Vier­ter Super­sams­tag 2018: ent­mün­digt die Esten!

Rei­hen­wei­se fan­den am gest­ri­gen Super­sams­tag neben den abschlie­ßen­den Ent­schei­dun­gen in Däne­mark und Ita­li­en noch Semi­fi­na­le quer durch Euro­pa statt, bei denen sich die abstim­mungs­be­rech­tig­ten Zuschauer/innen und Juror/innen mal wie­der von ihrer schlech­tes­ten Sei­te zeig­ten und eine kata­stro­pha­le Fehl­ent­schei­dung nach der ande­ren tra­fen. Am wenigs­tens aus­ge­prägt erstaun­li­cher­wei­se dies­mal in Schwe­den, wo sich das zwei­te Semi­fi­na­le des all­ge­mein belieb­ten Melo­di­fes­ti­va­len musi­ka­lisch noch schwä­cher prä­sen­tier­te als das eigent­lich schon unter­ir­di­sche ers­te vom vor­ver­gan­ge­nen Sams­tag. Mit den Augen­sch­mäu­sen Lima­oo und Samir & Vic­tor wähl­ten die Skandinavier/innen drei ker­ni­ge Kna­ben mit träs­hi­gen Titeln ins Fina­le wei­ter, woge­gen sich natür­lich nicht das Gerings­te ein­wen­den lässt. In die Wir-quä­len-Dich-ein-zwei­tes-Mal-Run­de Andra Chan­sen dele­gier­te man die pol­ni­sche Kräch­ze Mar­ga­ret, deren Aus­schei­den beim Vor­ent­scheid ihres Hei­mat­lan­des im Jah­re 2016 mit dem in den inter­na­tio­na­len ESC-Wett­quo­ten bis dato bereits ganz weit oben lie­gen­den Titel ‘Cool me down’ für euro­pa­wei­te Ner­ven­zu­sam­men­brü­che bei den Fans sorg­te.

Eine wei­te­re Mit­rei­sen­de auf dem ‘Despacito’-Zug: Mar­ga­ret lockt uns in ihre Strand­hüt­te (SE).

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Pro­ben ers­tes Semi 2017: Schüt­tel Dein Haar, wil­des Mäd­chen

Seit Sonn­tag haben die Pfor­ten des Inter­na­tio­na­len Aus­stel­lungs­zen­trums in Kiew ihre Pfor­ten geöff­net für die 42 Dele­ga­tio­nen des dies­jäh­ri­gen Euro­vi­si­ons­jahr­gan­ges und für alle beson­ders uner­schro­cke­nen Schwur­na­lis­ten, die trotz der wid­ri­gen Umstän­de um die Vor­be­rei­tun­gen und den Ticket­ver­kauf die Rei­se in die ukrai­ni­sche Metro­po­le antra­ten. Das ers­te Semi­fi­na­le ist bereits ein­mal kom­plett durch­ge­probt, für die Zurück­ge­blie­be­nen offe­riert der offi­zi­el­le You­tube-Kanal der EBU aller­dings, wie schon aus den Vor­jah­ren gewohnt, ledig­lich kur­ze, fron­tal gefilm­te Aus­schnit­te von den Auf­trit­ten. Was durch­aus Sinn macht, denn eigent­lich ver­fügt der ers­te Pro­ben­durch­gang nur über eine sehr ein­ge­schränk­te Aus­sa­ge­kraft, geht es doch zunächst haupt­säch­lich um die rich­ti­gen Kame­ra­ein­stel­lun­gen. Ein Teil der Künstler/innen tritt noch casu­al an, ohne Büh­nen­gar­de­ro­be, nie­mand ver­aus­gabt sich stimm­lich, es geht erst mal dar­um, ein Gefühl für die Büh­ne zu bekom­men und einen Ein­druck für das TV-Signal, die Dele­ga­tio­nen haben noch die Mög­lich­keit, Din­ge aus­zu­pro­bie­ren und letz­te Ände­run­gen vor­zu­schla­gen. Den­noch bloggt die ver­sam­mel­te Fan­schaft natür­lich bereits flei­ßig aus der Hal­le, und so reicht es durch­aus für ers­te Ein­drü­cke aus zwei­ter Hand. So, wie zum Bei­spiel für die beru­hi­gen­de Nach­richt, dass man trotz allem Hin und Her im Vor­feld auch in Kiew an lieb­ge­won­ne­nen Tra­di­tio­nen fest­hält: bei der aller­ers­ten Pro­be am Sonn­tag­mor­gen, zur unchrist­li­chen Stun­de von 9 Uhr deut­scher Zeit, gab es nach über­ein­stim­men­den Berich­ten im Pres­se­zen­trum zunächst kei­nen Ton. Wie jedes Jahr, ganz egal, wo die Show statt­fin­det.

Die­se Fra­ge beant­wor­tet sich von selbst!

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Euro­vi­si­on Death­match #13: Je t’a­do­re

Die Drei­zehn – ihr haf­tet bei aber­gläu­bi­schen Men­schen ein Nim­bus als Unglücks­zahl an. Und als ein biss­chen unglück­lich erweist sich auch die heu­ti­ge Paa­rung in unse­rem Euro­vi­si­on Death­match, die man auch als Res­te-Ram­pe bezeich­nen könn­te, wenn es nicht so unge­recht gegen­über den betrof­fe­nen Künst­le­rin­nen wäre. Doch ein roter Faden, der bei­de Acts ver­bin­det, will sich nicht so ohne Wei­te­res fin­den las­sen: ihre Songs sind völ­lig ver­schie­de­ner Mach­art, sie tre­ten in unter­schied­li­cher Zahl an, ihre Vor­auswahl erfolg­te auf jeweils ande­re Wei­se und noch nicht mal ihre bei­de Natio­nen gren­zen anein­an­der oder befin­den sich im Krieg mit­ein­an­der. Für Bei­de hät­te es pas­sen­de­re Paa­run­gen gege­ben – die aber waren bereits belegt. Und so müs­sen Sva­la Björk­v­ins­dót­tir für Island und Oge­ne für die Nie­der­lan­de eben heu­te gegen­ein­an­der antre­ten. Der hohe Nor­den beginnt, wo die blon­de Sän­ge­rin, ihres Zei­chens Toch­ter des islän­di­schen Ver­tre­ters von 1995, Bo Hall­dórs­son, in unglaub­lich häss­li­chen Huf­schu­hen und mit dem elek­tro­las­ti­gen, düs­ter anmu­ten­den Mid­tem­po­song ‘Paper’ das Söng­vakepp­nín gewann. Fans ver­gli­chen sie und ihren Bei­trag bereits mit der letzt­jäh­ri­gen Nor­we­ge­rin Agne­te und dem ‘Ice­brea­ker’. Und hier fin­det sich viel­leicht doch noch eine Gemein­sam­keit: wie schon Agne­te wird Sva­la bei etli­chen Fans für eine Top-Plat­zie­rung im Grand-Prix-Fina­le gehan­delt – und wie Näm­li­che bleibt sie nach mei­ner Ein­schät­zung mit ihrem eher zähen Lied in der Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de hän­gen.

In den Schminktopf gefal­len: Sva­la (IS)

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Island 2017: Becau­se of the Shoes

Ach, Island! Sie­ben Songs befan­den sich im gest­ri­gen Fina­le des natio­na­len Vor­ent­scheids Söng­vakepp­nin 2017, und mit fünf von ihnen hät­te ich als Bei­trag des Lan­des zum Euro­vi­si­on Song Con­test in Kiew bes­tens leben kön­nen. Doch was wählt das stu­re Insel­völk­chen aus? Natür­lich mei­nen per­sön­li­chen Hass­ti­tel ‘Paper’! Wobei sich mein geball­tes Miss­fal­len gar nicht so sehr auf den kom­plett unin­ter­es­san­ten, len­den­lah­men Elek­tro­song bezieht, den man zur Not noch pro­blem­los weg­hö­ren könn­te, ohne all zu schlech­te Lau­ne zu bekom­men. Wäre da bloß nicht die schreck­li­che Inter­pre­tin Sva­la Björg­v­ins­dót­tir, ihres Zei­chens die Dót­tir von Bo (Björg­vin) Hall­dórs­son (→ IS 1995), bezie­hungs­wei­se ihr abgrund­schlech­ter Mode­ge­schmack. In schlim­men, nein: in schlicht­weg inak­zep­ta­blen Huf­schu­hen, einem unver­zeih­li­chen visu­el­len Ver­bre­chen gegen die Mensch­lich­keit, taper­te sie beim Vor­ent­scheid über die Büh­ne und duck­te sich dabei des öfte­ren in eine ange­strengt aus­se­hen­de hal­be Hocke, so als woll­te sie vor unser aller Augen gleich einen absei­len. Wobei ihre ver­däch­tig auf­tra­gen­de Groß­raum­ho­se durch­aus Platz genug für eine Tena Lady böte. Soll­te es also im Mai im IEC zu Kiew wäh­rend des islän­di­schen Auf­tritts merk­wür­dig von der Büh­ne her rie­chen – jetzt wis­sen Sie, wor­an es liegt. Und ja, die­ses Bild, das Sie nun nie mehr los­wer­den, habe ich ger­ne in Ihren Kopf gepflanzt. Nichts zu dan­ken.

So inter­es­sant wie ein lee­res Blatt Papier: Sva­la und ihr Song (IS)

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: wie zer­ron­nen, so gewon­nen

Auch wenn der von mir noch immer nicht über­wun­de­ne gest­ri­ge Schwe­den-Scho­cker (eine ordent­li­che Trau­er­pha­se braucht halt ihre Zeit) alles ande­re über­strahl­te, so gebie­tet es doch die Chro­nis­ten­pflicht, die Gescheh­nis­se der am sel­ben Abend gelau­fe­nen Vor­run­den in Island und Litau­en nach­zu­be­rei­ten. Auf der Insel der Trol­le und Elfen schräg­te es im zwei­ten Semi des Söng­vakepp­nin lei­der einen wei­te­ren mei­ner dies­jäh­ri­gen Lieb­lings­bei­trä­ge, näm­lich die zar­te Coun­try­bal­la­de ‘þú og Ég’ von Páll Rósin­kranz und Kris­ti­na Bærend­sen, deren per­sön­li­ches Pech es war, dass nach den Bestim­mun­gen des islän­di­schen Sen­ders RÚV die Lie­der in den bei­den Semis in Lan­des­spra­che vor­ge­tra­gen wer­den müs­sen, wäh­rend die Künst­ler im Söng­vakepp­nin-Fina­le freie Hand haben (und fast immer Eng­lisch wäh­len, wie sie es ange­kün­dig­ter­ma­ßen auch dies­mal tun). ‘You and I’, so der Titel der inter­na­tio­na­len Fas­sung, klingt ein­fach deut­lich kraft­vol­ler als das von Lis­pel­lau­ten bestimm­te, sehr ver­hal­ten her­über­kom­men­de ‘þú og Ég’. Und falls sich Stammleser/innen die­ses Blogs gera­de wun­dern, war­um mein Herz aus­ge­rech­net für eine der­ar­tig schmalz­trie­fen­de, ret­tungs­los alt­mo­di­sche, kon­ven­tio­nel­le, hete­ro­se­xu­el­le Lie­bes­sülz­bal­la­de ent­flammt: ich weiß es auch nicht. Ist halt manch­mal so. Jeden­falls lan­de­ten die Bei­den nur auf dem vier­ten Rang und müs­sen im Fina­le am nächs­ten (und letz­ten) Super­sams­tag lei­der drau­ßen blei­ben.

Das Gan­ze von Ken­ny Rogers und Dol­ly Par­ton auf Eng­lisch gesun­gen, und wir haben einen US-Num­mer-Eins-Coun­try-Hit (IS)

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Vier­ter Super­sams­tag 2017: die Han­de­ta­sche muss leben­dig sein

Neben den drei Ent­schei­dun­gen in der Ukrai­ne, Mol­da­wi­en und Däne­mark fan­den am gest­ri­gen Super­sams­tag zeit­gleich auch noch Euro­vi­si­ons-Vor­run­den in Schwe­den, Litau­en und Island statt. Dabei zog das vier­te Vier­tel­fi­na­le des Melo­di­fes­ti­va­len mal wie­der die höchs­te Auf­merk­sam­keit auf sich, vor allem, weil die Grand-Prix-Gewin­ne­rin von 2012, Lore­en, es hier mit ihrem bereits im Vor­feld extrem gehyp­ten, neu­en Bei­trag ‘State­ments’ ver­such­te, einer extrem düs­te­ren, dräu­en­den Elek­tro­bal­la­de im Sti­le von Sia, die vor allem auf eine ein­drück­li­che opti­sche Prä­sen­ta­ti­on setz­te. Und die­se erwies sich auch tat­säch­lich als beein­dru­ckend, ließ sich die sicht­lich geal­ter­te Euro­vi­si­ons­ve­te­ra­nin, die man­che spit­ze Zun­ge rein optisch an das unlängst viel zu früh ver­stor­be­ne Musik­ge­nie der Acht­zi­ger­jah­re, Pete Burns von Dead or Ali­ve, erin­ner­te, doch von meh­re­ren Dou­bles im unter­schied­li­chen Alter beglei­ten, wel­che die Sän­ge­rin in ver­schie­de­nen Lebens­ab­schnit­ten dar­stel­len soll­ten. Beson­ders stark präg­te sich dabei die jun­ge Lore­en ein, die zunächst mit einem Hei­li­gen­schein auf der Büh­ne hock­te, im Refrain aller­dings eher einen vom Teu­fel beses­se­nen Ein­druck hin­ter­ließ. Für Ver­wir­rung außer­halb Schwe­dens dürf­te auch der Ein­satz einer Tän­ze­rin gesorgt haben, die unab­läs­sig eine Hand­ta­sche schwang – eine Anspie­lung auf das berühm­te Foto der Frau mit der Hand­ta­sche, die damit 1985 im süd­schwe­di­schen Städt­chen Väx­jö bei einem Neo­na­zi-Auf­marsch auf eine Hass­glat­ze ein­prü­gel­te. Letz­tes Jahr soll­te sie dort ein Denk­mal erhal­ten, über das man sich im Stadt­rat aber nicht eini­gen konn­te – absur­der­wei­se, weil die Dar­stel­lung der Tat der jüdi­schen Dame, deren Mut­ter im KZ saß, gewalt­ver­herr­li­chend sei. Die Nati­on debat­tier­te erregt, und die Sän­ge­rin mit marok­ka­ni­schen Wur­zeln ergriff mit die­ser Show bewusst Par­tei.

Als Gesamt­kunst­werk gran­di­os, als Grand-Prix-Lied min­der­ge­eig­net: Lore­ens ‘State­ments’ (SE)

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Kei­ne Vor­ur­tei­le: Pol­la­pönk-Backing ist jetzt Minis­ter

Es ist ein klei­ner, illus­trer Kreis: Åse Kleve­land gehört bei­spiels­wei­se dazu, dritt­plat­zier­te Ver­tre­te­rin Nor­we­gens beim Euro­vi­si­on Song Con­test im Jah­re 1966, Mode­ra­to­rin der glei­chen Ver­an­stal­tung zwan­zig Jah­re spä­ter und von 1990 bis 1996 Kul­tus­mi­nis­te­rin des skan­di­na­vi­schen Lan­des. Die iri­sche Grand-Prix-Sie­ge­rin (1970), Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin und Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te (1944–1999) Dana Natio­nal zählt dazu. Und nun auch Óttar Prop­pé, sei­nes Zei­chens Backing­sän­ger der unver­gess­li­chen islän­di­schen Ver­tre­ter von 2014, Pol­la­pönk, und Vor­sit­zen­der der iro­nisch-läs­sig benann­ten Par­tei Björt fram­tíð (Strah­len­de Zukunft), einer öko­li­be­ra­len Ver­ei­ni­gung, die an der aktu­ell regie­ren­den Drei­par­tei­en­ko­ali­ti­on betei­ligt ist und seit weni­gen Tagen mit Prop­pé den Gesund­heits­mi­nis­ter des Insel­staa­tes stellt. Vor sei­ner poli­ti­schen Kar­rie­re, die er 2010 in der Bes­ten Par­tei im Stadt­rat von Reyk­ja­vik begann, arbei­te­te Prop­pé als Buch­händ­ler, Schau­spie­ler und Musi­ker, wobei er sich einen legen­dä­ren Ruf erwarb. In einer 3sat-Doku­men­ta­ti­on von 2014 beschrieb er sein poli­ti­sches Cre­do so: “Wir wol­len Poli­tik mensch­li­cher, ein­fühl­sa­mer machen” bezie­hungs­wei­se „Wir wis­sen, dass wir uns ver­än­dern müs­sen. Nur wis­sen wir noch nicht so genau, wie wir das anstel­len sol­len.“ Bei sei­nem Euro­vi­si­ons­auf­tritt for­der­te er gemein­sam mit sei­nen Kol­le­gen ‘No Pre­ju­di­ces’, also “Kei­ne Vor­ur­tei­le”. Und dafür, dass die Isländer/innen genau das beher­zi­gen und eine so schil­lern­de Per­sön­lich­keit zum Minis­ter machen, dafür lie­be ich sie!

Der blond­ge­färb­te Zot­tel­haa­ri­ge hin­ten ist es: Óttar Prop­pé von Pol­la­pönk

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Tanz den Horn, Mut­ter­söhn­chen!

Welch ein ereig­nis­rei­ches Euro­vi­si­ons­wo­chen­en­de! Es begann mit einem lei­der sehr trau­ri­gen Ereig­nis: nach­dem in der Nacht von Frei­tag auf Sams­tag in der Nähe der ita­lie­ni­schen Stadt Vero­na ein Rei­se­bus mit unga­ri­schen Schüler/innen ver­un­glück­te, ver­häng­te die magya­ri­sche Regie­rung ange­sichts von 16 Todes­op­fern ver­ständ­li­cher­wei­se Staats­trau­er, wor­auf­hin die eigent­lich für Sams­tag­abend geplan­te zwei­te Vor­run­de der hei­mi­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­schei­dung A Dal bis auf Wei­te­res um eine Woche ver­scho­ben wur­de. Neben die­ser Tra­gö­die und den bereits ver­blogg­ten zwei natio­na­len End­aus­schei­dun­gen vom Sams­tag in Weiß­russ­land und Geor­gi­en blieb kaum noch Zeit für eine Sich­tung der bereits am Frei­tag­abend ver­öf­fent­lich­ten zwölf Songs des für den 11. März 2017 ter­mi­nier­ten islän­di­schen Söng­vakepp­nin, die – wenn auch nur als Audio-Stu­dio­fas­sun­gen – jeweils in der lan­des­sprach­li­chen und eng­li­schen Ver­si­on vor­han­den sind und unter denen sich eini­ge viel­ver­spre­chen­de Titel befin­den, wie bei­spiels­wei­se das in bei­den Fas­sun­gen sehr ein­präg­sa­me ‘Bam­bar­ram’ von Hil­dur, das hyp­no­ti­sche ‘Hyp­no­ti­sed / Þú hefur dáleitt mig’ des Rick-Ast­ley-Dop­pel­gän­gers Aron Brink oder die hüb­sche Coun­try-Lie­bes­schnul­ze ‘You and I / Þú og ég’ von Páll Rósin­kranz und Kris­ti­na Bærend­sen (Play­list mit allen 24 Bei­trä­gen hier). Auch das mol­da­wi­sche Fern­se­hen TRM stell­te zeit­gleich die 14 Songs vor, die sie aus den ins­ge­samt 39 Ein­sen­dun­gen für O Melo­die Pen­tru Euro­pa am 24. und 25. Febru­ar 2017 aus­ge­siebt hat­ten. Wobei es der so uner­müd­li­che wie legen­dä­re Sascha Bogni­bov, Leser/innen die­ses Blogs noch von Meis­ter­wer­ken wie ‘The Girls of 13 Years old’ und unzäh­li­gen ande­ren bekannt, so erwart­bar wie skan­da­lö­ser­wei­se mal wie­der nicht in die Aus­wahl schaff­te, obschon er mit dem amt­lich bret­tern­den Metall-Stück ‘Stop the Liars’ über einen her­aus­ra­gen­den Bei­trag ver­füg­te. Und das mei­ne ich völ­lig uniro­nisch. Auch die Folk-Pop­per Che-MD und der put­zi­ge Pop-Rent­ner Tudor Bum­bac, bei­de in frü­he­ren Jahr­gän­gen schon mal am Start, konn­ten die Sen­der­ju­ry dies­mal nicht über­zeu­gen.

Saschas Kom­men­tar zum gera­de ernann­ten US-ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten? Schan­de, Mol­da­wi­en, dass er nicht dabei ist! (MD)

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Ers­tes Semi­fi­na­le 2016: Auf in den Kampf!

Das wird jetzt viel­leicht nicht auf unge­teil­te Zustim­mung bei all mei­nen Leser/innen sto­ßen und beschreibt auch das Gegen­teil mei­ner eige­nen Emp­fin­dun­gen von vor einem Jahr, aber nach der ers­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de 2016 aus dem Stock­hol­mer Glo­ben (der immer noch aus­sieht wie ein Schnel­ler Brü­ter) am Diens­tag­abend muss ich sagen: von mir aus kön­nen die Schwe­den ger­ne jedes Jahr gewin­nen. Solan­ge sie Petra Mede wei­ter mode­rie­ren las­sen: locker, flo­ckig, eigeniro­nisch, herr­lich! Am schöns­ten der Gag, als auf die Wor­te “Wel­co­me, Euro­pe!” die ers­ten Tak­te von ‘The Final Count­down’ der gleich­na­mi­gen schwe­di­schen Acht­zi­ger­jah­re-Rock­band ertön­ten, live von besag­ter Kapel­le into­niert, die Petra und Måns aber schnell wie­der abwürg­ten und sich flugs für die “Pein­lich­keit” ent­schul­dig­ten! Auch, was das schwe­di­sche Fern­se­hen an Rah­men­pro­gramm auf die Bei­ne stell­te, konn­te sich sehen las­sen, von der Eröff­nungs­num­mer, als ein Chor aus den Kin­dern von Ste­pford das Mor­bid-Düs­te­re in Måns Zelmerlöws Vor­jah­res-Sie­ger­lied ‘Heroes’ erst so rich­tig her­aus­ar­bei­te­te, bis hin zu dem als Pau­se­nact ein­ge­setz­ten Bal­lett der ‘Grey Peop­le’ zum The­ma Flucht, das einem beim Zuschau­en stel­len­wei­se den Atem sto­cken ließ, weil es so arti­fi­zi­el­le und den­noch tief unter die Haut gehen­de Bil­der für die Tra­gö­die fand, die sich wei­ter­hin täg­lich vor unse­ren Toren abspielt. Dan­ke für die­sen Appell ans kol­lek­ti­ve Gewis­sen!

Die per­fek­te Spra­che gefun­den, um das wich­ti­ge The­ma an die­sem Abend nicht ver­ges­sen zu las­sen, ohne beleh­rend zu wir­ken. Respekt, SVT!  

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Island 2016: She’s a Copy­cat, tryin’ to ste­al your Soul

Island schickt erneut Gre­ta Saló­me Ste­fáns­dót­tir zum Euro­vi­si­on Song Con­test. Die ken­nen wir noch aus Baku, wo sie 2012 gemein­sam mit Jón­si (IS 2004) ein sehr hüb­sches, wenn auch sehr klas­si­sches Duett namens ‘Never for­get’ sang. Dies­mal reist sie jedoch allei­ne an, beglei­tet nur von den Stim­men in ihrem Kopf. Jeden­falls legt das der Titel ihres Bei­trags ‘Hear them cal­ling’ nahe. Den mit­tel­flot­ten, mit­tel­gu­ten Pop­song mit einer mit­tel­gu­ten Hook­li­ne und einer geschickt plat­zier­ten Klatsch­fal­le kurz vor dem Ende ver­kauft die gute Gre­ta haupt­säch­lich über eine, wol­len wir mal sagen, äußerst stark von Måns Zelmerlöw‘Hero’ inspi­rier­te, auf dem Büh­nen­hin­ter­grund lau­fen­den Video­cho­reo­gra­phie, mit der die blon­de Sän­ge­rin inter­agiert und die in ihrem Fall nicht aus Strich­männ­chen, son­dern aus bedroh­li­chen Schat­ten­spie­len und den auch von Ann Sophie in Wien benutz­ten schwar­zen Rauch­schwa­den besteht. Ori­gi­na­li­tät oder Eigen­stän­dig­keit kann man der Islän­de­rin (die den Titel immer­hin selbst schrieb) also wahr­lich nicht vor­wer­fen.

Sie kom­men… sie kom­men Dich zu holen… sie wer­den Dich nicht fin­den… 

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