Schlagwort: Israel

Alle zwan­zig Jah­re siegt das Nah­ost­land beim ESC, so will es das Gesetz. Isra­el schenk­te uns das Gen­re der Kib­buz-Dis­co, die Block­t­anz­cho­reo­gra­fie und die ers­te trans­se­xu­el­le Grand-Prix-Sie­ge­rin.
Dabei seit: 1973; Sie­ge: 1978, 1979, 1998, 2018; Rote Later­nen: kei­ne.

World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020
2020, Die Zwanzigzwanziger, ESC Semifinale

World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

Ein tödlicher Verkehrsunfall mit zahllosen Beteiligten, dessen schaurig-morbider Faszination man sich über geschlagene vier Stunden nicht zu entziehen vermochte, so lässt sich das gestrige deutsche Eurovisions-Halbfinale 2020 beschreiben. Mit welchem die ARD versuchte, trotz der seuchenbedingten Absage des offiziellen europaweiten Wettbewerbs wenigstens auf nationaler Ebene ein adäquates Ersatz-Event auf die Beine zu stellen, wofür der Senderverbund gar nicht oft genug gelobt werden kann. Grundsätzlich nicht verkehrt auch die Idee zur Zusammenarbeit mit Funk, der hauseigenen Youtube-Spielwiese, mit welcher die Öffentlich-Rechtlichen darauf reagieren, dass Zuschauer:innen unter 30 mittlerweile durch klassisches lineares Fernsehen praktisch nicht mehr zu erreichen sind. Zu Funk gehören inhal...
HaS­h­ir HaBa 2020: Let the Sun shi­ne in
2020, Die Zwanzigzwanziger, Internationale Vorentscheidungen

HaS­h­ir HaBa 2020: Let the Sun shi­ne in

Ein echtes Novum bescherte uns gestern Abend das israelische Fernsehen bei der Auswahl des Songs für seine schon länger feststehende Eurovisionsrepräsentantin Eden Alene, der Siegerin der wie jedes Jahr gefühlt über mehrere hundert Runden laufenden Castingshow HaKokhav HaBa 2020. Vier Lieder standen für die 19jährige mit den äthiopischen Wurzeln bei der etwas über einstündigen Auswahlshow HaShir HaBa zur Auswahl: eine Ballade und drei formidable Pop-Banger. Die Chance, es zu versauen, lag also rein rechnerisch bei nur 25%, und zu meinem großen Erstaunen zogen die Israelis diese Option nicht (aufgemerkt, Moldawien und Rumänien!). Die mit 60% Entscheidungsgewalt ausgestatteten, auf mehrere Gruppen aufgeteilten Jurys stimmten mehrheitlich für den Titel 'Roots', der sozusagen als akustisches G...
2019, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Schwules

2. Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Madonna wird am Samstag im Finale des Eurovision Song Contest 2019 auftreten. Die seit Monaten als Gerücht gestreute, in den letzten Tagen mit einem entweder unnötigen oder gefakten Drama um nicht unterschriebene Verträge gehypte und gestern bestätigte Nachricht, dass die EBU der amerikanischen Großmutter des Pop, die hierfür sogar noch eine von einem israelischen Industriellen finanzierte Millionengage einstreicht, in der zuschauerstärksten TV-Show der Welt kostenlos die Möglichkeit zur Bewerbung ihres neuesten Albums einräumt, nahm am gestrigen Donnerstagabend gefühlt ein Viertel der Sendezeit, mindestens jedoch der Moderation ein und degradierte die achtzehn im Kampf um den Finaleinzug angetretenen Acts zur bloßen Staffage. Vertraut die EBU der Strahlkraft ihrer eigenen Vorzeigesendung ...
2019, Die Zwanzigzehner

Rank & File 2019: Platz 28 – Home

Seit vielen Jahren ist beim Eurovision Song Contest das interessante Phänomen zu beobachten, dass der Heimbeitrag, also das Wettbewerbslied des jeweiligen Gastgebers, in schöner Regelmäßigkeit geradezu um den letzten Platz bettelt. Ein oftmals auch direkt erfüllter Wunsch, hinter dem wohl meist die (unbewusste) Strategie steht, das teure Festival um keinen Preis ein zweites Mal in Folge austragen zu müssen. Platz 28: Israel - Kobi Marimi: Home (Nach Hause) Noch nie betrieb ein Land dies jedoch so augenfällig wie Israel. Kein Wunder, steht dessen beim despotischen Regierungschef verhassten öffentlich-rechtlichen Sender doch sowohl politisch wie finanziell das Wasser bis Oberkante Unterlippe. Also wählte man einen großgewachsenen, schnauzbärtigen Opernsänger und schneiderte ihm einen vor...
2019, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

WSV 2019: Sonn­tag ist Song­tag

"Lieder, Lieder, die letzten Lieder hier! Der absolute Hauptgewinn ist hier in dieser Dose drin!" Oh, sorry, da ist es angesichts der in Kürze drohenden Nach-Vorentscheids-Eurovisions-Zwischendepressions-Phase wohl ein wenig mit mir durchgegangen. Bemühen wir uns um einen etwas sachlicheren Ton: von den insgesamt 41 Beiträgen für den Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv kannten wir bis gestern 38, die restlichen drei kamen am heutigen Sonntag hinzu. Darunter auch der Heimbeitrag des Gastgeberlandes Israel, dargeboten von dem in einer Castingshow ausgewählten, ausgebildeten Opernsänger Kobi Marimi. Dessen clever 'Home' betitelte Ballade sollte eigentlich als letzte des Tages veröffentlicht werden, sickerte jedoch bereits am Nachmittag als erste durch. Und sie lässt die Herzen aller Freu...
2019, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Inter­pre­ten­kür 2019: Bar­ce­lo­na, what a beau­ti­ful iced Cof­fee

Zwei weitere Künstler/innen für Tel Aviv stehen fest, was strenggenommen gar keine Nachricht ist, denn in beiden Fällen fehlt das wirklich Entscheidende: der Song! Der Aktualität wegen sei es dennoch rapportiert: vor einigen Minuten verkündete das griechische Fernsehen ERT, dass Katerina Duska die hellenische Flagge beim Eurovision Song Contest vertreten werde. Die gebürtige Kanadierin veröffentlichte 2015 ihr erstes und bislang einziges Album mit Indie-Pop-Songs, teils in Zusammenarbeit mit einem schwedischen Songschreiber; ein Track fand in einem Werbespot von Nescafé Verwendung. Und zwar interessanterweise in Kanada und nicht in Griechenland, wo man dem Instant-Getränk deutlich intensiver zuspricht. Eine rasche Youtube-Sichtung förderte nichts extrem Eingängiges zutage, aber auch nichts...
2019, Die Zwanzigzehner, ESC Finale

Die Wür­fel sind gefal­len: es geht 2019 nach Tel Aviv!

Hurra, endlich startet sie ganz offiziell, die ESC-Saison 2019! Heute, am 13. September 2018, gab die EBU nach langem Gezerre doch noch die von Fans herbeigesehnte Entscheidung bekannt: der nächste Eurovision Song Contest findet am 14., 16. und 18. Mai 2019 (wie immer: Dienstag und Donnerstag die zwei Qualifikationsrunden, Samstag das große Finale) im International Convention Center (ICC) auf dem Expo-Gelände in Israels Partymetropole Tel Aviv statt. Damit haben sich die liberalen Kräfte gegenüber den Traditionalisten durchgesetzt, die das internationale Event in der politischen und religiösen Hauptstadt des Landes sehen wollten. Nicht nur den queeren Fans dürfte heute ein Stein vom Herzen gefallen sein, sondern auch den TV-Macher/innen. Thomas Schreiber vom NDR zählt die wichtigsten Grü...
2019, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Alles wie vor­her: ESC 2019 bleibt trotz Finanz­streit in Isra­el

"Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor": dieses Faust-Zitat passt ganz wunderbar zu den aktuellen Ränkeschmieden um die Ausrichtung des Eurovision Song Contest 2019 in Israel. Dass der Wettbewerb nach dem Sieg von Netta Barzilai in Lissabon in dem Nahostland stattfinden soll, wissen wir bereits seit Mai 2018. Dass es eine Fehde um den mögliche Austragungsort gibt, mit dem weltoffenen Tel Aviv und der umstrittenen religiösen Hauptstadt Jerusalem als aussichtsreichste Bewerber, auch. Nun stand in den letzten Tagen die gesamte Ausrichtung auf Messers Schneide, weil sich der Sender Kan und die israelische Regierung eine Auseinandersetzung um die Finanzierung des von der EBU geforderten Pfandgeldes in Höhe von 12 Millionen Euro (!) lieferten. Das verlangen die Genfer sei...
2018, ESC Finale

Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheimvertrag mit dem Karma? Oder wie schafft Israel es sonst, seine Eurovisionssiege mit einer derartigen mathematischen Präzision in Abständen von jeweils exakt 20 Jahren über die Grand-Prix-Geschichte zu verteilen? Und das auch noch mit einem jeweils ziemlich ähnlichen Konzept: 1978 schaffte es Izhar Cohen auf dem Höhepunkt der Discowelle mit einem tanzbaren, von der universalen Liebe unter den Menschen handelnden Kinderlied namens 'A Ba Ni Bi' und einer sensationellen Marge-Simpson-Frisur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämpferischen Transsexuellen Dana International mit dem Tanzflächenfüller 'Diva' der bis heute wichtigste, weil ein unübersehbares, die gesellschaftliche Liberalität beflügelndes Zeichen für Toleranz und Respekt gegenüber dem...
2018, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, ESC Semifinale

Hys­te­rie in der Bub­ble: Ele­ni ist neue Wett­quo­ten­kö­ni­gin

Seit Monaten führte die Israelin Netta Barzilai mit ihrem Beitrag 'Toy' unangefochten die Listen der internationalen Wettbüros für einen Sieg beim Eurovision Song Contest 2018 an. Bis heute früh. Gewissermaßen auf dem letzten Meter überholte sie da die für Zypern antretende Eleni Foureira mi ihrer Nummer 'Fuego'. Und ein schöneres Paradebeispiel für überschnappende Fan-Hysterie in der hermetisch in ihrem eigenen Saft schmorenden Bubble könnte es meines Erachtens nicht geben. Sowie für die Art und Weise, wie das Belohnungszentrum in unserem Gehirn, der Nucleus accumbens, arbeitet. Der schüttet bekanntlich Dopamin aus, den Botenstoff, der uns mit Glücksgefühlen belohnt, wenn etwas (eine Situation, eine Leistung) deutlich besser ist als unsere Erwartungen hieran. So, wie gerade bei 'Fuego'. A...
2018, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Proben

Ich dach­te immer, Du seist bil­lig: fünf­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Am heutigen Donnerstag drehte sich alles um Unfälle in der zweiten Probenrunde der ersten Semifinalisten zum Eurovision Song Contest 2018 in Portugal. Aufgrund eines Verkehrsunfalles, der einen Stau in der Lissabonner Innenstadt verursachte, kam die dort feststeckende isländische Delegation heute Morgen zu spät, so dass Ari Olafssons Probe verschoben werden musste. Die größere Rolle spielten jedoch die Rückenverletzungen, die sich der tschechische Teilnehmer (und Siegeraspirant) Mikolas Josef vergangenen Sonntag bei einem Salto zugezogen hatte und die einen Krankenhausaufenthalt notwendig machten. Josef erschien, wie bereits angekündigt, dennoch heute zum zweiten Durchlauf und absolvierte - mit zusammengebissenen Zähnen, wie die Blogger vor Ort beobachteten - bravourös auch etliche kleiner...
2018, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Proben

Die Rück­kehr des Flat­ter­lap­pens: ers­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

So, höchste Zeit, dass dieser Blog aus seinem Dornröschenschlaf erwacht: am gestrigen Sonntag eröffnete das - angereisten Schwurnalisten zufolge viel zu kleine - Pressezentrum in der Lissabonner Altice-Arena zur Übertragung der ersten Kameraproben für das in acht Tagen angesetzte erste Semi des Eurovision Song Contest 2018. 19 Songs buhlen in diesem bekanntlich um einen der knappen zehn Plätze für das Finale. Und auch wenn diese hauptsächlich für die Kameraeinstellungen und den Soundcheck gedachten Proben noch keinen umfassenden Aufschluss über die endgültige Performance in den beiden Shows geben, in denen es zählt - nämlich dem Juryfinale am kommenden Montag und der TV-Show am 8. Mai, - so lässt sich doch zumindest ein Blick auf die Choreografie- und Outfit-Ideen der Delegationen erhasche...
2018, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

IL 2018: Kuku­ri­ku

Schon des Nächtens suppte er durch, der eigentlich bis zur offiziellen Präsentation heute Abend unter Verschluss zu haltende israelische Eurovisionsbeitrag 2018. Woraufhin das Land in den Wettbüros sofort auf den Spitzenplatz schoss. Kein Wunder: Netta Barzilais feministische Hymne 'Toy' vereint einen außergewöhnlichen, authentischen Gesangsstil mit einem aktuellen gesellschaftspolitischen Anliegen - der in Hollywood gestarteten, aber mittlerweile globalen #metoo-Bewegung - und, am Wichtigsten, einem starken, Spaß machenden Pop-Track. Zusammengehalten wird das von Doron Medalie ('Golden Boy', IL 2015) komponierte und aus 140 Einsendungen ausgewählte 'Toy' von der naturgewaltigen Persönlichkeit der Wuchtbrumme Netta, einer Art israelischer Beth Ditto: dick, laut, talentiert und absolut fabe...
2018, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

IL 2018: Vor­sprung durch Tech­nik

Da kommt eine spannende Grundsatzdebatte auf uns zu: wie weit darf der Einsatz von Technik beim Eurovision Song Contest gehen? Am gestrigen Abend gewann die 25jährige Wuchtbrumme Netta Barzilai mithilfe der Jury ziemlich knapp die israelische Grand-Prix-Castingshow HaKokhav Haba, hierzulande gefloppt unter dem Titel Rising Star. Nettas Markenzeichen in der Show war der exzessive Einsatz eines Loopers, also eines manuell gesteuerten technischen Trickkästchens, mit dessen Hilfe man Instrumente, Geräusche oder die eigene Stimme aufnehmen, elektronisch beliebig bearbeiten (sprich: mit Hall unterlegen, verstärken, verdoppeln, verfremden) und in Dauerschleife gewissermaßen als selbstgemachten Begleitchor oder musikalische Untermalung zum eigenen Live-Gesang abspielen kann. Diese relativ preisgün...
2017, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Unsere Lieblinge

Zwei­tes Semi­fi­na­le 2017: We have lost our Vero­na

Warum macht ihr so etwas, liebe Bühnenbildverantwortliche? Warum versteckt ihr in diesem Jahr praktisch alle die Chorsänger/innen hinter der Bühne? Schon im ersten Semifinale 2017 am vergangenen Dienstag irritierte es maßlos, wenn man mit den Augen lediglich eine einzelne, völlig verloren im Farbenwirbel des Backdrops verschwindende Person auf der Bühne sah, gleichzeitig jedoch mit den Ohren wahre Choräle erschallen hörte und das völlig überforderte, bedauernswerte Gehirn diese beiden sich gegenseitig widersprechenden Sinneswahrnehmungen irgendwie zusammen bekommen sollte, ohne dabei zu implodieren. Bei der gestrigen zweiten Qualifikationsrunde dann, erneut ausgetragen in der nur mäßig besetzten Internationalen Ausstellungshalle zu Kiew, erneut bestückt mit der irgendwo zwischen Raumschi...
2017, Die Zwanzigzehner, Eurovision Deathmatch

Euro­vi­si­on Death­match #18: Ich will kei­ne Scho­ko­la­de

Ging es im gestrigen Eurovision Deathmatch um eine der Basiszutaten des Wettbewerbs, nämlich die kitschige Ballade, so kommen wir heute zu einer anderen: dem tanzenden Schönling. Auf den Geschmack der Hauptzielgruppe zugeschnittene, gut aussehende junge Männer, die sich zu beatbetontem Pop anmutig im Gleichschritt bewegen: dies ist einer der wichtigsten Gründe, warum der Eurovision Song Contest sich solch großer Beliebtheit erfreut. Auch 2017 finden sich einige dieser Exemplare im Line-up - wenn auch, wie immer, leider viel zu wenige. Zwei von ihnen treten heute im Zweikampf um Leben und Tod gegeneinander an. Zuerst steigt mit Imri Ziv der aus einer Castingshow hervorgegangene israelische Vertreter in den Ring, der neben seinem hinreißenden Aussehen (die Prinz-Blogger-Wahl zum schönsten Sc...
2017, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Isra­el: Poli­tik beschnei­det Rund­funk­frei­heit – Euro­vi­si­ons­teil­nah­me in Gefahr?

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu greift nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau (FR) massiv in die Gestaltung der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt seines Landes ein - mit möglichen Konsequenzen hinsichtlich der Mitgliedschaft des Senders bei der European Broadcasting Union und damit auch auf die Teilnahme des Nahostlandes am Eurovision Song Contest. Wie die Tageszeitung rapportiert, wird die allgemein als aufgebläht und ineffektiv angesehene bisherige Sendeanstalt Israel Broadcasting Authority (IBA) derzeit gerade abgewickelt - am 30. April 2017 soll die neue, deutlich schlankere Station Kan den Betrieb aufnehmen, die auch die Ausstrahlung des ESC übernimmt. Der hat Netanjahu nun allerdings vorläufig untersagt, Nachrichten zu senden - wie die FR mutmaßt, weil ihm "einige Jo...
2017, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Isra­el 2017: Not­hing touched me that was second best

Vor wenigen Minuten veröffentlichte das israelische Fernsehen das Video mit dem Beitrag des Landes zum Eurovision Song Contest 2017 in Kiew. Wie fast immer sickerte der Titel bereits im Laufe des Tages durch, und so langsam nerven diese ganzen vorzeitigen Liedergüsse wirklich gewaltig. Jedenfalls heißt der Song 'I feel alive', bekanntlich gesungen von Imri Ziv, seines Zeichens Sieger der Vorauswahl-Castingshow The next Star sowie Hintergrundtänzer bei den Grand-Prix-Auftritten von Nadav Guedj (→ IL 2015) (der übrigens laut Facebook-Posting gerade frisch verliebt ist - in eine Frau [schluchz!]) - und Hovi Star (→ IL 2016), worauf er uns im Clip auch durch das selbstverliebte Anschauen von filmischen Beweisen dieser Heldentaten penetrant hinweist. Ob das nun nach Eigenlob stinkt oder mehr de...
2017, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Isra­el schickt des Gol­den Boys Tän­zer nach Kiew

Ein wenig überschattet von den aktuellen Entwicklungen in Kiew ging heute Abend im israelischen Fernsehen die Castingshow The Next Star zu Ende, mit welcher der Vertreter des Landes für den Eurovision Song Contest 2017 ermittelt wurde. Imri Ziv heißt der junge Mann, verfügt über hinreißende Segelöhrchen, sexy behaarte Unterarme, überhaupt ein blendendes Aussehen sowie eine - das macht mir allerdings ein wenig Angst - besonders für Balladen geeignete Stimme. Er setzte sich im heutigen Finale der (aufgemerkt, NDR:) mehrwöchigen Sendereihe gegen die drei letzten verbliebenen Konkurrent/innen durch. Sein Beitrag für Kiew steht allerdings noch nicht fest: in der Castingshow gab man nur Coverversionen zum Besten, den israelischen Song 2017 will man gesondert finden. Für besonders scharfäugige Be...
2016, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Jurys sind Wichser

Rus­si­sche Juro­rin fliegt raus

Die EBU schließt in Absprache mit dem russischen Sender RTR die in der Ukraine geborene Sängerin Anastasija Stockaja aus der Jury des Landes für den Eurovision Song Contest 2016 aus und erklärt die von ihr abgegebenen Punkte für nichtig. Damit reagiert die Organisation auf einen von Stockaja gestern Abend während des ersten Juryfinales live auf dem Streamingdienst Periscope geleakten Mitschnitt, welcher die fünf Jurymitglieder zeigt, wie sie sie gerade den niederländischen und den armenischen Beitrag mitverfolgen und bewerten, offensichtlich in sehr relaxter Stimmung. Kurz schwenkt Anastasijas Handy-Kamera auch auf ihren eigenen Stimmzettel, den sie zwar noch reflexartig abzudecken versucht - dennoch sieht man für eine Schrecksekunde, dass sie bei einzelnen Beiträgen ein Minuszeichen gemac...
2016, Die Zwanzigzehner, ESC Finale, ESC Semifinale, Unsere Lieblinge

Rus­si­sche Zöll­ner hin­der­ten Hovi Star an der Ein­rei­se

Wie schrecklich es mit der institutionellen russischen Homophobie bestellt ist, erfuhr in dieser Woche der israelische Eurovisionsvertreter Hovi Star am eigenen Leibe. Wie er einem Bericht von Wiwibloggs zufolge gestern Abend in der maltesischen Talkshow Xarabank erzählte, hinderten ihn Zöllner am Flughafen Moskau bei der Einreise in das Land, das er im Zuge einer Promotour besuchen wollte. Hovi: "Sie sagten mir, ich dürfte nicht rein. Sie schauten in meinen Pass, zerrissen ihn und lachten mich aus". Gründe für diese unglaubliche Behandlung seien nicht genannt worden: "vielleicht, weil ich schwul bin, vielleicht, weil ich mich so anziehe, vielleicht, weil ich Make-up trage - ich weiß es nicht," so der Künstler im Interview. Trotz des skandalösen Vorfalls, den seine spanische Kollegin Barei...
2016, Die Zwanzigzehner

Kei­ne Ster­ne in Tel Aviv: die ers­ten ESC-Remi­xe sind da!

Mit dem schwedischen Melodifestivalen, traditionell immer nur wenige Tage vor dem offiziellen Abgabetermin aller Beiträge bei der EBU terminiert, ging gestern Abend die Vorentscheidungssaison für den Eurovisionsjahrgang 2016 zu Ende. Noch aber wartet die Welt mit angehaltenem Atem auf zwei offene Beiträge und zwei ESC-Versionen bereits gewählter Titel. Während bereits seit geraumer Zeit feststeht, dass die Albanerin Enada Tarifa ihr in der Originalfassung sterbensschönes 'Përrallë' in Stockholm in einer (noch nicht veröffentlichen) anglifizierten Version als 'Fairytale Love' verhunzt, stieg in Rom noch immer kein weißer Rauch auf: ob die San-Remo-Zweite Francesca Miechelin 'Nessun Grade di Separazione', wie von den Fans erhofft, in Landessprache singt oder ebenso den Fehler begeht, auf Eng...
2016, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, Internationale Vorentscheidungen

Von blon­dier­ten Bar­bies und toten Schla­ger­di­ven

So, ein verregneter Sonntagnachmittag, noch ein paar Minuten bis zum Beginn des rumänischen Vorentscheidungsfinales: kurz Zeit also, über einige Phänomene der letzten Tage zu sinnieren. Beginnen wir zunächst mit dem scheinbar merkwürdigen Abstimmungsverhalten in einigen Ländern und den dazugehörigen Hintergründen. Da ist das allgemein unerwartete und schockierende Ergebnis in Polen, wo die Zuschauer/innen eine zottelige Jack-Sparrow-Kopie wählten und den von vielen Fans bereits als möglichen Siegertitel des ESC 2016 gehandelten Song 'Cool me down' von Margaret verschmähten. Was vielleicht weniger verwundert, wenn man sich vor Augen führt, dass der Sender TVP beim gestrigen Televoting pro Anschluss lediglich einen Anruf wertete. Sicherlich fairer im Hinblick auf ein repräsentatives, weniger...
2016, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen, Schwules

Isra­el 2016: die Ster­ne ste­hen gut

So viel Sterne leuchteten selten gleichzeitig auf an nur einem Abend: die als israelisches Vorentscheidungsformat verwendete Castingshow Rising Star brachte soeben einen Sänger namens Hovi Star als Sieger (und Grand-Prix-Vertreter) hervor. Mit dem Titel 'Made of Stars'. Drei mal Star in einem Aufwasch: mehr Stern geht nicht! Wobei: geht doch, denn gleich zwei der insgesamt vier Rising-Star-Finalisten interpretierten heute Abend 'Made of Stars' und verdoppelten so noch einmal die Anzahl der Himmelskörper. Neben dem siegreichen Hovi, einem zur figürlichen Fülle und zu einer leichten Effeminiertheit neigenden jungen Mann mit einer eigenwilligen Emo-Frisur und großem Starappeal, versuchte sich auch die vergleichsweise schüchterne Nofar Salman an der Nummer, die sie aber bei weitem nicht so übe...
2016, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, Internationale Vorentscheidungen, Schwules, Unsere Lieblinge

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: mund­ge­schäl­te Bana­nen aus Isra­el

Früher einmal stand das englische Wörtchen "gay" sowohl für "schwul", als auch - im Originalsinne - für "fröhlich". Das scheint lange her: mittlerweile hat sich bei vielen Berufshomos leider eine nervtötende Humorlosigkeit breit gemacht, wie sich am Beispiel der gerade laufenden israelischen Vorentscheidung Rising Star zeigt. Dort kam der junge Künstler Maor Gamliel eine Runde weiter, mit einem Song, der sich nach meinem Empfinden in freundschaftlich-neckender Weise über einen Schrankschwulen lustig macht. 'Moshiko', so der Name des titelgebenden Homos, "liebt Ärsche", "treibt keinen Sport", hält sich aber ständig im Umkleideraum auf, "lässt die Seife fallen", "schält Bananen mit dem Mund" und sollte sich endlich outen, fordert Maor. Denn, auch so heißt es im Songtext, "schwul ist cool" un...