WSV 2019: Sonn­tag ist Song­tag

Lie­der, Lie­der, die letz­ten Lie­der hier! Der abso­lu­te Haupt­ge­winn ist hier in die­ser Dose drin!” Oh, sor­ry, da ist es ange­sichts der in Kür­ze dro­hen­den Nach-Vor­ent­scheids-Euro­vi­si­ons-Zwi­schen­de­pres­si­ons-Pha­se wohl ein wenig mit mir durch­ge­gan­gen. Bemü­hen wir uns um einen etwas sach­li­che­ren Ton: von den ins­ge­samt 41 Bei­trä­gen für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2019 in Tel Aviv kann­ten wir bis ges­tern 38, die rest­li­chen drei kamen am heu­ti­gen Sonn­tag hin­zu. Dar­un­ter auch der Heim­bei­trag des Gast­ge­ber­lan­des Isra­el, dar­ge­bo­ten von dem in einer Cas­ting­show aus­ge­wähl­ten, aus­ge­bil­de­ten Opern­sän­ger Kobi Mari­mi. Des­sen cle­ver ‘Home’ beti­tel­te Bal­la­de soll­te eigent­lich als letz­te des Tages ver­öf­fent­licht wer­den, sicker­te jedoch bereits am Nach­mit­tag als ers­te durch. Und sie lässt die Her­zen aller Freun­de von Spaß­bei­trä­gen höher schla­gen, denn die vor kit­schi­gem Pathos nur so trie­fen­de, mit beben­der Schmacht­stim­me into­nier­te Num­mer kann schlicht­weg nur als in ihrer maß­lo­sen Über­trei­bung brül­lend lus­ti­ge Par­odie auf abgrund­schlech­te Musi­cals gemeint sein. Oder aber als ver­zwei­fel­ter Ver­such des aus­rich­ten­den Sen­ders KAN, ange­sichts klam­mer Kas­sen einen Dop­pel­sieg wie 1978/1979 mit aller Macht zu ver­hin­dern.

Thun­der­bolt and Light­ning / Very very fright­ning me.

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Inter­pre­ten­kür 2019: Bar­ce­lo­na, what a beau­ti­ful iced Cof­fee

Zwei wei­te­re Künstler/innen für Tel Aviv ste­hen fest, was streng­ge­nom­men gar kei­ne Nach­richt ist, denn in bei­den Fäl­len fehlt das wirk­lich Ent­schei­den­de: der Song! Der Aktua­li­tät wegen sei es den­noch rap­por­tiert: vor eini­gen Minu­ten ver­kün­de­te das grie­chi­sche Fern­se­hen ERT, dass Kate­ri­na Dus­ka die hel­le­ni­sche Flag­ge beim Euro­vi­si­on Song Con­test ver­tre­ten wer­de. Die gebür­ti­ge Kana­die­rin ver­öf­fent­lich­te 2015 ihr ers­tes und bis­lang ein­zi­ges Album mit Indie-Pop-Songs, teils in Zusam­men­ar­beit mit einem schwe­di­schen Song­schrei­ber; ein Track fand in einem Wer­be­spot von Nes­ca­fé Ver­wen­dung. Und zwar inter­es­san­ter­wei­se in Kana­da und nicht in Grie­chen­land, wo man dem Instant-Getränk deut­lich inten­si­ver zuspricht. Eine rasche You­tube-Sich­tung för­der­te nichts extrem Ein­gän­gi­ges zuta­ge, aber auch nichts wirk­lich Furcht­ba­res. Was vor allem an Kate­ri­nas Stim­me liegt, die irgend­wo zwi­schen Anna Ber­gen­dahl und Amy Wine­house pen­delt. Die intern aus­ge­wähl­te und gegen­über dem ERT-Euro­vi­si­ons­fahr­plan mit deut­li­cher Ver­spä­tung annon­cier­te Dus­ka bestä­tigt jeden­falls die vom Sen­der annon­cier­te Abkehr von den eher eth­no-las­ti­gen Bei­trä­gen der letz­ten Jah­re. Gerüch­te zufol­ge neh­me sie ihr Lied für Tel Aviv gera­de in Lon­don auf, am 7. März soll es der vol­ler Unge­duld beben­den Öffent­lich­keit vor­ge­stellt wer­den.

Der Wer­be­song für den bösen, bösen Lebens­mit­tel­mul­ti, hier als Remix und damit zumin­dest musi­ka­lisch etwas fluffi­ger (Reper­toire­bei­spiel).

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