Katja Ebstein

Mein Lied an einen Stein”: unser Gewinnspielsieger

Eine wirklich wunderschön trashige Hommage an einige der besten deutschen Eurovisionsbeiträge hat der Münsteraner Uwe Krüger da gemeinsam mit seinen Freunden auf die Beine gestellt - und damit an dem von meinem kongenialen Co-Autoren Mario Lackner initiierten Video-Wettbewerb teilgenommen. Mit der hoffnungsvollen Schlusszeile "Bald schon wird Deutschland wieder siegen" hat es dieses Jahr in Wien zwar noch nicht ganz geklappt (hüstel), aber dafür siegte Uwe Krüger bei uns und darf sich nun auf ein Exemplar von Friede, Freude, Quotenbringer - #60JahreSongcontest freuen. Und wir uns über ein fabelhaftes Video. Vielen Dank! Das Buch ist weiterhin direkt beim Verlag oder über jede…
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Deut­scher Vor­ent­scheid 2008: It won’t get better

Deut­scher Vor­ent­scheid 2008: It won’t get better

Bereits zum dritten Mal in Folge begrüßte Deutschlands erschreckendstes Pferdegebiss, Thomas Hermanns, die überwiegend schwule Fangemeinde im plüschigen Hamburger Schauspielhaus und vor den Fernsehgeräten zu einem glamourösen Galaabend. Nach den schlechten Ergebnissen der letzten beiden deutschen Grand-Prix-Vertreter nahm man sanfte Veränderungen vor, die sich im Wesentlichen in einem von drei auf fünf Hasbeens und Neverbeens aufgestockten Teilnehmerfeld und einer moderaten Hinwendung an das aktuelle Popgeschehen manifestierten. https://youtu.be/yOFSsixxybI Aufs falsche Pferd gesetzt: mit knapper Mehrheit bevorzugten die deutschen Fans (einschließlich des Hausherren) vermeintliche Internationalität vor heimischen Tönen. Dennoch blieb die Show vor allem was für's Fan-Herz. Sofa-Gast Katja Ebstein (DE 1970, 1971, 1980) erhielt…
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Ein Lied für Dub­lin 1981: Lie­der kön­nen grau­sam sein

Ein Lied für Dub­lin 1981: Lie­der kön­nen grau­sam sein

Business as usual bei der deutschen Vorentscheidung. Der Bayerische Rundfunk behielt nach dem Erfolg von Katja Ebstein ([DE 1970, 1971, 1980, DVE 1975] die zum Dank diesmal moderieren durfte, was nicht unbedingt zu ihren allerstärksten Talenten gehört) die Verantwortung und führte das Konzept unverändert fort. Selbst die Studiodekoration blieb die gleiche. Trotz einiger prominenter Namen lag das künstlerische Niveau in diesem Jahr jedoch ausgesprochen niedrig - dass es im Verlaufe des anstehenden Jahrzehnts in noch abgründigere Tiefen sänke, vermochte man sich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht vorstellen. Das hatte mit einem Generationswechsel zu tun, den man in München hartnäckig ignorierte. Während…
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ESC-Fina­le 1980: Was ist schon ein Jahr?

ESC-Fina­le 1980: Was ist schon ein Jahr?

Den Doppelsieg Israels in den beiden Vorjahren hatten viele Zuschauer/innen mit erbostem Gegrummel quittiert, alberne Vorwürfe der Preisklasse "Alles Politik!" oder "Schiebung!" ließen nicht lange auf sich warten (dass der irische Sieges-Hattrick in den Neunzigern für keinerlei Empörung mehr sorgte, erklärt sich durch das völlige Desinteresse der Medien und der Zuschauer am Eurovision Song Contest in diesem Zeitraum). Lehnte Israel deswegen die nochmalige Austragung des Wettbewerbs ab? Oder fehlte dem Sender IBA schlicht das Geld? Jedenfalls sprang diesmal nicht, wie sonst üblich, die BBC als Veranstalter ein, sondern die im Vorjahr zwölftplatzierten Holländer, die sich die Postkarten zwischen den Songs sparten und…
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Ein Lied für Den Haag 1980: Grel­le Blit­ze schre­cken mich

Ein Lied für Den Haag 1980: Grel­le Blit­ze schre­cken mich

Wie schon im Vorjahr bot der nun für die ARD beim Grand Prix federführende Bayerische Rundfunk, der auch bei der Studiodekoration keine Gelegenheit zur Eigenreklame ausließ, für diese Vorentscheidung gleich zwei Moderatoren auf: für die Jüngeren den allseits beliebten, seinerzeit noch schlagfertigen Thomas Gottschalk; für die Kukident-Generation Caroline Reiber, die in einem unifarbenen, ebenso teuer wie spießig ausschauenden Glockenkleid-Alptraum in einer schlimmen Pastellfarbe auftrat. Sie moderierte so bemüht spritzig wie emotional unglaubwürdig. (mehr …)
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Ein Lied für Stock­holm 1975: Jeder Ton ist wie ein Stein

Ein Lied für Stock­holm 1975: Jeder Ton ist wie ein Stein

Nach dem Katastrophenergebnis der hausinternen deutschen Grand-Prix-Vorauswahl im Abbajahr 1974 (ein geteilter letzter Platz für den deutschen Beitrag von Cindy & Bert) besann sich sich der seinerzeit verantwortliche Hessische Rundfunk darauf, dass er bereits 1970 und (in Zusammenarbeit mit dem Sender Freies Berlin) 1972 sehr glamouröse öffentliche Vorentscheidungen auf die Beine gestellt und mit den dort ausgewählten Künstlerinnen jeweils einen gloriosen Medaillenplatz beim europäischen Wettsingen erzielt hatte. Mit diesem Wissen im Rücken und dem daraus resultierenden Glauben an die eigenen Fähigkeiten zimmerte man in Frankfurt am Main diesmal eine der bestbestückten Veranstaltungen in der deutschen Grand-Prix-Geschichte zusammen. Dabei half, dass der Sender…
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ESC-Fina­le 1971: Ein Staub­korn nur in der Unendlichkeit

ESC-Fina­le 1971: Ein Staub­korn nur in der Unendlichkeit

Heftige Auseinandersetzungen tobten Anfang der Siebzigerjahre hinter den Kulissen des Song Contests, unter anderem um das schon mehrfach geänderte Wertungssystem und über die Besetzung der Jurys. Noch immer gärte der Eklat des Vierfachsieges von 1969 nach, der im Vorjahr für einen Teilboykott durch fünf Länder gesorgt hatte. Selbst Deutschland, seit jeher die unerschütterlichste Eurovisionsnation, drohte mit dem Ausstieg aus der Gemeinschaftsveranstaltung, sollte sie sich nicht endlich dem Zeitgeist annähern. Doch der Grand Prix ist bekanntlich unkaputtbar, und so einigte man sich, ganz europäisch, auf einen Kompromiss. Dessen augenfälligstes Ergebnis war, dass die Jurys jetzt vor der Kamera und damit für…
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Ein Lied für Dub­lin 1971: Es ist schön auf ihr

Ein Lied für Dub­lin 1971: Es ist schön auf ihr

'Wunder gibt es immer wieder’ - und im Vorjahr war tatsächlich eines geschehen: erstmals in der bisherigen Grand-Prix-Geschichte konnte die in Berlin aufgewachsene Katja Ebstein für das bis dato beim internationalen Wettsingen eher glücklos agierende und nur sehr mäßig erfolgreiche Deutschland einen (bronzenen) Medaillenplatz erringen. Und um das Glück perfekt zu machen, zudem noch mit einem Titel, der beim Publikum wie bei der Kritik gleichermaßen Anklang fand. Der seinerzeitige Grand-Prix-Verantwortliche Hans-Otto Grünefeldt vom Hessischen Rundfunk witterte Morgenluft und buchte die Schlagersängerin mit der sozialdemokratischen Weltverbessererinnenattitüde in diesem Jahr gleich fest. Wie man sieht, folgte das Lena-Doppel also einem historischen Vorbild,…
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ESC-Fina­le 1970: Schmet­ter­lin­ge und Bienen

ESC-Fina­le 1970: Schmet­ter­lin­ge und Bienen

Ein neues Jahrzehnt, ein neuer Aufbruch. Das bekam das Publikum schon bei der deutschen Vorentscheidung zu spüren, die sowohl inhaltlich und optisch als auch musikalisch einer kleinen Revolution gleichkam. Revolutionär auch unsere Vertreterin in Amsterdam, Katja Ebstein. Aus der Liedermacherszene kommend und beseelt von sozialkritisch-aufklärerischer Attitüde, sang die spätere SPD-Wahlkämpferin und Heinrich-Heine-Rezitatorin einen von ihrem damaligen Ehemann Christian Bruhn geschriebenen Tröstungsschlager namens ‘Wunder gibt es immer wieder’. Ein unvergesslicher Evergreen, weil er sich musikalisch wie textlich sehr deutlich von der bisher üblichen, biederen Schlager-Standardware unterschied. Ein gewaltiges, spannungsgeladenes Intro mit einer Blue Note als Hinhörer; der gedehnte und damit dramatisch wirkende Gesang…
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Ein Lied für Ams­ter­dam 1970: Musst Du sie auch sehn!

Ein Lied für Ams­ter­dam 1970: Musst Du sie auch sehn!

Eine Veranstaltung wie ein Drogenrausch: kurz, bunt und knallig präsentierte sich Ein Lied für Amsterdam, der deutsche Vorentscheid im Jahre 1970. Der Kontrast zur viel belächelten 1969er Kleintierzüchtervereinsvorstandssitzung, ebenso wie diese Show vom Hessischen Rundfunk produziert, hätte nicht krasser ausfallen können. Niemals zuvor und nie wieder danach atmete eine deutsche Eurovisionsvorentscheidung derart intensiv den Duft der großen weiten Welt. Beziehungsweise, präziser gesagt: Londons. Von dort her flog der hr die aus der britischen Chartshow Top of the Pops bekannte Tanzformation Pan’s People ein, die in den Wertungspausen anstelle des preußisch-zackigen Ehepaars Trautz das Publikum im Sendestudio (und vor den Bildschirmen)…
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