IL 2018: Kuku­ri­ku

Schon des Näch­tens sup­pte er durch, der eigent­lich bis zur offi­zi­el­len Prä­sen­ta­ti­on heu­te Abend unter Ver­schluss zu hal­ten­de israe­li­sche Euro­vi­si­ons­bei­trag 2018. Wor­auf­hin das Land in den Wett­bü­ros sofort auf den Spit­zen­platz schoss. Kein Wun­der: Net­ta Bar­zi­lais femi­nis­ti­sche Hym­ne ‘Toy’ ver­eint einen außer­ge­wöhn­li­chen, authen­ti­schen Gesangs­stil mit einem aktu­el­len gesell­schafts­po­li­ti­schen Anlie­gen – der in Hol­ly­wood gestar­te­ten, aber mitt­ler­wei­le glo­ba­len #metoo-Bewe­gung – und, am Wich­tigs­ten, einem star­ken, Spaß machen­den Pop-Track. Zusam­men­ge­hal­ten wird das von Doron Meda­lie (‘Gol­den Boy’, IL 2015) kom­po­nier­te und aus 140 Ein­sen­dun­gen aus­ge­wähl­te ‘Toy’ von der natur­ge­wal­ti­gen Per­sön­lich­keit der Wucht­brum­me Net­ta, einer Art israe­li­scher Beth Dit­to: dick, laut, talen­tiert und abso­lut fabel­haft! Die berech­tig­te Sie­ge­rin der vom Sen­der rein zur Ermitt­lung der Reprä­sen­tan­tin genutz­ten Euro­vi­si­ons-Cas­ting­show HaKok­hav Haba scheut weder vor dem Ein­satz eines Loo­pers noch vor iro­nisch ein­ge­setz­tem Gackern zurück. Und unter­streicht damit nur die läs­si­ge Ernst­haf­tig­keit ihrer Mes­sa­ge, dass Frau­en kei­ne Spiel­zeu­ge für Jungs sind.

Eine Hen Night der ande­ren Art: Net­ta gackert für mehr Frei­heit.

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IL 2018: Vor­sprung durch Tech­nik

Da kommt eine span­nen­de Grund­satz­de­bat­te auf uns zu: wie weit darf der Ein­satz von Tech­nik beim Euro­vi­si­on Song Con­test gehen? Am gest­ri­gen Abend gewann die 25jährige Wucht­brum­me Net­ta Bar­zi­lai mit­hil­fe der Jury ziem­lich knapp die israe­li­sche Grand-Prix-Cas­ting­show HaKok­hav Haba, hier­zu­lan­de gefloppt unter dem Titel Rising Star. Net­tas Mar­ken­zei­chen in der Show war der exzes­si­ve Ein­satz eines Loo­pers, also eines manu­ell gesteu­er­ten tech­ni­schen Trick­käst­chens, mit des­sen Hil­fe man Instru­men­te, Geräu­sche oder die eige­ne Stim­me auf­neh­men, elek­tro­nisch belie­big bear­bei­ten (sprich: mit Hall unter­le­gen, ver­stär­ken, ver­dop­peln, ver­frem­den) und in Dau­er­schlei­fe gewis­ser­ma­ßen als selbst­ge­mach­ten Begleit­chor oder musi­ka­li­sche Unter­ma­lung zum eige­nen Live-Gesang abspie­len kann. Die­se rela­tiv preis­güns­ti­gen Gerä­te erfreu­en sich seit Jah­ren zuneh­men­der Beliebt­heit, beson­ders vir­tuo­se Anwender/innen sind damit in der Lage, aca­pel­la und live ein Lied mit kom­plet­ter Instru­men­tie­rung und allen Fines­sen zu bau­en. Net­ta beein­druck­te bei HaKok­hav Haba dank des Loo­pers mit sen­sa­tio­nel­len Bear­bei­tun­gen von Hits wie ‘Rude Boy’ oder ‘Gang­nam Style’.

Erklärt mehr als tau­send Wor­te: Net­ta führt der israe­li­schen Jury die Ein­satz­mög­lich­kei­ten des Loo­pers vor (Reper­toire­bei­spiel).

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Zwei­tes Semi­fi­na­le 2017: We have lost our Vero­na

Zwei der iri­schen Backings © Mar­tin Schmidtner

War­um macht ihr so etwas, lie­be Büh­nen­bild­ver­ant­wort­li­che? War­um ver­steckt ihr in die­sem Jahr prak­tisch alle die Chorsänger/innen hin­ter der Büh­ne? Schon im ers­ten Semi­fi­na­le 2017 am ver­gan­ge­nen Diens­tag irri­tier­te es maß­los, wenn man mit den Augen ledig­lich eine ein­zel­ne, völ­lig ver­lo­ren im Far­ben­wir­bel des Back­drops ver­schwin­den­de Per­son auf der Büh­ne sah, gleich­zei­tig jedoch mit den Ohren wah­re Cho­rä­le erschal­len hör­te und das völ­lig über­for­der­te, bedau­erns­wer­te Gehirn die­se bei­den sich gegen­sei­tig wider­spre­chen­den Sin­nes­wahr­neh­mun­gen irgend­wie zusam­men bekom­men soll­te, ohne dabei zu implo­die­ren. Bei der gest­ri­gen zwei­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de dann, erneut aus­ge­tra­gen in der nur mäßig besetz­ten Inter­na­tio­na­len Aus­stel­lungs­hal­le zu Kiew, erneut bestückt mit der irgend­wo zwi­schen Raum­schiff Enter­pri­se und der Außen­re­kla­me für das berühmt-berüch­tig­te Ree­per­bahn-Eta­blis­se­ment Zur Rit­ze chan­gie­ren­den Büh­ne sowie den drei kom­plett unlus­ti­gen Mode­ra­to­ren Tick, Trick und Track, nerv­te es nur noch. Zumal man uns damit um eini­ge Augen­wei­den brach­te, so bei­spiels­wei­se um die zwei rot­haa­ri­gen Hin­gu­cker des milch­bü­bi­gen Iren Bren­dan Mur­ray, die deut­lich mehr her­ge­macht hät­ten als der arm­se­li­ge, wind­schie­fe und zu allem Übel auch noch am Boden blei­ben­de Fes­sel­bal­lon, den die RTÉ-Dele­ga­ti­on statt­des­sen als schlecht über­leg­tes Büh­nen­gim­mick mit­brach­te.

Zwei­ein­vier­tel Stun­de frag­wür­di­ge Musik und noch frag­wür­di­ge­re Gar­de­ro­ben: das zwei­te Semi­fi­na­le 2017 am Stück

Wei­ter­le­senZwei­tes Semi­fi­na­le 2017: We have lost our Vero­na

Euro­vi­si­on Death­match #18: Ich will kei­ne Scho­ko­la­de

Ging es im gest­ri­gen Euro­vi­si­on Death­match um eine der Basis­zu­ta­ten des Wett­be­werbs, näm­lich die kit­schi­ge Bal­la­de, so kom­men wir heu­te zu einer ande­ren: dem tan­zen­den Schön­ling. Auf den Geschmack der Haupt­ziel­grup­pe zuge­schnit­te­ne, gut aus­se­hen­de jun­ge Män­ner, die sich zu beat­be­ton­tem Pop anmu­tig im Gleich­schritt bewe­gen: dies ist einer der wich­tigs­ten Grün­de, war­um der Euro­vi­si­on Song Con­test sich solch gro­ßer Beliebt­heit erfreut. Auch 2017 fin­den sich eini­ge die­ser Exem­pla­re im Line-up – wenn auch, wie immer, lei­der viel zu weni­ge. Zwei von ihnen tre­ten heu­te im Zwei­kampf um Leben und Tod gegen­ein­an­der an. Zuerst steigt mit Imri Ziv der aus einer Cas­ting­show her­vor­ge­gan­ge­ne israe­li­sche Ver­tre­ter in den Ring, der neben sei­nem hin­rei­ßen­den Aus­se­hen (die Prinz-Blog­ger-Wahl zum schöns­ten Schön­ling 2017 gewann er aus dem Stand) auch Grand-Prix-Erfah­rung in die Waag­scha­le wer­fen kann: bereits 2015 und 2016 beglei­te­te er die Reprä­sen­tan­ten sei­nes Lan­des als Tän­zer und Chor­sän­ger. Mit dem zeit­ge­mäß pro­du­zier­ten, uptem­po­rä­ren ‘I feel ali­ve’ ver­brei­tet er opti­mis­ti­schen Froh­sinn ohne all zu gro­ße text­li­che Schwe­re, kann aber trotz des som­mer­li­chen Tanz-Flashmobs am Strand von Tel Aviv im Begleit­vi­deo nicht ganz mit dem gro­ßen Vor­bild ‘Gol­den Boy’ mit­hal­ten. Es hat lei­der etwas von einem Bei­trag aus der zwei­ten Rei­he mit einem Sän­ger aus der zwei­ten Rei­he. Ein biss­chen ist es so, als habe man bei der Los­bu­de auf dem Rum­mel nur den Trost­preis gezo­gen – wenn auch kei­nen all zu schlech­ten.

Dafür mag ich die Israe­lis: schö­ne Män­ner mit net­tem Uptem­po-Pop (IL)

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Isra­el: Poli­tik beschnei­det Rund­funk­frei­heit – Euro­vi­si­ons­teil­nah­me in Gefahr?

Isra­els Pre­mier­mi­nis­ter Ben­ja­min Netan­ja­hu greift nach einem Bericht der Frank­fur­ter Rund­schau (FR) mas­siv in die Gestal­tung der öffent­lich-recht­li­chen TV-Anstalt sei­nes Lan­des ein – mit mög­li­chen Kon­se­quen­zen hin­sicht­lich der Mit­glied­schaft des Sen­ders bei der European Broad­cas­ting Uni­on und damit auch auf die Teil­nah­me des Nah­ost­lan­des am Euro­vi­si­on Song Con­test. Wie die Tages­zei­tung rap­por­tiert, wird die all­ge­mein als auf­ge­bläht und inef­fek­tiv ange­se­he­ne bis­he­ri­ge Sen­de­an­stalt Isra­el Broad­cas­ting Aut­ho­ri­ty (IBA) der­zeit gera­de abge­wi­ckelt – am 30. April 2017 soll die neue, deut­lich schlan­ke­re Sta­ti­on Kan den Betrieb auf­neh­men, die auch die Aus­strah­lung des ESC über­nimmt. Der hat Netan­ja­hu nun aller­dings vor­läu­fig unter­sagt, Nach­rich­ten zu sen­den – wie die FR mut­maßt, weil ihm “eini­ge Jour­na­lis­ten des geplan­ten staat­li­chen Sen­ders nicht genehm” sei­en. Statt­des­sen sol­len die TV-News künf­tig von einer noch zu grün­den­den exter­nen Orga­ni­sa­ti­on zuge­lie­fert wer­den, unter Rück­griff auf die ehe­ma­li­gen Struk­tu­ren und abge­wi­ckel­ten Mit­ar­bei­ter der IBA, womit sich der Pre­mier allem Anschein nach ihm freund­schaft­lich gewo­ge­ne Bericht­erstat­ter ins Boot holen will. Bis die­ses Kon­strukt die Arbeit auf­neh­men kann, sol­len beim neu­en Sen­der eben nur Kul­tur und Unter­hal­tung über die Anten­ne gehen. Wie Euro­voix berich­tet, ist die EBU über die­sen “erstaun­li­chen” poli­ti­schen Ein­griff nicht amü­siert: nach den aktu­el­len Sta­tu­ten dür­fen eigent­lich nur Sen­der Mit­glied der Uni­on sein, die ein umfas­sen­des Voll­pro­gramm aus­strah­len, zu wel­chem Nach­rich­ten als jour­na­lis­ti­sches Herz­stück natür­lich zwin­gend dazu­ge­hö­ren. Ver­liert Kan die EBU-Zuge­hö­rig­keit, darf es aber auch nicht mehr den Euro­vi­si­on Song Con­test aus­strah­len – und dem­entspre­chend auch nicht mehr teil­neh­men. Darf Imri Ziv also nicht in Kiew sin­gen?

Nach ihrem Euro­vi­si­ons­bei­trag von 1991 benann­te sich der neue Sen­der: das Duo Datz (IL)

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Isra­el 2017: Not­hing touched me that was second best

Vor weni­gen Minu­ten ver­öf­fent­lich­te das israe­li­sche Fern­se­hen das Video mit dem Bei­trag des Lan­des zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2017 in Kiew. Wie fast immer sicker­te der Titel bereits im Lau­fe des Tages durch, und so lang­sam ner­ven die­se gan­zen vor­zei­ti­gen Lie­der­güs­se wirk­lich gewal­tig. Jeden­falls heißt der Song ‘I feel ali­ve’, bekannt­lich gesun­gen von Imri Ziv, sei­nes Zei­chens Sie­ger der Vor­auswahl-Cas­ting­show The next Star sowie Hin­ter­grund­tän­zer bei den Grand-Prix-Auf­trit­ten von Nadav Guedj (→ IL 2015) (der übri­gens laut Face­book-Pos­ting gera­de frisch ver­liebt ist – in eine Frau [schluchz!]) – und Hovi Star (→ IL 2016), wor­auf er uns im Clip auch durch das selbst­ver­lieb­te Anschau­en von fil­mi­schen Bewei­sen die­ser Hel­den­ta­ten pene­trant hin­weist. Ob das nun nach Eigen­lob stinkt oder mehr den ste­chen­den Geruch der puren Ver­zweif­lung atmet, mag jeder für sich ent­schei­den, jeden­falls garan­tiert es mas­si­ve Momen­te des Fremd­schä­mens. Und es beschwört unver­meid­lich den Ver­gleich von ‘I feel ali­ve’ mit sei­nem musi­ka­li­schen Vor­bild ‘Gol­den Boy’ her­auf, den Imri eben­so unver­meid­lich ver­lie­ren muss, krankt sein Titel doch an der weit ver­brei­te­ten Unsit­te, mit einer viel­ver­spre­chen­den Stro­phe Hoff­nun­gen auf­zu­bau­en, die der höl­lisch schwa­che Refrain nicht ein­lö­sen kann. Letz­ten Endes erweist sich das Paket aber als stim­mig, ist sein Bei­trag doch qua­si ein musik­ge­wor­de­ner Hin­ter­grund­tän­zer: nett anzu­schau­en (und anzu­hö­ren), aber eben nur die Sät­ti­gungs­bei­la­ge, nicht das Haupt­ge­richt. Mal abge­se­hen davon, dass ich den Israe­lis natür­lich auf Kni­en dan­ke, dass sie einen Uptem­po­song schi­cken. Einen Anruf gibt’s am Don­ners­tag des zwei­ten Semis (in dem Deutsch­land stimm­be­rech­tigt ist) allei­ne schon des­we­gen.

Und bevor er geht / zeigt er uns noch sein…en Lieb­lings­strand: Imri Ziv (IL)

Kommt Isra­el damit ins Fina­le?

  • Aber sicher. fröh­lich, ein­gän­gig, flott, frag­los gut getanzt – ein sehr gutes Gesamt­pa­ket. (40%, 48 Votes)
  • Könn­te fürs Fina­le gera­de so rei­chen, bombt dort aber. (39%, 47 Votes)
  • Lei­der nein. Dazu riecht das Gan­ze zu sehr nach zwei­tem Auf­guss. (21%, 25 Votes)

Total Voters: 120

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Isra­el schickt des Gol­den Boys Tän­zer nach Kiew

Ein wenig über­schat­tet von den aktu­el­len Ent­wick­lun­gen in Kiew ging heu­te Abend im israe­li­schen Fern­se­hen die Cas­ting­show The Next Star zu Ende, mit wel­cher der Ver­tre­ter des Lan­des für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2017 ermit­telt wur­de. Imri Ziv heißt der jun­ge Mann, ver­fügt über hin­rei­ßen­de Segelöhr­chen, sexy behaar­te Unter­ar­me, über­haupt ein blen­den­des Aus­se­hen sowie eine – das macht mir aller­dings ein wenig Angst – beson­ders für Bal­la­den geeig­ne­te Stim­me. Er setz­te sich im heu­ti­gen Fina­le der (auf­ge­merkt, NDR:) mehr­wö­chi­gen Sen­de­rei­he gegen die drei letz­ten ver­blie­be­nen Konkurrent/innen durch. Sein Bei­trag für Kiew steht aller­dings noch nicht fest: in der Cas­ting­show gab man nur Cover­ver­sio­nen zum Bes­ten, den israe­li­schen Song 2017 will man geson­dert fin­den. Für beson­ders scharf­äu­gi­ge Beobachter/innen ist Imri kein euro­vi­sio­nä­res Frisch­fleisch: das Mul­ti­ta­lent stand bereits zwei Mal auf der Grand-Prix-Büh­ne, näm­lich als Tän­zer für den ‘Gol­den Boy’ Nadav Guedj (→ IL 2015), der sei­nem Face­book-Account zufol­ge der­zeit sei­nen Dienst im israe­li­schen Heer ableis­tet und davon durch­aus anspre­chen­de Fotos ver­öf­fent­licht, sowie für sei­nen Euro­vi­si­ons-Nach­fol­ger Hovi Star (→ IL 2016). Hof­fen wir mal, dass sich die Israe­lis bei der Song­aus­wahl von die­ser frü­he­ren Beschäf­ti­gung inspi­rie­ren las­sen und ihm etwas Uptem­po­rä­res zuschan­zen!

Obwohl: er dürf­te mich auch mit einer Lie­bes­bal­la­de zusül­zen (IL, Reper­toire­bei­spiel)

Rus­si­sche Juro­rin fliegt raus

Die EBU schließt in Abspra­che mit dem rus­si­schen Sen­der RTR die in der Ukrai­ne gebo­re­ne Sän­ge­rin Ana­sta­si­ja Sto­ck­a­ja aus der Jury des Lan­des für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2016 aus und erklärt die von ihr abge­ge­be­nen Punk­te für nich­tig. Damit reagiert die Orga­ni­sa­ti­on auf einen von Sto­ck­a­ja ges­tern Abend wäh­rend des ers­ten Jury­fi­na­les live auf dem Strea­ming­dienst Peri­scope gele­ak­ten Mit­schnitt, wel­cher die fünf Jury­mit­glie­der zeigt, wie sie sie gera­de den nie­der­län­di­schen und den arme­ni­schen Bei­trag mit­ver­fol­gen und bewer­ten, offen­sicht­lich in sehr relax­ter Stim­mung. Kurz schwenkt Ana­sta­si­jas Han­dy-Kame­ra auch auf ihren eige­nen Stimm­zet­tel, den sie zwar noch reflex­ar­tig abzu­de­cken ver­sucht – den­noch sieht man für eine Schreck­se­kun­de, dass sie bei ein­zel­nen Bei­trä­gen ein Minus­zei­chen gemacht hat und bei ande­ren ein Plus. Nicht schwer­wie­gend genug, um das kom­plet­te rus­si­sche Jury­vo­ting zu stor­nie­ren, wie es auf­ge­brach­te Regel­fe­ti­schis­ten unter den Fans bereits for­der­ten, denn schließ­lich lässt sich aus sol­cher­art vagen Nota­tio­nen der Vor­lie­ben eines ein­zel­nen Mit­glieds noch kein Vor­zei­chen für das kom­plet­te Jury­vo­ting schluss­fol­gern. Man betrach­te das Ver­hal­ten der Sän­ge­rin, die 2005 selbst an der rus­si­schen Vor­ent­schei­dung teil­nahm, sei­tens der EBU aber als “nicht im Ein­klang mit dem Geist des Wett­be­werbs” ste­hend und ver­weist auf das “poten­ti­el­le Risi­ko, unge­wollt die Jury-Ergeb­nis­se zu ver­ra­ten,” wie es heu­te in einer Stel­lung­nah­me hieß. Das Online-Strea­ming an sich sei aber kein Regel­ver­stoß, solan­ge es kei­ne Ergeb­nis­se ent­hal­te. Die übri­gen vier Juro­ren blei­ben damit von Sip­pen­haft ver­schont, ihre Ergeb­nis­se zäh­len. Für das Fina­le am Sams­tag darf der Sen­der ein neu­es, fünf­tes Jury­mit­glied nach­no­mi­nie­ren.

Trat ges­tern bereits vor der Jury auf: Dou­we Bob (NL)

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Rus­si­sche Zöll­ner hin­der­ten Hovi Star an der Ein­rei­se

Wie schreck­lich es mit der insti­tu­tio­nel­len rus­si­schen Homo­pho­bie bestellt ist, erfuhr in die­ser Woche der israe­li­sche Euro­vi­si­ons­ver­tre­ter Hovi Star am eige­nen Lei­be. Wie er einem Bericht von Wiwi­bloggs zufol­ge ges­tern Abend in der mal­te­si­schen Talk­show Xara­bank erzähl­te, hin­der­ten ihn Zöll­ner am Flug­ha­fen Mos­kau bei der Ein­rei­se in das Land, das er im Zuge einer Pro­mo­tour besu­chen woll­te. Hovi: “Sie sag­ten mir, ich dürf­te nicht rein. Sie schau­ten in mei­nen Pass, zer­ris­sen ihn und lach­ten mich aus”. Grün­de für die­se unglaub­li­che Behand­lung sei­en nicht genannt wor­den: “viel­leicht, weil ich schwul bin, viel­leicht, weil ich mich so anzie­he, viel­leicht, weil ich Make-up tra­ge – ich weiß es nicht,” so der Künst­ler im Inter­view. Trotz des skan­da­lö­sen Vor­falls, den sei­ne spa­ni­sche Kol­le­gin Barei, die das Gesche­hen als Augen­zeu­gin mit­ver­fol­gen muss­te, am Don­ners­tag in der Zei­tung Lavan­gar­dia publik mach­te, blieb Hovi Star in sei­ner Mit­te: “Mein Song ‘Made of Stars’ han­delt von der Gleich­heit; davon, dass alle gleich sind, gleich gebo­ren, gleich im Ster­ben. Und ich beto­ne immer: schenkt Lie­be – sie ist kos­ten­los. Es gibt kei­nen Grund für Hass, für Nega­ti­vi­tät. Ich habe mich ent­schie­den, es als Leh­re zu ver­bu­chen.” Er lie­be Russ­land, das er schon mehr­fach besucht habe, und wol­le es nicht per­sön­lich neh­men.

Wir leben, wir lächeln und wir geben jedem freie Lie­be”: Bra­vo, Hovi

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Kei­ne Ster­ne in Tel Aviv: die ers­ten ESC-Remi­xe sind da!

Mit dem schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len, tra­di­tio­nell immer nur weni­ge Tage vor dem offi­zi­el­len Abga­be­ter­min aller Bei­trä­ge bei der EBU ter­mi­niert, ging ges­tern Abend die Vor­ent­schei­dungs­sai­son für den Euro­vi­si­ons­jahr­gang 2016 zu Ende. Noch aber war­tet die Welt mit ange­hal­te­nem Atem auf zwei offe­ne Bei­trä­ge und zwei ESC-Ver­sio­nen bereits gewähl­ter Titel. Wäh­rend bereits seit gerau­mer Zeit fest­steht, dass die Alba­ne­rin Ena­da Tarifa ihr in der Ori­gi­nal­fas­sung ster­bens­schö­nes ‘Për­ral­lë’ in Stock­holm in einer (noch nicht ver­öf­fent­li­chen) angli­fi­zier­ten Ver­si­on als ‘Fai­ry­ta­le Love’ ver­hunzt, stieg in Rom noch immer kein wei­ßer Rauch auf: ob die San-Remo-Zwei­te Fran­ce­s­ca Mie­che­lin ‘Nes­sun Gra­de di Sepa­ra­zio­ne’, wie von den Fans erhofft, in Lan­des­spra­che singt oder eben­so den Feh­ler begeht, auf Eng­lisch zu set­zen, ist wei­ter­hin offen. Genau so wie die Fra­ge, für wel­chen Ersatz­ti­tel sich Ira Losco ent­schie­den hat: erst am 17. März 2016, also kom­men­den Don­ners­tag, soll der Nach­fol­ger für das von der Inter­pre­tin selbst nicht als kon­kur­renz­fä­hig erach­te­te ‘Cha­me­le­on’ das Licht der Öffent­lich­keit erbli­cken. Bereits mor­gen hin­ge­gen lüf­tet Bul­ga­ri­en den Schlei­er über dem Lied für Wie­der­keh­re­rin Poli Geno­va. Unter­des­sen tref­fen bereits die ers­ten ESC-Remi­xe ein, nach­fol­gend im Über­blick vor­ge­stellt.

Die Loli­tas auf der Suche nach dem Mit­ter­nachts­gold (GE)

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