ESC 1961: Stand up for your Love Rights

Logo des Eurovision Song Contest 1961
Das Jahr der schwu­len Eman­zi­pa­ti­on

Schon zum zwei­ten Mal in der noch jun­gen Grand-Prix-Geschich­te gas­tier­te der Wett­be­werb 1961 in Can­nes. Und erneut prä­sen­tier­te das fran­zö­si­sche Fern­se­hen die sel­be Eröff­nungs­se­quenz wie schon 1959. Sowie die sel­be Mode­ra­to­rin, Jac­que­line Jou­bert, die so viel Mas­ca­ra auf­ge­legt hat­te, dass sie stän­dig ange­strengt gen Him­mel schau­en muss­te, damit ihr die Augen­li­der nicht zusam­men­papp­ten. Ledig­lich auf die cha­rak­te­ris­ti­schen Dreh­ge­stel­le ver­zich­te­te man. Statt­des­sen ver­sam­mel­ten sich die 16 Teilnehmer/innen zum Auf­takt der erst­mals an einem Sams­tag aus­ge­strahl­ten Sen­dung auf einer opu­len­ten Show­trep­pe und stell­ten sich artig nach­ein­an­der per­sön­lich vor. Was für die Zuschauer/innen den unschätz­ba­ren Vor­teil bot, die Inter­pre­ten­na­men zur Abwechs­lung in feh­ler­frei­er Aus­spra­che hören zu kön­nen. Im Anschluss san­gen sie dann ihre Lied­chen, die alle ziem­lich gleich und alle gleich lang­wei­lig klan­gen.

Schlaf­los in Stutt­gart? Hier naht Hil­fe: der ESC 1961.

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Fran­zö­si­scher Vor­ent­scheid 1961: Oh, wär der Win­ter erst vor­bei

Wie schon beim schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len beherrsch­te auch in Frank­reich das immer­grü­ne The­ma “Früh­ling” den Vor­ent­scheid von 1961. Was läge schließ­lich näher im Febru­ar, wo die Sélec­tion Françai­se pour le Grand Prix de l’Eurovision de la Chan­son statt­fand, und wo ein jeder Mensch schon längst den zu die­sem Zeit­punkt noch immer mit bru­ta­ler Här­te regie­ren­den, schein­bar end­lo­sen, depri­mie­ren­den, schreck­li­chen Win­ter über hat? Wo man also mit täg­lich wach­sen­der Unge­duld und mit jeder ein­zel­nen Faser sei­nes Seins die ers­ten Boten des bal­di­gen Len­zes her­bei­sehnt? So tru­gen gleich zwei der sechs für das im Fern­se­hen aus­ge­strahl­te Vor­ent­schei­dungs­fi­na­le aus­ge­wähl­ten Bei­trä­ge den Früh­ling im Titel. Und selbst­re­dend hieß, wie zu erwar­ten, einer der bei­den Lie­der ‘Prin­temps de Paris’. Wie es sich für die erwähn­te Welt­me­tro­po­le und das dort zele­brier­te Lais­sez-fai­re geziemt, schlen­der­te sei­ne Inter­pre­tin Sophie Darel beim TV-Live­au­f­ritt der­ar­tig ent­spannt auf die Büh­ne und in Rich­tung des dort in eini­ger Ent­fer­nung ihrer Ankunft har­ren­den Mikro­fons, dass sie ihre ers­te Lied­zei­le ver­pass­te. Parb­leu! Die gro­ße Nina Hagen soll­te übri­gens das The­ma Jahr­zehn­te spä­ter mit ‘Früh­ling in Paris’ deut­lich kna­cki­ger umset­zen.

Ein Akkor­de­on­wal­zer mit “Paris” im Titel. Fran­zö­si­scher geht es nun wirk­lich nicht!

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