WSV 2019: das Bes­te und die Res­te

Mit Rie­sen­schrit­ten nähern wir uns dem Ende der Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2019. Mit dem Fina­le des schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len steht an die­sem Sams­tag der letz­te öffent­li­che Vor­ent­scheid an. Aus­ge­rech­net all jene Natio­nen, die zu faul oder zu gei­zig waren, einen sol­chen zu orga­ni­sie­ren, haben sich nun ver­ab­re­det, Fans und Euro­vi­si­ons­blog­ger in den Stress­in­farkt zu schi­cken, in dem sie all ihre – teils seit vie­len Wochen im Tre­sor gebun­ker­ten – Bei­trä­ge mehr oder min­der gleich­zei­tig ver­öf­fent­lich­ten. Den Beginn in unse­rer klei­nen Werk­schau macht das mitt­ler­wei­le auch von­sei­ten der EBU offi­zi­ell umbe­nann­te Nord­ma­ze­do­ni­en, das als ein­zi­ge der betei­lig­ten Natio­nen einen vali­den Grund vor­wei­sen kann, sei­nen Song heu­te – am Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag – her­aus­zu­brin­gen. Han­delt es sich bei ‘Proud’ doch um eine Bal­la­de zum The­ma der weib­li­chen Selbst­er­mäch­ti­gung, die den zusam­men­ge­cas­te­ten deut­schen Sis­ters, die mit dem glei­chem Sujet unter­wegs sind, zeigt, wo der Ham­mer hängt. Und zwar sowohl musi­ka­lisch, wo nach einem etwas sprö­den, ver­hal­te­nen Anfang ein zwar schon hun­dert­mal gehör­ter, aber gera­de des­we­gen sofort mit­sing­ba­rer Refrain kommt und wo der Song nach einer zwei­ten Stro­phe ziem­lich unver­mit­telt in die Vol­len geht und dabei fast schon gos­pel­haf­te Qua­li­tä­ten ent­wi­ckelt.

Das Alpha­weib­chen: Tama­ra Todevs­ka führt die Schwes­tern­schaft auf die Bar­ri­ka­den. Recht so!

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Inter­pre­ten­kür 2019: Bar­ce­lo­na, what a beau­ti­ful iced Cof­fee

Zwei wei­te­re Künstler/innen für Tel Aviv ste­hen fest, was streng­ge­nom­men gar kei­ne Nach­richt ist, denn in bei­den Fäl­len fehlt das wirk­lich Ent­schei­den­de: der Song! Der Aktua­li­tät wegen sei es den­noch rap­por­tiert: vor eini­gen Minu­ten ver­kün­de­te das grie­chi­sche Fern­se­hen ERT, dass Kate­ri­na Dus­ka die hel­le­ni­sche Flag­ge beim Euro­vi­si­on Song Con­test ver­tre­ten wer­de. Die gebür­ti­ge Kana­die­rin ver­öf­fent­lich­te 2015 ihr ers­tes und bis­lang ein­zi­ges Album mit Indie-Pop-Songs, teils in Zusam­men­ar­beit mit einem schwe­di­schen Song­schrei­ber; ein Track fand in einem Wer­be­spot von Nes­ca­fé Ver­wen­dung. Und zwar inter­es­san­ter­wei­se in Kana­da und nicht in Grie­chen­land, wo man dem Instant-Getränk deut­lich inten­si­ver zuspricht. Eine rasche You­tube-Sich­tung för­der­te nichts extrem Ein­gän­gi­ges zuta­ge, aber auch nichts wirk­lich Furcht­ba­res. Was vor allem an Kate­ri­nas Stim­me liegt, die irgend­wo zwi­schen Anna Ber­gen­dahl und Amy Wine­house pen­delt. Die intern aus­ge­wähl­te und gegen­über dem ERT-Euro­vi­si­ons­fahr­plan mit deut­li­cher Ver­spä­tung annon­cier­te Dus­ka bestä­tigt jeden­falls die vom Sen­der annon­cier­te Abkehr von den eher eth­no-las­ti­gen Bei­trä­gen der letz­ten Jah­re. Gerüch­te zufol­ge neh­me sie ihr Lied für Tel Aviv gera­de in Lon­don auf, am 7. März soll es der vol­ler Unge­duld beben­den Öffent­lich­keit vor­ge­stellt wer­den.

Der Wer­be­song für den bösen, bösen Lebens­mit­tel­mul­ti, hier als Remix und damit zumin­dest musi­ka­lisch etwas fluffi­ger (Reper­toire­bei­spiel).

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