: mit 98 zu 96 Punkten setzten sie sich eben gerade so gegen Nikki Kavanagh (nicht verwandt) durch. Was zu Mißfallensbekundungen im Publikum führte, denn Jedward ist ein Act, der - wie weiland Guildo Horn oder auch die (übrigens in diesem Jahr erneut an der israelischen Vorentscheidung teilnehmende) Transsexuelle und Eurovisionssiegerin Dana International - stark polarisiert. Eines können Jedward…
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<span class="caps">ESC</span> Fina­le 2010: Do I have to sing again?

ESC Fina­le 2010: Do I have to sing again?

Ein Meilensteincontest und das Ende eines heimischen Traumas: 28 Jahre, nachdem eine blockflötenhafte junge Saarländerin im Kommunionskleid Europa überzeugen konnte, dass Deutschland nicht mehr den totalen Krieg will, sondern nur noch "ein bißchen Frieden" (DE 1982), und zwölf Jahre, nachdem ein zottelhaariger Derwisch dem ungläubig staunenden Ausland demonstrierte, dass Deutsche doch Humor haben ('Guildo hat Euch lieb', DE 1998), verdrehte eine charmante Hannoveranerin einem ganzen Kontinent den Kopf, in dem sie bewies, dass wir auch lässig sein können. Im Gegensatz zu den diesjährigen Fluten von hörbar auf den vermuteten Jurygeschmack hin produzierten, saft- und kraftlosen Seichtballaden oder den mit viel…
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Irland 2010: Here, the­re, whe­ree­ver I go

Die gute Nachricht ist: sollte der böse Eisberg ihren Weg kreuzen, kann die zwischenzeitlich etwas ausgebuchtete Niamh Kavanagh ihn ganz alleine sprengen. Die schlechte Nachricht: dass ihr Eurovisionssieg mit 'In your Eyes' bereits 17 Jahre zurück liegt, sieht man ihr leider an. Sehr deutlich sogar. Der Sieg in der irischen Vorentscheidung (mit der höchstmöglichen Punktzahl) war unvermeidlich, schließlich boten die vier anderen Songs - darunter ein sehr unsiegeliger Siegel-Beitrag und ein schwacher Aufguss von Christina Agulieras 'Candyman' - ob ihrer Schlicht- und Schlechtheit keine ernsthafte Konkurrenz für Niamhs chiaraeske Grand-Prix-Ballade, für die ich in Oslo ebenfalls ein Chiara-Ergebnis voraussage. Ach, und…
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Iri­scher Vor­ent­scheid 2009: One Nati­on under no Groove

Iri­scher Vor­ent­scheid 2009: One Nati­on under no Groove

Jetzt haben sie es also doch noch geschafft: gestern setzte sich in der irischen Vorentscheid der Beitrag des internationalen Songschreiberteams von ESC Nation um das schwedische Jack-Sparrow-Double Jonas Gladnikoff durch, nach dem die ambitionierten Eurovisionsfans im dänischen Vorentscheid mit Hera Björks Superkitschballade 'Someday' noch knapp scheiterten. Sinéad Mulvey, eine der Finalistinnen des irischen Grand-Prix-Castingcamps You're a Star aus dem Jahre 2005, singt die rockige Uptemponummer 'Et cetera' im Vanilla-Ninja-Stil und wird dabei von der Girlgroup Black Daisy (ebenfalls Teilnehmerinnen an You're a Star, allerdings aus dem letzten Jahr, als das Format nicht mehr als Vorentscheid genutzt wurde) unterstützt. 'Et cetera' wartet mit…
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<span class="caps">ESC</span> 1. Semi 2008: Frag nach Samen

ESC 1. Semi 2008: Frag nach Samen

The more, the merrier: wegen der weiterhin anschwellenden Zahl der mitmachwilligen Länder - in diesem Jahr war man bei der Rekordzahl von 43 Anmeldungen angelangt! - teilte die EBU die Qualifikation nunmehr auf zwei Halbfinale auf. Durch die müssen seither alle, mit Ausnahme der großen Fünf (DE, ES, FR, IT, UK) und des jeweiligen ausrichtenden Landes, sprich der Vorjahressieger. Mit der Aufteilung der Halbfinalisten auf mehrere, am bisherigen Abstimmungsverhalten orientierten Ländertöpfe versuchte man außerdem, dem allseits beklagten Blockvoting entgegenzuwirken. https://www.youtube.com/watch?v=qmD2vV1ffwU&list=PL1E26C28E87EFFF6F Alle Semifinalbeiträge am Stück als Playlist. Die Verdoppelung der Semis war ein geschickter Schachzug der EBU: zwar flogen damit noch…
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Iri­scher Bei­trag wird zen­siert – wegen Mazedonienfrage

Iri­scher Bei­trag wird zen­siert – wegen Mazedonienfrage

Zum jüngsten Opfer des völlig absurden griechisch-mazedonischen Namensstreites gerät ausgerechnet der irische Spaßvogel Dustin. Dessen umstrittener Beitrag 'Irelande Douze Points' muss sich dem Zensurdruck der EBU beugen - dabei geht es jedoch nicht etwa um den Einsatz einer playbacksingenden Gummipuppe oder grand-prix-feindlicher Schmähungen wie "Drag Acts and bad Acts". Den Stein des Anstoßes bildet eine Aufzählung teilnehmender Nationen, im Verlaufe derer Dustin die Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien, wie jeder normale Mensch, schlicht "Mazedonien" nennt. Da aber verstehen die Griechen überhaupt keinen Spaß. Bei 2:49 nennt er das verbotene M-Wort Obgleich die EBU sich über den Namen des Denunzianten beharrlich ausschweigt,…
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<span class="caps">ESC</span> Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

ESC Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

Ein kollektives, erleichtertes Seufzen ging durch Europa: nach fünf Jahren Vorherrschaft der Show über die Musik siegte endlich wieder ein Lied! Ein sanftes, melodiöses, in der Landessprache gesungenes noch dazu. Eines ganz ohne Choreografie! Allerdings: so ganz stimmte das nicht. Molitva' gewann natürlich auch aufgrund seiner Show - nur, dass diese halt sehr viel unaufdringlicher daherkam als beispielsweise bei den finnischen Monsterrockern. Genau diese charmante Präsentation zärtlicher Solidarität zwischen fünf gut aussehenden und einer stimmgewaltigen Frau (nicht zu vergessen der subtil lesbische Unterton) hob den serbischen Beitrag aus der Flut aufwändiger Tanzchoreografien heraus und führte ihn zum hoch verdienten Sieg.…
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Drit­ter Super­sams­tag 2007: Rock the Casbah

Drit­ter Super­sams­tag 2007: Rock the Casbah

Drei weitere, nordische Länder entschieden am dritten Supersamstag-Wochenende 2007 - erwartungsgemäß wird es in Helsinki ein wenig rockiger zugehen! https://www.youtube.com/watch?v=Y3Q4Eni0z68 Rockerbraut: Hanna Parker-Innen (FI) Und noch mal: schau her, Gracia Baur (DE 2005)! So wird's gemacht! Hanna Pakarinen ist eine mittelmäßig begabte Castingshow-Schnalle mit einem mittelmäßigen Rock-Pop-Liedchen ('Leave me alone', aber gerne!) und präsentiert sich gerne ganz in Schwarz - und direkt im Luftstrom der Windmaschine. Erinnert Dich das an jemanden? Ja? Mich auch! Nur, dass die ganze Chose bei Frau Pakarinen tausend mal mehr Power, Drive und Glamour ausstrahlt als bei Dir damals. Woran das nur liegen mag? Denk…
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