Schlagwort: Ivo Robić

2016

YU 1964: Schnee­flöck­chen, Weiß­röck­chen

Wie in der gesamten Anfangsphase ist auch für das Jahr 1964 die Faktenlage leider nicht besonders ertragreich, was die Jugovizija angeht, den Eurovisionsvorentscheid des damals noch unter Tito vereinten südslawischen Vielvölkerstaates. Immerhin kennen wir, und das ist bei der Jugovizija der Sechzigerjahre keine Selbstverständlichkeit, die komplette Teilnehmerliste inklusive der Lieder. Doch das nützt nicht viel, findet sich doch bis auf die lieblich plinkernde Schneeflockenballade 'Kakor bela Snežinka' des slowenischen Sängers Stane Mancini (ob eine Verwandtschaft zur 2012er Repräsentantin Hannah Mancini besteht, ist mir leider nicht bekannt - vom Alter her könnte Stane ihr Großvater sein) und das offizielle Siegerlied keiner der acht Wettbewerbsbeiträge im Netz. Keine Spur also von 'Folge...
1962, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

Jugo­vi­zi­ja 1962: Beds are bur­ning

Nur Bruchstückhaftes ist bekannt über den zweiten jugoslawischen Eurovisionsvorentscheid, die Jugovizija 1962. In Zagreb fand sie statt, so viel weiß man. Mit TV Sarajewo reichte erstmalig auch der bosnische Landessender Beiträge zur der Vorauswahl ein, an welcher außerdem, wie schon im Vorjahr, die Sendeanstalten aus Slowenien, Serbien und Kroatien teilnahmen. TV Zagreb hatte im Dezember 1961 bereits ein eigenes Semi abgehalten, wo es sechs Lieder für das insgesamt 18 Titel umfassende Jugovizija-Finale auswählte. Eine paritätisch besetzte Jury bestimmte dort den Siegersong 'Ne pali Svetla u Sumrak' ('Lass das Licht aus in der Dämmerung') von Lola Novaković: eine verträumte kleine Ballade, in welcher die 2016 verstorbene, in den Sechzigern auf dem Balkan sehr erfolgreiche serbische Sängeri...
1961, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

Jugo­vi­zi­ja 1961: Mor­gen fängt das Leben erst an

Viel Geld und technisches Know-How hatten die Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg den staatlichen westeuropäischen Sendeanstalten zukommen lassen, um sie für die Propagandaschlacht im nachfolgenden Kalten Krieg gegen den feindlichen kommunistischen Osten zu rüsten. Auch der Eurovision Song Contest sollte nach den Vorstellungen des hierbei federführenden US-Geheimdienstes dem kulturellen Aneinanderrücken der "freiheitlichen" (lies: kapitalistischen) Staaten dienen und mit seinem nach eigenem Empfinden glamourösen und unterhaltsamen Programm, das man, soweit es die Antennen zuließen, gerne auch ins sozialistische Ausland ausstrahlte, um dort Neid und Unzufriedenheit in der Bevölkerung zu schüren, die klare Überlegenheit des Westens in Sachen Pop demonstrieren. Dies jedenfalls ist der zieml...