Drit­ter Super­sams­tag 2019: eine Chan­ce für den Hass

Rich­tig rund ging es am gest­ri­gen Super­sams­tag: neben den Vor­ent­schei­dungs-Fina­len in Aus­tra­li­en, Ita­li­en und Mon­te­ne­gro fan­den in fünf wei­te­ren Län­dern Vor­run­den statt. Wir begin­nen unse­re Rei­se im hohen Nor­den, wo das ers­te von zwei Semis des islän­di­schen Söng­va­kepp­nin Anlass zum hoff­nungs­vol­len Froh­lo­cken gab. Unter den zwei ins Fina­le dele­gier­ten Bei­trä­gen befin­det sich näm­lich mit ‘Hat­rið mun sig­ra’ (‘Der Hass wird sie­gen’) mein per­sön­li­cher Lieb­lings­ti­tel der gesam­ten Euro­vi­si­ons­sai­son 2019. Die Indus­tri­al-Band Hata­ri (die Has­sen­den) lie­fert damit die wütend-düs­te­re Hym­ne zur aktu­el­len End­zeit­stim­mung, die einen beim Anblick des Zustands Euro­pas und der Welt unab­wend­bar über­fällt, ver­packt in eine frap­pan­te musi­ka­li­sche Mischung aus Ramm­stein und Bron­ski Beat und dar­ge­bo­ten in einer auf­merk­sam­keits­star­ken, dezent SM-gefärb­ten Büh­nen­show. Und sogar eine klei­ne Rückung pack­ten sie dazu! Die sich selbst als “anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche BDSM-Tech­no-Per­for­mance-Art-Grup­pe” ver­ste­hen­den Künst­ler for­der­ten ver­gan­ge­nen Don­ners­tag den israe­li­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Ben­ja­min Netan­ja­hu öffent­lich zu einem “freund­schaft­li­chen Match” in der islän­di­schen Kampf­sport­art Glí­ma, einer Art von Wrest­ling, auf.

Wol­len bei einem Sieg gegen Net­tan­ja­hu die “ers­te BDSM-Kolo­nie am Mit­tel­meer” errich­ten: Hata­ri.

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Euro­pa wird fal­len

Neben dem Fina­le der fran­zö­si­schen Vor­ent­schei­dung Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on wähl­ten ges­tern Abend auch die Malteser/innen ihre Reprä­sen­tan­tin für Tel Aviv aus. Das noto­risch grand-prix-begeis­ter­te Eiland bedien­te sich in die­sem Jahr erst­ma­lig des bri­ti­schen Cas­ting­show-For­ma­tes X‑Factor, das sich für den Sen­der TVM als Ein­schalt­quo­ten­er­folg her­aus­stell­te, aber auch für Kon­tro­ver­sen sorg­te: ver­gan­ge­nen Okto­ber kri­ti­sier­te die mal­te­si­sche Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­te Hele­na Dal­li die Show und den Sen­dert öffent­lich, weil ein Vor­run­den­teil­neh­mer dort unwi­der­spro­chen Wer­bung für die ethisch ver­werf­li­che, wis­sen­schaft­lich wider­leg­te und seit 2016 auf der Insel ille­ga­le Kon­ver­si­ons­the­ra­pie machen durf­te, die ihn von sei­ner “sünd­haf­ten” Homo­se­xua­li­tät “geheilt” habe. “Jun­ge Men­schen, die schwul sind, brau­chen weder Ver­ge­bung noch Hei­lung,” sag­te Dal­li im Par­la­ment, “sie brau­chen Ver­ständ­nis”. Kor­rekt! Das Fina­le von X‑Factor jeden­falls gewann die knapp 18jährige Michae­la Pace, die bereits 2017 an der mal­te­si­schen Vor­ent­schei­dung teil­nahm. Ihr Lied für Tel Aviv muss nun erst gefun­den wer­den, ihre leicht krat­zi­ge, dun­kel tim­brier­te Stim­me lässt jedoch befürch­ten, dass es auf eine depri­mie­ren­de Bal­la­de hin­aus­läuft.

So ‘Shal­low’ (‘Ober­fläch­lich’) wie ihr Cover-Song wirkt auch die voll ins bis­he­ri­ge mal­te­si­sche Inter­pre­tin­nen­sche­ma pas­sen­de X‑Fac­tor-Gewin­ne­rin Michae­la Pace.

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Die Rück­kehr des Flat­ter­lap­pens: ers­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

So, höchs­te Zeit, dass die­ser Blog aus sei­nem Dorn­rös­chen­schlaf erwacht: am gest­ri­gen Sonn­tag eröff­ne­te das – ange­reis­ten Schwur­na­lis­ten zufol­ge viel zu klei­ne – Pres­se­zen­trum in der Lis­sa­bon­ner Alti­ce-Are­na zur Über­tra­gung der ers­ten Kame­ra­pro­ben für das in acht Tagen ange­setz­te ers­te Semi des Euro­vi­si­on Song Con­test 2018. 19 Songs buh­len in die­sem bekannt­lich um einen der knap­pen zehn Plät­ze für das Fina­le. Und auch wenn die­se haupt­säch­lich für die Kame­ra­ein­stel­lun­gen und den Sound­check gedach­ten Pro­ben noch kei­nen umfas­sen­den Auf­schluss über die end­gül­ti­ge Per­for­mance in den bei­den Shows geben, in denen es zählt – näm­lich dem Jury­fi­na­le am kom­men­den Mon­tag und der TV-Show am 8. Mai, – so lässt sich doch zumin­dest ein Blick auf die Cho­reo­gra­fie- und Out­fit-Ideen der Dele­ga­tio­nen erha­schen. Und da scheint sich in die­sem Jahr ein klei­ner Trend zurück zum Flat­ter­lap­pen zu ent­wi­ckeln, also zur Büh­nen­kla­mot­te mit lan­gen, kei­nem unmit­tel­ba­ren Beklei­dungs­zweck dien­li­chen Exten­si­ons, die man wun­der­bar effek­tiv im Sturm der Wind­ma­schi­ne wehen las­sen kann, um auch ohne LED-Wän­de etwas Dyna­mik in den Auf­tritt zu bekom­men.

Jeden Moment hebt sie ab: Aser­bai­dschans Aisel trotz der stür­mi­schen Hoch­see.

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IS 2018: If I could turn back Time

Es ist wirk­lich höchs­te Zeit, dass die EBU ihre vor­nehm-fei­ge Nicht­ein­mi­schungs­po­li­tik hin­sicht­lich der natio­na­len Euro­vi­si­ons­vor­ent­schei­dun­gen auf­gibt und ein paar grund­le­gen­de, von allen teil­nah­me­wil­li­gen Sen­dern zu befol­gen­de Regeln auf­stellt. Die drän­gends­te davon: ein abso­lu­tes Ver­bot des soge­nann­ten Super­fi­na­les, also einer zwei­ten Abstim­mungs­run­de unter den Topp­lat­zier­ten, wie sie tra­di­tio­nell beim islän­di­schen Söng­va­kepp­nin statt­fin­det und auch im gest­ri­gen Fina­le zele­briert wur­de. Denn, mal ganz abge­se­hen davon, das es schwach­sin­nig ist, bei nur sechs Wett­be­werbs­ti­teln gleich zwei Votings durch­zu­füh­ren: in aller Regel endet ein sol­ches Super­fi­na­le in der Kata­stro­phe. So auch ges­tern in Island: dort ver­ein­te in der ers­ten Abstim­mungs­run­de näm­lich ein x‑beiniger, dicker Jun­ge namens Dagur Sigurðs­son mit einer recht drö­gen, zumin­dest jedoch lei­den­schaft­lich und in Lan­des­spra­che dahin­ge­ras­pel­ten Power­bal­la­de namens ‘Í Stor­mi’ die meis­ten Anru­fe und die Spit­zen­wer­tung der Jury auf sich. Das Ticket nach Lis­sa­bon bekam er aber trotz­dem nicht.

Der islän­di­sche Meat Loaf muss lei­der zuhau­se blei­ben.

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Fünf­ter Super­sams­tag 2018, Teil 2: mor­gens bin ich immer müde

Bin ich mitt­ler­wei­le ein­fach zu ver­wöhnt, zu über­kri­tisch? Ist es ver­mes­sen von mir, zu ver­lan­gen, dass das Rad mit jeder Per­for­mance neu erfun­den wird? Kann ich mich mit mei­ner stän­di­gen Ori­gi­na­li­täts­er­war­tung ein­fach nicht mehr erfreu­en an soli­de gemach­ten Lie­dern und Auf­trit­ten? Oder wor­an liegt es, dass mir das Melo­di­fes­ti­va­len, der hei­li­ge Gral der Euro­vi­si­ons­vor­ent­schei­dun­gen, in die­sem Jahr so über die Maßen lahm vor­kommt, die Songs so schwach, die Dar­bie­tun­gen so unin­spi­riert? So, als läge eine ein­zi­ge, abgrund­tie­fe Müdig­keit über dem schwe­di­schen Vor­auswahl­ver­fah­ren, ein Mehl­tau, über den kei­ne Cho­reo­gra­fie, kein Glanz und Glit­ter mehr hin­weg­täu­schen kann? Am augen­fäl­ligs­ten weh­te die­ser Ein­druck am gest­ri­gen Sams­tag­abend beim Auf­tritt der im drit­ten MF-Semi Letzt­plat­zier­ten Bar­bi Esco­bar her­über, die ein wenig aus­sah wie Sabri­na Set­lur (→ Vor­ent­scheid DE 2004) nach exzes­si­vem Schlaf­ent­zug: so fahl und aus­ge­zehrt, dass man sich nicht wun­der­te, war­um sie für ihren Titel ‘Stark’ das wich­tigs­te Requi­sit ver­gaß, näm­lich einen Refrain. Da half es auch nichts mehr, dass ihre Tänzer/innen ver­such­ten, auf der Mel­lo-Büh­ne neue Lang­stre­cken­re­kor­de auf­zu­stel­len.

Lass mich raten, Bar­bi: Dein Kind ist jetzt vier Mona­te alt und Du hast seit der Geburt kein Auge mehr zuge­macht (SE)?

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Vier­ter Super­sams­tag 2018: ent­mün­digt die Esten!

Rei­hen­wei­se fan­den am gest­ri­gen Super­sams­tag neben den abschlie­ßen­den Ent­schei­dun­gen in Däne­mark und Ita­li­en noch Semi­fi­na­le quer durch Euro­pa statt, bei denen sich die abstim­mungs­be­rech­tig­ten Zuschauer/innen und Juror/innen mal wie­der von ihrer schlech­tes­ten Sei­te zeig­ten und eine kata­stro­pha­le Fehl­ent­schei­dung nach der ande­ren tra­fen. Am wenigs­tens aus­ge­prägt erstaun­li­cher­wei­se dies­mal in Schwe­den, wo sich das zwei­te Semi­fi­na­le des all­ge­mein belieb­ten Melo­di­fes­ti­va­len musi­ka­lisch noch schwä­cher prä­sen­tier­te als das eigent­lich schon unter­ir­di­sche ers­te vom vor­ver­gan­ge­nen Sams­tag. Mit den Augen­sch­mäu­sen Lima­oo und Samir & Vic­tor wähl­ten die Skandinavier/innen drei ker­ni­ge Kna­ben mit träs­hi­gen Titeln ins Fina­le wei­ter, woge­gen sich natür­lich nicht das Gerings­te ein­wen­den lässt. In die Wir-quä­len-Dich-ein-zwei­tes-Mal-Run­de Andra Chan­sen dele­gier­te man die pol­ni­sche Kräch­ze Mar­ga­ret, deren Aus­schei­den beim Vor­ent­scheid ihres Hei­mat­lan­des im Jah­re 2016 mit dem in den inter­na­tio­na­len ESC-Wett­quo­ten bis dato bereits ganz weit oben lie­gen­den Titel ‘Cool me down’ für euro­pa­wei­te Ner­ven­zu­sam­men­brü­che bei den Fans sorg­te.

Eine wei­te­re Mit­rei­sen­de auf dem ‘Despacito’-Zug: Mar­ga­ret lockt uns in ihre Strand­hüt­te (SE).

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Pro­ben ers­tes Semi 2017: Schüt­tel Dein Haar, wil­des Mäd­chen

Seit Sonn­tag haben die Pfor­ten des Inter­na­tio­na­len Aus­stel­lungs­zen­trums in Kiew ihre Pfor­ten geöff­net für die 42 Dele­ga­tio­nen des dies­jäh­ri­gen Euro­vi­si­ons­jahr­gan­ges und für alle beson­ders uner­schro­cke­nen Schwur­na­lis­ten, die trotz der wid­ri­gen Umstän­de um die Vor­be­rei­tun­gen und den Ticket­ver­kauf die Rei­se in die ukrai­ni­sche Metro­po­le antra­ten. Das ers­te Semi­fi­na­le ist bereits ein­mal kom­plett durch­ge­probt, für die Zurück­ge­blie­be­nen offe­riert der offi­zi­el­le You­tube-Kanal der EBU aller­dings, wie schon aus den Vor­jah­ren gewohnt, ledig­lich kur­ze, fron­tal gefilm­te Aus­schnit­te von den Auf­trit­ten. Was durch­aus Sinn macht, denn eigent­lich ver­fügt der ers­te Pro­ben­durch­gang nur über eine sehr ein­ge­schränk­te Aus­sa­ge­kraft, geht es doch zunächst haupt­säch­lich um die rich­ti­gen Kame­ra­ein­stel­lun­gen. Ein Teil der Künstler/innen tritt noch casu­al an, ohne Büh­nen­gar­de­ro­be, nie­mand ver­aus­gabt sich stimm­lich, es geht erst mal dar­um, ein Gefühl für die Büh­ne zu bekom­men und einen Ein­druck für das TV-Signal, die Dele­ga­tio­nen haben noch die Mög­lich­keit, Din­ge aus­zu­pro­bie­ren und letz­te Ände­run­gen vor­zu­schla­gen. Den­noch bloggt die ver­sam­mel­te Fan­schaft natür­lich bereits flei­ßig aus der Hal­le, und so reicht es durch­aus für ers­te Ein­drü­cke aus zwei­ter Hand. So, wie zum Bei­spiel für die beru­hi­gen­de Nach­richt, dass man trotz allem Hin und Her im Vor­feld auch in Kiew an lieb­ge­won­ne­nen Tra­di­tio­nen fest­hält: bei der aller­ers­ten Pro­be am Sonn­tag­mor­gen, zur unchrist­li­chen Stun­de von 9 Uhr deut­scher Zeit, gab es nach über­ein­stim­men­den Berich­ten im Pres­se­zen­trum zunächst kei­nen Ton. Wie jedes Jahr, ganz egal, wo die Show statt­fin­det.

Die­se Fra­ge beant­wor­tet sich von selbst!

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Euro­vi­si­on Death­match #13: Je t’a­do­re

Die Drei­zehn – ihr haf­tet bei aber­gläu­bi­schen Men­schen ein Nim­bus als Unglücks­zahl an. Und als ein biss­chen unglück­lich erweist sich auch die heu­ti­ge Paa­rung in unse­rem Euro­vi­si­on Death­match, die man auch als Res­te-Ram­pe bezeich­nen könn­te, wenn es nicht so unge­recht gegen­über den betrof­fe­nen Künst­le­rin­nen wäre. Doch ein roter Faden, der bei­de Acts ver­bin­det, will sich nicht so ohne Wei­te­res fin­den las­sen: ihre Songs sind völ­lig ver­schie­de­ner Mach­art, sie tre­ten in unter­schied­li­cher Zahl an, ihre Vor­auswahl erfolg­te auf jeweils ande­re Wei­se und noch nicht mal ihre bei­de Natio­nen gren­zen anein­an­der oder befin­den sich im Krieg mit­ein­an­der. Für Bei­de hät­te es pas­sen­de­re Paa­run­gen gege­ben – die aber waren bereits belegt. Und so müs­sen Sva­la Björk­v­ins­dót­tir für Island und Oge­ne für die Nie­der­lan­de eben heu­te gegen­ein­an­der antre­ten. Der hohe Nor­den beginnt, wo die blon­de Sän­ge­rin, ihres Zei­chens Toch­ter des islän­di­schen Ver­tre­ters von 1995, Bo Hall­dórs­son, in unglaub­lich häss­li­chen Huf­schu­hen und mit dem elek­tro­las­ti­gen, düs­ter anmu­ten­den Mid­tem­po­song ‘Paper’ das Söng­va­kepp­nín gewann. Fans ver­gli­chen sie und ihren Bei­trag bereits mit der letzt­jäh­ri­gen Nor­we­ge­rin Agne­te und dem ‘Ice­brea­ker’. Und hier fin­det sich viel­leicht doch noch eine Gemein­sam­keit: wie schon Agne­te wird Sva­la bei etli­chen Fans für eine Top-Plat­zie­rung im Grand-Prix-Fina­le gehan­delt – und wie Näm­li­che bleibt sie nach mei­ner Ein­schät­zung mit ihrem eher zähen Lied in der Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de hän­gen.

In den Schminktopf gefal­len: Sva­la (IS)

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Island 2017: Becau­se of the Shoes

Ach, Island! Sie­ben Songs befan­den sich im gest­ri­gen Fina­le des natio­na­len Vor­ent­scheids Söng­va­kepp­nin 2017, und mit fünf von ihnen hät­te ich als Bei­trag des Lan­des zum Euro­vi­si­on Song Con­test in Kiew bes­tens leben kön­nen. Doch was wählt das stu­re Insel­völk­chen aus? Natür­lich mei­nen per­sön­li­chen Hass­ti­tel ‘Paper’! Wobei sich mein geball­tes Miss­fal­len gar nicht so sehr auf den kom­plett unin­ter­es­san­ten, len­den­lah­men Elek­tro­song bezieht, den man zur Not noch pro­blem­los weg­hö­ren könn­te, ohne all zu schlech­te Lau­ne zu bekom­men. Wäre da bloß nicht die schreck­li­che Inter­pre­tin Sva­la Björg­v­ins­dót­tir, ihres Zei­chens die Dót­tir von Bo (Björg­vin) Hall­dórs­son (→ IS 1995), bezie­hungs­wei­se ihr abgrund­schlech­ter Mode­ge­schmack. In schlim­men, nein: in schlicht­weg inak­zep­ta­blen Huf­schu­hen, einem unver­zeih­li­chen visu­el­len Ver­bre­chen gegen die Mensch­lich­keit, taper­te sie beim Vor­ent­scheid über die Büh­ne und duck­te sich dabei des öfte­ren in eine ange­strengt aus­se­hen­de hal­be Hocke, so als woll­te sie vor unser aller Augen gleich einen absei­len. Wobei ihre ver­däch­tig auf­tra­gen­de Groß­raum­ho­se durch­aus Platz genug für eine Tena Lady böte. Soll­te es also im Mai im IEC zu Kiew wäh­rend des islän­di­schen Auf­tritts merk­wür­dig von der Büh­ne her rie­chen – jetzt wis­sen Sie, wor­an es liegt. Und ja, die­ses Bild, das Sie nun nie mehr los­wer­den, habe ich ger­ne in Ihren Kopf gepflanzt. Nichts zu dan­ken.

So inter­es­sant wie ein lee­res Blatt Papier: Sva­la und ihr Song (IS)

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: wie zer­ron­nen, so gewon­nen

Auch wenn der von mir noch immer nicht über­wun­de­ne gest­ri­ge Schwe­den-Scho­cker (eine ordent­li­che Trau­er­pha­se braucht halt ihre Zeit) alles ande­re über­strahl­te, so gebie­tet es doch die Chro­nis­ten­pflicht, die Gescheh­nis­se der am sel­ben Abend gelau­fe­nen Vor­run­den in Island und Litau­en nach­zu­be­rei­ten. Auf der Insel der Trol­le und Elfen schräg­te es im zwei­ten Semi des Söng­va­kepp­nin lei­der einen wei­te­ren mei­ner dies­jäh­ri­gen Lieb­lings­bei­trä­ge, näm­lich die zar­te Coun­try­bal­la­de ‘þú og Ég’ von Páll Rósin­kranz und Kris­ti­na Bærend­sen, deren per­sön­li­ches Pech es war, dass nach den Bestim­mun­gen des islän­di­schen Sen­ders RÚV die Lie­der in den bei­den Semis in Lan­des­spra­che vor­ge­tra­gen wer­den müs­sen, wäh­rend die Künst­ler im Söng­va­kepp­nin-Fina­le freie Hand haben (und fast immer Eng­lisch wäh­len, wie sie es ange­kün­dig­ter­ma­ßen auch dies­mal tun). ‘You and I’, so der Titel der inter­na­tio­na­len Fas­sung, klingt ein­fach deut­lich kraft­vol­ler als das von Lis­pel­lau­ten bestimm­te, sehr ver­hal­ten her­über­kom­men­de ‘þú og Ég’. Und falls sich Stammleser/innen die­ses Blogs gera­de wun­dern, war­um mein Herz aus­ge­rech­net für eine der­ar­tig schmalz­trie­fen­de, ret­tungs­los alt­mo­di­sche, kon­ven­tio­nel­le, hete­ro­se­xu­el­le Lie­bessülz­bal­la­de ent­flammt: ich weiß es auch nicht. Ist halt manch­mal so. Jeden­falls lan­de­ten die Bei­den nur auf dem vier­ten Rang und müs­sen im Fina­le am nächs­ten (und letz­ten) Super­sams­tag lei­der drau­ßen blei­ben.

Das Gan­ze von Ken­ny Rogers und Dol­ly Par­ton auf Eng­lisch gesun­gen, und wir haben einen US-Num­mer-Eins-Coun­try-Hit (IS)

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