Schlagwort: Irmeli Mäkelä

1964, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

FI 1964: Hey, Macare­na!

"Finnisch ist eine dermaßen gangstermäßige Sprache," stellte der großartige isländische Comedian Ari Eldjárn in einem sich mit den skandinavischen Sprachen befassenden, hochgradig lustigen Standup-Set mal bewundernd fest. Er machte dies - neben den fantastischen Möglichkeiten, auf finnisch zu fluchen - vor allem an der Übersetzung der drei schönsten Wörter in fast jeder Sprache fest: "Ich liebe Dich" heißt dort nämlich "Rakastan sinua". Das klinge für Außenstehende eher wie "Bring das Geld bis Freitag bei", meinte Ari nicht ganz zu Unrecht. Ein schönes Beispiel hierfür lieferte auch die finnische Grand-Prix-Vorentscheidung von 1964, wo der 1979 verstorbene Schnulzensänger Taisto Tammi zu kitschigen Geigen etwas vom 'Reichtum der Liebe' schmalzte - als 'Rakkauden Rikkaus' für mitteleuropäis...
1963, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

FI 1963: I am what I am

Viel Mühe hatte sich das finnische Fernsehen YLE gegeben mit seiner dritten Eurovisionsvorentscheidung, der Suomen Euroviisukarsinta 1963. Acht Titel hatte man kommissioniert, darunter Stücke mit so vielversprechenden Titeln wie 'Pimpula vei' ('Verflucht'): keine Sprache klingt so gangstermäßig und eignet sich so gut zum Fluchen wie das Finnische! Wie seinerzeit üblich, wurden alle Beiträge jeweils von zwei verschiedenen Künstler/innen eingesungen, in unterschiedlicher Instrumentierung, um den Fokus der zweihundertköpfigen (!) Laienjury weg vom Interpreten und hin zum Song zu lenken. Dies gelang jedoch nur sehr eingeschränkt (wie auch, schließlich bildet beides eine untrennbare Einheit), und nicht immer unbedingt zum Vorteil der Künstler/innen. So gab beispielsweise eine der Abstimmungsber...