Fes­ti­val da Canção 2020: Un Banc, un Arb­re, une Rue

Das Zweit­bes­te ist immer das Erst­schlech­tes­te. Die­se Lek­ti­on lehr­te uns (mal wie­der) das gest­ri­ge Fina­le des Fes­ti­val da Canção, bei dem sich in der Abstim­mung Publi­kum und Jurys nicht eini­gen konn­ten und in Fol­ge des­sen sich die in bei­den Votings ledig­lich Zweit­plat­zier­te Eli­sa Sil­va durch­set­zen konn­te. Mit einer für mei­ne Ohren graus­lich gesun­ge­nen, stein­schwe­ren Bal­la­de namens ‘Medo de Sen­tir’ (‘Angst vor dem Gefühl’), mit denen sich das Urlaubs­land mal wie­der als aus­sichts­rei­cher Bewer­ber für den letz­ten Platz im ESC-Semi­fi­na­le in Stel­lung bringt. Nicht nur, dass das kaum zu ertra­gen­de, depres­si­ve Geflen­ne der aus Madei­ra stam­men­den Künst­le­rin im dies­jäh­ri­gen, sich gera­de zum ein­schlä­fernds­ten Euro­vi­si­ons­jahr­gang seit 1961 ent­wi­ckeln­den Oze­an der Jam­mer­bal­la­den voll­kom­men unter­geht. Im FdC-Fina­le belei­dig­te Eli­sa zudem mit einem Büh­nen­fum­mel aus der Abtei­lung “Fest­li­che Abend­ro­be für die Dame ab Hun­dert”, bestehend aus einer über alle Maßen puf­fi­gen, bei­gen Blu­se und einem boden­lan­gen Rock aus dem­sel­ben auber­gi­ne­far­be­nen Glit­zer­stoff, aus dem auch das Kleid der sie beglei­ten­den Pia­nis­tin genäht war, die Augen des mode­be­wuss­ten Publi­kums. Ohren- und Augen­krebs in nur einem Auf­wasch, ergänzt von dem drin­gen­den Wunsch, sich das Leben neh­men wol­len ange­sichts des gan­zen Elen­des, das muss Por­tu­gal erst mal jemand nach­ma­chen.

Pao­la hat ange­ru­fen und will ihren Kla­mot­ten­ge­schmack zurück: Eli­sa Sil­va.

Wei­ter­le­senFes­ti­val da Canção 2020: Un Banc, un Arb­re, une Rue