Bekommt Mann­heim die Joy-Fle­ming-Brü­cke?

Mit dem mund­art­lich dar­ge­bo­te­nen ‘Neckar­brü­cken­blues’ immor­ta­li­sier­te die gebür­ti­ge Pfäl­ze­rin Joy Fle­ming im Jah­re 1971 das ver­bin­den­de Bau­werk zwi­schen dem süd­li­chen und dem nörd­li­chen Teil Mann­heims. Auch, als sie Deutsch­land vier Jah­re spä­ter beim Euro­vi­si­on Song Con­test in Stock­holm ver­trat, blieb sie dem The­ma des über tren­nen­de Gewäs­ser gespann­ten Ver­bin­dungs­we­ges treu: ‘Ein Lied kann eine Brü­cke sein’ fass­te wie viel­leicht kein zwei­ter Bei­trag den Grund­ge­dan­ken des Grand Prix als ein die Men­schen ver­ei­nen­des Event mit der Musik als gemein­sa­mer Spra­che zusam­men. Nach ihrem viel zu frü­hen Tod vor weni­gen Tagen for­dern nun, wie die Süd­deut­sche heu­te berich­tet, pro­mi­nen­te Künst­ler wie der Come­di­an Bülent Cey­lan oder der Musi­ker Rolf Stahl­ho­fen von den Söh­nen Mann­heims die Umbe­nen­nung der einst von Joy besun­ge­nen Kur­pfalz­brü­cke im Ange­den­ken an die legen­dä­re Toch­ter Mann­heims. Auch die Leser/innen des Mann­hei­mer Mor­gens spra­chen sich in einer – frei­lich nicht-reprä­sen­ta­ti­ven – Umfra­gen mehr­heit­lich für die Joy-Fle­ming-Brü­cke aus. Laut SZ fin­de der Vor­schlag auch das Wohl­wol­len eini­ger Kom­mu­nal­po­li­ti­ker, die aller­dings ein­wen­den, er müs­se noch “brei­ter dis­ku­tiert” wer­den. Na, dann mal frisch ans Werk: ich sehe nicht, was der Wür­di­gung von Deutsch­lands bes­ter Euro­vi­si­ons-Reprä­sen­tan­tin bei gleich­zei­ti­ger Schaf­fung eines tou­ris­mus­träch­ti­gen Wall­fahrts­or­tes für Grand-Prix-Fans im Wege ste­hen soll­te!

Ein dre­cki­ger Blues vor depri­mie­rend tris­ter Beton­ku­lis­se: beim ‘Neckar­brü­cken­blues’ passt alles zusam­men.

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Joy Fle­ming ist tot

Die Inter­pre­tin des bes­ten deut­schen Grand-Prix-Lie­des aller Zei­ten weilt nicht mehr unter uns: wie unter ande­rem der Spie­gel heu­te unter Bezug­nah­me auf eine Mel­dung des SWR berich­tet, ver­starb die als Erna Raad in der Pfalz gebo­re­ne Jazz- und Soul­sän­ge­rin Joy Fle­ming am gest­ri­gen Mitt­woch im Alter von 72 Jah­ren. Dies bestä­tig­te ihr Manage­ment. Fle­ming ver­trat Deutsch­land beim Euro­vi­si­on Song Con­test von 1975 in Stock­holm mit dem sen­sa­tio­nel­len ‘Ein Lied kann eine Brü­cke sein’, das wegen sei­nes grand­pri­x­es­ken (aber nicht kit­schi­gen) Tex­tes und vor allem auf­grund der her­aus­ra­gen­den stimm­li­chen Fähig­kei­ten der fan­tas­ti­schen Joy in Erin­ne­rung bleibt. Lei­der beleg­te sie in Schwe­den ledig­lich den dritt­letz­ten Platz, was mit den kata­stro­pha­len Leis­tun­gen des dor­ti­gen Orches­ters zusam­men­hing, wel­ches ihren schwung­vol­len Soul-Knal­ler zu brä­si­gem Sound­brei zer­matsch­te, aber auch mit dem schlim­men, kotz­grü­nen Wurst­pel­len­kleid, in wel­ches der sei­ner­zeit feder­füh­ren­de Hes­si­sche Rund­funk die ger­ma­ni­sche Reprä­sen­tan­tin gegen ihren Wil­len gezwängt hat­te. Und mit der Tat­sa­che, dass Joy in der letz­ten Stro­phe vom Deut­schen ins Eng­li­sche wech­sel­te, was inter­na­tio­nal klin­gen soll­te, aber tat­säch­lich ein wenig gewollt wirk­te und dem Lied sei­ne See­le raub­te.

Joy bei ihrem Euro­vi­si­ons­auf­tritt als “stamp­fen­de Brun­hil­de” (so eine schwe­di­sche Tages­zei­tung) in Stock­holm.

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Joy Fle­ming will zwei Song Con­tests

Joy Fle­ming plä­diert für zwei Euro­vi­si­on Song Con­tests – damit sie in das For­mat wie­der hin­ein­paßt! Wie die anbe­tungs­wür­di­ge Erna Stru­be, Inter­pre­tin des bes­ten deut­schen Grand-Prix-Bei­trags aller Zei­ten ‘Ein Lied kann eine Brü­cke sein’, im Inter­view mit dem NDR ver­riet, sei sie für die Ein­füh­rung eines zwei­ten Grand Prix Euro­vi­si­on. In dem soll­ten dann all die alten Maß­stä­be gel­ten, die Nost­al­gi­ker seuf­zen machen: das gebets­müh­len­ar­tig immer wie­der her­bei­ge­wünsch­te Orches­ter, die Abwe­sen­heit über­trie­be­ner Ver­klei­dun­gen und plas­ti­scher Chir­ur­gie sowie Sän­ger, die sin­gen kön­nen. “Wie frü­her”, so fasst Joy ihre Idee zusam­men. Ganz ohne Hin­ter­ge­dan­ken ist die­se von Fle­ming selbst als wenig rea­lis­tisch ein­ge­ord­ne­te For­de­rung nicht: “Ich könn­te wie­der sin­gen”, hofft die sym­pa­thi­sche Pfäl­ze­rin, die beim augen­blick­li­chen Zustand des Con­tests, wo es nur um Aus­se­hen und Show gehe, kei­ne Chan­ce für sich sieht. Um ihre Bröt­chen zu ver­die­nen, ist Joy nun­mehr dem Bei­spiel Caro­las gefolgt und hat ein Weih­nachts­al­bum auf­ge­nom­men, das im Herbst erschei­nen soll. Da wis­sen wir doch, was bei Grand-Prix-Fans die­ses Jahr auf dem Gaben­tisch liegt!


So schmal, ich hab sie erst gar nicht erkannt: Joy als Yodel-Queen in ‘Gei­er­wal­ly’!

Joy Fle­ming: Return of the Mack

Die unsterb­li­che Joy Fle­ming will 2007 wie­der beim deut­schen Vor­ent­scheid mit­ma­chen. Hape Ker­ke­ling auch. Gera­de ist das glanz­vol­le Come­back der Euro­vi­si­ons­le­gen­de Vicky Lean­dros (LU 1967, 1972) bei der dies­jäh­ri­gen Vor­ent­schei­dung in Ham­burg geschei­tert, da will es der nächs­te Alt­star ver­su­chen: bei einem Auf­tritt im Frank­fur­ter Musik­lo­kal im Süd­bahn­hof erzähl­te Joy Fle­ming, dass sie 2007 erneut an der deut­schen Vor­auswahl teil­neh­men wol­le.


Puff, der Zau­ber­dra­chen: Joy beim Deut­schen Vor­ent­scheid 1975

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DVE 2006: Nor­disch by Natu­re

Jane Comerford von Texas Lightning, DE 2006

Deutsch­lands Liebs­te

Nach der Schan­de von Kiew (letz­ter Platz für Gra­cia mit 4 Mit­leids­zäh­lern) gab der NDR-Unter­hal­tungs­chef Jür­gen Mei­er-Beer ent­nervt sei­nen Rück­tritt als Euro­vi­si­ons­ver­ant­wort­li­cher bekannt. In sei­ner Rat­lo­sig­keit, was er nun mit der Sen­dung anfan­gen soll­te, hol­te sich der öffent­lich-recht­li­che Sen­der Unter­stüt­zung dort, wo in Deutsch­land die Unter­hal­tungs­kom­pe­tenz behei­ma­tet ist: bei den Pri­va­ten. Genau­er: bei Pro­Sie­ben und des­sen Come­dy-Aus­hän­ge­schild Tho­mas Her­manns (Quatsch Come­dy Club, Pop Club). Der beken­nen­de Grand-Prix-Fan stürz­te sich mit Feu­er­ei­fer an die Auf­ga­be und pro­du­zier­te eine gla­mou­rö­se, schwel­ge­ri­sche Retro-Show rund um den fünf­zigs­ten Geburts­tag des Song Con­tests.

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