ESC 1997: Ich brauch was Grö­ße­res

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Das Com­ing Out

In die­sem Jahr fand die bei­na­he unum­kehr­bar geglaub­te iri­sche Sie­ges­se­rie ihr abrup­tes Ende. Auch wenn es  für Marc Roberts und sei­ne ‘Mys­te­rious Woman’ noch zu einem zwei­ten Platz reich­te: 70 Punk­te Abstand zum Sie­ger spra­chen eine deut­li­che Spra­che. Und das soll­te erst der Anfang sein! Nach dem Quo­ten- und Finanz­de­sas­ter des Vor­jah­res, bedingt durch das unfrei­wil­li­ge Aus­schei­den Deutsch­lands, begann hin­ter den Kulis­sen ein fol­gen­rei­ches Umge­stal­ten. Auf­grund hin­hal­ten­den Wider­stands der Grand-Prix-Tra­di­tio­na­lis­ten kamen die drin­gend not­wen­di­gen Refor­men zwar nur scheib­chen­wei­se – auf­zu­hal­ten waren sie aber nicht mehr.

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ESC 1989: Why do they always get it wrong?

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Das Jahr des Super­trashs

Ein Jahr­gang, der mich wie kein zwei­ter gespal­ten hin­ter­lässt: einer­seits unglaub­lich reich an Spit­zen­er­zeug­nis­sen des Trashs und der unfrei­wil­li­gen Komik und damit ein ernst­haf­ter Anwär­ter auf die Top Five mei­ner Lieb­lings­con­tests. Ande­rer­seits rui­niert durch rund­weg skan­da­lö­se Jury­ent­schei­dun­gen und den unge­recht­fer­tigs­ten Sie­ger­ti­tel aller Zei­ten. Doch begin­nen wir mit den amü­san­ten Sei­ten die­ses Con­tests: das eid­ge­nös­si­sche Fern­se­hen unter­hielt die Zuschauer/innen zum Auf­takt und in den Post­kar­ten mit idyl­li­schen Kli­schee­bil­dern über Ber­ge, Kühe, Ber­ge, Käse, Ber­ge, Uhren, Ber­ge, Alp­hör­ner, Ber­ge, das Hei­di und Ber­ge – was man sich eben unter der Schweiz so vor­stellt! Ban­ken­nie­der­las­sun­gen mit dis­kre­ten Kon­ten für das Blut­geld aus den Dik­ta­tu­ren die­ser Welt oder die schwar­zen Kas­sen der CDU spar­te man hin­ge­gen aus.

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ESC 1986: Du weisst, ich lie­be das Leben

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Das Jahr des wei­ßen Rau­schens

So viel Pomp, so vie­le schlech­te Lie­der! Der dama­li­ge Kron­prinz und heu­ti­ge König Nor­we­gens, das nach 28 Teil­nah­men und sechs Roten Later­nen erst­mals den Grand Prix aus­tra­gen durf­te, ließ es sich nicht neh­men, nebst Gemah­lin und Kin­dern dem fest­li­chen Ereig­nis bei­zu­woh­nen. Auch die Mode­ra­to­rin der Show, Åse Kleve­land, zählt frag­los zum Euro­vi­si­ons­adel: zwan­zig Jah­re zuvor, 1966, war die Lie­der­ma­che­rin mit dem pro­gres­si­ven Folk­stück Intet er nytt under Solen beim Wett­be­werb ange­tre­ten und beleg­te den drit­ten Platz. Danach distan­zier­te sie sich zwar zunächst vom Grand Prix, was sie aber nicht davon abhielt, nun mit dem gestren­gen Auf­tre­ten und der Fri­sur einer Domi­na im male­ri­schen Ber­gen durch einen Abend musi­ka­li­scher Abgrün­de zu füh­ren. Nur weni­ge Jah­re dar­auf über­nahm sie übri­gens das Amt der Kul­tus­mi­nis­te­rin. Mei­nen Respekt!

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