Proben erstes Semi 2017: Schüttel Dein Haar, wildes Mädchen

Seit Sonntag haben die Pforten des Internationalen Ausstellungszentrums in Kiew ihre Pforten geöffnet für die 42 Delegationen des diesjährigen Eurovisionsjahrganges und für alle besonders unerschrockenen Schwurnalisten, die trotz der widrigen Umstände um die Vorbereitungen und den Ticketverkauf die Reise in die ukrainische Metropole antraten. Das erste Semifinale ist bereits einmal komplett durchgeprobt, für die Zurückgebliebenen offeriert der offizielle Youtube-Kanal der EBU allerdings, wie schon aus den Vorjahren gewohnt, lediglich kurze, frontal gefilmte Ausschnitte von den Auftritten. Was durchaus Sinn macht, denn eigentlich verfügt der erste Probendurchgang nur über eine sehr eingeschränkte Aussagekraft, geht es doch zunächst hauptsächlich um die richtigen Kameraeinstellungen. Ein Teil der Künstler/innen tritt noch casual an, ohne Bühnengarderobe, niemand verausgabt sich stimmlich, es geht erst mal darum, ein Gefühl für die Bühne zu bekommen und einen Eindruck für das TV-Signal, die Delegationen haben noch die Möglichkeit, Dinge auszuprobieren und letzte Änderungen vorzuschlagen. Dennoch bloggt die versammelte Fanschaft natürlich bereits fleißig aus der Halle, und so reicht es durchaus für erste Eindrücke aus zweiter Hand. So, wie zum Beispiel für die beruhigende Nachricht, dass man trotz allem Hin und Her im Vorfeld auch in Kiew an liebgewonnenen Traditionen festhält: bei der allerersten Probe am Sonntagmorgen, zur unchristlichen Stunde von 9 Uhr deutscher Zeit, gab es nach übereinstimmenden Berichten im Pressezentrum zunächst keinen Ton. Wie jedes Jahr, ganz egal, wo die Show stattfindet.

Diese Frage beantwortet sich von selbst!

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Eurovision Deathmatch #13: Je t’adore

Die Dreizehn – ihr haftet bei abergläubischen Menschen ein Nimbus als Unglückszahl an. Und als ein bisschen unglücklich erweist sich auch die heutige Paarung in unserem Eurovision Deathmatch, die man auch als Reste-Rampe bezeichnen könnte, wenn es nicht so ungerecht gegenüber den betroffenen Künstlerinnen wäre. Doch ein roter Faden, der beide Acts verbindet, will sich nicht so ohne Weiteres finden lassen: ihre Songs sind völlig verschiedener Machart, sie treten in unterschiedlicher Zahl an, ihre Vorauswahl erfolgte auf jeweils andere Weise und noch nicht mal ihre beide Nationen grenzen aneinander oder befinden sich im Krieg miteinander. Für Beide hätte es passendere Paarungen gegeben – die aber waren bereits belegt. Und so müssen Svala Björkvinsdóttir für Island und Ogene für die Niederlande eben heute gegeneinander antreten. Der hohe Norden beginnt, wo die blonde Sängerin, ihres Zeichens Tochter des isländischen Vertreters von 1995, Bo Halldórsson, in unglaublich hässlichen Hufschuhen und mit dem elektrolastigen, düster anmutenden Midtemposong ‚Paper‘ das Söngvakeppnín gewann. Fans verglichen sie und ihren Beitrag bereits mit der letztjährigen Norwegerin Agnete und dem ‚Icebreaker‘. Und hier findet sich vielleicht doch noch eine Gemeinsamkeit: wie schon Agnete wird Svala bei etlichen Fans für eine Top-Platzierung im Grand-Prix-Finale gehandelt – und wie Nämliche bleibt sie nach meiner Einschätzung mit ihrem eher zähen Lied in der Qualifikationsrunde hängen.

In den Schminktopf gefallen: Svala (IS)

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Island 2017: Because of the Shoes

Ach, Island! Sieben Songs befanden sich im gestrigen Finale des nationalen Vorentscheids Söngvakeppnin 2017, und mit fünf von ihnen hätte ich als Beitrag des Landes zum Eurovision Song Contest in Kiew bestens leben können. Doch was wählt das sture Inselvölkchen aus? Natürlich meinen persönlichen Hasstitel ‚Paper‘! Wobei sich mein geballtes Missfallen gar nicht so sehr auf den komplett uninteressanten, lendenlahmen Elektrosong bezieht, den man zur Not noch problemlos weghören könnte, ohne all zu schlechte Laune zu bekommen. Wäre da bloß nicht die schreckliche Interpretin Svala Björgvinsdóttir, ihres Zeichens die Dóttir von Bo (Björgvin) Halldórsson (→ IS 1995), beziehungsweise ihr abgrundschlechter Modegeschmack. In schlimmen, nein: in schlichtweg inakzeptablen Hufschuhen, einem unverzeihlichen visuellen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, taperte sie beim Vorentscheid über die Bühne und duckte sich dabei des öfteren in eine angestrengt aussehende halbe Hocke, so als wollte sie vor unser aller Augen gleich einen abseilen. Wobei ihre verdächtig auftragende Großraumhose durchaus Platz genug für eine Tena Lady böte. Sollte es also im Mai im IEC zu Kiew während des isländischen Auftritts merkwürdig von der Bühne her riechen – jetzt wissen Sie, woran es liegt. Und ja, dieses Bild, das Sie nun nie mehr loswerden, habe ich gerne in Ihren Kopf gepflanzt. Nichts zu danken.

So interessant wie ein leeres Blatt Papier: Svala und ihr Song (IS)

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Perlen der Vorentscheidungen: wie zerronnen, so gewonnen

Auch wenn der von mir noch immer nicht überwundene gestrige Schweden-Schocker (eine ordentliche Trauerphase braucht halt ihre Zeit) alles andere überstrahlte, so gebietet es doch die Chronistenpflicht, die Geschehnisse der am selben Abend gelaufenen Vorrunden in Island und Litauen nachzubereiten. Auf der Insel der Trolle und Elfen schrägte es im zweiten Semi des Söngvakeppnin leider einen weiteren meiner diesjährigen Lieblingsbeiträge, nämlich die zarte Countryballade ‚þú og Ég‘ von Páll Rósinkranz und Kristina Bærendsen, deren persönliches Pech es war, dass nach den Bestimmungen des isländischen Senders RÚV die Lieder in den beiden Semis in Landessprache vorgetragen werden müssen, während die Künstler im Söngvakeppnin-Finale freie Hand haben (und fast immer Englisch wählen, wie sie es angekündigtermaßen auch diesmal tun). ‚You and I‘, so der Titel der internationalen Fassung, klingt einfach deutlich kraftvoller als das von Lispellauten bestimmte, sehr verhalten herüberkommende ‚þú og Ég‘. Und falls sich Stammleser/innen dieses Blogs gerade wundern, warum mein Herz ausgerechnet für eine derartig schmalztriefende, rettungslos altmodische, konventionelle, heterosexuelle Liebessülzballade entflammt: ich weiß es auch nicht. Ist halt manchmal so. Jedenfalls landeten die Beiden nur auf dem vierten Rang und müssen im Finale am nächsten (und letzten) Supersamstag leider draußen bleiben.

Das Ganze von Kenny Rogers und Dolly Parton auf Englisch gesungen, und wir haben einen US-Nummer-Eins-Country-Hit (IS)

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Vierter Supersamstag 2017: die Handetasche muss lebendig sein

Neben den drei Entscheidungen in der Ukraine, Moldawien und Dänemark fanden am gestrigen Supersamstag zeitgleich auch noch Eurovisions-Vorrunden in Schweden, Litauen und Island statt. Dabei zog das vierte Viertelfinale des Melodifestivalen mal wieder die höchste Aufmerksamkeit auf sich, vor allem, weil die Grand-Prix-Gewinnerin von 2012, Loreen, es hier mit ihrem bereits im Vorfeld extrem gehypten, neuen Beitrag ‚Statements‘ versuchte, einer extrem düsteren, dräuenden Elektroballade im Stile von Sia, die vor allem auf eine eindrückliche optische Präsentation setzte. Und diese erwies sich auch tatsächlich als beeindruckend, ließ sich die sichtlich gealterte Eurovisionsveteranin, die manche spitze Zunge rein optisch an das unlängst viel zu früh verstorbene Musikgenie der Achtzigerjahre, Pete Burns von Dead or Alive, erinnerte, doch von mehreren Doubles im unterschiedlichen Alter begleiten, welche die Sängerin in verschiedenen Lebensabschnitten darstellen sollten. Besonders stark prägte sich dabei die junge Loreen ein, die zunächst mit einem Heiligenschein auf der Bühne hockte, im Refrain allerdings eher einen vom Teufel besessenen Eindruck hinterließ. Für Verwirrung außerhalb Schwedens dürfte auch der Einsatz einer Tänzerin gesorgt haben, die unablässig eine Handtasche schwang – eine Anspielung auf das berühmte Foto der Frau mit der Handtasche, die damit 1985 im südschwedischen Städtchen Växjö bei einem Neonazi-Aufmarsch auf eine Hassglatze einprügelte. Letztes Jahr sollte sie dort ein Denkmal erhalten, über das man sich im Stadtrat aber nicht einigen konnte – absurderweise, weil die Darstellung der Tat der jüdischen Dame, deren Mutter im KZ saß, gewaltverherrlichend sei. Die Nation debattierte erregt, und die Sängerin mit marokkanischen Wurzeln ergriff mit dieser Show bewusst Partei.

Als Gesamtkunstwerk grandios, als Grand-Prix-Lied mindergeeignet: Loreens ‚Statements‘ (SE)

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Keine Vorurteile: Pollapönk-Backing ist jetzt Minister

Es ist ein kleiner, illustrer Kreis: Åse Kleveland gehört beispielsweise dazu, drittplatzierte Vertreterin Norwegens beim Eurovision Song Contest im Jahre 1966, Moderatorin der gleichen Veranstaltung zwanzig Jahre später und von 1990 bis 1996 Kultusministerin des skandinavischen Landes. Die irische Grand-Prix-Siegerin (1970), Präsidentschaftskandidatin und Europaabgeordnete (1944-1999) Dana National zählt dazu. Und nun auch Óttar Proppé, seines Zeichens Backingsänger der unvergesslichen isländischen Vertreter von 2014, Pollapönk, und Vorsitzender der ironisch-lässig benannten Partei Björt framtíð (Strahlende Zukunft), einer ökoliberalen Vereinigung, die an der aktuell regierenden Dreiparteienkoalition beteiligt ist und seit wenigen Tagen mit Proppé den Gesundheitsminister des Inselstaates stellt. Vor seiner politischen Karriere, die er 2010 in der Besten Partei im Stadtrat von Reykjavik begann, arbeitete Proppé als Buchhändler, Schauspieler und Musiker, wobei er sich einen legendären Ruf erwarb. In einer 3sat-Dokumentation von 2014 beschrieb er sein politisches Credo so: „Wir wollen Politik menschlicher, einfühlsamer machen“ beziehungsweise „Wir wissen, dass wir uns verändern müssen. Nur wissen wir noch nicht so genau, wie wir das anstellen sollen.“ Bei seinem Eurovisionsauftritt forderte er gemeinsam mit seinen Kollegen ‚No Prejudices‘, also „Keine Vorurteile“. Und dafür, dass die Isländer/innen genau das beherzigen und eine so schillernde Persönlichkeit zum Minister machen, dafür liebe ich sie!

Der blondgefärbte Zottelhaarige hinten ist es: Óttar Proppé von Pollapönk

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Perlen der Vorentscheidungen: Tanz den Horn, Muttersöhnchen!

Welch ein ereignisreiches Eurovisionswochenende! Es begann mit einem leider sehr traurigen Ereignis: nachdem in der Nacht von Freitag auf Samstag in der Nähe der italienischen Stadt Verona ein Reisebus mit ungarischen Schüler/innen verunglückte, verhängte die magyarische Regierung angesichts von 16 Todesopfern verständlicherweise Staatstrauer, woraufhin die eigentlich für Samstagabend geplante zweite Vorrunde der heimischen Eurovisionsvorentscheidung A Dal bis auf Weiteres um eine Woche verschoben wurde. Neben dieser Tragödie und den bereits verbloggten zwei nationalen Endausscheidungen vom Samstag in Weißrussland und Georgien blieb kaum noch Zeit für eine Sichtung der bereits am Freitagabend veröffentlichten zwölf Songs des für den 11. März 2017 terminierten isländischen Söngvakeppnin, die – wenn auch nur als Audio-Studiofassungen – jeweils in der landessprachlichen und englischen Version vorhanden sind und unter denen sich einige vielversprechende Titel befinden, wie beispielsweise das in beiden Fassungen sehr einprägsame ‚Bambarram‘ von Hildur, das hypnotische ‚Hypnotised / Þú hefur dáleitt mig‘ des Rick-Astley-Doppelgängers Aron Brink oder die hübsche Country-Liebesschnulze ‚You and I / Þú og ég‘ von Páll Rósinkranz und Kristina Bærendsen (Playlist mit allen 24 Beiträgen hier). Auch das moldawische Fernsehen TRM stellte zeitgleich die 14 Songs vor, die sie aus den insgesamt 39 Einsendungen für O Melodie Pentru Europa am 24. und 25. Februar 2017 ausgesiebt hatten. Wobei es der so unermüdliche wie legendäre Sascha Bognibov, Leser/innen dieses Blogs noch von Meisterwerken wie ‚The Girls of 13 Years old‘ und unzähligen anderen bekannt, so erwartbar wie skandalöserweise mal wieder nicht in die Auswahl schaffte, obschon er mit dem amtlich bretternden Metall-Stück ‚Stop the Liars‘ über einen herausragenden Beitrag verfügte. Und das meine ich völlig unironisch. Auch die Folk-Popper Che-MD und der putzige Pop-Rentner Tudor Bumbac, beide in früheren Jahrgängen schon mal am Start, konnten die Senderjury diesmal nicht überzeugen.

Saschas Kommentar zum gerade ernannten US-amerikanischen Präsidenten? Schande, Moldawien, dass er nicht dabei ist! (MD)

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Erstes Semifinale 2016: Auf in den Kampf!

Das wird jetzt vielleicht nicht auf ungeteilte Zustimmung bei all meinen Leser/innen stoßen und beschreibt auch das Gegenteil meiner eigenen Empfindungen von vor einem Jahr, aber nach der ersten Qualifikationsrunde 2016 aus dem Stockholmer Globen (der immer noch aussieht wie ein Schneller Brüter) am Dienstagabend muss ich sagen: von mir aus können die Schweden gerne jedes Jahr gewinnen. Solange sie Petra Mede weiter moderieren lassen: locker, flockig, eigenironisch, herrlich! Am schönsten der Gag, als auf die Worte „Welcome, Europe!“ die ersten Takte von ‚The Final Countdown‘ der gleichnamigen schwedischen Achtzigerjahre-Rockband ertönten, live von besagter Kapelle intoniert, die Petra und Måns aber schnell wieder abwürgten und sich flugs für die „Peinlichkeit“ entschuldigten! Auch, was das schwedische Fernsehen an Rahmenprogramm auf die Beine stellte, konnte sich sehen lassen, von der Eröffnungsnummer, als ein Chor aus den Kindern von Stepford das Morbid-Düstere in Måns Zelmerlöws Vorjahres-Siegerlied ‚Heroes‘ erst so richtig herausarbeitete, bis hin zu dem als Pausenact eingesetzten Ballett der ‚Grey People‘ zum Thema Flucht, das einem beim Zuschauen stellenweise den Atem stocken ließ, weil es so artifizielle und dennoch tief unter die Haut gehende Bilder für die Tragödie fand, die sich weiterhin täglich vor unseren Toren abspielt. Danke für diesen Appell ans kollektive Gewissen!

Die perfekte Sprache gefunden, um das wichtige Thema an diesem Abend nicht vergessen zu lassen, ohne belehrend zu wirken. Respekt, SVT!  

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Island 2016: She’s a Copycat, tryin‘ to steal your Soul

Island schickt erneut Greta Salóme Stefánsdóttir zum Eurovision Song Contest. Die kennen wir noch aus Baku, wo sie 2012 gemeinsam mit Jónsi (IS 2004) ein sehr hübsches, wenn auch sehr klassisches Duett namens ‚Never forget‘ sang. Diesmal reist sie jedoch alleine an, begleitet nur von den Stimmen in ihrem Kopf. Jedenfalls legt das der Titel ihres Beitrags ‚Hear them calling‘ nahe. Den mittelflotten, mittelguten Popsong mit einer mittelguten Hookline und einer geschickt platzierten Klatschfalle kurz vor dem Ende verkauft die gute Greta hauptsächlich über eine, wollen wir mal sagen, äußerst stark von Måns Zelmerlöw‚Hero‘ inspirierte, auf dem Bühnenhintergrund laufenden Videochoreographie, mit der die blonde Sängerin interagiert und die in ihrem Fall nicht aus Strichmännchen, sondern aus bedrohlichen Schattenspielen und den auch von Ann Sophie in Wien benutzten schwarzen Rauchschwaden besteht. Originalität oder Eigenständigkeit kann man der Isländerin (die den Titel immerhin selbst schrieb) also wahrlich nicht vorwerfen.

Sie kommen… sie kommen Dich zu holen… sie werden Dich nicht finden… 

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Semifinal-Supersamstag 2016: I love to hate you!

Nun liegt er hinter uns, der ausschließlich aus diversen Vorrunden (ganze sechs an der Zahl!) bestehende Supersamstag, an dem sich in ganz Skandinavien und weiten Teilen des ehemaligen Ostblocks etliche Sänger/innen battelten, ohne dass eine finale Entscheidung für Stockholm fiel. Und natürlich endete er fast überall mit maßlosen Enttäuschungen. Fangen wir gleich mit der schlimmsten davon an, damit wir sie aus dem Weg bekommen: Island! Zwölf Kandidat/innen gibt es im Söngvakeppni insgesamt, sechs davon traten gestern an, darunter die Einzige mit einem hörenswerten Beitrag und meinem aktuellen Lieblingsohrwurm aller Zeiten und Sonnensysteme: Sigga Eyrún mit ‚Kreisí‘. Der klingt, wie er heißt, also großartigst, besteht partiell aus dem Super-Mario-Soundtrack, partiell aus der Strophe von Erasures Dramapop-Meisterwerk ‚I love to hate you‘ sowie einer fantastischen Bühnenshow mit einer sympathisch-fülligen Sängerin, begleitet von einer Dragqueen und einer auf irre geschminkten, videospielsüchtigen Frau, die sich mit Tischtennis aus alten C-64-Tagen vergnügt. Und alleine für den Choreografieeinfall, die Mittellinie des Spiels von einem regenbogenfarbenen Pacman auffressen zu lassen, gebührte ihr der Sieg beim Eurovision Song Contest in Stockholm. Doch dazu wird es nicht kommen: die völlig geschmacksinkompetenten isländischen Televoter/innen ließen sie noch nicht mal ins Finale ziehen! Ich bin so sauer, dass ich es nicht anders in Worte fassen kann als: diese Insel soll bitte im Meer ertrinken. Sofort!

Ab Sekunde 28: singen Sie da mal „I like to read murder mystery / I like to know the killer isn’t me“ drüber. Und, passt, oder? (IL)

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