Kirsti Sparboe

Melo­di Grand Prix 1967: Hey, Mr. Tam­bou­rine Man!

Melo­di Grand Prix 1967: Hey, Mr. Tam­bou­rine Man!

Hoch oben im Norden gelegen, gehört das Königreich Norwegen nicht unbedingt zu den sonnenverwöhntesten Ländern Europas, und die Düsternis der Umgebung schlägt sich natürlich aufs Gemüt seiner Bewohner:innen und in der Folge auch in den Songtexten der Grand-Prix-Beiträge der Halbinsel nieder. So zum Beispiel beim 'Dukkemann', dem Siegertitel des Melodi Grand Prix (MGP) 1967, vordergründig ein fröhlich klingendes Lied über eine Marionette, ein beim Eurovision Song Contest bekanntlich gerne genommenes Thema. Was Kirsti Sparboe da in einem Outfit darbot, das nur als Kreuzung aus angeglimmerten Sträflingsklamotten und Schlafanzug bezeichnet werden kann und bereits den befremdlichen Golden-Girls-Chic der späten Achtziger vorwegnahm,…
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Melo­di Grand Prix 1966: We’­re not gon­na take it

Melo­di Grand Prix 1966: We’­re not gon­na take it

Sie hatte ein ganz klein wenig was von einem feministischen Folk-Festival, die norwegische Eurovisions-Vorentscheidung Melodi Grand Prix (MGP) im Jahre 1966. Was nicht nur daran lag, dass ausschließlich Frauen sangen. Nein, auch der eine oder andere der insgesamt fünf dort vorgestellten Titel verströmte einen leisen, leichten Hauch von Auflehnung und Rebellion, sei es durch seine Instrumentierung, seinen Text oder seine Interpretation. Interessanterweise stammten diese Lieder allesamt aus der schöpferischen Hand eines einzelnen Mannes, nämlich des norwegischen Komponisten und Eurovisions-Vertreters von 1964, Arne Bendiksen. Was auch vor dem weiteren Hintergrund bemerkenswert erscheint, dass eine sendereigene Jury diese fünf - in jeweils…
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ESC-Fina­le 1965: Die Hit­ze der Jungs

ESC-Fina­le 1965: Die Hit­ze der Jungs

Im zehnten Jahr seines Bestehens schien der Eurovision Song Contest endgültig bei sich angekommen zu sein, die gröbsten Kinderkrankheiten einigermaßen ausgemerzt: unverzeihliche archivarische Lücken durch eine fehlende Aufzeichnung der Live-Sendung wie noch 1956 und 1964 sollten künftig nicht mehr vorkommen; die Frage, wer auf der Bühne die Siegestrophäe überreicht bekommt - Interpret:in oder Komponist:in - sorgte nicht mehr für Verwirrung und peinliche Situationen wie noch 1957; die Wertung unterlag zwar noch ständigen Verfahrensänderungen, hatte sich aber als unverzichtbarer Teil der Sendung etabliert; die Zahl der teilnehmenden europäischen Staaten zeigte einen erfreulich stabilen Aufwärtstrend von sieben im Anfangsjahr zu aktuell 18 Nationen…
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Melo­di Grand Prix 1965: Nur die aller­bes­te Melkmaschine

Melo­di Grand Prix 1965: Nur die aller­bes­te Melkmaschine

Erfrischend kurz war er, der sechste Norsk Melodi Grand Prix: nur etwas über eine halbe Stunde brauchte man für die Anmoderation und die Vorstellung der fünf zur Wahl stehenden Titel, dargeboten jeweils von zwei verschiedenen Interpret:innen in unterschiedlichen Instrumentierungen. Was dem Sender NRK die Chance gab, vermittels einer geschickten Choreographie von dem dürren musikalischen Angebot abzulenken: im ersten Durchgang präsentierte man die Lieder mit einer auf das Notwendigste reduzierten Begleitband, gewissermaßen in einer besonders intimen Fassung. Nachdem sich das Publikum so einen Überblick über das Menü verschaffen und jede:r für sich persönlich schon mal den am wenigsten furchtbarsten Titel bestimmen…
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